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1985: Schall und Rauch
Der DDR-Theaterverband beklagt ein Defizit an Gegenwartsdramatik. Es werden kaum noch neue Stücke gespielt. Diesen Zustand will ein „Theater der Autoren“ beenden
1974: Besuch des alten Herrn
Vor 40 Jahren trifft der Philosoph Jean-Paul Sartre in der JVA Stuttgart-Stammheim den RAF-Gefangenen Andreas Baader. Beide reden gut eine Stunde lang aneinander vorbei
1989/91: Plastikpapagei
Vor 25 Jahren stand die DDR vor einer politischen und jeder DDR-Bürger vor einer persönlichen Wende. Was vielen erst klar wurde, als sie unter dem Bundesadler aufwachten
Misslungener Handstreich
Auch 100 Jahre später werden die alten Klischees von der Geschichtsforschung meist übernommen. Dabei verliefen bereits die ersten Tage ganz anders als oft angenommen
Die Glocken von Basel
Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs wird der Sozialist Jean Jaurès in Paris erschossen. Der Mord gilt einem Pazifisten, der Europa vor der Katastrophe bewahren möchte
Ein Meilenstein
Vor 60 Jahren erklärt der Oberste Gerichtshof in Washington die Rassentrennung an öffentlichen Schulen für verfassungswidrig. Aber es dauert lange, bis sich etwas ändert
Fluchtpunkte
Das Doku-Drama „Über das Meer – Die DDR-Flucht des Erhard Schelter“ versucht, mit Spannung zu überzeugen. Aber was kann der Film über den Einzelfall hinaus erzählen?
Auf der Himmelsleiter
Vor gut zehn Jahren wird der Spielfilm „Was nützt die Liebe in Gedanken“ über ein "Schülerdrama" von 1927 gedreht und dem süßen Vogel Jugend zur Weltflucht verholfen
Die Tür knallt zu
Im ersten Jahr der NS-Diktatur entstehen in Berlin „wilde Konzentrationslager“, auch im Gefängnis Columbiastraße. Ein Ort, der heute aus dem Gedächtnis verschwunden ist
Treffpunkt Weltzeituhr
Fünf grüne Bundestagsabgeordnete werben mit einer Aktion auf dem Ostberliner Alexanderplatz für Abrüstung in Ost und West – beobachtet von den Genossen des MfS
Jagd auf Moby Dick
Als ein Wal den Rhein hinauf schwimmt, bemerken die Leute, dass etwas mit dem Fluss nicht stimmt
Waterboarding in Polen
Die Regierung in Warschau duldet geheime Folterarreste der CIA in ihrem Land. Für die USA ist diese Gefälligkeit wichtiger als der Einsatz polnischer Soldaten im Irak
Glotzt doch
Vor 100 Jahren wurden in Deutschland so viele Theater gebaut wie nie zuvor. Schillers „moralische Anstalt“ war nicht mehr nur ein Musentempel, sondern auch ein Geschäft
Ein heftiges Heft
Axel Springer nimmt mit „Kristall“ eine Illustrierte vom Markt, mit der sein Verlag einst gestartet war. Das Blatt hatte auf ein geschöntes Bild der Wehrmacht Wert gelegt
Einstürzende Ideale
Die Siedlung Pruitt-Igoe in St. Louis wird gesprengt. Sie galt als der Beweis für das Scheitern des sozialen Wohnungsbaus. Heute sieht man das Projekt anders
Feen in Beauvallon
Der Provence-Ort Dieulefit wird vor 70 Jahren zum Refugium für Menschen, die tödlicher Gefahr entkommen wollen. Bis heute wird vom „Wunder des Schweigens“ gesprochen
Keinen Fußbreit
Der FC St. Pauli gibt sich, initiiert von Fans und Verein, eine Stadionordnung, die rechtsradikale und rassistische Parolen ächtet – ein klares Bekenntnis mit Folgen
Die mageren Jahre sind zurück
Umzug der legendären Fotosammlung "The Bitter Years". Vom Museum of Modern Art in New York nach Luxemburg
Brutal und zynisch
In den Prozessen gegen die „Rote Kapelle“ gibt es fast 50 Todesurteile, beantragt von Ankläger Manfred Roeder. Der NS-Jurist wird später nie zur Verantwortung gezogen
Sechs Minuten
Vor 70 Jahren verhilft der Berliner Maler Franz Heckendorf seinem jüdischen Mäzen zu einer spektakulären Flucht in den Schweizer Kanton Schaffhausen
Ein Unfall als Urfall
Ob Badeenten oder Turnschuhe. Verlorene Ladung verhilft der Ozeanografie zu neuen Erkenntnissen, seit mehr als 22 Jahren. Damals havarierte der Frachter „Hansa Carriers“
Der Anti-Kubrick
Andrej Tarkovskij zeigt 1972 in Cannes „Solaris“ und besticht durch exzessive Bildsprache. 1984 verlässt der Regisseur die Sowjetunion, ohne im Westen je anzukommen
Der Schock-Report
Eine Studie des MIT für den Club of Rome widerlegt 1972 den Mythos vom ewigen Wachstum. Den Industriestaaten des Nordens wird bescheinigt, von der Substanz zu leben
Lichtscheues Gesindel
Vor 100 Jahren wurde aus Prestige- und Kommerz-Gründen die Stadt Rixdorf am Rande Berlins in Neukölln umbenannt. Es blieb vergeblich – der Ort wahrte den schlechte Ruf
Eichmanns Protokoll
„Parallelisierung der Linienführung“ – vor 70 Jahren koordinierten in einer Wannsee-Villa die Generalinstanzen des NS-Staates den Völkermord an den Juden Europas
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