Über Fehldiagnosen und Katasthrophentherapien
ZVG

Über Fehldiagnosen und Katasthrophentherapien

Aerztepfusch |

Was haben Friedrich Schiller und Ludwig van Beethoven gemeinsam? Sie waren beide Künstler und wurden nicht besonders alt. Schiller 45, Beethoven 56 Jahre. Was sie noch verbindet: Sie wurden Opfer ärztlichen Unvermögens. Als Schiller, der Malaria hatte und jahrelang über Verstopfung und Blähungen klagte, eines Tages zusammenbrach, diagnostizierte sein Arzt „gewöhnliches rheumatisches Seitenstechfieber“. Knapp daneben. Der Dramatiker hatte in Wahrheit Tuberkulose und war wenige Tage später tot. Beethoven erging es nicht besser. Er war nicht nur halb taub und blind, sondern litt unter anderem unter Rheuma, Typhus, Asthma, Gelbsucht und Brechdurchfall. Sein Hausarzt verordnete ihm schleimlösendes Bleisalz. Die Folge: Eine schleichende Schwermetallvergiftung, die den Komponisten höchstwahrscheinlich ins Grab brachte. Von diesen und anderen Fehldiagnosen und Katastrophentherapien zählt der Wissenschaftjournalist Jörg Zittlau in seinem Buch "Matt und elend lag er da. Berühmte Kranke und ihre schlechten Ärzte." Ob Freud, ob Mozart oder Kafka – sie hätten länger leben oder weniger qualvoll sterben können, wenn nicht eine ganze Armee von Kurpfuschern am Werk gewesen wäre. MS

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
Megan Fox-Smith schrieb am 11.12.2009 um 01:00
Lustiges Buch!

Best Of

d wie Doener-Webcam
Gerade in der deutschen Bundeshauptstadt dreht sich ja an jeder Straßenecke mindestens einer und ... >> mehr
a wie Aktionskunst
31 Tage lang hat sich der irakische Aktionskünstler Wafaa Bilal freiwillig beschießen lassen. ... >> mehr
n wie Notdurft
Ryanair ist immer wieder gut, wenn es darum geht, Grundsatzfragen aufzuwerfen. Das wird oft als ... >> mehr
p wie Puppenkiste
Augsburg ist nicht gerade eine Fußballhochburg. Der lokale FC, seit 2006 zweitklassig, schleppte ... >> mehr
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG