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Monatelang habe ich bei meinem Freund gewohnt, weil meine Wohnung von Taubenzecken befallen war. Jetzt habe ich eine neue gefunden und bin hergekommen um alles zusammen zu packen. Was für eine Fülle an Kram – unglaublich! Was mache ich eigentlich mit diesem ganzen Zeug? Drei Monate bin ich mit den Sachen ausgekommen, die in meine kleine Sporttasche passen – und mir hat nichts gefehlt. Meine neue Wohnung jetzt mit dem Kram vollzustopfen, der hier herumsteht, kommt mir bizarr vor. Muss ich das wirklich alles aufbewahren, nur weil ich es alle Jahre mal benutze? Reicht es nicht, wenn jeder ein paar Sachen hat und man hilft sich dann bei Bedarf aus? Es bedrückt mich, für 14 Kubikmeter Zeug verantwortlich zu sein, das ist eine ganze Sprinter-Ladung. Ich will keine Sachen mehr haben, die nur herumstehen, um mir eine Identität zu geben. Dieser blöde Lederkoffer, dessen Patina die Lederkofferliebhaber dieser Welt zum Glucksen bringen würde, der soll hier nicht mehr herumstehen. Er ist unpraktisch, ich mag lieber meine Tasche. Und der alte Nintendo, ich spiele doch nicht mehr, höchstens einmal im Jahr. Was soll ich mit acht Bettwäschesets, mit Dekolampen, dem alten Fotoapparat, einem 30 Kilo schweren Fernseher, dem Deko-Mist und sooo viel Kleinkram. Und wofür brauche ich eigentlich mein Gedächtnis, wenn ich tausende Fotos, Briefe und Videos aufhebe?! Nur für den Inhalt einer kleinen Sporttasche verantwortlich zu sein, das hat sich gut angefühlt. Jetzt spüre ich wieder die Last auf meinen Schultern und das meine ich wörtlich, denn ich wohne im fünften Stock. Jetzt habe ich ausgemistet und muss immerhin nur noch das Volumen eines Vitos in die neue Wohnung schleppen. Das ist ein erster Schritt zur Befreiung. Ich kann nur empfehlen: Schmeißt alles weg! Melanie Petersen, Freitag-Community
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Den Innenarchitekten brauche ich auch ...
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