Vor gut einem Jahr setzten sich in München drei Filmkreative zusammen, zwei Dokumentarfilmer und ein Produzent, und sagten sich: So geht es nicht weiter. Sie machten einen eklatanten Mangel an ästhetischem Mut bei den Fernseh- und Kinomachern aus: Es würden nur noch gefällige Dokumentarfilme mit mehrheitsfähigen Themen produziert und gezeigt. Also nahmen die drei, einer von ihnen der mehrfach preisgekrönte Filmemacher Jörg Adolph, ihr Schicksal selbst in die Hand und gründeten das Autorenkollektiv „DocCollection“. Es versteht sich als unabhängiges Produktions- und Vertriebsnetz für den ambitionierten Dokumentarfilm. Dokumentarisches Gelingen, schreiben die Macher auf ihrer Webseite, sei zu flüchtig, „als dass es sich mit Formatvorgaben und Quotenerwartungen auf Dauer verheiraten ließe.“ Schon drei Filme sind bei dem neuen Label auf DVD erschienen. Im August folgt nun die vierte Veröffentlichung: Wiedergeboren in Westfalen von Melanie Liebheit. Im Zentrum steht ein tamilischer Priester, der mitten im Ruhrgebiet den größten Hindu-Tempel außerhalb Indiens aufgebaut hat. In einer Nebenrolle: eine westfälische Kuh. Sie hat eine wundersame Karriere hingelegt und ist seit neuestem heilig. MS
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