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Was bleibt von einem Leben? Am Ende nur die Erinnerungen der Überlebenden an einen Menschen, der nicht mehr da ist. In seinem autobiographischen Buch Der Tod meiner Mutter erzählt der Journalist Georg Diez mit großer Offenheit von der Krebserkrankung und dem Sterben seiner Mutter. Aus der Erinnerung holt er Bilder hervor: Wie er seine Mutter in einem Rollstuhl durch die Straßen ihres Münchner Wohnviertels schiebt, ein letztes Mal zusammen einkaufen. Sie besuchen einen Laden für Babykleidung, kaufen gelbe Socken für ein ungeborenes Kind – die Enkelin, die die Kranke nicht mehr sehen wird. Es ist ein langsamer Abschied, zwölf Jahre kämpfte die Mutter mit dem Krebs. Immer mit der Gewissheit, eines Tages zu unterliegen. Was an der Erzählung beeindruckt, ist die Deutlichkeit, mit der der Sohn seine ambivalenten Gefühle beschreibt. Er erzählt, wie er bei einem Besuch noch länger bleiben will, aber dann doch erleichtert ist, als er die Tür des Krankenzimmers hinter sich schließt und die Mutter allein lässt. Und er beschreibt, wie schwierig es sein kann, in der Familie über Gefühle zu sprechen. Auch vor der eigenen Trauer macht diese Offenheit nicht Halt. So benennt Diez die narzisstische Verletzung, die der Verlust bedeutet: „Wir weinen ja nicht um andere; wir weinen im Grunde nur um uns selbst.“ jap
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Tolles Buch!
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