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Elise Gute Popsongs sind immer allgemein. Die Kunst besteht schließlich nicht darin, eine private Erfahrung zu vertonen, sondern das Private in eine allgemeingültige Form zu transferieren. Es geht nie um eine konkrete Frau, es geht immer um alle Frauen. Leonhard Cohens Suzanne, Bruce Springsteens Mary, Lou Reeds Candy – sie alle sind jeweils eine Frau, deren Bild der Song vor dem inneren Auge des Hörers heraufbeschwört. In dieser Reihe ist auch Beethovens berühmtes Klavierstück in a-Moll, Für Elise, zu sehen. Elise war nie eine reale Figur, sie war ein Mädchen, das der junge Musiker beeindrucken wollte, wenn er sich an den Flügel begab und seine ganze Inbrunst in jene – inzwischen viel zu oft gehörten – Takte legte. Jetzt wird sie real: Der Beethovenforscher Klaus MartinKopitz will die reale Elise identifiziert haben. In Handschriften im Archiv des Wiener Stephansdoms fand der Berliner Hinweise darauf, dass sich die Sopranistin Elisabeth Röckel zur Zeit der Entstehung des Stückes Elise nannte und Beethoven eine stille Zuneigung zu der Sängerin empfand. Darüberhinaus habe es zu der Entstehungszeit keine weitere Frau namens Elise in Beethovens Umfeld gegeben. Bislang vermutete man, die Widmung für Elise sei ein Transkriptionsfehler der Handschrift Beethovens gewesen und müsse eigentlich nach der Wiener Musikerin Therese Malfatti “Für Therese” lauten. Weitere Details will Kopitz 2010 im Verlag Beethovenhaus Bonn veröffentlichen. Irgendwie erinnert diese Art der biografischen Forschung an jene Exegeten, die jeden Roman als Schlüsselroman lesen und sich mit detektivischem Eifer auf die Suche nach realen Entsprechungen „im wirklichen Leben“ machen. Ob mit oder ohne Kenntnis der wahren Elise, das Stück wird wohl weiterhin jeder Klavierschüler lernen müssen. ES
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Das kann nicht die reale Elise sein ...
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