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„Wir leben in Zeiten, in denen es keinen Markt gibt für das, was wir tun“, schrieb Vincent van Gogh 1889 in einem Brief an seinen Bruder Theo und fuhr fort: „Und ich fürchte, daran wird sich in unserer Lebenszeit kaum etwas ändern.“ Der holländische Künstler, der als Mitbegründer der modernen Malerei gilt, sollte Recht behalten. Wenige Monate später schoss er sich eine Kugel in die Brust. Dass van Gogh ein eifriger Briefschreiber war, ist bekannt. In seinen Korrespondenzen schrieb er über seine Arbeit, die geplanten wie vollendeten Werke, und über seine private Not. Oft versah er seine Briefe mit virtuosen Illustrationen, die kleinen, flüchtigen Kunstwerken glichen. Die ganze Post van Goghs, die verschickte wie die erhaltene, ist nun im Internet einsehbar. Das Van Gogh Museum und die Niederländische Akademie der Künste und Wissenschaften haben Faksimile der 902 erhaltenen Briefe online gestellt, dazu Abschriften in Englisch und Niederländisch und ausführliche Kommentare. Zudem ist es nur einen Klick weit zu Ansichten der Gemälde, von denen in der einen oder anderen Korrespondenz die Rede ist. Davon hätte van Gogh zu Lebzeiten mit Sicherheit nicht einmal zu träumen gewagt. MS
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