Mit potentiellen Gesangstalenten begann mit „Popstars“ im Jahr 2000 der ganze Wahnsinn der Castingshow in Deutschland. In der Zwischenzeit kennt die Talentsuche, in der es in Wirklichkeit um vieles, aber sicher nicht um Talent geht, keine Grenzen: Breakdancende Hüpfdohlen flimmern über den Fernsehbildschirm. Models vollführen Kunststücke, apportieren Stöckchen und Hunde lernen auf dem Laufsteg das Gehen neu. So oder so ähnlich. Großbritannien ist schon einen Schritt weiter. Dort legt der öffentlich-rechtliche Fernsehsender BBCtwo mit „Saatchi’s Best of British“ nach. Charles Saatchi, früherer Chef einer nach ihm benannten Werbeagentur, sucht den neuen „Superkünstler“. Händchen bewies er schon bei anderen Schützlingen. Damien Hirst wurde durch die Ausstellung in der Saatchi-Galerie 2004 mit seinem in Formaldehydlösung konservierten Tigerhai weltberühmt. Jetzt soll ein neuer Hirst für Aufsehen, aber bitte auch für volle Kassen sorgen. Sechs Künstler-Anwärter werden für die Show ausgewählt. Sie belegen Intensivkurse und dürfen die kommende Saatchi-Ausstellung in St. Petersburg in Russland vorbereiten. Die Werbervergangenheit kann Saatchi nicht leugnen. Abwarten, welche deutsche Fernsehstation dieses Format übernimmt. Es geht ja um die Förderung von Talenten. Klar.
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