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Jetzt keine Häme, bitte. Die Firma Crocs steht vor der Pleite. Bei einem Verlust von 185 Millionen Dollar kann man das nicht anders sagen. Eine gute Nachricht sieht trotzdem anders aus. Eine gute Nachricht wäre gewesen, wenn man sagen könnte: Die Leute haben sich geweigert, schuhgewordene Hässlichkeit anzuziehen. Haben sie aber nicht. Dass die vom US-amerikanischen Unternehmen Crocs Inc. vermarkteten bunten Kunststoffschuhe jetzt keiner mehr kaufen will, liegt schlicht daran, dass fast jeder ein Paar hat – und die Treter nicht kaputt zu kriegen sind. Triumphgeheul ob der finanziellen Verluste ist aber fehl am Platz. Freuen Sie sich lieber still, dass der Trend nicht länger anhielt. Wem noch kein Paar Crocs den Schuhschrank verstopft, ist nochmal davon gekommen. In diesem Jahr wäre auch der Letzte reif gewesen. So ist es doch mit Trends: Im ersten Jahr spricht der Konsument mit wachem Verstand: „Scheußlich. Sogar im Garten würde ich mich damit schämen.“ Im zweiten Jahr sieht man das psychedelisch eingefärbte Plastik am unteren Ende von Jack Nicholson und Justin Timberlake. Der Schlumpfschuh berührt die roten Teppiche der Welt. Man murmelt vielleicht noch: „Die spinnen doch“, aber die Sache kippt. Ist ja irgendwie auch ganz witzig, so ein Stilbruch. Irgendwann im dritten, vierten oder fünften Jahr des Trends ist man dann zermürbt. Und eines schönen Tages planschkuht man selbst mit den Dingern an den Füßen durch die Stadt. Das war mit Moonboots so, das war mit Leggings so, das wäre mit Crocs nicht anders gekommen, wenn der Boom auch nur eine Saison länger angehalten hätte. Ein schönes Gefühl ist es trotzdem: So lange durchgehalten zu haben, bis sich die Sache von selbst erledigt hat. Einen Trend aussitzen, das geht also. An dieses Erfolgserlebnis sollten wir uns dringend erinnern, wenn sich die Menschheit die nächste Scheußlichkeit über irgendwelche Extremitäten stülpt. ES
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Ich finde die schick.
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