Köln ohne Dom ist wie Karneval ohne Kölsch. Doch die Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert ist dreckig, außen wie innen. Der Gotikfassade machen Autoabgase zu schaffen, dem Innenraum die rund sechs Millionen Besucher pro Jahr. Das Hauptproblem sind nicht die asiatischen Gäste, die die Opferstöcke mit Spucknäpfen verwechseln, wie die Dombaumeisterin
Barbara Schock-Werner jüngst dem lokalen Domradio verriet; auch nicht die jugendlichen Christen oder Nicht-Christen, die in guter alter Schultradition ihre Kaugummis unter die Betstühle kleben, sondern: „Touristen stauben ungeheuerlich.“ Achtzig Prozent des Staubs, ergab eine Untersuchung, besteht aus Textilfasern, die vom Abrieb der vielen Beine und Arme stammen. Im Winter noch mehr als im Sommer, weil die Leute dann mehr anhaben. Eine Restauratorin ist fast ausschließlich damit beschäftigt, das wertvolle Interieur abzuwischen und zu polieren. Nun werden die Besucher gebeten, sich vor dem Eintritt die Schuhe abzustauben. Vielleicht sollten sich die katholischen Domwächter besser ein Beispiel an ihren muslimischen Kollegen nehmen. Da kommt man mit Schuhen gar nicht ins Gotteshaus rein. MS
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