Noch zu Beginn des 18. Jahrhunderts dürfte ein Stadtbesuch ein Geruchserlebnis der besonders eindrücklichen Art gewesen sein. Da die Menschen sich zu jener Zeit aus Angst vor Krankheitserregern im Wasser nicht wuschen, übertünchte so manches Wässerchen die eine oder andere Ausdünstung. Hauptsächlich wurden Duftessenzen auf Basis von Moschus, einem Drüsensekret eines Hirsches, verwendet, die sehr intensiv rochen. Johann Maria Farina veränderte 1709 mit seiner Kreation die Parfümwelt, der in Köln lebende Italiener verwendete belebende, frische Aromen von Limette, Bergamotte und Orange und erfand das „Kölnisch Wasser“. Bei der heutigen Riesenauswahl an Düften schwingt „Kölnisch Wasser“ etwas Antiquiertes mit, was erklären könnte, warum Jugendliche über Omis Duftauswahl nicht immer verzückt sind. Übrigens gilt das „Eau de Cologne“ Farinas, das bis heute in Köln hergestellt wird, als Original, das Jahre später auf den Markt gekommene „4711 Echt Kölnisch Wasser“ sei lediglich eine Duftkopie, wenn auch eine durchaus berühmte.
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