Dunkel

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Unser post-postmodernes Zeitalter ist vor allem visuell geprägt: Film, Fotografie, Fernsehen und Internet verstärken den Zug zum Bildlichen in Kommunikation und Orientierung, als Hersteller von Bedeutungen und Glaubwürdigkeit. Blinde werden daher oft, selbst von Wohlwollenden, als Benachteiligte von oben herab behandelt. Was aber, wenn Sehende plötzlich im Finstern stehen? Wer kennt sich dann besser aus? In „Dialog im Dunkeln“, einer ‚Ausstellung zur Entdeckung des Unsichtbaren’, die seit 2000 in Hamburg zu erleben ist, kann man sich dem nichtvisuellen Wissen von blinden Führern anvertrauen. Kleine Besuchergruppen werden mit Blindenstöcken versehen durch stockdunkle Räume geleitet, in denen Wälder, Marktplätze oder Bars allein aus Düften, Temperaturen, Tönen und Texturen gestaltet sind. Die Dunkelheit soll nicht die Lebenssituation von blinden Menschen simulieren, sondern als Metapher für die Unterschiedlichkeit von Erlebniswelten allgemein fungieren. Das Konzept hatte Erfolg: in 25 Ländern Europas, Asiens und in den USA werden bereits Dialoge im Dunkeln geführt. Es gibt Restaurants und Seminare im Dunkeln und natürlich auch wirkliche »Blind Dates«. Weltweit haben fast 5000 blinde Menschen in diesen Projekten Arbeit gefunden – Arbeit, die niemand so gut machen kann wie sie. (Touren buchen auf www.dialog-im-dunkeln.de.)

 
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