Mädchen finden Jungs in ihrem Alter doof und umgekehrt. Das ändert sich erst mit dem Beginn der Pubertät wieder. Doch das ist nicht die einzige Abgrenzung, die in einer frühen Lebensphase stattfindet. Ist Mädchen-Spielzeug eigentlich rosafarben, weil Mädchen bestimmte Farbvorlieben haben oder wird dieses „Bedürfnis“ nicht vielmehr von Marketingstrategen geschickt geschürt? Warum ist Spielzeug für Jungen blau? Die Fixierung auf bestimmte Farben sorgt für heiße Diskussionen, auch in der Wissenschaft. Von der evolutionären, kulturübergreifenden Farbpräferenz der Geschlechter ist genauso zu lesen wie von der Widerlegung genannter Theorie und dem Verweis auf den Wandel von Farbbedeutungen. Die in Südkorea geborene und in den USA lebende Künstlerin JeongMee Yoon bezieht selbst keine Stellung, sondern lässt auf ihren Fotografien für „The Pink and Blue Project“ die dominierende Einrichtungs-, Kleidungs- und Spielzeugfarbe von New Yorker Kindern sprechen. Und die ist bei Mädchen Rosa und bei Jungs Blau. Das ist eindrucksvoll und zugleich erschreckend, da an der Farbauslegung und der Verknüpfung mit dem Geschlecht in unserer Zeit kaum jemand vorbei kommt. Ansonsten hätten Sie nicht gerade das Mädchen im blauen Strampelanzug als „aufgewecktes Kerlchen“ bezeichnet und den Jungen mit rosa Jacke insgeheim bemitleidet.
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