2001 sprach Julio Grondona, Präsident des argentinischen Fußballverbandes AFA, von der „größten Krise in der Geschichte des argentinischen Fußballs“. Die Wirtschaft des Landes war am Boden, die Banken hatten die Konten eingefroren, die Klubs konnten die Spielergehälter nicht mehr zahlen. Die Spieler streikten und der Ligastart wurde verschoben. Acht Jahre später nun das ähnliche Bild: Diesmal drücken die ohnehin schon halbbankrotten Klubs 54 Millionen Euro Steuerschulden, die AFA verhängte erneut einen Spielstopp. Aufgebrachte Fans schlugen daraufhin im Büro von Grondona die Fensterscheiben ein. Dass der Ball inzwischen wieder rollt, ist einem bislang einmaligen Vorgang zu verdanken: Der argentinische Staat hat sich die Fernsehrechte gesichert und zahlt den Vereinen rund 110 Millionen Euro im Jahr – fast dreimal so viel wie der bisherige Rechteinhaber, ein Pay-TV-Sender. Damit ist der Profifußball im achtgrößten Land der Welt faktisch verstaatlicht. Ein unbestrittener Vorteil der umstrittenen Lösung: Die Argentinier können fortan umsonst Fußball gucken. MS
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