Fotomontage
Quelle: Akademie der Künste, Berlin, Kunstsammlung / Copyright: The Heartfield Community of Heirs / VG Bild-Kunst, Bonn 2009

Fotomontage

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Für die einen war er ein linker Agitator, ein Grafiker, nicht mehr. Für die anderen – wie seinen Freund Bertolt Brecht – „einer der bedeutendsten europäischen Künstler“. So kann man sich uneins sein. Doch eines steht fest: John Heartfield hat die Fotomontage mitbegründet und darin bis heute gültige Standards gesetzt. Eigentlich hieß der gebürtige Berliner Helmuth Herzfeld, mitten im Ersten Weltkrieg änderte er seinen Namen, aus Protest gegen die Englandfeindlichkeit seiner Landsleute. 1918 trat er gemeinsam mit George Grosz und Erwin Piscator in die KPD ein, gehörte zu den Initiatoren der Dada-Bewegung in Berlin und gab gemeinsam mit Kurt Tucholsky 1929 das Bilderbuch Deutschland, Deutschland über alles heraus. Ein Tausendsassa, klein und drahtig. Die Berlinische Galerie zeichnet den künstlerischen Weg Heartfields von 1918 bis 1938 nach, dem Jahr seiner Emigration nach Großbritannien. Vom 29. Mai bis 31. August sind in der Ausstellung „John Heartfield – Zeitausschnitte. Fotomontagen 1918- 1938“ einige seiner legendären Buchumschläge für den Malik-Verlag zu sehen, der seinem Bruder Wieland gehörte. Vor allem aber seine virtuosen Montagen für die Titelseiten der Arbeiter Illustrierten Zeitung, mit denen er die Nazis vor und nach ihrer Machtergreifung erbittert attackierte: Das Tausendjährige Reich als Kartenhaus, ein Hakenkreuz aus blutigen Beilen, eine Röntgenaufnahme von Hitler, der „Gold schluckt und Blech redet“. Linke Agitation, gewiss, aber auch große Kunst.  Mark Stöhr

Der Freitag ist Medienpartner der John Heartfield-Ausstellung in der Berlinischen Galerie. Wir verlosen in der Community bis Freitag, den 12.6. Führungen mit der Kuratorin Freya Mülhaupt. Einfach in der Community registrieren und Marketing-Leiterin Caroline Drucker eine Nachricht senden.

 
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Kommentare
Knüppel schrieb am 29.05.2009 um 15:10
Leider komme ich in nächster Zeit nicht nach Berlin.
Gibt es einen Katalog der Ausstellung? Und wenn ja, möchte "der Freitag" ihn vielleicht (dauerhaft) verkaufen bzw. verschenken, z.B. beim Abonnement der "Freitag"-Printversion ... ich wäre interessiert.
Knüppel
Tessa schrieb am 29.05.2009 um 15:22
Oh! Wir können scheinbar seit heute im A-Z kommentieren. Ich leite deine Anfrage mal weiter an Caroline. Den Katalog kann man vielleicht über den Museumsshop der Berlinischen Galerie beziehen. Die ist übrigens für jeden Berlinbesucher äußerst empfehlenswert.
Beste Grüße
Tessa
Megan Fox-Smith schrieb am 11.12.2009 um 00:51
Heartfield ist einfach klasse ,...

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