Sie macht das Beste aus der Krise, ihrer persönlichen und der Allgemeinen: Becky Burchell zog von London nach Berlin und startet ihr kleines Business und ein Blog: cutcakes.wordpress.com. Ihr Konzept: Sie kommt zu ihren Kunden nach Hause und bringt selbst gebackenen Kuchen mit, dann schneidet sie Haare. Kostenpunkt 15 Euro pro Person, für Kinder sind es 10 Euro. Die 29-jährige Becky hat zuvor als Eventmanagerin in London gearbeitet. Die Aufträge wurden weniger, auch weniger spannend. Die Stimmung in der Kreativindustrie sei sehr schlecht, sagt sie. „Derzeit bewegt sich wenig.“ Und da man in Berlin auch mit weniger Geld am gesellschaftlichen Leben teilnehmen könne, zog sie dorthin. Seit über 15 Jahren schneidet sie bei Familie, Freunden und Bekannten die Haare, und greift dabei auch auf ihre Erfahrung als Haar-Model zurück. Mitte April ist Becky in Berlin-Kreuzberg angekommen, hat sich über das Internet schnell ein Netzwerk von Kunden aufgebaut, per Blog, Mail und Facebook. Um die 20 Leute pro Woche lassen sie derzeit Hand ans Haar legen. Sie muss sich die Zeit gut einteilen – einkaufen, backen, mit dem Fahrrad zu den Kunden fahren. Wer Becky zum Haareschneiden bittet – optional kann man auch in ihr WG-Loft in Kreuzberg kommen – sollte vorher Englischvokabeln rund ums Haupthaar lernen. Denn sie spricht bisher kaum Deutsch, und man will ja nicht wegen sprachlicher Missverständnisse danach aussehen wie ein gerupftes Huhn. UL
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