Gassenfeger ohne absehbares Ende
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Gassenfeger ohne absehbares Ende

Futurama |

Es gibt ein ganz einfaches Erfolgsrezept für Fernsehserien, Shakespeare kannte es schon: Nimm eine simple Oberflächenhandlung mit plumpen Brüllern und Schenkelklopfern für den Geschmack der breiten Masse. Und garniere das ganze mit fein angedeuteten Insiderwitzen, die nur Feuilletonisten und Freitagleser verstehen, jedenfalls ein zehnjähriges geisteswissenschaftliches Universitätsstudium erfordern. Zettel, Schnock und Schnauz auf der einen Seite, Hermia, Demetrius und Lysander auf der anderen. Mat Groening hat die Technik in seiner Fernsehserie Die Simpsons zur Perfektion getrieben – Homer für die Prolls, Lisa für die Schöngeister. Seit 1989 und nach 21 Staffeln noch immer ein Gassenfeger ohne absehbares Ende. Angestachelt von diesem schönen Erfolg engagierte Mat Groening 1999 den Harvard-Physiker David X. Cohen, um gemeinsam eine neue Zeichentrickserie zu konzipieren. Im Mittelpunkt Philip J. Fry, der nette, ungebildete Pizzabote wie Du und ich, der Sylvester 1999 mal wieder alles vermasselt, versehentlich in einem kryogenischen Labor eingefroren wird, und genau 1000 Jahre später auftaut. Auch dort, in der Zukunft, reicht seine intellektuelle Qualifikation nur für den Job eines Botenjungen, wenngleich auf dem intergalaktischen Paketausliefer-Raumschiff seines Ur-ur-ur-...-Neffen Hubert J. Farnsworth, einem 160-jährigen verrückten Professor und Transportunternehmer von „Planet Express“. Der Witz des Ganzen hat die Massen nicht überzeugt und nach nur vier Staffeln wurde Futurama abgesetzt. Derweil findet man gelegentlich promovierte Wissenschaftsphilosophen, Freitagleser und greise Vertreter des längst untergegangenen Bildungsbürgertums, die brüllend und schenkelklopfend sich daheim im Verborgenen auf DVD die alten Folgen anschauen. Ulrich Kühne

 
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Kommentare
B.V. schrieb am 17.04.2010 um 17:38
"Derweil findet man gelegentlich promovierte Wissenschaftsphilosophen, Freitagleser und greise Vertreter des längst untergegangenen Bildungsbürgertums, die brüllend und schenkelklopfend sich daheim im Verborgenen auf DVD die alten Folgen anschauen."

Wieso im Verborgenen?
moderat schrieb am 21.04.2010 um 10:48
In "Family Guy" verfolgt man ja ein ähnliches Prinzip und das komischerweise mit wesentlich mehr Erfolg als bei Futurama - völlig zu Unrecht, wenn ihr mich fragt
Technixer schrieb am 27.04.2010 um 19:23
die außerirdische geisteserleichterung hat mir auch besser gefallen. der kinofilm war aber nicht so gut, fand ich.
faberman schrieb am 09.03.2011 um 09:35
Vier Staffeln, soso. Die vier Spielfilme und Season 7 habe ich mir dann wohl eingebildet..

Vergesst mal die miese deutsche Synchronisation und schaut Euch Futurama im Original an. Die meisten Witze funktionieren in der deutschen Fassung nicht.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.03.2011 um 10:37
@faberman ad 09.03.2011 um 09:35

Season 7 sagt mir allerdings auch nichts. Gibt es die denn irgendwo im Netz zu sehen?

MfG UJN
Amazir schrieb am 01.09.2011 um 15:46
Oi,
wenn Du Futurama, dann Bindestrich, dann Stream und dann .com eingibst solltest Du fündig werden.
Ich kann jetzt schon sagen, dass die Staffel exzellent ist, obwohl ich sie noch nicht zu Ende angesehen habe...

Gruß, YK
d353rt schrieb am 22.09.2011 um 18:44
Futurama ist Kult.

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