Vor einiger Zeit schaltete der Schweizer Tourismusverband einen Werbespot, in dem gar Wunderliches vor sich ging. Eine Kolonne junger Frauen und Männer kraxelte mit Besen und Bürsten in die Berge, um die Felsen zu putzen. Vogeldreck, hieß es, greife das Gestein an und führe zu Karies wie bei den Zähnen. Die Folge: Erosion und Lawinen. In drei Millionen Jahren sei von ihren Bergen nichts mehr übrig, wenn nichts geschehe. Also wurde in den Schweizer Alpen gewienert und gewischt. Der Spot wurde weltweit von Millionen Menschen im Internet gesehen. Innerhalb von 24 Stunden bewarben sich 30.000 von ihnen als Felsenputzer. Was sie nicht wussten: Das Ganze war nur ein Aprilscherz. Doch aus dem Scherz wurde inzwischen Ernst. Oberhalb der Gemeinde Engelberg machten sich die ersten fünfzehn Felsenputzer ans Werk. Sie befreiten das Brunnihorn von weggeworfenen Bierdosen und Plastiktüten und wuchteten lose Geröllreste auf Haufen, damit Gras nachwachsen und dem Berg wieder Halt geben kann. So wird findige PR zu aktivem Naturschutz. Zudem darf sich jeder Teilnehmer fortan eidgenössisch diplomierter Felsenputzer nennen. Eine frühzeitige Anmeldung wird empfohlen, den die Plätze sind knapp und begehrt. Nächster Kurstermin: Am 10. und 11. Oktober. MS
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