Wenn Sie sich über irgendwelche Forschungsinstitute ärgern, die von Ihnen private Einblicke wünschen, dann können Sie nur froh sein, dass Sie nicht in Mexiko studieren. In Zacatecas, einer Region nordwestlich von Mexiko-Stadt, müssen angehende Studentinnen schon seit drei Jahren einen ganzen Fragenkatalog zu intimsten Details ihres Sexuallebens beantworten. Die Universität will wissen, wie viele Partner die Frauen bereits hatten, wann sie ihre Menstruation bekommen, ob sie schwanger sind oder schon einmal abgetrieben haben. Die Leitung der Uniklinik argumentiert, dass durch die so gewonnenen Informationen eine bessere medizinische Versorgung der Studentinnen gewährleistet werden könne. Da klingt die Zusicherung, dass die Angaben kein Entscheidungskriterium im Auswahlverfahren seien, allerdings etwas halbherzig. Immer mehr Studentinnen hinterfragen dieses Vorgehen und möchten derartige Fragen nicht mehr beantworten. Durchaus möglich, dass sich das überzogene Forschungsinteresse der mexikanischen Universität in nächster Zeit erschöpft.
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