Dialekte zu verstehen ist gar nicht so leicht. Mit manchen Bayern, Schwaben oder Sachsen möchte man am liebsten auf Gebärdensprache umsteigen. Das würde aber nicht unbedingt helfen: auch die ist nämlich regional geprägt. Wenn sich zum Beispiel ein norddeutscher und ein süddeutscher Gehörloser an einem Sonntag verabreden wollen, könnte das schief gehen: Um Sonntag in Gebärdensprache darzustellen, würde der Süddeutsche die Hände zum symbolischen Kirchengebet aneinanderlegen, der weniger fromme Norddeutsche sich dagegen lediglich das fiktive Sonntags-Hemd glatt streichen. Nun soll ein elektronisches Wörterbuch für Gebärdensprache einheitliche Standards festlegen, in Gebärden-Hochdeutsch sozusagen. Dazu haben sich Gehörlose und Dolmetscher für Gebärdensprache 50.000 Videos mit gängigen Gebärden angesehen: Gab es mehrere Darstellungen für denselben Begriff, wurde jeweils die Version übernommen, die am besten verständlich war. 18.000 Clips mit Gebärde fügte man dann zu dem elektronischen Wörterbuch zusammen. Im Fall des Sonntags setzte sich, wie im Bild gezeigt, die Hemd-glatt-streichen-Gebärde durch, die gefalteten Hände waren den Herausgebern zu religiös. IH
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