Für Menschen, die an einer unheilbaren Krankheit wie Multipler Sklerose (MS) leiden, war ein selbstbestimmter Alltag im weiteren Krankheitsverlauf kaum mehr möglich. Immer mehr Bewegungen werden unmöglich, da Nervenstrukturen dauerhaft geschädigt sind und die Motorik nach und nach verkümmert. Selbst für den Rollstuhl als Fortbewegungsmittel war bisher irgendwann Hilfe notwendig. Wissenschaftler des Mailänder Polytechnikum haben jetzt den gewöhnlichen Rollstuhl weiterentwickelt, so dass MS-Patienten trotz ihres Leidens sich zukünftig selbst in ihrer Umwelt bewegen können. Möglich macht dies ein spezielles Programm, das nicht mit Muskel-, sondern Gedankenkraft funktioniert. Die elektrisch erfassten Hirnströme werden dabei in mechanische Lenkbewegungen umgesetzt. Derzeit ist das Fahrzeug nur in geschlossenen Räumen einsetzbar, eine Nutzung soll aber auch in nicht allzu ferner Zukunft im Freien und auf der Straße möglich sein. Horrorvorstellungen von der Einschleusung eines Computers in das menschliche Gehirn sind fehl am Platz, die Signale werden von entfernbaren Elektroden, die an der Kopfhaut angebracht sind, empfangen. Allerdings ist im Gegenzug auch allzu viel Euphorie nicht angebracht: Derzeit ist die Fertigung der neuen Rollstühle noch weit von einer Serienproduktion entfernt, weshalb die Fahrzeuge für Betroffene nach wie vor unerschwinglich sind.
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