Speyer ist eine der ältesten Städte Deutschlands. Berühmt ist sie vor allem für ihren Kaiser- und Mariendom, der seit 1981 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes steht. Eines sucht man in der langen Stadtgeschichte aber vergebens: Idole. Das Wort kommt vom lateinischen idolum, was so viel wie Abgott bedeutet. Idole sind also Menschen im Transitreich zwischen Himmel und Erde, die zum Vergöttern und Nacheifern taugen. In Ermangelung eigener hat sich Speyer nun fremde Idole ins Historische Museum geholt. Noch bis zum 17. Januar 2010 zeigt eine Fotoausstellung herausragende Persönlichkeiten mit Verehrungsqualitäten. Grace Kelly ist dabei, das vielleicht schönste Gesicht des 20. Jahrhunderts, Alice Schwarzer, die streitbare Frauenrechtspionierin, der Dalai Lama und Barack Obama. Steffi Graf als Sport-Ikone darf nicht fehlen und auch nicht Albert Einstein, das Genie, dessen Relativitätstheorie bis heute kaum je ein anderer wirklich verstanden hat. Auch Margaret Thatcher, die „Eiserne Lady“ aus London, bekam von den Ausstellungsmachern das Prädikat Idol zuerkannt. Das wird die zerschlagene britische Gewerkschaftsbewegung naturgemäß anders sehen. MS
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