Vor einiger Zeit veröffentlichten die beiden Berliner Radiomoderatoren Volker Wieprecht und Robert Skuppin ein Lexikon der verschwundenen Dinge. Es listet auf, was uns einst lieb und teuer war, was aber in jedem Fall „klaftertiefe Narben im kollektiven Erfahrungsgewebe“ hinterlassen hat. Das Fernsehtestbild gehört dazu, das Trockenshampoo, der Trimm-dich-Pfad, oder auch der R4, „die höchste Evolutionsstufe des Regenschirms“. Was in der nostalgischen Rückschau fehlt: das Umhänge-Keyboard, von Eingeweihten auch „Keytar“ genannt. Es machte den Tastenmann einer Band vom sitzenden Langeweiler zum posenden Derwisch. Eine Zumutung für die Augen wie für die Ohren gleichermaßen. Populär wurde das mobile Monster hierzulande in den Achtzigern vor allem durch Modern Talking, danach verschwand es lange von der Bildfläche. Nun könnte uns eine Renaissance bevorstehen. Mit dem Slogan „Die Legende ist zurück“ hat der japanische Instrumentenhersteller Roland den „AX Synth“ vorgestellt. Er erlaubt dem Steh-auf-Keyboarder, die vorprogrammierten Sounds wie bei einem analogen Instrument zu modulieren. So kann er auf der Bühne so richtig die Sau rauslassen. Vielleicht bricht sich ja einer dabei ein Bein. MS
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