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Während die Welt in der Krise steckt, erfährt Karl Marx allerorten seine mediale Wiedergeburt, und der 800 Seiten schwere erste Band von Das Kapital verkauft sich wie das Notfall-Update für den virusbefallenen PC, obgleich keiner weiß, ob es wirklich weiterhilft. Für all die Gescheiterten, die irgendwo im ersten Kapitel, Punkt 1, Unterpunkt B, so um die Seite 30 stecken geblieben sind, hat in Japan der kleine East Press Verlag einen sinnlichen Nebeneingang zum Kapital eröffnet. arin wird Marx’ „Kritik der politischen Ökonomie“ kurzerhand in typisch dynamischen Manga-Bildern als flotte Dreiecksgeschichte erzählt. Der Kapital-Manga zum Preis von umgerechnet fünf Euro ist Teil einer ganzen Reihe von kanonischen Werken, die in Japan als Comic erhältlich sind. Aber weder Dantes Göttliche Komödie, die noch Goethes Faust oder Machiavellis Fürst verkaufen sich so gut wie Das Kapital mit fast 100.000 Exemplaren in nur drei Monaten. Einzig die Manga-Ausgabe von Mein Kampf, die biographisch Hitlers Weg bis zur Inhaftierung in Landsberg 1923 erzählt, hat ähnlich gute Verkaufszahlen. Ein deutscher Verlag soll sich bereits für die Kapital-Lizenz für den deutschen Markt interessieren. Als nächste große Übersetzung plant der japanische Verlag Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Je nachdem wie lange die Wirtschaftskrise noch dauert, könnte dieser Titel selbst Marx toppen. SB
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Und wo finde ich da das Buch? Ich kann kein japanisch.
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