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Berlin hat viele Topgrafien: Vom Terror der NS-Zeit über wilhelminische Vorzeigefassaden, öde Boutiquenstraßen bis zum leicht schmuddeligen Chic so genannter Szenebezirke. Eine paar tagsüber kaum sichtbare Koordinaten fügt Tobias Rapp, Popjournalist und Kulturchef der taz, in seinem Buch „Lost and Sound. Berlin, Techno und der Easyjetset“ hinzu. Die Technoszene, lebendig wie seit Anfang der 1990er Jahre nicht mehr, strickt zurzeit deutlich am internationalen Berlin-Hype mit. Rapp zeichnet gut lesbar die Konturen der Partystadt Berlin nach, wie sie erst nach Mitternacht aufleuchten. Er weiss genau wovon er spricht, wenn er die Verquickungen von Popästhetik, Subkultur, Extacy-Hedonismus und Lokalpolitik erläutert. Es geht um die Feiern und Kämpfe in einer Stadt, die, wie Karl Scheffler schon 1910 bemerkte, dazu verdammt ist, „immerfort zu werden, niemals zu sein“. „Lost and Sound” versucht eine Bestandsaufnahme dessen, was Berlin so attraktiv macht: Der Energie des Unfertigen, des Tanzes auf den Trümmern. Die Stadtplaner werden dafür sorgen, dass das alles schnell wieder vorbei ist. „Verlass die Party wenn es am schönsten ist“, sagt Christoph Klenzendorf, Betreiber der Bar 25: „Der Ort wird nie so bleiben können wie er jetzt ist.“ Deshalb: Lesen. Hingehen.
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Oder noch besser: Hingehen. Und dann vielleicht lesen und schwelgen. Oder gleich wieder hingehen.
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