Volkseigene Computerspielproduktion
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Volkseigene Computerspielproduktion

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„Nu Pogadi!“ – „Na warte!“ lautete der Schlachtruf im Räuber-und-Gendarm-Spiel zwischen Hase und Wolf. Zur populären russischen Trickfilmreihe wurde in der DDR ein gleichnamiges Computer- und Videospiel entwickelt. Die volkseigene Produktion orientierte sich unverblümt am Prinzip des Klassenfeind-Hits „Pac-Man“: Durch ein pixeliges Gartenreich wird Meister Lampe gelenkt, der zahlreiche Kohlköpfe und Mohrrüben verspeisen muss. Eine kurz erscheinende Birne bringt Extrapunkte. Beim kulinarischen Labyrinthgang gilt es, dem bösen Isegrim auszuweichen, der den Hasentod verheißt. Hase und Wolf war eines der beliebtesten Games, das für die Kleincomputer KC85 zu haben war. Ab 1986 konnte das Spiel auch am „Polyplay“-Automaten gezockt werden, mit dem das Daddeln salonfähig wurde. Der Poly-Play-Automat aus dem Kombinat Polytechnik und Präzisionsgerätewerke Karl-Marx-Stadt war der einzige in der DDR hergestellte Videospieleautomat, er bot ganze acht Spiele an. Das in Furnier geschlagene, optisch eher an ein Wohnmöbel erinnernde, Gerät war mit einem satten Preis von rund 23.000 Mark allerdings rar. Schätzungsweise 2.000 Stück wurden produziert, die vorwiegend in FDGB-Freizeitheimen und auf größeren Rummelplätzen aufgestellt waren. Um noch einmal einzutauchen in die Welt aus Kohl und Rüben, braucht sich heute niemand mehr die Beine in den Bauch zu stehen, sondern kann online spielen auf polyplay.de. TP

 
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