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In Berlin ist es verboten, laut Gebetsrufe auszustoßen. Anfang März wird sich das ändern, wenn auch nur im Hebbel am Ufer. Die Schweizer Theatergruppe „Rimini Protokoll“ arbeitet seit Jahren mit Experten der Wirklichkeit. So nennen Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel ihre Darsteller, die sie für jedes Projekt neu zusammensuchen: Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen mehr über die Themen ihrer Stücke wissen als andere. Dass diese Leute dann oft zum ersten Mal in ihrem Leben auf einer Bühne stehen, macht den Charme von Rimini Protokoll-Performances aus. Nach mehreren Recherchereisen und einer Vorab-Aufführung in Kairo haben sie nun für ihr neues Projekt, „Radio Muezzin“, vier Ägypter gefunden, die bereit sind, in einer Moschee aus Teppichen und Ventilatoren sich selbst zu spielen. Ein blinder Lehrer ist dabei, ein oberägyptischer Bauernsohn und der Vizeweltmeister im Koranzitieren. Alle sind sie Muezzine, Ausrufer in einer Moschee. Ein Berufsstand mit großer Tradition, der in Ägypten demnächst durch einen zentralen Radiosender abgelöst werden soll. Klug und unterhaltsam werden bestimmt auch diesmal Einblicke in Gesellschaften eröffnet, von denen wir sonst nur die Klischees kennen. Ganz ohne Staatsschauspieler und Millionenetat. RADIO MUEZZIN von Stefan Kaegi (Rimini Protokoll) Arabisch mit deutscher Übertitelung. www.hebbel-am-ufer.de
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