1
]
Der Mann singt, spielt Fiedel, Mandoline, Glockenspiel und pfeift. Wer bei Andrew Birds „Noble Beast“ traditionelles Bluegrass-Gedudel erwartet, liegt trotzdem völlig falsch. Und irgendwie auch nicht. Was Bird auf seinem mittlerweile achten Studioalbum hinkriegt, kann kaum jemand: Tradition und Innovation, Pathos und Ironie, Leichtigkeit und Tiefe verbinden. Ob sein Stil so was wie Singer/Songwriter-Rumba-Dub-Folkrock ist, kann dem Hörer letztlich egal sein. Die 14 Songs kommen elegant und traumwandlerisch sicher daher, ohne je berechenbar zu sein. Federnd produziert, trotz Country-Duetten und Streichern, dazu eine Stimme, die manchmal an Ron Sexsmith erinnert, oder an Devendra Banhart ohne die verkiffte Attitüde. In seiner Heimatstadt Chicago hat Bird letztes Jahr vor 15.000 Leuten gespielt. Und wir wünschen ihm auch hierzulande den allergrößten Erfolg – aber bitte trotzdem Auftritte in schönen kleinen Clubs. „Noble Beast“ ist an Abenden auf der Couch jedenfalls genauso toll wie bei Nachtfahrten zwischen schlafenden Scheunen.
An dieser Stelle können Sie ein Produkt eingeben: Z.B. Auto oder Audi