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Das Gemälde zeigt zwei Schuhe, schwarz und ausgelatscht. Was will es uns sagen? Handelt es sich um das Schuhwerk einer Bäuerin, wie der Philosoph Martin Heidegger 1935 in einer Vorlesung mit dem Titel „Der Ursprung des Kunstwerkes“ mutmaßte? Oder sind es die Schuhe des Künstlers selbst, wie der New Yorker Kunsthistoriker Meyer Schapiro 1968 behauptete? Oder hat am Ende Derrida recht, der französische Dekonstruktivist? Der unterstellte den beiden vorherigen Exegeten, ihre Sicht sei subjektiv vernebelt, und verstieg sich seinerseits zu der steilen These, es gebe auf dem Bild überhaupt keine Schuhe. Die Lage ist verzwickt, festzustehen scheint nur: Das Gemälde ist von Vincent van Gogh, entstand 1886 in Paris und hängt noch bis zum 10. Januar 2010 im Wallraf-Richartz-Museum in Köln. Die Ausstellung hat nur zwei Exponate: die Schuhe und das, was seither darüber gedacht und geschrieben wurde. Für die Besucher gilt: Es darf weiter an der Interpretation geschustert werden. MS
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