1
]
1972 erfanden der Physiker Werner Kraus und der Goldschmied Erhard Hössle ein wahres Monstrum: die Camera Imago 1:1. Die erste begehbare Sofortbildkamera der Welt. Sie ermöglicht Porträts in Lebensgröße – ohne Negativ. Jedes Bild gibt es nur einmal. Ende der achtziger Jahre stellten die beiden Erfinder den Betrieb ein, weil das dafür benötigte Fotopapier nicht mehr hergestellt wurde. 2004 dann die Renaissance: Susanne Kraus setzte den Bilderautomaten ihres Vaters wieder instand, der genauso gut auch in der Werkstatt von Daniel Düsentrieb hätte entwickelt werden können. Für ihr erstes Projekt bat die Schauspielerin Wiener Psychoanalytiker zur Sitzung, der Name der Riesenkamera legte das nahe: Imago hieß die Zeitschrift einer Gruppe von Analytikern um Sigmund Freud. Diese Bilder und jene von Schauspielkollegen wie Eva Mattes, Sunnyi Melles oder Josef Hader sind noch bis Ende September in der Ausstellung „Ich 1:1“ im Altonaer Museum in Hamburg zu sehen. Die Wahl der Modelle kommt nicht von ungefähr. Die Porträtierten betrachten ihr Ebenbild während der Aufnahme maßstabsgetreu in einem Umkehrspiegel und hatten die Freiheit zur Selbstinszenierung, ohne dass ein Fotograf eingriff. Die Apparatur selbst steht nicht in Hamburg, sondern in einem Hinterhof in Berlin-Mitte. Eine mobile Variante ist, wie man hört, in Arbeit. MS
|
|
War da, schönes Museeum.
|
An dieser Stelle können Sie ein Produkt eingeben: Z.B. Auto oder Audi