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Im Iran zu leben ist nach allem, was man sieht und hört, nach wie vor nicht einfach. Wie in jedem repressiven Staat haben auch Künstler, die von Berufs wegen so etwas wie Dissidenten sind, mit Zensur und Unterdrückung zu kämpfen. Unabhängige Verlage oder staatliche Unterstützung gibt es nicht. Treffen oder Lesungen finden in Hinterzimmern statt. Dass es im Iran trotzdem eine lebendige Gegenwartkunst gibt, ist hierzulande häufig nur zu ahnen. Soeben ist im Verlag Hatje Cantz ein Band erschienen, der zeigt, dass auch die Fotografie im Iran mit gesteigerter Scharfsicht auf die gesellschaftliche Lage reagiert. 36 Fotografen werden vorgestellt, die bekanntesten dürften Shirin Neshat, Mitra Tabrizian und Abbas sein, ein Mitglied der internationalen Fotoagentur Magnum. Jeder hat eine Stellungnahme zum eigenen Werk und Leben beigesteuert. Die stilistische Spannweite reicht von Schwarz-Weiß-Impressionen über Neo-Popart bis zu surreal nachgestellten Terrorszenarien. Aber auch Humor ist im Spiel: Shadi Ghadirian inszeniert in ihrer Serie „Like Every Day“ Frauen, mit dem Tschador bekleidet, deren Gesichter von Haushaltsgegenständen verdeckt sind: Bügeleisen, Töpfe, Gummihandschuhe. Und das ist keine Produktwerbung.
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Das Künstler im Iran per se als Dissidenten abgestempelt werden und es keine unabhängigen Verlage gibt ist eine bodenlose Behauptung. Selbst der Staatsführer Ayatollah Khamenei hat jüngst die bedeutensten Künsler des Irans zu einem Treffen eingeladen.
Da der Autor dieses Textes wenigstens selbst zu gibt den Iran nur aus Hören-Sagen zu kennen, empfehle ich diesem eine Bildungsreise in den Iran zu machen, anstatt ihn traditionsgemäß als repressiv abzustempeln. |
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