Von 20. März bis 1. Juni 2009 präsentiert das Haus der Kunst in München eine Ausstellung in deren Zentrum der Designer Martin Margiela steht, dessen Label seinen 20. Geburtstag feiert. Doch selbst Kenner der Szene können den Modeschöpfer nicht wirklich fassen. Über den Mann, der keine Interviews gibt, sind einige Eckdaten bekannt: Geboren 1956 in Belgien, Studium an der Antwerpener Königlichen Akademie der Schönen Künste, Assistent des Designers Jean-Paul Gaultier, Gründung des Büro für Modedesign „MaisonMartinMargiela“. Fakten, die in einem See aus Rätseln untergehen. Margiela hält seine Identität und auch die anderer geheim. Seine Models liefen dank dem massiven Einsatz an dunklem Make-Up quasi anonym über den Laufsteg. Dafür tritt sein Label hervor: Ein weißes, namensloses Schild mit einer mysteriösen Zahlenkombination, von außen durch schräge Heftstiche sichtbar. Kompromisslos sei er in seinen Kollektionen, in denen aus vielen alten Handschuhen schon mal Oberteile werden, loben die einen. Die anderen argwöhnen, dass Margiela auf dem Niveau eines experimentierenden Modeschülers stehen geblieben sei. Wahrscheinlich nimmt er diese Diskussionen nicht ernst, aber auch das bleibt ein Geheimnis.
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