Woodstockjubiläum
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Woodstockjubiläum

Woodstockjubiläum |

Auf einer Farm im 4.000-Seelen-Dorf Bethel, in der Nähe von New York City, zelebrierten vom 15. bis 17. August 1969 etwa eine halbe Million junger Menschen das Woodstock Music and Art Festival. Im Vordergrund des Festivals standen der Friedensgedanke und der Protest gegen den Vietnamkrieg. Und natürlich die Musik: Joe Cockers Karriere nahm hier ihren Ursprung, Santana präsentierte sein erstes Album. Für andere Künstler bot das Fest einen der letzten Höhepunkte auf der Bühne: Janis Joplin und Jimi Hendrix starben nur knapp ein Jahr nach Woodstock am Mix aus Drogen, Medikamenten und Alkohol. Die kulturelle Gegenbewegung und ihre prägenden Anhänger zerstörten sich in den darauf folgenden Jahren langsam, aber stetig selbst. Was von Woodstock blieb, sind verklärte Erinnerungen und Nacherzählungen. Die Aufarbeitung des Hippiefestivals reißt nicht ab, sondern nimmt im diesjährigen Jubiliäumsjahr rapide zu: Eine Woodstock-Chronik von Mike Evans dokumentiert auf fast 300 Seiten das große Musikfestival und lässt die gesamte 68er-Generation in Texten und Bildern wieder aufleben. Der Band zeigt, wie sich die damalige Jugend von Jimi Hendrix bis The Who begeistern ließ. Als Filmdokumente bekommt man in der opulenten Sammler-Box Woodstock 3 Days Of Peace And Music wahlweise auf vier DVDs oder zwei Blu-ray-Disc die Auftritte sämtlicher Bands zu sehen sowie eine Reihe von Hinweisen, die man nicht erwarten würde. Ein paar Wochen verspätet, läuft Anfang September die Komödie Taking Woodstock des taiwanesischen Oscar-Preisträgers Ang Lee in deutschen Kinos an. Der Film basiert auf der Autobiografie eines der Mitbegründers von Woodstock: Elliot Tiber. Um das baufällige und hoch verschuldete Motel seiner Eltern auf Vordermann zu bringen, entschließt sich der glücklose Innenausstatter, die Hypotheken mit Hilfe eines Musikfestivals zu bezahlen, das er auf dem Gelände eines Nachbarn mitorganisieren will. Weder die Bühne noch die Stars finden in dem Film große Beachtung, dafür um so mehr das Lebensgefühl der Zeit. IH

 
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