Alltag

Sieben Sachen für | 15.02.2009 13:00 | Tina Veihelmann/Susanne Lang

Karl-Theodor zu Guttenberg

Er ist jung, unbekannt und umstritten: Der neue Wirtschaftsminister braucht dringend Hilfe bei seinem nicht ganz leichten Krisen-Manager-Job. Zum Beispiel folgende Dinge

Hut von Jeremy Scott In seiner ersten, großen Rede vor dem Deutschen Bundestag am Freitag hatte der neue Wirtschaftsminister einen guten Rat für seine Deutschen in der Krise: „nicht in Sack und Asche zu gehen.“ Aber nein, aber nein. Viel hübscher und zuversichtlicher kleidet man sich mit dem Geld-Hut des Designers Jeremy Scott. Er hat nicht nur Mode für prominente Provokateure wie Madonna entworfen. Zu seiner Kollektion gehören auch Kleidungsstücke wie die einbeinige Hose.

Martin Heidegger „Erster und anderer Anfang“. Name ist Programm. Die Lektüre bietet den Vorteil, dass zu Guttenberg dem Finanzminister – bekennender Heidegger-Fan und gefürchteter Rhetoriker – Paroli bieten kann. Wie wäre es mit einem Stelldichein der Minister, bei dem die Herren zu Guttenberg und Steinbrück mit klugen Gesichtern und gewichtigen Gesten sich – und dem beeindruckten Publikum – die kryptischen Worte des Heidelbergers um die Ohren schlügen?

Eine Rote Fahne zum Schwenken, wenn Herr zu Guttenberg demnächst als erster CSU-Politiker erfolgreich eine Bank verstaatlichen wird.

Original Buddy Holly Brille (Ebay 79 Euro), damit der junge, relativ unbekannte zu Guttenberg, der politisch ungewöhnliche Wege beschreiten muss, um ungewöhnliche Aufgaben zu meistern, auch Stil prägend wird. Torsten Schäfer-Gümbel hat gezeigt, wie man das macht.

Den W-LAN Hasen NABAZTAG, der sich, sobald man ihn mittels einer Steckdose zum Leben erweckt, mit dem W-LAN verbindet und für seinen Besitzer Informationsdienste aus dem Internet übermittelt. Er kann alles, von wetter.de bis bahn.de. Er kann auch Börsennachrichten aufsagen und dabei mit den Ohren wackeln. Da wird auch einem Wirtschaftsminister warm ums Herz. Egal wie haarsträubend die Nachrichten sind.

Kuchen. Falls der NABAZTAG mit der Lage allein nicht fertig wird und das Volk über die Krise klagt, kann zu Guttenberg das süße Gebäck verteilen. Und so die Gemüter beruhigen. Denn heutzutage kann das Volk schließlich Kuchen essen, wenn es kein Brot mehr hat. Beruhigt die Nerven und muss nicht zwangsweise zur Revolution führen.

Falls das alles keinen Erfolg bringt, empfehlen wir den Einsatz einer Phrasendreschmaschine. Wenn nichts mehr hilft, das hilft immer.

Was könnte zu Guttenberg noch gebrauchen? Schicken Sie uns Ihre Vorschläge!

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Artikelaktionen
Kommentare
blunez schrieb am 15.02.2009 um 13:18
https://www.eon.com/de/infoservice/mailabo-subscribe-edit.jsp
http://www.enbw.com/content/de/der_konzern/newslettercenter/index.jsp
http://www.vattenfall.de/www/vf/vf_de/202406priva/index.jsp

... vielleicht setzen wir die liste auf einem eigenen blog fort. somit spart guttenberg zeit fürs kontaktadressen anlegen und kann sich auf die wirklich zentralen fragen konzentrieren. aber vielleicht legen wir für diese zentralen fragen auch eine liste an ?!
Deaktivierter Nutzer schrieb am 15.02.2009 um 14:12
Auf dieser Liste fehlen auf jeden Fall noch die drei "Kapital"-Bände von Marx. Der Grund: von und zu Guttenberg gab zu, dass die jetzige Krise nicht mit seinen Lehrbüchern erklärt werden könne.
Zusätzlich sei ihm auch noch ein "Kapital"-Einsteigerseminar bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung empfohlen. Vielleicht besteht ja dann die Chance, dass er wenigstens ein bisschen Einblick in die Funktionsweise der kapitalistischen Wirtschaft bekommt.
SusanneReindke schrieb am 15.02.2009 um 15:27
Abgesehen davon, dass man den WLAN-Hasen kein bißchen braucht, ist er natürlich ein hübsches Spielzeug.

Ansonsten finde ich, dass man Herrn zu Guttenberg einfach mal machenn lassen sollte. Der Job ist zur Zeit für jeden undankbar, aber anstatt ewig auf seinem Namen, seinem Alter oder seiner bisherigen Erfahrung im sogenannten Familienunternehmen rumzuhacken, fänd ich es angebracht, ein wenig abzuwarten und dann eine inhaltliche Diskussion zu führen.
Vor allem im Freitag.
merdeister schrieb am 15.02.2009 um 17:45
Er braucht auch einen Revolver.
cms schrieb am 15.02.2009 um 18:13
unbedingt.
Robert Blum schrieb am 15.02.2009 um 19:28
Wer noch einen Hasen braucht: http://webshop.newthinking.de/computer/alternative-computer/nabaztag-tag.html
miauxx schrieb am 16.02.2009 um 11:44
Bin das erste mal auf dem online-Auftritt des Freitag. Ubd bei diesem Artikel fiel es mir eben zuerst auf: Die Links zum Designer dieser Mütze oder zum W-LAN Hasen - das ist Schleichwerbung! Damit leistet auch der Freitag einen Beitrag zu erhöhten Page-Ranking Werten dieser ja doch kommerziellen Anbieter. So langsam mache ich mir ein bisschen Sorgen ... wie wird sich das Verhältnis journalistische Qualität und Vermarktungsdruck hier entwickeln?
Nebenbei gesagt klingt mir dieser Artikel auch zu sehr nach taz, für die das politische Tagesgeschehen vorwiegend als Grundlage ironisierender Artikel gilt ... Ich finde es jedenfalls weniger komisch, das die CDU da jetzt einen jungen Karrieristen hinsetzt, um einen "Generationswechsel" zu betonen, wo sich doch momentan jeder fragt: "Ob der als Wirtschaftsminister überhaupt was kann?"
miauxx schrieb am 16.02.2009 um 11:45
Berichtigung: CSU muss es heißen, nicht CDU.
Susanne Lang schrieb am 16.02.2009 um 15:57
Liebe(r) miauxx,

ertappt! Ich gestehe: Ich habe tatsächlich für die taz gearbeitet. In einem früheren Leben. Und die ist ja unter anderem auch für ihr exzellentes Schleichwerbetum bekannt. Ganz eigentlich aber hat mich der Verband der WLAN-Hasen-Hersteller hier beim Freitag eingeschleust. Aber ich gelobe Besserung und werde die Tätigkeit sofort beenden. Außerdem verspreche ich hiermit: Ich lese zur Strafe ein Kapitel Marx.
Nix für ungut und vielleicht ja demnächst mehr Freude am Alltag!
Juli schrieb am 17.02.2009 um 18:22
@ SusanneLang

"Außerdem verspreche ich hiermit: Ich lese zur Strafe ein Kapitel Marx."

Eins reicht leider für gewöhnlich nicht, ist aber ein Anfang.

Davon ab finde ich solche Links gar nicht schlimm. Es muss ja niemensch draufklicken und der Browser zeigt ja auch an, wohin der Link führt. Falls ich mir das beschriebene Phänomen aber näher ankucken mag, muss ich nicht lange suche. So what?!
Susanne Lang schrieb am 17.02.2009 um 18:39
@Juli: Welches wäre denn der beste Anfang? :)
Wir fanden diesen sinnlosen Hasen einfach zu skurril, ich meine, wer kauft sich denn im Ernst so etwas? Ts.
Juli schrieb am 17.02.2009 um 19:09
@Susanne

*g* Du stellst ja fragen.... probiers doch mal hiermit, das is auch ganz okayig geschrieben dafür, das es übelstes Theoriegekloppe is:

Zur Kritik der politischen Ökonomie http://www.mlwerke.de/me/me13/me13_015.htm
Zum schönfinden und genießen wäre eher das hier empfehlenswert:
http://www.mlwerke.de/me/me01/me01_378.htm

So, jetzt hab ich die Diskussion aber genug zweckentfremdet..
plik schrieb am 18.02.2009 um 08:16
Egal ob nun sinnvoll oder sinnlos... ....lustig finde ich den Artikel nicht und bei genauerer Überlegung nun doch sogar sinnlos. Ich war ja grade beim Freitag ein wenig froh vielleicht endlich die Oberflächlichkeit der 3 bis 5 größten Online-Zeitungen Deutschlands hinter mir gelassen zu haben. Nun, es ist wenigstens keine Klickstrecke. Danke! =)
Lars schrieb am 16.02.2009 um 13:43
Kann dieser peinliche Unsinn jetzt endlich von der Startseite verschwinden?

Dieser Artikel hat nicht den geringsten Informationswert, listet er doch nur zusammen mit einem derzeit relativ präsenten und in diesem Zusammenhang komplett austauschbaren Politikernamen irgendwelche Produkte auf, die kein Mensch braucht.

Zur selben Zeit geht gerade eine Petition in die Schlußphase, die das größte Potential gesellschaftlicher Veränderung in sich birgt, und anstatt darüber mal inhaltlich zu berichten und Vorurteile auszuräumen, wird ausgerechnet auf der Online-Präsenz einer linksliberalen Wochenzeitung dieser Plastikschrott hier angepriesen.
Steffen Kraft schrieb am 16.02.2009 um 15:44
Vielleicht kann man ja das eine tun und das andere nicht lassen. Ich vermute Sie meinen die Petition zum Grundeinkommen. Die Freitag-Berichterstattung sowie die Diskussion dazu finden Sie hier
digitus schrieb am 20.02.2009 um 16:19
Dieser Artikel hat nicht den geringsten Informationswert, listet er doch nur zusammen mit einem derzeit relativ präsenten und in diesem Zusammenhang komplett austauschbaren Politikernamen irgendwelche Produkte auf, die kein Mensch braucht.

Darf ein Artikel nicht auch einfach mal nur unterhaltsam sein und ohne jeden Mehrwert? Ich finde im Freitag genug anspruchsvolle Kost, da darf dann auch mal was Leichtes dabei sein ...

Und weil wir gerade dabei sind: "Die Zeit" ist linksliberal, "der Freitag" ist glücklicherweise richtig links!
digitus schrieb am 20.02.2009 um 16:23
Warum kann man eigentlich eigene Kommentare nicht editieren?
Eine Vorschaufunktion wäre auch nicht schlecht ...

So habe ich erst nach dem Absenden gemerkt, dass ein blockquote-Tag nicht verstanden wird ...
Der erste Absatz meines Kommentars von gerade ist natürlich nicht von mir, sondern ein Zitat von Lars
Steffen Kraft schrieb am 16.02.2009 um 15:46
Vielleicht kann man ja das eine tun und das andere nicht lassen. Ich vermute, Sie meinen die Petition zum Grundeinkommen. Die Freitag-Berichterstattung sowie die Diskussion dazu finden Sie hier
Lars schrieb am 16.02.2009 um 16:02
Den Artikel kenne ich, nur leider besteht er zum Großteil aus Berichterstattung über den zeitlichen Verlauf und die technischen Schwierigkeiten rund um die Petition.
Der Petitionsinhalt selbst wird kaum behandelt.
Lars schrieb am 16.02.2009 um 16:02
Den Artikel kenne ich, nur leider besteht er zum Großteil aus Berichterstattung über den zeitlichen Verlauf und die technischen Schwierigkeiten rund um die Petition.
Der Petitionsinhalt selbst wird kaum behandelt.
Steffen Kraft schrieb am 16.02.2009 um 16:09
Zitat des Kollegen Tom Strohschneider:
Erst vor ein paar Wochen haben wir einen Text von Wolfgang Storz veröffentlicht, der für ein Grundeinkommen plädiert. Etwas länger her ist die Grundeinkommens-Debatte, die der damals noch „alte“ Freitag führte. Die Texte sind derzeit über die Suchfunktion dieser Seite nicht auffindbar, können aber hier abgerufen werden.
Flori schrieb am 16.02.2009 um 18:44
Ich empfehle noch weitere lustige Betrachtungen: zum Beispiel über den "Kalten Hund", der ja auch sehr lecker ist, eher ein Arme-Leute-Kuchen war - und so einen wunderbar metaphorischen Namen hat!! - so kann man sich immer noch einen Knopf an die Backe schwatzen... lasst es, es ist überflüssig wie nix!
Igor Pavellenko schrieb am 17.02.2009 um 12:33
Was war das den? Ok, ein kleiner ironischer Seitenhieb auf Herrn zu Guttenberg. Aber das wars dann auch schon. Der Artikel ist weder interessant, tiefsinnig (Ok, das muss er auch nicht unbedingt sein,), noch lustig. Man hat am Ende des Artikels irgendwie das Gefühl als hätte man Nichts gelesen. Da fragt man sich dann: Was soll sowas?
Vom Freitag war man ja eher Seriösität gewöhnt. Aber wahrscheiblich macht sie gerade Urlaub auf dem Darß und kommt bald wieder. Auch wenn das hier die Alltags-Rubrik ist, es geht auch besser. Siehe auf www.dasmagazin.de. Da finde ich Alltagsthemen die interssant und witzig sind, und Vorallem die eine gewiese Seriösität bewahren. Ich will ja keine Zeitung die nur aus staubtrockener Ernsthaftigkeit besteht, aber diese subtile Pseudo-Produkt-PR war wohl er Sinnfrei.
Susanne Lang schrieb am 17.02.2009 um 18:08
Lieber Igor Pavellenko,

welche Alltags-Themen sind das denn so, die Sie interessant und witzig finden? Auf www.dasmagazin.de konnte ich auf der ersten Blick nur die Pärchen-Kolumne von Kirsten Fuchs zum Beispiel finden.
Wir freuen uns immer über Anregungen!
Igor Pavellenko schrieb am 19.02.2009 um 21:01
Hallo Susanne,

"Ich & Wir" von Kirsten Fuchs trifft es z.B. schon ganz gut. Das kommt dem was ich mit witzig meine auch schon sehr nahe.
Mir geht es auch gar nicht um bestimmte Themen. Viel mehr um eine Ausrichtung. Ein bischen mehr Hintergrund und ungewöhnliche Themen. Vielleicht auch nicht so sehr an Mainstream-Themen (z.B.: Mickey Rourke, Tilda Swinton, Herr zu Guttenberg - Ist zwar auch manchmal ganz interessant, aber nicht immer.) orientieren. Mehr selber Themen setzten. Nachforschen; Was könnte interessant sein.
Ich will ja niemanden vorschreiben was für Artikel er oder sie schreiben soll, aber ein bischen mehr Überraschungseffekt wäre schon cool.
Was mich interessieren würde, wäre z.B. was Adam Trepczynski ( www.adamtoons.de ) macht wenn er gerade kein Cartoons zeichnet. Oder wie hat sich die Vinyl-Kultur in den letzten Jahren in Deutschland entwickelt. Oder eine Satrie-Kolumne über den Redaktionsalltag der Freitagredaktion.
Wichtig finde ich nur, dass der Freitag sich auch in der Alltags-Rubrik von anderen Zeitungen absetzt. Und hier hab ich im Moment leider das Gefühl, dass er das nicht ganz tut.
Susanne Lang schrieb am 20.02.2009 um 11:17
Hallo Igor,

toll, dass du wirklich Vorschläge gemacht hast, finde ich gut. Was die Mainstream-Themen angeht, kann ich auch verstehen, dass sie erstmal so gewöhnlich wirken. Mir allerdings gefällt die ungewöhnlichere, also für Deutsche ungewöhnnlichere Herangehensweise der englischen Guardian-Journalisten. Zum Beispiel im Mickey Rourke Stück, als die Reporterin sich fragt, ob sie ihn jetzt umarmen soll, weil er zu weinen anfängt. Aber wie vieles ist auch das wohl Geschmackssache.
Den Interview-Wunsch finde ich super - ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Du das Gespräch dann auch bald bei uns im Alltag lesen kannst!
Last but not least: Satire über den Redaktionsalltag, für die gibt es eigentlich ja einen Ort, das Tagebuch. Manchmal geht es da auch um den Alltag hier in der Redaktion.
Steffen Kraft schrieb am 20.02.2009 um 16:39
Eine Interviewanfrage an Adam Trepczynski ist soeben rausgegangen.
Steffen Kraft schrieb am 09.03.2009 um 11:19
Und hier ist das Interview: http://www.freitag.de/alltag/0910-interview-cartoons-adam-schwarzer-humor


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