Wer gehofft hatte, dass dieses Jahr nach den Jubiläumsorgien von 2009 ein an Gedenkfeiern etwas ärmeres Jahr wird, der muss enttäuscht werden. Allerdings wird nicht an eine germanische Völkerschlacht aus grauer Vorzeit, einen 60-jährigen Gesetzestext oder den Untergang eines Land erinnert, sondern an eine Familie. Auch wenn sich Macher, Fans und Produzenten über das Datum streiten, feierte der amerikanische Sender Fox am 11. Januar 2010 den zwanzigsten Geburtstag der Simpsons mit einer 60-minütigen Dokumentation.
20 Jahre! Damit hat die fünfköpfige Familie aus Springfield Fernsehgeschichte geschrieben. Mit 451 Folgen sind Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie die Protagonisten der am längsten laufenden Serie aller Zeiten. Sie hat zahllose Preise gewonnen und ist in über 90 Länder ausgestrahlt worden. Homers englischer Ausruf „D'oh“ wurde in das Oxford English Dictionary als Ausdruck für ein Missgeschick aufgenommen. Der 41. Präsident der USA George Bush Senior verewigte die Comicfiguren, als er in einer Rede an die Nation die Amerikaner aufforderte, sich mehr an „den Waltons und weniger an den Simpsons“ zu orientieren.
Wie würdigt man diese Fernsehserie mit seinen duzenden komplexen Charakteren, dem zynischen Humor, der Gesellschaftskritik und den Millionen Merchandiseprodukten? Eine Serie, die ich von den Anfängen her kenne, als ich noch als 10-jähriger kurz nach der Wiedervereinigung meine erste Bekanntschaft mit westlichen Cartoons machte. Als pubertierender Austauschschüler in Kalifornien, für den das Anschauen der Serie in einer konservativen Familie eine Form des Widerstandes war. Als überforderter Au-Pair, der zwei wildgewordene spanische Kleinkinder für eine halbe Stunde vor der Glotze ruhigstellte. Als Junggeselle, dem eigentlich peinlich sein müsste, noch mit 25 Jahren Zeichentrickfilme anzugucken, und der in passenden Situationen statt eines griffigen Ausspruches von Goethe oder Marx sofort ein Simpsons-Zitat aus seinem Gedächtnis fischt. Als junger Vater, der für eine kurze Auszeit vor seinem schreienden Kind in die Welt von Springfield flieht. Und nun als Praktikant beim Freitag, der einen Text über das 20. Jubiläum der Simpsons schreiben soll.
Heute stelle ich fest, dass mich dieser chaotische Haufen gelber Trickfilmfiguren fast mein ganzes Leben begleitet hat. Wie würdigt man eine solche Fernsehserie? Es geht nicht. Ein seitenlanger Text über die Entstehung in den 80er Jahren, über die Entwicklung seiner überspitzten Darstellung Amerikas, über den Einfluss der Serie auf die Gesellschaft und ihr Erfolgsrezept würde scheitern. Eine Würdigung gelingt nur mit einigen der besten Clips.
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Glückwunsch,
besser kann man den Simpsons nun wirklich nicht gedenken! Wenn die letzten Staffeln hin und wieder auch mal abheben,so bin ich doch seit spätestens der 3. Folge,die damals noch 1 mal wöchentlich auf dem ZDF (freitags,glaube ich),gelaufen ist,ein absoluter Fan! Ich bin sicher,das ich sie auch noch mit 70 angucken und geniessen werde, saludos |
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Erstaunlich, dass diese Serie hier nun einen quai-intellektuellen Touch bekommt. Viele Simpsons-Fans sind ja bekanntlich stolz darauf, dass die Figuren so amerikakritisch seien. Aber ist das wirklich der Fall? Oder besteht die Serie nicht vielleicht doch eher zu 90 % aus Slapstick und billigen Witzen?
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schrieb am
20.01.2010 um 08:17
Die bissige Kritik an den Verhältnissen in den USA ist zwar unübersehbar, aber zum Schluss kommt es eben doch in aller Regel zu einer harmonischen Aussöhnung. Das ist bei Groenings zweiter Serie "Futurama" anders gewesen. Entsprechend schlecht kam sie beim Publikum an.
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Tja, so ist er halt, der Deutsche an sich, im Spiegel des Fernsehens. Wenn einer behauptet, die würden nur Sauerkraut mit Wurscht fressen, kommen ab sofort nur noch Kochsendungen im TV, wenn gesagt wird, die wären Militaristen, gibt es Anti-WK2-Dokus bis zum Abwinken, und wenn sich einer herauslehnt und behauptet, die Deutschen wären zu blöde um Cartoons zu verstehen, kommen täglich 2 Folgen Simpsons mit unsäglich unerträglich ulkigen Synchronstimmen.
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schrieb am
20.01.2010 um 08:19
Die unsäglich schlechten Synchronstimmen sind Grund genug, die DVDs zu kaufen, um das Original hören zu können. Hier heißt der Familienvater wenigstens "Homer" und nicht "Humer"...
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