Die SPD hat’s nicht leicht. Selbst in ihrem Stammland NRW ist nichts, wie es einmal war. Einst sozialdemokratische Hochburg, ist mit dem Ende des Malochermilieus die Stammklientel abhanden gekommen und so stellt sich den Genossen die Frage, wo man das scheue Reh, den Wähler, heute am besten ansprechen könnte. Natürlich im Netz, dachte man sich da wohl während einer feucht-fröhlichen Nacht in einem nordrhein-westfälischen Restaurant – und heraus kam etwas, na ja, Innovatives.
Seit Ende Februar lädt das Wahlkampfteam um Spitzenkandidatin Hannelore Kraft ins virtuelle Restaurant – Achtung, Wortspiel! – „Kraftvoll“. Rote Läufer auf den Tischen, rote Westen der Kellner und grüne Schriftzüge an der Wand – was sich Genossen halt unter einem gemütlichen Ambiente vorstellen. Hier sollen die SPD-Kandidaten aus den Wahlkreisen über ihre politischen Ziele plaudern. Die Videos stehen anschließend auf kraftvoll-online.de für die tägliche Dosis Fremdschämen bereit. Man sieht, wie die Gäste aus der parteipolitischen Speisekarte den „Zypries-Salat“ oder das „Schily con Carne“ bestellen, von Problemen in ihrem Wahlkreis berichten und der Kellner verständnisvoll zu Restaurantgeräuschen vom Band nickt.
Grundsätzlich haben wir ja nichts gegen kreativen Wahlkampf. Auch möglichst bürgernah zu wirken, ist sicher erstrebenswert. Nur, welche Bürger nach Wehner lassen sich mit Gerichten wie Rinderfilet (in Anführungsstrichen!) „Godesberger Art“ oder „Hannelores Kraft-Brühe“ vor Pappkulissen abspeisen?
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Na hoffentlich wird das Wasser im Topf der SPD nicht anbrennen, wenn am Ende der Wähler mehr auf Schwarzwurzel mit Grünkernsuppe steht.
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schrieb am
08.04.2010 um 22:44
Das erinnert mich ans "kraftvoll zubeißen" -
freilich mit den Dritten. |
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Ich bin ja SPD´ler und Schwarzwurzel mit Grünkernsuppe würde mir nicht schmecken. Aber wenn das Gericht serviert wird dann hat auch die SPD schuld.
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Das ist ja wirklich unglaublich peinlich, wobei die Vorstellung beim "Schily con Carne" unseren ehemaligen Innenminister zu verspeisen ja schon seinen Reiz hat...
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Da wird wieder einmal klar, wer Koch und wer Kellner ist. Am Herd blättert Chefkoch Münte im Hartz-IV-Kochbuch und Steinmeier spuckt in die Suppe ...
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Ich habe mir die Seite mal angeschaut: man braucht schon russische Spionagesatelliten, um politische Inhalte darauf zu entdecken. Dafür aber ein wirkliches Rezept für Rinderbrühe. Mich macht das fassungslos.
Als Kostprobe ein Kommentar auf der Seite: "Martin S. Hol mir ma ne Flasche Bier! Schröder war der beste. Darum: Zucchini à la Schröder." Ich bekomme vom vielen Kopfschütteln eine Gehirnerschütterung und Magengeschwüre beim Gedanken, das solche Leute regieren wollen. Übrigens wurden die von Frau Krampe erwähnten Pappkulissen aufgebaut von der Lebenshilfe Wuppertal. Bezeichnend. |
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Die SPD ist nicht lustig, nur verklemmt! Also tragikomisch, unfreiwillig. Schlimmer geht´s nicht.
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P.S.
Die Komik kommt erst durch die Reaktionen die sie auslöst. |
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schrieb am
11.04.2010 um 17:02
Nachbar Behrens hat ja recht. Aber was hat das mit Kraftbrühe zu tun?
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