Empfehlung der Woche

Frieden – Wie geht das?

Frieden – Wie geht das?

Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

Zur Empfehlung
Meine Frau weint

Meine Frau weint

Angela Schanelec

Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
ab dem 11. Juni im Kino!

Zur Empfehlung

Kultur : Wanderer zwischen den Welten

Wenn sich ein deutscher Weinmacher in England und Neuseeland Meriten verdient, wie schmecken dann seine deutschen Weine? Großartig, jedenfalls wenn der Mann Johner heißt

Zum Kommentar-Bereich

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Unabhängiger und kritischer Journalismus braucht aber Unterstützung. Wir freuen uns daher, wenn Sie den Freitag abonnieren und dabei mithelfen, eine vielfältige Medienlandschaft zu erhalten. Dafür bedanken wir uns schon jetzt bei Ihnen!

Share Icon
Jetzt kostenlos testen

Ein wenig Verrücktheit – kreative Verrücktheit natürlich – darf man Karl-Heinz Johner wohl ungestraft unterstellen. Wie sonst wäre der Weinmacher nach dem Studium an der renommierten Weinbauschule im Rheingauer Geisenheim dazu gekommen, sich erst einmal 15 Jahre in verschiedenen englischen Gütern zu verdingen? Richtig, Weingütern in England! Und wie sonst hätte es ihn später, nachdem er im heimatlichen Baden seinen eigenen Betrieb aufgebaut hatte, nach Neuseeland gezogen, um dort ebenfalls Wein zu erzeugen? Nur der Wunsch, den deutschen Winter in südlicher Wärme zu verbringen, kann es ja wohl nicht gewesen sein.

Verrückt genug, um sich auch in Deutschland als Enfant terrible zu profilieren, war Johner übrigens auch. Denn auf den Ausbau seiner Weine im neuen Holz von Barriquefässern wollte er nicht verzichten – selbst um den Preis, dass seine Weine jahrelang keine Chance bei den amtlichen Qualitätsprüfungen hatten – die Holzaromen galten als „untypisch“ –, und er sie als Tafelweine verkaufen musste. Nun, inzwischen sind aus den Tafelweinen vom Kaiserstuhl auch offiziell Qualitätsweine geworden, und über Johner lächelt heute niemand mehr. Zu Recht, denn sein roter Spätburgunder nimmt es sogar mit vielen der teuren und noch teureren Gewächse aus dem gar nicht so fernen Burgund auf.

Ganz wie dieser „SJ“ mit seiner schönen, sehr dichten Farbe und dem anregenden Duft nach Johannis- und Himbeeren. Dieselben komplexen Aromen prägen auch den Eindruck am Gaumen, wo der dichte und saftige Wein noch feine, leicht sandige Tannine zeigt, die ihm gutes Alterungs- und Reifepotenzial attestieren.

Spätburgunder SJ 2005, Weingut Johner, Vogtsburg-Bischoffingen (Baden / Deutschland) Preis: ca. 45,- EUR

Diesen Wein suchen und kaufen


Diese Kolumne basiert auf einer Kooperation mit Deutschlands ältestem unabhängigen Weinportal.ENOWorldWine

sticky banner image

35 Tage gratis zum 35. Geburtstag

der Freitag digital mit Zugang zu allen Artikeln inkl. E-Paper & Audio