Alltag

Koch oder Gärtner | 21.05.2011 13:50 | Jörn Kabisch

Warum sollte man der Aubergine richtig einheizen?

Sie kann pampig sein, feucht oder rauchig: Für den Koch ist die Aubergine aber eine Charakterdarstellerin. Man muss ihr nur geben, was sie braucht: viel Hitze

Seitdem ich mich das erste Mal mit der Aubergine auseinandergesetzt habe, gehört die Küchenrolle zur Standardausstattung meiner Küche. Sonst fällt mir zu saug­starkem Papier nur noch Meg Ryan ein, die penetranteste Heulsuse der Filmgeschichte – nicht nur am Ende von Harry und Sally bekommt die Schachtel Kosmetiktücher eine Paraderolle. Aber mit so einer wie der Ryan ist die Aubergine nicht zu vergleichen. Sie ist keine tränenreiche Aktrice aus dem romantischen Fach. Sie ist eine verruchte, dunkelhäutige Diva, üppig und eindringlich. Zum Weinen kann man sie zwingen, muss man aber nicht. Ihre Qualitäten zeigt sie auch so.

Vergleicht der Koch seine Zutaten häufig mit Frauen? Nein, eher selten. Aber die besondere Verehrung für die Aubergine, die eigentlich ein Obst ist, treibt mich dazu. „Königin des Gemüses“ heißt sie im Süden Indiens, und da kann man kaum widersprechen. Je nach Zubereitung verändert sie ihren Geschmack von pilzig-pampig bis zu feuchter Ledrigkeit und die schmeckt doch immer nach Aubergine wegen dieser dezenten Rauchigkeit, die am Gaumen leicht kratzt. Kurz: Eine Charakterdarstellerin, die ihre Rollen oft wechseln kann, das Original aber scheint ­immer durch. Ich mag sie am liebsten gebraten.

Für Römer war sie ungenießbar

Die Aubergine ist die Frucht eines Nachtschattengewächses wie die Kartoffel und die Tomate, doch anders als diese beiden stammt sie nicht aus Südamerika, sondern aus Asien. Das ließe sich schon an der Küche erkennen, denn nur in Asien führt die Aubergine ein sehr normales Leben unter den Zutaten. Seit 600 nach Christus ist sie dort bekannt, die Römer hielten sie dagegen für ungenießbar. Aus Asien, ganz genau aus China, stammt übrigens auch der größte Teil des Gemüses auf dem Weltmarkt.

Dabei sollte aber nicht übersehen werden, dass es auf halbem Weg zwischen den Kontinenten, am Mittelmeer, zur krönenden Ver­einigung der Nachtschattenfrüchte gekommen ist: Pasta alla norma und Melanzane alla Parmigiana sind sizilianischen Ursprungs. Diese Küche, eine der ältesten Italiens, hat starken arabischen Einfluss und bediente sich früh der Ge­würze und Zutaten diesseits des italienischen Stiefels. Im Moussaka gesellen sich zu Auberginen und Tomaten oft noch Kartoffeln hinzu. Dieser Auflauf ist übrigens nicht nur ein Klassiker auf griechischen Speisekarten, er ist im ganzen südosteuropäischen Raum beliebt.

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Weiter im Norden und bei uns ist das Gemüse erst seit einem halben Jahrhundert bekannt. Als Eckart Witzigmann 1978 sein Restaurant nach ihr benannte, muss die Aubergine als seltenes mediterranes Gemüse gegolten haben, mit einem Hauch von Exotik. Kaum ein Laie wusste etwas damit anzufangen. Oder beobachtete fasziniert, wie die Auberginenscheiben in der Pfanne das Öl wie Schwämme in sich aufsogen. Aber wer will dieses fetttriefende graue Etwas dann noch essen?

Dem Problem kann man auf zwei Arten beikommen. Viel Salz – und Küchenpapier, lautet eine Lösung. Denn Auberginen ent­halten viel Wasser. Und das kühlt, wenn es in der Pfanne austritt. Das Gemüse brät nicht, sondern dünstet vor sich hin. Um der Aubergine schon vorher Wasser zu entziehen, muss man sie zum Weinen bringen. Die Scheiben oder Würfel werden mit Salz bestreut oder in Salzwasser gebadet und anschließend mit Küchenpapier gut abgetrocknet. Mindestens eine Viertelstunde sollte das Pökeln dauern.

Das Prinzip Wok 

Ihre Vorliebe, das Fett aus der Pfanne zu schlürfen, hat die Aubergine dadurch aber leider noch nicht verloren. Hier hilft nur eins: Wenig Fett – und viel Hitze. Keine Angst, wenn die Pfanne raucht. So schnell brennt die Aubergine nicht an, vor allem wenn sie viel gewendet wird. Es ist das Prinzip des Wok-Bratens, das ihr so gut bekommt. Ich finde diese Entdeckung viel entscheidender als das Salzen. In Asien, wo Gemüse fast nur in den Wok kommt, verzichten die Köche auf diese Vorbehandlung. Ihre Pfannen sind so heiß, dass der Kühleffekt der Aubergine nicht ins Gewicht fällt.

Herrlich braun und aromatisch gelingen Auberginenscheiben aus diesem Grunde auch auf dem Grill, leicht mit Öl eingepinselt. Oder, man glaubt es kaum, in der Fritteuse. Ja, es ist so: Seit ich weiß, dass man der Aubergine Stoff geben muss, halten bei mir Küchenrollen wesentlich länger.

 
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Artikelaktionen
Kommentare
Ehemaliger Nutzer schrieb am 21.05.2011 um 17:09
Ja, nach meiner ersten Bekanntschaft mit dieser Diva der Küche sah es auch aus wie auf einem Schlachtfeld, hat sich aber gelohnt, das Fluchen und Putzen.

Ich finde den Vergleich ja sehr schmeichelnd, bin mir aber nicht sicher, ob das alle so sehen, man darf gespannt sein...
Ehemaliger Nutzer schrieb am 22.05.2011 um 00:03
sicher, dass die lücke gelassen wurde, um den kommentaren raum zu schaffen, werfe ich ein - ratatouille. in die alles hineinkommen kann, was das mittelmeer an gemüse und aromen bietet.

und wie wir von einer kleinen ratte wissen, sogar kritiker zu tränen rühren kann.

gern gelesen
Ehemaliger Nutzer schrieb am 24.05.2011 um 22:45
allerdings koche ich meine ratatouille nicht so wie rémy :) der ordnet die so wunderschön fürs auge an, dass das kürbisartige an zucchini und melanzane geradezu die zunge im geist lähmt.

etwas peperoncino und knoblauch in olivenöl erhitzen, dazu fein gehackte zwiebeln. und wir wissen, wie weit erhitzen bei olivenöl gehen darf ...
da hinein die gewürfelte aubergine, unter ständigem schwenken so lange, bis das öl völlig augesaugt ist. nocheinmal etwas öl dazugeben zusammen mit den in sehr feine scheiben geschnittenen zucchini. sobald diese glasig sind und anfangen, sich zusammen zu ziehen, gewürfelte tomaten hinzugeben, etwas von dem saft auf der seite halten, um aufzugießen. hitze auf minimum geben und nun rund 20 minuten ziehen lassen. fünf minuten vor ende basilikum, salz, pfeffer und weitere gewürze nach gusto.
und ja, so wird es tatsächlich ein eintopf: zu legen auf geröstetes weißbrot, als basis für pasta (insb. fusilli plus kapern und oliven) oder alleine, mit einem kräftigen und vor allem sehr ordinären roten.
am liebsten an der frischen luft, unter weinreben, auf rotkariertem tischtuch :)
luggi schrieb am 24.05.2011 um 22:56
"zu legen auf geröstetes weißbrot,"
nu, komm raus mit der Sprache ... bei wieviel Grad?
... und alles weitere weißt nicht mal du.
Ich bin dafür, man sollte bei Rezepten Temperaturangeben einfügen, als gesetzliche Vorgabe.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 24.05.2011 um 23:04
um temperaturangaben kümmere ich mich so wenig, dass mir sogar das nudelwasser anbrennt. allerdings immer seltener.
luggi schrieb am 27.05.2011 um 21:44
NUDELWASSER, lustig.
Ich hätt' gern 5 Liter Spirelliwasser.
luggi schrieb am 22.05.2011 um 00:21
Hmm, da wäre doch eine Antwort von Frau Zinkant erforderlich. Also Lebensmittel, die angebraten werden. Tja, wenn Frau Zinkant das nicht übernimmt ... dann gibt es bestimmt Ersatz von der FC.

Auberginen schmecken nach nüscht ... es sei denn, diese Früchte werden von Köchen vergewaltigt.
weinsztein schrieb am 22.05.2011 um 06:33
@ luggi

Du schreibst puren Stuss. Von Auberginen hast Du keine Ahnung.
Auch Deine Diffamierung Katrin Zinkants, deren Beiträge ich sehr schätze, empfinde ich als peinlich.

Zur Aubergine, die angeblich nach nichts schmeckt, später mehr.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 22.05.2011 um 12:34
@luggi, der nächste Salon ist zum Thema Ernährung, wenn sich daran nichts geändert hat, vielleicht besänftigt das ja etwas. Denn ich glaube nicht da wird die Lebensmittelindustrie gelobhudelt und der Vegetarismus verteufelt (denke ich zumindest).
luggi schrieb am 22.05.2011 um 22:49
@ weinsztein

zufällig war eine Aubergine in meiner Gemüsehalde ... hab' ich reingebissen ... lecker, nicht? Oder hast du das noch nicht getan?
Purer Stuss? Dann google doch mal danach, welche chemischen Stoffe beim Braten entstehen! Purer Stuss von Wissenschaftlern.
Katrin Zinkant habe ich nicht diffamiert ... sondern gelockt, sich dieses Themas wissenschaftlich zu nähern.
Ähm, die Aubergine schmeckt immer noch nicht ... ich geh' das Zeug mal ausspucken.
Kochrezepte mit Tierleichenteilen sind peinlich.
Nach dem Ausspucken der Auberginenteile geht es mir wieder besser ... hast recht ... von solch geschmacklosen Früchten habe ich keine Ahnung.

Mal für dich zum Überlegen: Wir bekämpfen Maden in Lebensmitteln ... Warum? Sie liefern doch wertvolles und leicht verdauliches Eiweiß?
Und weiter ... südlich von Weißenfels wird ein Käse mit Milben produziert ... der wird als toter Kwark mit lebenden Milben gegessen.
Na, bröckelt deine Kochfillosfie? Probleme mit deinen Kochsendungen?
Nochmal, Braten erzeugt krebserregende Stoffe. Willst du das fördern???!!!

@ lisaschwert
Ich habe hier schon mehrmals einen Test angeboten, bei dem sich, ergebnisoffen, entscheidet, was der Mensch eigentlich für ein ...vore ist. Nicht eine positive Antwort. Ich würde auch Urlaub nehmen.
Vielleicht sollte sich der dF erstmal mit der Verdauung beschäftigen, bevor er sich mit der Ernährung beschäftigt.
weinsztein schrieb am 23.05.2011 um 01:26
Sorry @luggi,

ich habe keine Lust mehr auf Deinen Sektenstuss. Ernähre Du Dich weiterhin von rohem Gemüse, ich werde das nicht tun.
Alien59 schrieb am 24.05.2011 um 05:34
Vor allem in Deutschland scheint rohes Gemüse derzeit sehr ungesund zu sein. Diese fiesen Bakterien - pass auf dich auf, Luggi. Und nein, das ist nicht bös gemeint, sondern mein Ernst.
www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,764250,00.html
luggi schrieb am 24.05.2011 um 21:03
@ weinsztein
sry, du bist das Mitglied einer Sekte, nämlich der Sekte der Köche, die sich gegenwärtig virulent im TV ausbreiten.
Und bitte, mach dein Versprechen wahr, iss ab jetzt niemals mehr rohes Obst und Gemüse!
Ich habe seit Jahren keine Lust auf den Stuss, den Köche im TV und anderen Medien verbreiten. Hast du schon mal weißes Fleisch gesehen? Als Beispiel für den vielfachen Unsinn. Ich habe noch mehr auf Lager.
Und ... wenn du mehr wissen möchtest, dann beschäftige dich doch einmal mit den enzymatischen Vorgängen bei der Verdauung. Kannst auch mich fragen.
luggi schrieb am 24.05.2011 um 21:19
ach, Alien,
weißt du, wenn etwas in das Vorstellungsschema von "McBurgerSandwich"-Journalisten passt, dann passt auch diese journalistische Meisterleistung hinein.
Gemüse oder sonstwas in diesem Drama ist nicht verseucht, sondern wird verseucht.
Und Journalisten tun ihr übriges an der Verseuchung.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 24.05.2011 um 21:32
ok, luggi, du bist kein fan von dieser kolumne, hast deine schwierigkeiten mit dem wissenschaftsressort, schreibst von verseuchenden journalisten, käst und knarzt die an, denen es doch gefällt, mit anderen worten: kannst außer deinem ärger und mißmut nichts anderem ausdruck verleihen. bist du wirklich ganz sicher, dass das dennoch das richtige forum für dich ist?
luggi schrieb am 24.05.2011 um 23:08
@passer domesticus alias i.w
ja, und von welchem Forum kommst du?
Das Wissenschaftsressort des dF hat Schwierigkeiten mit der Wissenschaft. Wenn's nicht so wäre, gäbe es keine Diskussionen sondern nur Zustimmung.
Und ... ignaz.punkt.w
Ich habe die Angriffe auf meinen Avatar bei einem dem dF feindlichen Forum zetkainiert. Hast du mit denen nichts zu tun oder nur nichts gemeinsam?
Und ... wieso suchst du hier dieses Thema aus, von dem du mir großer Wahrscheinlichkeit keine Ahnung hast?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 24.05.2011 um 23:21
zu deiner letzten frage: weil jörn kabisch im manchmal tristen alltag sehr schöne themen miteinander verbindet. und weil das lesen, das gemächliche schreiben dazu freude macht. weil essen und trinken grundbedürfnisse des menschen sind und sich drumherum meist sehr entspanntes entwickelt, weil es befriedigt. weil dieses tafeln, hier in der mitte des freitag, nicht opulent ist, sondern freundlich, an einem holztisch, der vom gebrauch und nicht vom kunsttischler poliert ist. weil hier jeder seinen geschmack einbringen kann, ohne geschmäcklerisch werden zu müssen. und weil hier auch menschen die ruhe finden können, obwohl sie sich manchmal unversöhnlich in anderen sachen gegenüberstehen.

deswegen suche ich mir nicht dieses thema, sondern diesen ort aus.
lausemädchen schrieb am 24.05.2011 um 23:34
@weinsztein
@luggi

fast ist manfrau versucht,
in diesem-ihrem scheinbaren gefecht
über
kommentare
position zu beziehen.

stattdessen ein gedicht:
auberginen
lila-blue
ich mach grillen
was machst du?

fast zu schön,

lm
weinsztein schrieb am 25.05.2011 um 01:35
Und?
War's das?
Schön.
Danke.
luggi schrieb am 27.05.2011 um 21:57
@i.w
mit dieser Argumentation kann man auch das Halleluja für Psychopharmaka und anderen Scheiß begründen ... kann man alles positiv begründen, was befriedigt ... willst du auf dieser Argumentationsebene fortschreiten?

Jörn Kabisch wollte einmal hier ausbreiten, warum er vom Vegetarismus abgekommen ist ... oder wurde gebeten.
luggi schrieb am 27.05.2011 um 22:07
@ lm
schöne, aber nicht liebe Grüße an das Lektorat ... oder darf ich das nicht schreiben?

Stell dir vor, ein Kind, nennen wir es Reiner, hat Hunger. So ganz plötzlichen Hunger, also den, wo gestresste Eltern dem Reiner, oder Werner eine Brez'n in die Hand stecken, aber es ist keine Brez'n da, nur eine Aubergine und ein Stück Melone ... was nimmt der Bub? Wenn er schlau ist, nimmt er die Aubergine und schmeißt sie in einem hohen Bogen weg ... um sich dann an der Melone zu verlustieren. Das war jetzt kostenloser Praxisbezug.
Grüße an die Münsteraner.
dame.von.welt schrieb am 22.05.2011 um 11:25
Dem Problem Fettschwamm kann man noch auf eine dritte Art beikommen, nämlich bei der Zubereitung von Auberginenpüree - prima als Vorspeise oder als Dip zu Grilliertem aller Art - da es, von der Abkühlzeit mal abgesehen, sehr schnell zubereitet und nicht teuer ist, auch sehr gut geeignet für viele Gäste.

Den Backofen auf etwa 200°C vorheizen, mittelgroße Auberginen waschen und rundherum paarmal einpieken, für etwa 15- 25 Minuten auf dem Rost backen, sie etwa auf der Hälfte der Zeit einmal wenden - fertig sind sie, wenn die Schale deutlich dunkler und schrumpelig geworden ist. Man kann sie auch unter den heißen Grill legen - lustig dabei sind die Geräusche, wenn das Wasser aus den gepiekten Löchern pfeift - beim Grillen bleiben sie kürzer im Backofen und man muß ein bißchen aufpassen, daß die Schale nicht verbrennt.

Auskühlen lassen, halbieren, das Innenleben mit einem Löffel aus der Schale nehmen und mit dem Stabmixer pürieren. Ebenfalls gestabgemixt wird reichlich Knoblauch (pro Aubergine mindestens eine Zehe), entsteinte Oliven, bißchen Frühlingszwiebeln und etwas glatte, gezupfte Petersilie. Unter das entstandene Breichen wird noch etwas Zitronensaft, Salz, Sesampaste, Rosenpaprika oder Harissa, ein Spürchen Kumin und etwas 10%-Joghurt oder Olivenöl gezogen. Ich mag's mit Olivenöl lieber, mit Joghurt wird aber die Farbe ein bißchen hübscher. Denkbar ist auch, statt Joghurt Schafskäse zu verwenden.

Serviert wird die rauchig-säuerliche Köstlichkeit gut gekühlt, bestreut mit glatter Petersilie und schwarzem Sesam, wegen der Farbe evtl. mit zerdrücktem rosa Pfeffer oder dem türkischen Blättchen-Chili-Salz-Gewürz, Pul-Biber - dazu gibt's dünnes Pide oder Naan.

Man kann auch noch andere Gemüse ungefähr auf diese Art bereiten, z.B. Fleischtomaten und Gemüsepaprika, die auch im etwa 1:3-Verhältnis im Auberginenpüree sehr gut schmecken.
Jörn Kabisch schrieb am 22.05.2011 um 12:06
Liebe Dame,

Man kann es nicht oft genug sagen: Einpieken! Das ist ganz wichtig. Sonst kann es einem passieren, wie mir einst, dass die schöne Aubergine unter dem Grill - oder über der Gasflamme - explodiert. Man kann im zweiten Fall Spuren davontragen als hätte man seinen Unterarm an ein Auspuffrohr einer Vespa gehalten. Also: Einpieken.

Danke für die Ergänzung, JK
luggi schrieb am 22.05.2011 um 23:07
Empfehlung an den Koch:
googlen, googlen, nochmals googlen nach polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen ... aber die Wissenschaft warnt ja seit Jahren ... bei vielen Köchen gibt es eine Erkenntnisbremse.

Wie schmeckt eine Erdbeere frisch von der Pflanze? Und wie als Marmelade ohne Zucker?
weinsztein schrieb am 23.05.2011 um 02:03
Zur Maillard-Reaktion, polyzyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, Acrylamid usw. siehe auch:

www.br-online.de/ratgeber/ernaehrung/kuechenzauber-DID1216324556799562/kuechenzauber-maillard-reaktion-chemie-kochtopf-ID671216324556165950.xml
dame.von.welt schrieb am 23.05.2011 um 09:04
Lieber luggi,
eine Erdbeere frisch von der Pflanze ist eine saisonale Köstlichkeit und eine geschmackliche und optische Sensation, ganz ohne jede Erhitzung oder irgendein Drumherum. Ob Sie das aber auch für Rhabarber so sehen? Für Kartoffeln? Für nicht ganz jungen Spinat? Artischocken? Bohnen?

Es ist ganz zweifellos so, daß beim scharfen Anbraten krebserregende Stoffe entstehen, das aber weiß wohl jeder hier. Warum gehen Sie eigentlich davon aus, daß jeder, außer offenbar Sie, mit einer 'Erkenntnisbremse' ausgestattet ist?

Andere treffen nun mal andere Entscheidungen über ihr Essen als Sie - warum ist es Ihnen eigentlich ein so großes Bedürfnis, in jedem Kochblog Ihren Unmut darüber kund zu tun? Ich schrieb etwas Ähnliches bereits zum letzten Kochblog an Sie und Matto - ich verstehe den als einen über *Lebensfreude* im weiteren Sinn und über Genuß. Könnte es sein, daß es Ihnen daran eventuell mangelt? Und Sie vielleicht auch deswegen hier ständig in die Suppe spucken? Ich erinnere auch Ihre Beiträge früher mal mit weit mehr Humor.

Egal, wieviel schlechte Laune Sie hier noch zu erzeugen versuchen, ich werde auch weiterhin mein Essen erhitzen, wenn es mir sinnvoll erscheint. Werde Kaffee lieben, gute Bratensoßen, gutes Brot, Grilliertes, Karamell - alles ohne Maillard-Reaktion nicht denkbar.

Auch Lebensmitteltabus oder Ekel wie z.B. vor Maden fände ich ein wirklich interessantes Thema - in Südostasien werden beim Auspflanzen der Reisschößlinge daumendicke Maden mit großen Genuß in den Mund gesteckt, was mich zunächst zum Würgen brachte. Casu Marzu, eine sardische Erweiterung von Pecorino, gäbe es ohne Maden nicht, viele essen sie mit. Der Unterschied zu Austern oder zu dicken Gambas ist aber kein sehr großer - gar keine Frage. Umgekehrt bringt es größere Teile der Menschheit zum Würgen, an faule Milch, vulgo Käse, auch nur zu denken (von Milben oder Maden darin zu schweigen). Sie bringt 'Tierleichenteile' zum Würgen, mich nicht. Mich bringt die Qualzucht-Fleisch-Fresserei zum Würgen. Oder das Billig-Gemüse aus dem Supermarkt und allerhand an Nahrungs-Produktion mehr, unter anderem bedingt durch den Verlust von Koch- und Eßkultur, dem Jörn Kabischs Blog entgegen wirkt.

Mich würde wirklich interessieren, was Sie wie essen, ich käme gern mit Ihnen ins Gespräch. Ihre - mit Verlaub - reichlich unfreundlichen Belehrungen interessieren mich weit weniger.
weinsztein schrieb am 24.05.2011 um 05:13
Einer der nach meinem Geschmack besten Käse ist der Queso Cabrales aus Asturien. Ein Blauschimmler aus Kuh-, Schafs- und Ziegenmilch. Er reift in Höhlen und wird traditionell danach in Ahornblätter gewickelt. Das macht den Cabrales noch köstlicher, zwischen Blatt und Rinde bilden sich Maden, die aber kaum tiefer als zwei Millimeter in die Rinde eindringen, denn mehr wäre tödlich. Doch auch sie dürften zur Aromabildung beitragen.

Ich esse die Tierchen nicht mit, ich schenke ihnen die Freiheit. Das täte ich gern öfter, aber Queso Cabrales wird fast ausschließlich in der Umgebung der Picos de Europa angeboten. Im August findet jährlich in Las Arenas in Cabrales ein Fest zu Ehren dieser Köstlichkeit statt.
luggi schrieb am 24.05.2011 um 21:29
@ weinsztein
du scheinst ein falscher Hund zu sein ...
erste Findungsstelle war und ist, auch für weinsztein war es so, die wiki. Jetzt der officinalis link: de.wikipedia.org/wiki/Maillard-Reaktion
Du solltest doch die Suche beherrschen ... oder kannst du nur angenehme Seiten verlinken?
Dein IQ enttäuscht mich jetzt nicht mehr.
luggi schrieb am 24.05.2011 um 21:56
@ dame
Wir streichen Ihren (nrmlrws dz ch fst ll) Satz. Mit Ihrem Einverständnis, als vorausgesetzte Gegebenheit.
Sie geben die Beispiele selbst vor. Rhabarber, Kartoffeln, Spinat, Bohnen ... wissen Sie, Pflanzen haben über die Mrd. Jahre Schutzmechanismen eingebaut, vor Fressfeinden. Keiner von diesen Fressfeinden hat einen Kochtopf oder eine Bratpfanne benutzt, um an die Substanzen zu gelangen. Sie haben Strategien entwickelt ... auf Kosten anderer Eigenschaften. Wir selbst können uns nicht so schnell anpassen ... und ob wir das überhaupt können, sei dahingestellt. Die Natur lässt sich nicht austricksen. Und wir sind Natur.
Was mich aber irritiert ist folgende Aussage ihrerseits: "Es ist ganz zweifellos so, daß beim scharfen Anbraten krebserregende Stoffe entstehen, das aber weiß wohl jeder hier."
Es kann nicht sein, dass ein/e intelligente/r Blogger/In solch ein Statement hier abliefert.
Und ... wissen Sie, es läuft und kriecht soviel billiges Protein in den Kanälen und als Nacktschnecken herum ... wir, oder besser ihr, bräuchtet keine Schweine und Kühe zu halten. Das notwendige Protein kriecht auf den Gehwegen und Straßen.
Jetzt ist weinsztein gefordert, mit mehreren Rezepten für die PAK-freie Zubereitung von Spanischen Nacktschnecken ... Rezepte für Ratten findet er bestimmt im asiatischen Bereich.
Billig-Gemüse mag ich ebenso wenig wie ein Meerschwein, das hinter mir sein freudloses Leben fristet.
veg. Grüße
luggi
weinsztein schrieb am 25.05.2011 um 01:41
Zu: luggi am 24.05.2011 um 21:29

"Falscher Hund" stimmt wohl. Und dass mein IQ Dich jetzt nicht mehr enttäuscht, erleichtert mich. Dem Erwartungsdruck konnte ich kaum noch stand halten. Auch Doofe müssen hier kommentieren dürfen.
dame.von.welt schrieb am 25.05.2011 um 11:03
Ach luggi (ch sz ll m ntrnt, btt ncht prsnlch nhmn, j?),
ich kann ganz gut damit leben, mich gegenüber Rhabarber, Kartoffeln, Spinat, Bohnen, Artischocken als übermächtiger Freßfeind mit Kochtopf und Bratpfanne zu bewaffnen. Ich kann ebenfalls damit leben, mich gelegentlich am Tod von Tieren schuldig zu machen. Es ist auch vermutlich so, daß Sie gesünder und schuldloser leben als ich. Wenn es Ihnen darum gehen sollte, geschenkt!

Sie haben völlig recht damit, daß Menschen zur Natur gehören und es ist auch ganz sicher so, daß das vermeintliche Herauslösen auf den Menschen selbst zurück schlägt (angefangen mit so irreführenden Vokabeln wie Umweltschutz, der ja mitnichten die Natur, sondern den menschlichen Lebensraum und den auch nur sehr unvollkommen schützt).

Wissen Sie, wie Weinbergschnecken zubereitet werden? Sie werden zunächst in Mehl, danach in Salz gesetzt, um einen sauberen Darm zu bekommen und sich auszuschleimen. Getötet werden sie erst durch das heiße Wasser. Ziemlich grausam, finde ich - mir dafür definitiv nicht lecker genug - die eigentliche geschmackliche Sensation daran - die Kräuterbutter - esse ich lieber auf Brot oder zu Nudeln. Etwas Ähnliches gilt für kulinarische Exzesse wie Stopfleber - mir reichte ein Mal ein Stückchen davon zu probieren, daran kann ich mich den Rest meines Lebens erinnern: ist extrem lecker, muß nicht wiederholt werden.

Zu Rattenfleisch - I had my share, in Kambodscha auf dem Land gab's öfter mal Bushmeat-Ragout, nördlich von Phnom Penh ist gegrillte Ratte eine selten genossene Spezialität - wenn sich der Mekong zurück in den Tonle Sap staut und die Bauten der Ratten überflutet werden. Ich habe auch in verschiedenen anderen Gegenden der Welt Kinder dabei beobachtet, wie sie reflexartig mit Steinen nach Ratten, Schlangen, Affen werfen - überall da, wo mitunter auch mal gehungert wird. Das vergesse ich nicht.

Womit ich beim Punkt bin: wir alle hier leben im Luxus. Wir können uns nämlich aussuchen, was wir essen (in besagten Gegenden der Welt sah ich übrigens auch schon überzeugte Veganer aus Europa, Kanada etc. zu Vegetarieren werden, in z.B. Mozambique wird eine halbwegs ausgewogene Ernährung ohne Eier nämlich schwierig). Ich tue das, bewußt, mit Genuß und Dankbarkeit, was die Inkaufnahme gesundheitlicher Risiken durchaus miteinschließt. Auf die Gefahr hin, daß Sie mich endgültig für unintelligent halten - ich rauche sogar, liebevoll gedrehte Zigaretten.

Ich glaube aber immer noch nicht daran, daß Miesmacherei und hohe moralische Rösser zu mehr bewußtem Essen führen, sondern daß das weit eher über die Motivation zu ein klein bißchen mehr Arbeit in der Küche, Schulung des Geschmacks und über größeren Genuß geht. Neben z.B. Slow-Food verstehe ich Jörn Kabischs Blog als ein (1) Plädoyer dafür und deswegen finde ich es auch so schade, daß u.a. Sie die möglichen gemeinsamen Schnittmengen (z.B. gegen Qualzucht und Nahrungsindustrie) völlig zu übersehen scheinen.

Außerdem weiß ich jetzt immer noch nicht, was Sie gerne essen und wie Sie was zubereiten, sofern Sie das tun - DAS würde mich viel mehr interessieren.
luggi schrieb am 04.06.2011 um 22:10
@ dame
Wissen sie überhaupt, worüber sie manchmal schreiben? Machen sie sich Gedanken über den Inhalt Ihrer Kommentare? Bei weinsztein bin ich mir im Klaren, dass er von ernährungsphysiologischen und rechtlichen Konditionen keine Ahnung hat ... aber bei Ihnen? Wollen Sie Ihre dings ... Aussage zur untypischen Verwendung von Weinbergschnecken unter Beachtung von Naturschutzgesetzen aufrecht erhalten? Wollen Sie das? Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie Ihre kulinarischen Vorlieben auf die spanische Wegschnecke richten könnten. Sie hat für Sie einen Vorteil ... Sie brauchen sie nicht aus einem Schneckenhaus heraus puhlen. Und das Eiweiß von den braunen Spanierinnen ist bestimmt sehr bekömmlich.
Rene Artois schrieb am 23.05.2011 um 00:08
Bei Leuten wie "luggi" fällt es schwer, sich zwischen zwei Zitaten zu entscheiden:

a) – Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach: "Dass so viel Ungezogenheit gut durch die Welt kommt, daran ist die Wohlerzogenheit schuld."

b) – Bertrand Russell: "Der Jammer mit der Menschheit ist, dass die Narren so selbstsicher sind und die Gescheiten so voller Zweifel."
weinsztein schrieb am 24.05.2011 um 05:17
Kein Wunder, dass die Wahl so schwer fiel, denn keines der Zitate passt.
Karl Kraus schrieb am 24.05.2011 um 16:24
Lieber doch Karl Kraus: "Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken."
luggi schrieb am 24.05.2011 um 22:03
Zitat, extra für Rene Artois.
Unwissenheit macht nicht einmal vor Rene Artois stopp.
cbl

Los komm Alter, schreib es, dass die Menschen das Protein von den Tieren brauchen. Oder glaubst du nicht mehr daran, weil deine Widersprüche in Unsachlichkeiten ausarten?
j-ap schrieb am 24.05.2011 um 23:00
Also ich esse Fleisch (und alles andere) nicht wegen irgendwelcher mehr oder minder notwendigen Proteine — denn wenn es mir auf die ankäme, dann könnte ich auch wissenschaftlich dosierte Astronautennahrung zu mir nehmen, statt mir was zu kochen — sondern weil es: mir schmeckt.

So einfach ist das.
luggi schrieb am 24.05.2011 um 23:15
die Astronauten müssen wieder runter, weil, die müssen wieder Rohkost essen.

@j-ap
"dann könnte ich auch wissenschaftlich dosierte Astronautennahrung zu mir nehmen, statt mir was zu kochen " - ist Astronautennahrung jetzt roh?

Wenn du mal Zeit für ein lustiges Kinderbuch hast, kauf dir Alfons Zitterbacke und lies seine Erfahrungen der Ernährung von Kosmonauten.
weinsztein schrieb am 23.05.2011 um 01:53
TÜRKISCHER AUBERGINENSALAT

ist etwas derber als das ähnliche Rezept der dame.von.welt (weiter oben), da wird nichts püriert.

5 mittelgroße Auberginen, 10 fein zerstoßene Walnusskerne, je nach Schärfegrad zwei oder drei Chilischoten, 5 dicke Knoblauchzehen, eine oder zwei gewürfelte Tomaten, Zitronensaft, Salz, Pfeffer, etwas Zucker, 5 EL Olivenöl.

Jede Aubergine einige Male mit der Gabel einstechen, für eine Stunde auf den Rost des auf 200° heißen Ofens legen. Zwischendurch wenden.

Später das Fruchtfleisch mit dem Löffel aus der Haut kratzen. Unterdessen die Tomaten in Filets schneiden und diese würfeln. Chilischoten und Knoblauch sehr fein würfeln. Alle Zutaten vermischen und abkühlen lassen.
.

AUBERGINENSCHNITZEL

Auberginen längs in ca. ½ cm dicke Scheiben schneiden, salzen, pfeffern, in verquirtelm Ei rundum befeuchten in in heißem Olivenöl je Seite rund eine Minute braten. Die Eihülle verhindert, dass allzu viel Öl ins Fruchtfleisch zieht.
Köstlich mit Tsatsiki oder auf einer Scheibe Brot.
luggi schrieb am 04.06.2011 um 22:24
@ weinsztein
wenn du irgend eine Ahnung hast, dann mach die gesamte Zubereitung von Auberginen-dings ohne braten, grillen, kochen ... oder kannst du das nicht? Ich erwarte dein Auberginenrezept gegen mein Gurkensalatrezept, mein Radieschensalatrezept ...und nicht zu vergessen, meine einfachen Obstsalatrezepte.
Und mein Lieber 200 Grad ... gesundheitliche Folgen sind dir egal ... toll.
weinsztein schrieb am 05.06.2011 um 00:23
ja toll
Alien59 schrieb am 24.05.2011 um 05:41
Die Aubergine ist meiner Meinung nach eben ein eher geselliges Wesen. Ob man sie nun wie die Dame püriert, wie Weinsztein kleingschnitten oder wie Kabisch gebraten serviert, sie mag ihre Begleiter: Olivenöl, Yoghurt, Tomaten - oder auch Hackfleisch.
Ich schätze die beiden Salatvarianten sehr, aber auch der Auberginen-Kebab sollte nicht unerwähnt bleiben (für Nicht-Vegetarier):
Die Auberginen - am besten die schlanke, längliche Form - in Runden schneiden, ungeschält. Eine Hackfleischfarce nach Geschmack zubereiten - ich mische Zwiebeln, Knoblauch, rote Paprikapaste, großblättrige Petersilie nebst den üblichen Gewürzen - und kleine Bällchen formen. Je nach Ausstattung der Küche abwechselnd auf Spieße aufreiehen oder, was ich bevorzuge, in Runden in eine flache runde Pfanne, auch Tepsi genannt, schichten. Wenn die Pfanne gefüllt ist, mit Tomatenscheiben abdecken,
Im Backofen zunächst mit Deckel bzw. Verschluss aus Alufolie garen, die letzte Viertelstunde geöffnet, um die Oberfläche etwas anzugrillen.
weinsztein schrieb am 24.05.2011 um 06:15
@ Alien59

Wunderbar, Patlican Kebabi, eines meiner Lieblingsgerichte in der Türkei!
Ich würde die Hackfleischfarce mit reichlich Knoblauch ergänzen, denn den mögen Rind, Lamm und Aubergine.

Auf Paprikamark (Biber Salçası, gibt es im türkischen Laden) kann man nicht oft und nachdrücklich genug hinweisen. Wo Tomatenmark rein passt, passt auch Paprikamark. Es verfeinert und sorgt für gewisse Hintergrundaromen. Gibt es in mild, mittel und scharf (Gaziantep Tipi).
Alien59 schrieb am 24.05.2011 um 06:26
Ich hatte doch Knoblauch erwähnt?

Biber salca - hach. Ich habe hier so lange gesucht, bis ich einen Laden fand, der es verkauft - aber leider eine eher westtürkische Variante, sprich, es beißt nicht so richtig. Antepliler, neredesiniz? Das hausgemachte ist immer noch am Besten. Warst du schon mal im September in Antep, wenn auf allen Dächern die Riesen-Tepsis zum Trocknen der zerkleinerten Paprikas auf den Dächern um den Platz kämpfen?
weinsztein schrieb am 24.05.2011 um 07:03
Oh, den Knoblauch hatte ich ich in Deinem Kommentar leider überlesen, pardon.

Im letzten Oktober waren wir im türkischen Südosten, auch in Antep, und sah da die roten Paprikaschoten massenhaft auf den Dächern, mal auf dem Tepsi, dem großen Blech, mal an Schnüren hängend.

Wir beziehen unser Biber salçası von meiner Schwägerin aus Antakya, ihr Mann ist Arzt, seine Patienten zahlen oft per Naturalien.
dame.von.welt schrieb am 24.05.2011 um 10:09
Ist Biber salçası ein bißchen ähnlich wie Ajvar? Notfalls wegen der Schärfe mit Harissa zu pimpen?

Oder wird das aus getrockneten Paprika gemacht?
Alien59 schrieb am 24.05.2011 um 13:55
Wenn man das Original ist, hift pimpern nicht so recht - merke ich derzeit, habe schon verschiedenes probiert.
Herstellung des biber salcasi:
Wichtig sind die richtigen Paprikaschoten, große, rote Schoten, von der spitz zulaufenden Sorte. Sehen aus wie Gemüsepaprika - aber nicht als solche zu verwenden.
Zunächst werden die Innenteile entfernt, beiseite gelegt, auf ein Tuch zum Trocknen.
Die fleischigen Teile müssen dann zerkleinert werden - manche Frauen nehmen einen Mixer, ich denke aber, das zerhackt zuviel, besser ist ein Fleischwolf. Die dabei enstehende, noch recht flüssige Gemüsemasse wird auf flache Bleche gestrichen und in die pralle Sonne gestellt. Wer Riesenmengen herstellt, nimmt zuweilen auch Plastikplanen. Abends muss man dies abdecken, die Masse vorher umrühren. Es dauert mehrere Tage, bis genug Wasser verdunstet ist, und das Salca so fest ist, dass man es mit einem Löffel quasi abstechen kann. Zur besseren Konservierung wird Salz untergearbeitet, für die schöne Farbe und den Geschmack etwas Olivenöl. Sonst nichts.

Verkürzte Darstellung - ich bin da kein Profi, nur, damit man einen Eindruck bekommt, wie sehr dies ein Naturprodukt ist. Perfekt zubereitet hält sich so eine Portion bei kühler Lagerung bis zu zwei Jahren.
Jörn Kabisch schrieb am 24.05.2011 um 22:57
Lieber Alien,

ich schätze, der Geschmack Ihres Biber salçası unterscheidet sich gewaltig, von dem, den es hier im süpermarket gibt. Es ist eine rein theoretische Überlegung, aber ich könnte mir vorstellen, dass es gelingt, wenn man die Paprikaschoten im Ofen trocknet. Ganz ähnlich, wie man das mit Tomaten macht, nämlich einige Stunden bei 90 bis 100 Grad im Ofen – und ab und zu die Klappe öffnen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann – bis zur gewünschten Ledrigkeit. Ich würde die Paprika auch nur grob putzen, also das Herz mit den meisten Kernen entfernen. Sonst kann Weißes mit Kernen auch stehen bleiben, nur darin können sich, wenn, das Herbe und die Schärfe durch die Hitze entwickeln. Und ich würde erst nach der Trocknung der Paprikahälften Mixer oder Fleischwolf einschalten. Mit Tomaten jedenfalls ergibt das ein ganz großartiges Pesto.

Dies ist kein sehr klimafreundliches Rezept, ich weiß das. Brauchen wir nicht drüber zu reden.

Grüße, JK
luggi schrieb am 24.05.2011 um 23:32
"Dies ist kein sehr klimafreundliches Rezept, ich weiß das. Brauchen wir nicht drüber zu reden."

Das Überfahren einer "ROTEN AMPEL" ist nicht ganz verkehrsfreundlich, wir alle wissen das, wir wissen das, aber wir brauchen nicht drüber zu reden und zu schreiben.
"Wir" rauchen getrocknete Tabakpflanzen und wissen was, das auf den Verkaufsverpackungen aufgedruckt ist ... ist das Verhalten intelligent?
"Wir" braten organische Stoffe und verzehren sie, trotz Warnungen ... intelligent?
Ist es nicht intelligent, über unsere Ernährungsphysiologie nachzudenken, wenn man mal einfach Tabula rasa mit dem verköcherten Wissen macht?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 24.05.2011 um 23:52
@ luggi

wir atmen, obwohl wir beim ausatmen ausstossen:
Stickstoff (N2): 73 %, Sauerstoff (O2): 16 %, Wasserdampf (H2O): 6 %, Kohlendioxid (CO2): 4 %, Restgase: 1 %
und damit ganz entscheidend zu überdüngung, treibhausgasen und umweltverschmutzung beitragen.
würdest du ggfs. mit gutem beispiel voran gehen uund das atmen einstellen?
weinsztein schrieb am 25.05.2011 um 01:56
@ dame.von.welt
Biber salçası ist quasi identisch mit dem herkömmlichen Ajvar. Heute werden die Paprikaschoten im Ajvar um Auberginen, Chili, Knoblauch, Salz, Pfeffer und Öl ergänzt. Es ist milder und schmeckt auf Toast prima.

@ Björn Kabisch
Genau so wie Sie es beschrieben haben, kann man Biber salçası selber machen. Wollen Sie es doch noch mal im Süpermarket versuchen, rate ich zur Marke Öncü (sprich Öndjü).
luggi schrieb am 27.05.2011 um 22:39
@ i.w
Wo kommen denn die 73% Stickstoff her? Erzeugst du die? Für das gute Beispiel, so höflich bin ich, lass ich dir den Vortritt ... kannst ja mal berichten.

An deiner Stelle würd ich mal alle Tiere killen ... die verursachen noch mehr Mist ... oder weißt du das auch nicht? Ersatzteil.
Blinkfeuer schrieb am 24.05.2011 um 23:16
@luggi, nun dürfte es sich aber so verhalten, dass zumindest die Vorfahren schon mal gerne ins Tier gebissen haben, ob noch lebend oder gegart, egal.

Denn, vgl. auch: der Elefant. Könnte hier gar nichts eintragen.
Hat nicht nur zu dicke Finger, nein: Hirn ist eher dürftig ausgebildet, vom ewigen nur- Grasen.
Denn ohne die B- Vitamine wäre eine Fähigkeit, hier was eini zu tippen, gar nicht entstanden.

Und die Auberginen schön mit einer Emulsion Öl+ Tomatenmark bestreichen vor dem Grillen.
Und dem Ober Gino immer schön Trinkgeld geben.....
luggi schrieb am 24.05.2011 um 23:43
@Blinkfeuer
komm, mach den Test, beim dF öffentlich, wie du als Nachfahre gern ins Tier beißt ... hast du Schiss?
Und weißt du, was der Elefant kann was du nicht kannst? Zumindest nicht solch unintelligente Kommentare wie deinen schreiben ... er bewältigt das anders.
Navi hat ein Elefant intus. Und er besucht ohne zivilisatorischen Zwang seine verstorbene Verwandtschaft. Nur bei der Bedienung von Apps hat er Schwierigkeiten ... weil ... aber zu der Begründung reicht deine Intellidingsbums.
weinsztein schrieb am 25.05.2011 um 01:46
pst, luggi, gönn' Dir doch mal zwei, drei Wochen Ruhe.
Hm?
luggi schrieb am 27.05.2011 um 22:44
@ weinsztein
Soll ich nachts freitagen? Wie du?
Und argumentativ nichts weiter drauf?
Pause oder Ruhe verordnet man jemand, wenn man selbst nicht weiter weiß ... das ist jetzt dein Zustand.
weinsztein schrieb am 28.05.2011 um 03:58
@luggi

es war ein lieb gemeinter Rat.
Und ja, ich weiß nicht mehr weiter.

Liebe Grüße
Henner
Rene Artois schrieb am 28.05.2011 um 23:14
He luggi, was sagt eigentlich Dein Therapeuth zu Deinen unterirdischen Absonderungen?
Rene Artois schrieb am 29.05.2011 um 00:10
He luggi, was sagt eigentlich Dein Therapeut zu Deinem unterirdischen, sich in Deinen Absonderungen manifestierenden Verhalten?
luggi schrieb am 04.06.2011 um 22:31
@ Rene
Dein Therapeuth, zu dem ich mich zufällig begab, sagte, mein schwieriger Patient, also der Rene, der stinkt ... im Vergleich zu den aromatischen Auslassungen von diesem Maulwurf ... bekannt als luggi.
luggi schrieb am 04.06.2011 um 22:39
@ weinsztein
Die lieb gemeinten Räte kamen von mir ... du hast leider nicht darüber nachgedacht.
Wie wäre es mit einem Studium? Logik? Nachplappern kannst du ... aber diese Disziplin ist Mist.
Aber wenn deine geistigen Voraussetzungen für diese Problematik ausreichend sind, bitte, bedien' das ganze Ambiente mit gesundheitsschädlichen Kochempfehlungen.


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