Alltag

Ménage à trois | 08.01.2012 11:00 | Kathrin Schrader

Im falschen Verhältnis

Jeanne Moreau liebt in "Jules und Jim" gleich zwei Kerle. Die Dreiecksbeziehung ist ein Mythos. Aber kann man sie wirklich leben? Unsere Autorin hat es versucht

An jenem Tag klingelte eine fremde Frau an meiner Tür, um mir mitzuteilen, dass sie und mein Freund seit zwei Jahren ein Paar sind. Es ist vier Jahre her. Ich erinnere mich an jedes Detail. Ich lebte mit meinem Freund in einer Wohnung in Berlin-Mitte. An diesem Tag war ich allein. Mein Freund war verreist. Es war ein kühler, trockener Frühlingstag. Ich trug Stiefel, eine Tweedjacke und kam von einem Treffen mit meiner Tochter nach Hause. Ich war verwundert, als die fremde Frau ihren Namen an der Sprechanlage nannte, den ich bis heute nicht aussprechen kann, ohne dass ich dieses Gefühl der Ohnmacht wieder spüre, das mich während unserer Begegnung lähmte. Ich öffnete ihr. Sie war hübsch. Langes, lockiges Haar fiel ihr über die Schultern. Sie trug einen schwarzen Mantel, dessen Gürtel sie lässig löste, nachdem sie eingetreten war.

Später genügten ein, zwei Fragen an ihn, um zu begreifen, dass die Frau nicht gelogen hatte. Mir war sofort klar, dass wir auseinander gehen müssen. Aber er wollte das nicht und versprach mir, die Geschichte mit der Anderen zu beenden. Ich spürte, wie er mit sich kämpft. Er wirkte verzweifelt. Er sagte, er liebe uns beide. Ich glaubte ihm nicht.

Wir bewegten uns auf einmal in einer seltsamen Grauzone, in der nichts richtig und nichts falsch schien. Ich fand mich darin nicht zurecht. Wie kann man ein so intensives Gefühl für zwei Menschen gleichzeitig empfinden? Freunde sagten mir damals, es sei möglich und normal. Sie hätten das selbst erlebt. Monogames Verhalten sei anerzogen, eine Frage der Kultur. Ich wollte die Eifersucht nicht, aber sie war da. Ich wollte keine Frau sein, die ihrem Mann hinterher spioniert. Wir waren nicht verheiratet. Unsere Wege hätten sich sofort trennen können. Aber wir konnten einander nicht loslassen. Mein Freund wollte sich nicht völlig zu ihr bekennen. Und er wollte mich nicht verlieren.

Bisher war diese Dreiecksbeziehung einfach für ihn gewesen. Er hatte in zwei Städten gelebt und gearbeitet. Er hatte zwei Leben geführt. Ich war die Einzige, die nichts gewusst hatte. Warum war ich nicht so souverän wie Jules in François Truffauts Film Jules und Jim aus dem Jahr 1962? Anfangs möchte Jules Jim aus Eifersucht am liebsten töten. Später, als Jim begreift, dass er seine Frau nicht vollkommen glücklich machen kann und Angst davor hat, dass sie ihn verlassen wird, bittet er seinen Freund Jim: „Liebe sie!“

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Was war geschehen? Wieso hatte ich nicht damit gerechnet, dass so etwas passieren könnte? War er überhaupt der Mann, den ich jahrelang geliebt hatte? Und wer war ich? Ich war hin- und her gerissen zwischen verschiedenen Identitäten. Die Frau, die es ideal fand, gemeinsam durch diese Krise zu gehen, dachte und fühlte komplett anders als die Frau, die sich trennen wollte und auf Wohnungssuche ging. Ich war diese beiden Frauen.

Wenn ich meinen Freund in der anderen Stadt besuchte, war sie immer da, nicht körperlich, aber ich spürte ihre Anwesenheit. Sie war durch diese Räume gegangen, hatte in diesem Bett geschlafen. Sie hatte bei ihm geduscht und gegessen. Sie hatten miteinander geredet, auch über mich. Ich fürchtete sie als die Fremde, Unbekannte. Ich fürchtete die Rivalin in mir selbst, die mich verurteilte, weil ich meinem Freund nicht alles geben konnte, was er brauchte, weil ich nicht sie sein konnte.

Die andere Frau

In Jules und Jim weiß Jules genau, wer er nicht ist, was Catherine fehlt: Die Eleganz und Wildheit des draufgängerischen Frauenschwarms Jim. Doch Jules scheint aus anderen Quellen ausreichend Selbstwertgefühl zu ziehen, aus seiner Arbeit zum Beispiel, aus seiner Empathie. Auch ich hatte mich eigentlich für empathisch gehalten. Bis diese andere Frau auftauchte. Wusste Jules, dass Helen ihn nie verlassen würde? Genügte ihm diese Gewissheit?

Dieser Jules hat wirklich gelebt. Es war der Schriftsteller Franz Hessel, dessen Sohn Stéphane Hessel mit seiner Streitschrift Empört euch! weltberühmt wurde. Helen Hessel, die Frau von Franz Hessel und Mutter von Stéphane, ist Catherine aus dem Film. Henri-Pierre Roché, dessen Roman Truffaut als Filmvorlage diente, ist Jim, der Liebhaber von Helen Hessel.

Sein Vater habe seine Mutter sehr geliebt und beschützt, erzählt Stéphane Hessel, er sei „unegozentrisch“ gewesen und konnte die leidenschaftliche Liebe seiner Frau zu dem gemeinsamen Freund befürworten. Er habe gesehen, dass Helen ihn brauchte. Seine Mutter habe immer beide Männer verstanden. Die leidenschaftliche Liebe zu Roché habe die starke Beziehung zu ihrem Mann nicht zerstört.

Es gab ähnliche Konstellationen im Leben von Simone de Beauvoir, oder in der Welt der Schriftstellerin und Feministin Benoîte Groult (Salz auf unserer Haut). Wie lebten diese Menschen? Was gab ihnen die Souveränität, so miteinander umzugehen, scheinbar frei von Angst?

Funktionieren solche Modelle nur in besonderen Milieus? Helen Hessel wohnte mit ihren beiden Kindern in Paris, ihr Mann Franz in Berlin. Helen Hessel und Henri-­Pierre Roché gehörten zur künstlerischen Avantgarde und begegneten Marcel Duchamp, Man Ray, Max Ernst und Pablo Picasso. Die Familie war frei von dem Druck ökonomischer Abhängigkeiten, die Verlust­ängste und Aggressionen verstärken. Aber offensichtlich besaßen sie auch Mut zur Selbstreflexion. Sie begegneten dem anderen, dem Gefährlichen, ohne Furcht. Ich war zwar auch niemals finanziell von meinem Freund abhängig, aber ich ahnte, dass das Leben allein sehr viel härter werden würde. Ich hatte Angst vor diesem „reduzierten“, dem Leben ohne ihn.

Dreiecksbeziehungen waren immer Stoff fürs Kino, und sie beschäftigen Filmemacher noch heute. Obwohl ich Drei, den Film des Regisseurs Tom Tykwer, sehr mag, weil er über eine moderne Version der Ménage à trois hinausgeht – finde ich mich in keiner dieser Personen wieder. Er ist eine schöne Utopie, eine Idee davon, wie wir miteinander umgehen könnten. Auch dort bewegen sich die Protagonisten in einem privilegierten Milieu. Jeder hat einen Liebhaber. Das ist gerecht.

In meiner Geschichte empfand ich mich als Verliererin. Ich beneidete meinen Freund, der scheinbar alles hatte: Gute Jobs, genügend Geld und eine Affäre. Für mich stand viel auf dem Spiel: Gemeinsame Radtouren, Zärtlichkeiten, Anrufe, das Miteinandersein.

Der Vertrauensbruch blieb

Eines Abends hatte ich beschlossen, wenn mein Freund nach Hause zurückkommen würde, nicht mehr da zu sein. Eine Freundin hatte mir vorübergehend ihr Sofa angeboten. An diesem Abend war ich ins Yogastudio gegangen. Als ich herauskam, war es dunkel und stürmte. Ich machte mir Sorgen um meinen Freund, der gerade im Flugzeug saß. Vielleicht würde er wegen des Unwetters nicht landen können. Auf der Straße las ich seine Nachricht: ‚Komme gegen neun‘.

Ich rief ihn an, kaufte schnell etwas zu essen. In dieser Nacht schworen wir, uns niemals im Stich zu lassen, sondern füreinander da zu sein, wo auch immer wir gerade sind, mit wem auch immer. Ich beschloss, dass das, was wir miteinander erleben, uns allein gehört. Aber der Vertrauensbruch blieb. Wir haben es trotzdem noch eine Weile zusammen versucht.

Ich schaue mir Paare jetzt genauer an. Ich bin umgeben von lauter angestrebten, vermuteten und gelebten Dreiecksbeziehungen. Sie scheinen normal zu sein. Für mich sind sie es nicht.

Jules, Jim und Catherine haben von Anfang an mit offenen Karten gespielt. Jeder hatte die Möglichkeit, sich zu entscheiden. Diese Chance hätte ich gerne gehabt. Ich weiß nicht, wie ich mich dann verhalten hätte. So blieb mir nur, zu gehen.

 
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Artikelaktionen
Kommentare
Rondra schrieb am 08.01.2012 um 12:41
Liebe Frau Schrader,

ganz so einfach wie im Film ist es leider nicht immer. Und zwei Jahre belogen zu werden ist eine ganz schlechte Vorraussetzung für eine Mehrfachbeziehung. Aber bitte nicht aufgeben! Es gibt sie, die glücklichen Dreier-Beziehungen, hier zum Beispiel. Ich erlebe Eifersucht, aber die Freundin meines Freundes möchte ich nicht mehr missen, die ist jetzt Familie.

Viele Grüße,
Rondra
linagru schrieb am 08.01.2012 um 16:58
Es ist doch auch oft noch so dass Männer mehr verdienen und eine steilere Karriere machen können, rein statistisch. Zudem suchen wir Frauen uns auch gerne einen etwas größeren, älteren uns wirtschaftlich etwas überlegenen Mann aus.

Deswegen fällt es einem Mann eventuell leichter großzügig zu sein? Allerdings nur in einem Kulturell alternativen Umfeld ansonsten steht der Macho-Faktor im Weg.

Helen ist eben eine Frau und kein Mann. Hat es etwas damit zu tun?

Aber abgesehen davon geht es hier nicht nur um Dreieck sondern auch um 2 Jahre lügen. Das kann man sicher schwer überwinden, egal zu welchem Thema.
Wolfram Heinrich schrieb am 09.01.2012 um 03:21
Manchmal frage ich mich, was sich Frauen eigentlich alles von Männern gefallen lassen. Und warum.
Dein Freund fährt zweigleisig, er hat woanders noch eine zweite Frau. Diese zweite Frau weiß (wie lange eigentlich schon? Von Anfang an?), daß sie eine Zweitfrau ist, dir sagt es dein Freund nicht. (Du bist also die Zweitfrau, die Andere ist die Erstfrau, die er ins Vertrauen zieht.) Es ist die Andere , die Klar Schiff macht, offensichtlich ohne sein Wissen ("Später genügten ein, zwei Fragen an ihn, um zu begreifen, dass die Frau nicht gelogen hatte."), ebenso offensichtlich, um dich wegzugraulen.
Irgendwann erfährst du also, daß dir dein... äh, sagen wir mal: Freund (eigentlich wäre "Beschäler" treffender) seit zwei Jahren jeden Tag, an dem du mit ihm zusammen warst, ins Gesicht gebrunzt hat. Er hat dich schlicht und ergreifend verarscht. Und du überlegst, ob du Schluß machen sollst.
Woher kommt diese grauenvolle Geduld der Frauen mit den Männern?

Ciao
Wolfram
tlacuache schrieb am 09.01.2012 um 04:24
Wolfram Heinrich schrieb am 09.01.2012 um 03:21
Für die Profis, zu denen man Dich ja auch zählen kann:

Dr. Sommer Fragen:

www.bravo.de/dr-sommer/ich-bin-in-zwei-jungs-gleichzeitig-verliebt

;-)
Wolfram Heinrich schrieb am 09.01.2012 um 04:58
@tlacuache
Für die Profis, zu denen man Dich ja auch zählen kann:

Du sollst hier nicht petzen!

Dr. Sommer Fragen:

Verdammt. Da grübel ich und Dr. Sommer weiß die Antwort schon längst. Ich tausche mein Diplom gegen eine Rolle Klopapier (4-lagig). Es ist sowieso alles sinnlos. Wer bin ich schon.

Ciao
Wolfram
der Hetiritter schrieb am 09.01.2012 um 09:47
Vor ca. 25 Jahren gab es mal bei Dr. Sommer (hatte die Zeitung von den jungen Mädchen im Freibad genommen, das war meine erste und letzte Bravo) wurde ein Fall geschildert, der von Dr. Sommer mit Spot beantwortet wurde und aus heutiger Sicht wohl (wenn sie stimmen sollte) den Tatbestand der (mind.) Verführung eines Minderjährigen erfüllte, aber es ging ja nur um einen Jungen... ;-(
Pristine schrieb am 09.01.2012 um 14:05
Das kann man sich allerdings fragen. Ich hätte der anderen Trulla politically und auch sonst ziemlich unkorrekt gezeigt, wo der Hammer hängt; ihm vielleicht auch, je nach Tagesform. Sorry, aber so was kann man sich einfach nicht bieten lassen.
luzieh.fair schrieb am 09.01.2012 um 14:29
Die andere "Trulla" ist aber doch nicht das eigentliche Problem. Das Problem ist als erstes der jahrelang lügende Partner und danach (nach Aufdeckung der Lüge) die hinnehmende Frau. Die andere "Trulla" hat keine Verantwortung irgendwem gegenüber und wer weiß, vielleicht hatte sie auch keinen Bock mehr auf die Chose und hat sich (auch die Lüge hinnehmend) jahrelang mit dem Versprechen, dass die Erstfrau bald verlassen wird, zufrieden gegeben.
Beide Frauen müssten sie sich dann der berechtigten Frage von Wolfram stellen: was bitte ist bei Schief gelaufen, dass ihr Euch das gefallen lasst?!
Der Mann hat daraus nur gelernt, dass es sich mindestens eine Zeit lang ganz bequem mit einer Lüge leben lässt.

Ich weiß allerdings nicht @Wolfram, ob es wirklich eher die Frauen sind, die sich sowas von den Männern gefallen lassen. Ich habe ähnliches auch schon umgekehrt beobachten können. Das ist wohl einfach eine Frage des Charakters, respektive des Selbstbewusstseins. Also beides: das Lügen und Betrügen und das Hinnehmen dieser Dinge.
Pristine schrieb am 09.01.2012 um 15:41
Nun, es gibt (glücklicherweise) genug Trullas (mich eingeschlossen), die sich zu schade dafür sind, sich in eine bestehende Beziehung zu drücken. Keine Verantwortung? Sind doch alles erwachsene Menschen, denke ich.
Wolfram Heinrich schrieb am 09.01.2012 um 17:53
@luzieh.fair
Der Mann hat daraus nur gelernt, dass es sich mindestens eine Zeit lang ganz bequem mit einer Lüge leben lässt.

Und nachdem die Lüge (nicht von ihm) dann aufgedeckt wurde, macht er auf Seelenpein ("Hu, ich Zerrissener, ach, wie ich leide"), das wirkt dann auch noch mal eine schöne Zeit.

Ich weiß allerdings nicht @Wolfram, ob es wirklich eher die Frauen sind, die sich sowas von den Männern gefallen lassen. Ich habe ähnliches auch schon umgekehrt beobachten können.

Männer sind halt auch bloß Menschen.

Das ist wohl einfach eine Frage des Charakters, respektive des Selbstbewusstseins. Also beides: das Lügen und Betrügen und das Hinnehmen dieser Dinge.

Das Lügen und Betrügen ist ja das eigentlich Entscheidende bei der ganzen Sache. Wer, Mann oder Frau, eine außereheliche Affäre verheimlicht, weiß natürlich ganz genau, daß das nicht in Ordnung ist, was er macht - anderenfalls würde er kein Geheimnis draus machen.
Mich würde mal interessieren, wie viele "Schatz, ich brauch das nun mal"-Fremdgänger von Eifersucht aufgefressen werden, wenn der Partner sich dergleichen ebenfalls erlaubt. Wenn beide mit dem Fremdgehen des Anderen klarkommen, kein Geheimnis draus machen, ist das eine andere Sache. Wenn... ja, wenn dabei nicht auch verdammt viel Lüge dahintersteckt.
Apropos Eifersucht. Eifersucht ist ja schon eine ziemlich üble Sache, wenn man konfrontiert ist. Dann aber auch noch zusätzlich ein schlechtes Gewissen haben, weil man eifersüchtig ist... Das mag ein Menschenherz wohl überfordern. Eifersucht als elementares Gefühl in sich tragen und dann - Gott, was bin ich rational - den Anspruch in sich tragen, nicht eifersüchtig sein zu dürfen... Mir balst nicht gangst.

Ciao
Wolfram
luzieh.fair schrieb am 09.01.2012 um 19:48
"...das wirkt dann auch noch mal eine schöne Zeit. " irgenwie verrückt, oder? Wie Dreistigkeit doch siegen kann...
Mit 14 habe ich ein paar mal vergebens auf einen Jungen am Bahnhof gewartet. Irgendwann verstand ich die verarsche und schwor mir (erfolgreich), dass mir sowas nie wieder passiert...

"Männer sind halt auch bloß Menschen." Ja, das stelle ich auch immer wieder fest. Aber das macht mir nichts aus ;-)

"Wenn beide mit dem Fremdgehen des Anderen klarkommen, kein Geheimnis draus machen, ist das eine andere Sache." Dann ist es aber auch kein "Fremgehen" mehr, jedenfalls nicht klassisch.
Und ja, auf jeden Fall. Das mit der Eifersucht. Da gibt er vor, von der Tatsache, dass er sich nicht entscheiden kann, zerrissen zu sein und sie zerreißt es innerlich, weil ihr das Gefühl vermittelt wird, ihre Eifersucht sei fehl am Platz...
Wolfram Heinrich schrieb am 09.01.2012 um 20:05
@luzieh.fair
"...das wirkt dann auch noch mal eine schöne Zeit. " irgenwie verrückt, oder? Wie Dreistigkeit doch siegen kann...

Ja mei, ich habe mehr als einmal Menschen kennengelernt, die sich viel auf ihre besondere Sensibilität zugute hielten. Wenn es um ihre eigene schöne Seele ging, so forderten sie von der Mitwelt viel Rücksichtnahme, wenn sie auf anderen Leuten rumtrampelten, haben sie es oft nicht mal bemerkt. Seither zucke ich jedesmal zusammen, wenn sich einer selber als "sensibel" bezeichnet. Die Hand rutscht zum Colt an der Hüfte, immer bereit, blank zu ziehen.

"Männer sind halt auch bloß Menschen." Ja, das stelle ich auch immer wieder fest. Aber das macht mir nichts aus ;-)

Die Männer werden es dir danken. Männer sind ja sensi... äh, äh...

"Wenn beide mit dem Fremdgehen des Anderen klarkommen, kein Geheimnis draus machen, ist das eine andere Sache." Dann ist es aber auch kein "Fremdgehen" mehr, jedenfalls nicht klassisch.

Fremdgehen ist es eigentlich schon noch, von "betrügen" allerdings kann man nicht mehr sprechen.

Das mit der Eifersucht. Da gibt er vor, von der Tatsache, dass er sich nicht entscheiden kann, zerrissen zu sein und sie zerreißt es innerlich, weil ihr das Gefühl vermittelt wird, ihre Eifersucht sei fehl am Platz...

In meiner Studentenzeit und etwas später traf ich viele Leute, die von sich und anderen forderten, spontan und "echt" in ihren Gefühlen zu sein. Sei mit dir im Einklang, laß deine heraus, sei Du. Wehe aber, du warst mal saugrantig und hast das nicht verborgen... Von Eifersucht red ich schon gar nicht mehr.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 09.01.2012 um 20:06
Nachtrag:
soll heißen "...laß deine Gefühle heraus,..."
luzieh.fair schrieb am 09.01.2012 um 20:54
Lieber Wolfram,

ja, diese Studenten gibt es auch heute noch. Sie sind nicht mehr dieselben und meistens und glücklicherweise nehmen sie (die teils auch meine Freunde sind) ein: "ich bin für sowas wohl etwas zu bürgerlich" mit einem Lächeln hin.
Ansonsten geht das heutzutage auch ganz gut mit: "ich red dir doch nicht in Dein Lebenskonzept rein und madig machen will ich es Dir auch nicht, aber lass mir die Freiheit etwas anderes zu wollen..." vorbei.
Angeblich wurde man früher (ich weiß ja nicht, wann Du studiert hast, aber es hört sich nach den Spontis der 70er an;-) )ja wirklich einfach abgewatscht, wenn man dieses Lebensgefühl nicht teilen wollte.
Vielleicht ist es einfacher heute auch als Spießerin einen Platz zu finden, ohne dem Golfclub beitreten zu müssen.
Das kann aber auch an meinen tollen Freunden liegen...
Wolfram Heinrich schrieb am 10.01.2012 um 03:15
@luzieh.fair
ja, diese Studenten gibt es auch heute noch. Sie sind nicht mehr dieselben

Das bleibt denn doch zu hoffen, es wären ein bißchen viel Semester.

Angeblich wurde man früher (ich weiß ja nicht, wann Du studiert hast, aber es hört sich nach den Spontis der 70er an;-) )ja wirklich einfach abgewatscht, wenn man dieses Lebensgefühl nicht teilen wollte.

Hmnja, siebziger Jahre kommt ganz gut hin. Das mit dem Abwatschen war bei mir nicht so einfach, ich bin dergleichen Zumutungen offensiv begegnet, nicht aggressiv, aber doch eindeutig. Wenn du anfängst, dich für deine Gefühle zu rechtfertigen, hast du eh schon verloren.

Ciao
Wolfram
Jörg Friedrich schrieb am 09.01.2012 um 15:58
Die Geschichte bleibt für mich auch plausibel wenn ich den Mann als aufrichtig ansehe. Das mag paradox klingen, aber so einfach, wie manche Kommentatoren sich das hier machen, ist die Welt nicht.

Der Mann hat sich in eine zweite Frau verliebt. Hier tun nun manche so als sei es das Selbstverständlichste von der Welt, danach direkt zur Freundin zu gehen, ihr das sachlich mitzuteilen und auszuziehen. Ich staune immer wieder, wie sachlich-einfach die Welt für andere Menschen aussehen muss. Vielmehr ist doch anzunehmen, dass er die ganze Zeit unsicher war, er wusste nicht was er wollte und die Situation hat es ihm erlaubt, die Entscheidung herauszuzögern. Natürlich hat er sich es einfach gemacht aber ich behaupte einmal, dass das eine ganz menschliche Neigung ist. Wir schrecken vor dem schweren Entschluss zurück so lange wie es nur geht und versuchen, uns irgendwie durchzulavieren. Vielleicht ist das auch ganz gut so, denn die ach so vernünftigen Entscheidungen sind nicht so unbedingt vernünftig, stellt man im Nachhinein oft fest.

Dann kommt also alles raus -der Mann ist vor die Frage gestellt, was er wirklich will - und weiß es nicht. Es ist so wie in der Ringparabel von Lessing, die Frage, wen er am meisten iebt, kann er nicht beantworten ("... schien ihm bald der, bald dieser,... so wie jeder sich mit ihm alleine befand, und sein ergießend Herz die andern ... nicht teilten...). Er versucht und kämpft und laviert doch wieder.

Die ("betrogene") Frau glaubt ihm und versucht auch, wieder mit ihm das alte Verhältnis zu finden.Und beginnt, über ihre eigenen Werte zu reflektieren. Gerade weil sie überkommene Wertvorstellungen in frage zu stellen beginnt, versucht auch sie, die Dreierkonstellation auszuhalten. Das ist doch gerade für unsere Zeit der Infragestellung aller alten Werte ein nahe liegender Ansatz eine emanzipierten Frau.

Dann merkt sie irgendwann, dass sie es nicht schafft. Sie hat schmerzhaft eine menge über sich gelernt - und m.E. die ganze Zeit über immer genau das Richtige getan.
Wolfram Heinrich schrieb am 09.01.2012 um 17:54
@Jörg Friedrich
Der Mann hat sich in eine zweite Frau verliebt. Hier tun nun manche so als sei es das Selbstverständlichste von der Welt, danach direkt zur Freundin zu gehen, ihr das sachlich mitzuteilen und auszuziehen.

Pardon, aber wenn ich jemanden liebe (die erste Frau, immer noch), dann muß ich doch merken, daß Heimlichtuerei und ständiges Lügen (denn die erste Frau frägt natürlich ab und an, was er denn so mache in der anderen Stadt) sich mit Liebe nicht verträgt. Der zweiten Frau gegenüber hat er ja kein Geheimnis gemacht, daß er woanders noch eine Frau hat. Hier war er durchaus in der Lage, offen zu sein.

Wir schrecken vor dem schweren Entschluss zurück so lange wie es nur geht und versuchen, uns irgendwie durchzulavieren. Vielleicht ist das auch ganz gut so, denn die ach so vernünftigen Entscheidungen sind nicht so unbedingt vernünftig, stellt man im Nachhinein oft fest.

Hier ging es doch nicht um Vernunft, sondern um den Respekt vor dem Partner (der ersten Frau). Diese erste Frau hat der Typ zwei Jahre lang verarscht und er hätte sie womöglich noch länger verarscht, hätte nicht die zweite Frau die Initiative ergriffen und ihn damit konfrontiert.
Er lebt in Berlin, hat aber anscheinend in einer anderen Stadt immer wieder für längere Zeit beruflich zu tun. Eine feine Sache für ihn, in Berlin hat jemand zum Ficken, in der anderen Stadt auch.

Dann kommt also alles raus - der Mann ist vor die Frage gestellt, was er wirklich will - und weiß es nicht.

Dieses arme Hascherl aber auch. Dabei ging es doch bloß drum, daß er in beiden Städten jemand hatte. "Was hat diese Frau, was ich nicht habe? - Nichts... Nur, sie hat es hier ."

Es ist so wie in der Ringparabel von Lessing, die Frage, wen er am meisten liebt, kann er nicht beantworten

Mit Verlaub - wenn mir eine Frau, von der ich eben grade erfahren habe, daß sie seit geraumer Zeit einen Anderen neben mir hat, mit Lessing käme... Mein lieber Schwan, dann wäre Matthäi am Letzten. In so einer Situation auch noch Literatur...


Die ("betrogene") Frau glaubt ihm und versucht auch, wieder mit ihm das alte Verhältnis zu finden. Und beginnt, über ihre eigenen Werte zu reflektieren. Gerade weil sie überkommene Wertvorstellungen in frage zu stellen beginnt, versucht auch sie, die Dreierkonstellation auszuhalten. Das ist doch gerade für unsere Zeit der Infragestellung aller alten Werte ein nahe liegender Ansatz eine emanzipierten Frau.

Ach Gott, ach Gott, die emanzipierte Frau. Früher war jemand, Mann oder Frau, einfach eifersüchtig. Schlimm genug, für den, der davon betroffen ist. Heute muß er/sie sich auch noch zusätzlich geißeln, weil er/sie eifersüchtig ist. Du hast es gefälligst nicht zu sein!

Dann merkt sie irgendwann, dass sie es nicht schafft. Sie hat schmerzhaft eine menge über sich gelernt - und m.E. die ganze Zeit über immer genau das Richtige getan.

Amen. Sie hat im Grunde gar nichts getan. Zwei Jahre lang wußte sie nichts von der Kacke, die da am Dampfen war. Dann hat sie davon erfahren ("Hallo, grüß dich, ich bin die Freundin deines Mannes") und war erst mal gelähmt. Er und die wissende Zweitfrau haben die ganze Zeit über die Erstfrau verarscht.
Wenn das Liebe ist... Leute, wenn ich die Wahl hätte, zwischen dieser Art von Liebe und keiner , ich würde ohne zu zögern die letztere Alternative wählen. Alleinsein kann ich auch alleine, und das komfortabler.

Ciao
Wolfram
Jörg Friedrich schrieb am 09.01.2012 um 18:16
Wolfram Heinrich, "Respekt" ist natürlich ein großes Wort. Ich frage mich dann immer, was so ein Wort eigentlich bedeutet und warum es in der gegebenen Situation anzuwenden ist.

Aber noch mehr interessiert mich, woraus Sie schlussfolgern "der Typ" hätte die Frau "zwei Jahre lang verarscht" - das Wort "verarschen" hat für mich immer etwas mit "sich über jemanden lustig machen", mit "spotten" u.ä. zu tun. Davon lese ich allerdings hier nichts.

Übrigens bin ich nicht der Mann, von dem hier die Rede ist, und deshalb kann ich, in einer Diskussion über die Situation dieses Mannes, durchaus mit Lessing argumentieren.
Wolfram Heinrich schrieb am 09.01.2012 um 19:48
@Jörg Friedrich
Wolfram Heinrich, "Respekt" ist natürlich ein großes Wort. Ich frage mich dann immer, was so ein Wort eigentlich bedeutet und warum es in der gegebenen Situation anzuwenden ist.

Ein Vorschlag, mal so, ins Unreine gedacht: Respekt ist, den Anderen nicht völlig und im allerpersönlichsten Bereich wie einen Idioten zu behandeln. Respekt ist natürlich noch mehr, aber das scheint mir doch mal die Grundanforderung zu sein.

Aber noch mehr interessiert mich, woraus Sie schlussfolgern "der Typ" hätte die Frau "zwei Jahre lang verarscht" - das Wort "verarschen" hat für mich immer etwas mit "sich über jemanden lustig machen", mit "spotten" u.ä. zu tun. Davon lese ich allerdings hier nichts.

Hätte der Typ sich über die Erstfrau offen lustig gemacht und sie verspottet, so wäre das eine zwar böse Verhaltensweise gewesen, aber er wäre ihr doch mit offenem Visier entgegengetreten. Sie hätte dann die Chance gehabt, sich so oder auch anders zu verhalten. So aber hat sie zwei Jahre lang in einer privaten Welt gelebt, die es eigentlich gar nicht gegeben hat.

Übrigens bin ich nicht der Mann, von dem hier die Rede ist,

Das war mir klar.

...und deshalb kann ich, in einer Diskussion über die Situation dieses Mannes, durchaus mit Lessing argumentieren.

Die Argumentation mit Lessing habe ich als quasi anwaltliche Äußerung verstanden.

Ciao
Wolfram
luzieh.fair schrieb am 09.01.2012 um 20:01
Ich komm mal kurz hinzu: Die Sache mit dem Respekt ist doch die: behandle so wie Du selbst behandelt werden willst...mal einfach gesagt. Beziehungen basieren doch auf Ehrlichkeit oder? Die Liebe wäre nichts Wert, ohne sie. Und wenn ich mich auf eine Person einlasse und wir versprechen uns, immer ehrlich miteinander zu sein, dann erwarte ich, dass mir mein Partner, sollte er sich in jemand anderen verlieben, davon von sich aus berichtet und nicht, wenn er nicht mehr anders kann.
Wie ich dann damit umgehe, liegt natürlich bei mir. Ob mein Partner und ich einen gemeinsamen Weg finden damit umzugehen, hängt von unserer Basis ab.
Aber: wenn ich zwei Jahre lang hintergangen werde, dann gibt es für mich nichts mehr umzugehen, dann heißt es gehen. Schnellen Schrittes am Besten.
Einfacher geschrieben, als getan vermutlich. Neidisch bin ich jedenfalls nicht auf die Situation.
Jörg Friedrich schrieb am 09.01.2012 um 20:55
Wolfram Heinrich, ich fühle mich nicht "als Idiot behandelt" wenn mir jemand nicht alles sagt, was mich verletzen würde, schon gar nicht, wenn der Andere nicht die Kraft oder den Mut dazu hat. Ich weiß nichts über den Mann in der Geschichte aber - wie gesagt - ich halte auch eine Version für plausibel, in der der Mann eben kein kaltblütiger zynischer "Verarscher" ist, sondern nur ein schwacher Feigling - der natürlich auch seinen Genuss gesucht und gefunden hat. Von solchen Menschen wimmelt es in meiner Welt, zynische Verarscher kommen da selten vor.

Luzieh.fair, ich möchte ehrlich gesagt nicht immer alles wissen, was andere wirklich denken oder wünschen. Insofern würde für mich zum respektvollen Umgang durchaus gehören, dass jemand für sich behält, was mich nur traurig machen würde. Das beginnt bei kleinen Komplimenten und Schwindeleien und wo das wirklich aufhört, werde ich hier nicht ausbreiten.
luzieh.fair schrieb am 09.01.2012 um 22:09
"ich möchte ehrlich gesagt nicht immer alles wissen, was andere wirklich denken oder wünschen. "
ok, das sei Ihnen gegönnt. Bei mir ist das anders...Aber vielleicht muss ich auch nur reifer werden und wenn mir irgendwann oft genug die Wahrheit um die Ohren geflattert ist und mich verletzt hat, sag ich auch: sags mir lieber nicht.

Ich glaube allerdings, dass ich immer wissen wollen werde, wenn die Gefühle meines Partners mir gegenüber sich verändert haben.
Wolfram Heinrich schrieb am 10.01.2012 um 03:17
@Jörg Friedrich
Wolfram Heinrich, ich fühle mich nicht "als Idiot behandelt" wenn mir jemand nicht alles sagt, was mich verletzen würde, schon gar nicht, wenn der Andere nicht die Kraft oder den Mut dazu hat.

Zwischen "jemandem nicht alles sagen" und "dem anderen konstitutive Sachverhalte, die Beziehung betreffend verschweigen" ist vielleicht doch noch ein kleiner Unterschied. Wenn meine Frau ein Kleid trägt, von dem ich weiß, daß es ihr sehr gefällt, dann werde ich ihr natürlich nicht knallhart sagen "Du siehst in diesem Fetzen beschissen aus".
Aber "Schatzi, ich hab seit zwei Jahren eine andere Frau neben dir, ich hab nix gesagt, weil ich dich nicht verletzen wollte, du weiß ja, ich bin ein rücksichtsvoller Mann"...
Und was "die Kraft oder den Mut" betrifft: Die Entschlußkraft, die Beziehung zu beginnen, hatte er ja, so ist es nicht.

Ich weiß nichts über den Mann in der Geschichte aber - wie gesagt - ich halte auch eine Version für plausibel, in der der Mann eben kein kaltblütiger zynischer "Verarscher" ist, sondern nur ein schwacher Feigling - der natürlich auch seinen Genuss gesucht und gefunden hat. Von solchen Menschen wimmelt es in meiner Welt, zynische Verarscher kommen da selten vor.

Ich lenke mal die Aufmerksamkeit auf die Zweitfrau (hirnblöder Ausdruck, ich weiß, aber wir wissen den Namen ja nicht). Sie ist, wenn ich die Geschichte richtig verstanden habe, ohne Wissen des Mannes bei Kathrin aufgetaucht und hat reinen Tisch gemacht. Für mich ergibt sich daraus die begründete Vermutung, daß ihr, die von Anfang an über "die Andere" Bescheid wußte, das ganze Affentheater allmählich auf die Eierstöcke ging. Sie hat den Mann in Zugzwang gebracht, anscheinend nicht, weil sie mit einem Dreieck ganz zufrieden war und dies nun eben auch der dritten Partei kundmachen wollte. Meines Erachtens war es eine Botschaft an den Mann: "Mach endlich was, du Hosenscheißer."
Ich finde in der Geschichte auch keinen Hinweis darauf, daß der Mann bei der einen suchte, was er bei der anderen nicht haben konnte. Es scheint eher ein geographisches Arrangement gewesen zu sein. Ich bin mal hier, ich bin mal da und an beiden Orten steige ich ins gemachte Bett.

Luzieh.fair, ich möchte ehrlich gesagt nicht immer alles wissen, was andere wirklich denken oder wünschen. Insofern würde für mich zum respektvollen Umgang durchaus gehören, dass jemand für sich behält, was mich nur traurig machen würde. Das beginnt bei kleinen Komplimenten und Schwindeleien und wo das wirklich aufhört, werde ich hier nicht ausbreiten.

Geht deine Rücksichtnahme tatsächlich so weit, daß du für den Anderen eine gefälschte Welt aufbaust, nur damit sich das arme Hascherl nicht grämen soll? Daß jemand so was macht, kann ich ja noch nachvollziehen, aber sich dabei auch noch gut fühlen?

Damit eines klar ist: Es geht mir hier nicht um eine Verteidigung monogamer Lebensweise. Die Zeiten sind vorbei, da man aus ökonomischen Gründen heiraten mußte, die Frau, die selber nicht berufstätig sein konnte, brauchte jemand, der das Geld ranschaffte, der Mann brauchte jemand, der ihm - in Ermangelung tiefgefrorener Fertiggerichte - die Mahlzeiten zubereitete.
Wer meint, nicht monogam leben zu können (oder gar zu wollen), der soll dies tun, er hat die Möglichkeit dazu. Soll er doch von Partner zu Partner hüpfen, soll er doch One-Night-Stands aufreißen, wo immer er das kann, soll er doch ins Puff gehen, wann immer er meint, das tun zu müssen.
Womit ich Schwierigkeiten habe, das ist der Umstand, daß sich jemand mit einer festen Beziehung belastet, obwohl er eigentlich gar keine feste Beziehung will.

Ciao
Wolfram
lieselotte k. schrieb am 09.01.2012 um 18:36
Lieber Wolfgang Heinrich und lieber Jörg Friedrich,

es ist für mich als Autorin des Artikels wirklich großartig, ihr Gespräch zu verfolgen! Sie haben beide Recht!!! Es ist verrückt, ich lese diese Meinungen, und finde ihre Klarheit, lieber Wolfgang Heinrich, soooo wohltuend, aber dennoch haben auch Sie, lieber Jörg Friedrich, die Lage fein analysiert. Es ist nicht alles so einfach wie es auf den ersten Blick scheint!

liebste Grüße
Ihre Kathrin Schrader
Wolfram Heinrich schrieb am 09.01.2012 um 19:49
@lieselotte k.
es ist für mich als Autorin des Artikels wirklich großartig, ihr Gespräch zu verfolgen! Sie haben beide Recht!!! Es ist verrückt, ich lese diese Meinungen, und finde ihre Klarheit, lieber Wolfgang Heinrich, soooo wohltuend, aber dennoch haben auch Sie, lieber Jörg Friedrich, die Lage fein analysiert. Es ist nicht alles so einfach wie es auf den ersten Blick scheint!

Das ist es in der Tat nicht. Als Außenstehender ist leicht Klugschwätzen. Ich kenne Situationen, in denen ich absolut blind war für das mich betreffende Offensichtliche. Hätte es andere Leute betroffen, so wäre mir sofort aufgefallen, was da läuft.
Deswegen laufen die Leute ja zum Psychologen, nicht weil der schlauer wäre, sondern weil er draußen steht. Ein Freund, der zuhören kann, täte es natürlich auch.

Ciao
Wolfram
lieselotte k. schrieb am 09.01.2012 um 18:53
sorry, lieber Wolfram Heinrich, ich habe ihren Namen falsch geschrieben....
Wolfram Heinrich schrieb am 09.01.2012 um 19:50
@lieselotte k.
sorry, lieber Wolfram Heinrich, ich habe ihren Namen falsch geschrieben....

Liebe Karin, das bin ich gewöhnt, die Namensfrevler sind Legion. "Wolfgang" ist die Standardfalschschreibung (Goethe ist halt bekannter als sein Kollege von Eschenbach). Gerne genommen wird auch "Heinreich", "Wolöfram" oder (neulich erst) "Woilfram". Ich bin abgebrüht.

Ciao
Wolfram
lieselotte k. schrieb am 10.01.2012 um 11:54
danke, dass sie so nachsichtig sind, ich kannte Wolfram bisher nur aus dem Periodensystem der Elemente...

Heißt von Eschenbach Wolfram? Ich kannte bisher nur Marie Ebner...

Herzliche Grüße
Wolfram Heinrich schrieb am 10.01.2012 um 13:31
@lieselotte k.
danke, dass sie so nachsichtig sind,...

Mein Gegenschlag mit der Karin ist Ihnen gar nicht aufgefallen?

Heißt von Eschenbach Wolfram? Ich kannte bisher nur Marie Ebner...

Ich kann es nicht beurteilen, aber so manche Germanisten halten Wolfram von Eschenbach (de.wikipedia.org/wiki/Wolfram_von_Eschenbach) für bedeutender als seinen Zeitgenossen Walter von der Vogelweide.

Ciao
Wolfram
lieselotte k. schrieb am 10.01.2012 um 15:25
Oh, ein Minnesänger!
lieselotte k. schrieb am 10.01.2012 um 15:23
Mein Gegenschlag mit der Karin ist Ihnen gar nicht aufgefallen?

Nee. Das nimmt sich auch nicht viel, ob man nun Karin oder Kathrin heißt, das sind lediglich Sammelbegriffe und sie stehen nicht einmal im Periodensystem der Elemente...

Herzliche Grüße von Lieselotte
Wolfram Heinrich schrieb am 10.01.2012 um 16:16
@lieselotte k.
Nee. Das nimmt sich auch nicht viel, ob man nun Karin oder Kathrin heißt, das sind lediglich Sammelbegriffe und sie stehen nicht einmal im Periodensystem der Elemente...

Herzliche Grüße von Lieselotte


Man weiß ja eh nicht, was man sagen soll. Kathrin, Lieselotte... Säufts.

Ciao
Wolfram
zebraistik schrieb am 11.01.2012 um 01:50
Dass DER FREITAG inzwischen ein 'Meinungsmedium' sein soll per
definitionem von Jakob Augstein, ist weder immer schön noch gut.
Mir erschließt sich nicht, was dieser Beitrag, der m.E. besser etwa
in PSYCHOLOGIE HEUTE aufgehoben wäre, hier zu suchen hat.

Nichts gegen die Autorin! Wie offen/authentisch oder wie fiktiv auch immer sie die Dreiecksbeziehung problematisiert. Im Übri-
gen lassen sich Mehrfachbeziehungen nur in der Literatur "leben"
(etwa in "Wahlverwandtschaften") - allerdings bei offenen Karten
aller Beteiligten von Beginn an, so glaube ich zumindest. Sonst
sind Schmerz, Kränkung, traumatische Folgen (meist auf der Seite
der Frauen!) der Preis.

Ansonsten, was die Literatur angeht, der Hinweis auf Peter von
Matt, LIEBESVERRAT. DIE TREULOSEN IN DER LITERATUR.
Wolfram Heinrich schrieb am 11.01.2012 um 02:27
@zebraistik
Mir erschließt sich nicht, was dieser Beitrag, der m.E. besser etwa in PSYCHOLOGIE HEUTE aufgehoben wäre, hier zu suchen hat.

Wieso hätte dieser Beitrag hier nichts zu suchen? Kathrin Schrader hat hier eine sehr persönliche Geschichte erzählt, aber sie hat diese Geschichte auf eine Art und Weise erzählt, die über ihre eigene Person, ihre höchsteigene Situation hinausweist. Daß es nicht so ganz falsch war, den Beitrag hier einzustellen, kannst du auch daran ablesen, daß der Artikel inzwischen auf der Liste der meistkommentierten redaktionellen auf Platz 5 steht.
Das kommentierende Publikum hat also den Köder angenommen. Was will man als Autor mehr?

Im Übrigen lassen sich Mehrfachbeziehungen nur in der Literatur "leben" (etwa in "Wahlverwandtschaften") - allerdings bei offenen Karten aller Beteiligten von Beginn an, so glaube ich zumindest.

Den Satz verstehe ich, ehrlich gesagt, nicht. Wieso sollten sich Mehrfachbeziehungen nur in der Literatur leben lassen? Wenn ich mich so umsehe, dann habe ich den Eindruck, daß das Richtige Leben voll von solchen Beziehungen ist.

Sonst sind Schmerz, Kränkung, traumatische Folgen (meist auf der Seite der Frauen!) der Preis.

Schätzt du uns Männer tatsächlich als dermaßen dumpfe, stumpfe Burschen ein, daß dergleichen spurlos an uns abperlen würde?

Ciao
Wolfram
zebraistik schrieb am 11.01.2012 um 08:44
@ Wolfram Heinrich
Dieser Beitrag hat hier viel Rückmeldung ausgelöst - wie auch anders. Als ich dazu schrieb, stand im Hintergrund mein Ärger
über die Akzentverschiebungen im FREITAG, der nach dem kalten Rauswurf der ehemaligen Mitherausgeber sich zunehmend verwandelt in die Koch&Gärtner-SPIELwiese eines millionenstarken eitlen Players, der etwa einen Tom Strohschneider vergrätzt, der nun zur taz wechselt.

Substanzielle politische Themen fehlen ebenso wie ein Ressort
WIRTSCHAFT. Dafür eben -wenn auch auf 'gehobenem' Niveau
- selbstreferentielle Debatten in der Abteilung ALLTAG.

So. Nun zu Kathrin Schrader: Dass und was sie schreibt, ist natürlich ALLTAG und bemerkenswert offen, was die Preisgabe
ihrer weiblichen Leidensfähigkeit angeht. Da hilft der Satz weiter, den ich - lange her - über mein Bett gesprüht hatte:
"Ich bin die Frau meines Lebens!", wenn er auch in meinen
damaligen Mehrfachbeziehungen nicht immer weiterhalf.
Die Sprüche weiblicher Spontis, (von mir erfundene, glaube ich), "Männer in die Umlaufbahn!" und "Ich bremse nicht für Männer" haben den Hintergrund, inzwischen vielfach wissen-
schaftlich erforscht, dass DAMALS - jahaha, wenn ... erzählt ...-
über aller Experimentiererei Frauen auf der Ebene des "Neben-
widerspruchs" ihr Los zunächst - anders als ich - hinzunehmen
schienen. Guck dir doch an, was heute ein Langhans immer
noch zelebriert und gut davon lebt.

ABER: Ich habe einige wundervoll entfaltete Gefährten gehabt,
die auch ihre weiblichen Anteile leben, so wie ich meine männlichen. Und einen gibt es noch immer, nachdem wir eine
Umsegelung der Welt (Metapher!) auch in den hohen Wellen
einer (offenen) Dreiecksbeziehung gewagt haben und seine
Ex mir eine liebe Freundin ist und mein Ex ihm vice versa.

ABER: Gehört das in eine WOCHENZEITUNG? Zumal den FREITAG? NEIN! Ich bin jetzt wohl auch an den Köder, deinen,
geraten ...
luzieh.fair schrieb am 11.01.2012 um 09:00
"Gehört das in eine WOCHENZEITUNG? Zumal den FREITAG? NEIN!"

Hallo zebraistik,

wieso denn nicht?

Gerade Geschichten aus dem Leben, die sich u.U. (wenn man denn als LerserIn will) auf einer größeren, oder weiteren Ebene lesen lassen, regen doch zu Reaktionen an. Vielleicht auch zum Nachdenken. Oder einfach nur zum Schmunzeln.

Klar,i ch als bekennende Freundin des persönlichen Bloggens bin da vielleicht nicht objektiv, aber wer kann das schon von sich behaupten?

Zumal Du im Kommentarbereich dieser Wochenzeitung ja nun auch sehr Persönliches über Dich und Deine Vergangenheit preisgegeben hast.

Zu dem, was Du weiter oben geschrieben hast: funktionierende "Mehrfachbeziehungen" gibt es auch außerhalb der Literatur.
Aber Du hast recht: Menschen bei und mit denen das auf Dauer funktioniert (i.S.v. Menschen, die damit auf Dauer glücklich sind), die spielen von Anfang an mit offenen Karten.

Alle (von mir beobachteten) Beziehungen, die als romantische Zweierbeziehung begannen und dann (meist eher einseitig) zu offenen Beziehungen erklärt wurden, sind am Ende eines nicht mehr gewesen: schön. Mindestens für einen Beteiligten.
Was sie am Ende auch alle waren: vorbei.
Wolfram Heinrich schrieb am 11.01.2012 um 13:22
@zebraistik
Dieser Beitrag hat hier viel Rückmeldung ausgelöst - wie auch anders. Als ich dazu schrieb, stand im Hintergrund mein Ärger über die Akzentverschiebungen im FREITAG (...) Substanzielle politische Themen fehlen ebenso wie ein Ressort WIRTSCHAFT. Dafür eben -wenn auch auf 'gehobenem' Niveau - selbstreferentielle Debatten in der Abteilung ALLTAG.

Dafür kann die arme Kathrin aber nichts. Autoren von Beiträgen haben, wenn sie nicht feste Redakteure sind, keinen Einfluß auf die Linie des Blattes, Blogger schon gar nicht. Du stellst hier einen Beitrag rein und kannst dann hoffen, daß er zur Kenntnis genommen wird. Punkt. Mehr ist nicht.

Die Sprüche weiblicher Spontis, (von mir erfundene, glaube ich), "Männer in die Umlaufbahn!" und "Ich bremse nicht für Männer" haben den Hintergrund, inzwischen vielfach wissenschaftlich erforscht, dass DAMALS (...) über aller Experimentiererei Frauen auf der Ebene des "Nebenwiderspruchs" ihr Los zunächst - anders als ich - hinzunehmen schienen.

Aus der Art, wie du das schreibst ("Los", "hinnehmen") lese ich heraus, daß du mit der - beiderseitigen, nota bene - Befreiung der sexuellen Beziehungen nicht recht glücklich warst. Mir scheint, die "Befreiung" war in deiner Wahrnehmung eher ein psychischer Leistungssport, der dir aufgezwungen wurde. "Man macht das heute so, gell. Wenn du das nicht willst, dann bist du altmodisch. Dann reiß dich aber wenigstens zusammen."

Guck dir doch an, was heute ein Langhans immer noch zelebriert und gut davon lebt.

Gut, aber bei dem liegen die Verhältnisse immerhin offen auf dem Tisch (bildlich gesprochen). Im übrigen lehrt die Erfahrung den geübten Frauenaufreißer, daß der Ruf, ein Frauenvernascher zu sein, beim Anknüpfen neuer (mittelfristiger, kurzer und kürzester) Beziehungen keinesfalls hinderlich ist. Den Satz "Der Erwin ist ein Hallodri und Casanova" sprechen die meisten Frauen, scheint mir, nicht voller Verachtung aus, sondern mit glänzenden Augen. Erwin hat mit diesem Ruf leichtes Spiel.

ABER: Gehört das in eine WOCHENZEITUNG? Zumal den FREITAG? NEIN! Ich bin jetzt wohl auch an den Köder, deinen, geraten ...

Ich habe den Köder nicht bewußt und heimtückisch ausgelegt, ich habe nur so vor mich hingeplappert. Aber, klar, mit deinem sehr persönlichen Kommentar hast du die selbstgestellte Frage beantwortet: Ja, es gehört dort hin.

Ciao
Wolfram
P. S.: Du mußt beim Schreiben auf dem Computer nicht, wie bei der Schreibmaschine, am Ende des Fensters die Rücklauftaste betätigen. Nur ein kleiner Tip, keine Klugscheißerei.
zebraistik schrieb am 11.01.2012 um 15:20
Danke, wenn ich den Hinweis auf die nicht zu betätigende Rücklauftaste auch nicht verstehe, denn ich benutze den PC meist als Schreib-maschine. Und mit dem damals Üblichen von dir
so genannten Leistungssport hatte ich nichts zu tun, war nur betrübte und verärgerte Zeugin dessen in meiner WG. Was meinen Freundinnen widerfuhr,ließ mich diese im damaligen Zeitgeist flockigen "SPRÜCHE" formulieren ... als Zeitzeugin und in platonischen - nota bene - Mehrfachbeziehungen.

Das viel Spätere ist jenseits dieser Szenerie so
gewachsen. Da waren alle Beteiligten auch "er-
wachsen".
Wolfram Heinrich schrieb am 11.01.2012 um 18:13
@zebraistik
Danke, wenn ich den Hinweis auf die nicht zu betätigende Rücklauftaste auch nicht verstehe, denn ich benutze den PC meist als Schreib-maschine.

Auch für mich ist der Laptop vor allem ein Schreibgerät.
Nur: Bei der Schreibmaschine mußtest du,
wenn du an den rechten Rand des Blattes
gekommen warst, die Rücklauftaste drük-
ken, um in die andere Zeile zu kommen. An-
sonsten hättest du nicht mehr weiterschrei-
ben können.
Beim Computer ist das nicht mehr nötig. Du schreibst einfach drauflos, das Programm wechselt automatisch in die nächste Zeile. Erst wenn du nach einigen Sätzen das Gefühl hast, jetzt wäre ein neuer Absatz sinnvoll, drückst du auf die Rücklauf-(Enter-)Taste.
Ist jetzt rübergekommen, was ich meinte?

Und mit dem damals Üblichen von dir so genannten Leistungssport hatte ich nichts zu tun, war nur betrübte und verärgerte Zeugin dessen in meiner WG.

Umso besser, wenn du damals nur Zeugin warst. Aber, mir scheint, wir sind uns ohnehin in der Bewertung dieser Vorgänge einige.

Ciao
Wolfram
Frank Linnhoff schrieb am 11.01.2012 um 12:12
Liebe Katrin Schrader,

ich finde, dass Sie diese Geschichte aus Ihrem Leben mit viel Feingefühl beschreiben; wohltuend, dass Sie Ihren früheren Lebenspartner niemals moralisch bewerten, ganz authentisch bleiben.

Ich bin doch recht froh, dass Ihre Geschichte nicht so tragisch geendet ist, wie im Film "Jules und Jim". Aus egoistischen Motiven, möchte ich noch gern und lange weitere Geschichten von Ihnen lesen. Ihren Blog habe ich auf jeden Fall schon einmal auf meine Lesezeichenliste geholt.
Wolfram Heinrich schrieb am 11.01.2012 um 14:25
@Frank Linnhoff
Ich bin doch recht froh, dass Ihre Geschichte nicht so tragisch geendet ist, wie im Film "Jules und Jim".

In der dramatischen Kunst sehen Leichen am Schluß halt netter aus. Viel netter jedenfalls als wenn die Helden am Ende zueinander sagen "Tja, das war's dann" und voneinander wegschlurfen.
Es ist ziemlich lange her, daß ich "Jules und Jim" gesehen habe, ich kann mich kaum noch an den Film erinnern. Ich schlug also in der Wikipedia nach und finde im Handlungsabriß: "Zwischen Jim und Catherine entwickelt sich eine Liebe, die Jules ohne Eifersucht akzeptiert. (...) Als Jim Catherine dann eröffnet, er wolle seine Pariser Langzeitgeliebte Gilberte heiraten und mit ihr Kinder bekommen, eskaliert die Situation und Catherine droht ihm, ihn zu töten."
Die liebe Catherine kommt also mit dem Dreieck, in dem sie der umschwänzelte Mittelpunkt ist, ganz gut zurecht. Als nun einer der beiden aus dem Arrangement aussteigen will, wird sie saugrantig. " So war das nicht gedacht, Kinder. Ich wollte mit eurer Eifersucht, bzw. Toleranz spielen und sie genüßlich auskosten. Und jetzt änderst du auf einmal die Spielregeln. Schweinehund!"

Bei der Gelegenheit möchte ich noch etwas nachtragen. Mir sind eben "Die Ärzte" in den Sinn gekommen. Vor etlichen Jahren hatten sie mit dem sarkastischen Lied "Männer sind Schweine" einen Riesenerfolg.

Einige Zeit später weigerten sie sich aber, dieses Lied weiter bei ihren Live-Auftritten zu spielen. Das Lied war nämlich zum großen Bierzelt-Hit geworden, betrunkene Männer, die gutgelaunten jeweiligen Frauen untergehakt, grölten das Lied, auf den Tischen tanzend.
Was lernt uns das, Mädels? Männer sind Schweine, klar, freilich. Aber: Frauen lieben Schweine. Die "Schußquoten" dürften bei "Halts Maul, Baby"-Männern deutlich höher sein als bei... äh, wie nenn ich die bloß? Frauenverstehern? Okay, also: "... als bei Frauenverstehern".

Ciao
Wolfram
P. S.: Den Satz " Die beiden Freunde teilen nicht nur ihr Interesse für Literatur, sondern vor allem auch für Frauen" (ebenfalls aus dem Wikipedia-Artikel) sortiere ich mal in das Fach "Schwachsinn, verschmockter" ein. Es soll, habe ich mir sagen lassen, gar nicht so selten sein, daß sich Männer für Frauen interessieren. Und: Ich bin überzeugt, daß sich wesentlich mehr Männer für Frauen interessieren als für Literatur.
Frank Linnhoff schrieb am 12.01.2012 um 08:12
Das Internet ist eine feine Sache.

Gestern hatte ich das erste Mal eine Geschichte von Kathrin Schrader gelesen, nämlich diese hier. Jetzt sind es schon eine ganze Reihe, unter anderem "Kathrins Notizen", "Anton und ich".

Meine Ahnung: Kathrin Schrader alias Liselotte K. ist eine hochkarätige Literatin im Journalistenverkleid, und diese Geschichte eine Fazette von vielen Fazetten eines literarischen Langzeitprojektes. Spannend.
zebraistik schrieb am 12.01.2012 um 13:29
@Frank Linnhoff
Dem schließe ich mich schon nach der Lektüre ihrer Blognotate an, die ich sprachlich wie gedanklich filigran und subtil finde und gerade mit viel Vergnügen gelesen habe.

Angesichts dessen gehören alle vorgeblich weiblichen "Feuchtgebiete"-Texte und postpubertären Copy&Paste-Mätzchen
"in den literarischen Giftschrank". Letztere habe ich allerdings nicht gelesen, nur in deren im Web veröffentlichten Auszügen befremdet zur Kenntnis genommen.

Herr Linnhoff, was steckt hinter Ihrem Sprachgebrauch, wenn keine Schmock-Allüren im Literatenverkleid mit recht eigenen
Faz(!)etten? Ist es wieder erwecktes 'Starck-Deutsch'? Gab
es mal, in der Lürik!
Frank Linnhoff schrieb am 12.01.2012 um 18:09
Ach neien, zu viel der Ehre. Es mangelt mir allein an Rechtschreibekompetenz.


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