Alltag

Weibliche Macht | 27.01.2012 15:00 | Juliane Gringer

Ohne zu protzen

Was macht weiblichen Führungsstil aus? Wie gehen Frauen mit Macht um? Was unterscheidet Chefinnen von ihren männlichen Pendants? Eine Recherche unter ihren Mitarbeitern

Engagiert, eifrig, gewissenhaft, empathisch, verantwortungsbewusst und gut organisiert: So führen Frauen. Ihre Mitarbeiter haben es mir erzählt. Ich hatte mich gefragt: Was macht weiblichen Führungsstil aus? Wie gehen Frauen mit Macht um? Welche Stärken und Schwächen zeigen sie als Chefinnen? Das war der Ausgangspunkt einer längeren Recherche. Ich habe diese Fragen Menschen gestellt, die von sich sagen können: „Mein Chef ist eine Frau“ – 16 Angestellten, acht Männern und acht Frauen. Außerdem wollte ich von acht Chefinnen wissen, wie sie sich selbst im Beruf erleben. Entstanden sind Erfahrungsberichte, die ganz persönliche Blicke auf das große gesellschaftspolitische Thema „Frauen in Führungspositionen“ zeigen.

Es sind dabei fast immer die sogenannten klassischen weiblichen Attribute, die von den Mitarbeitern gelobt, im Alltag aber auch tatsächlich wahrgenommen werden – vor allem die Kommunikationsstärke weiblicher Vorgesetzter. Dirk Rauch*, Mitarbeiter einer Behörde in Frankfurt am Main, sagt: „Ich denke, dass Frauen im Beruf für gewisse Dinge sensibler sind. Vielleicht haben sie eine bessere Menschenkenntnis. Sie kommunizieren nicht kumpelhaft, das nicht. Aber sie haben ein gutes Einfühlungsvermögen.“ Der 47-Jährige arbeitet in einem Team von 150 Kollegen – alles Männer. Sie transportieren Akten, ein echter Knochenjob. Eine 28-Jährige ist die Chefin von 150 Männern. Rauch beschreibt sie als selbstbewusst, fair und kompetent: „Sie weiß einfach, was sie macht und wovon sie redet.“

"Sie lässt mich machen"

Empathie kann die Mitarbeiter auch zu mehr Leistung anspornen – Menschlichkeit als Erfolgsfaktor. Christiane Mayer*, Abteilungsleiterin im Controlling bei einem Automobilzulieferer, schwärmt etwa von ihrer Vorgesetzten: „Alexandra ist sehr direkt, sehr geradeaus, und sie ist schnell. Sie denkt schnell, und genauso schnell setzt sie Ideen auch um.“ Und: „Sie lässt mich wirklich machen: Sie gibt mir Aufgaben, und ich muss sie nicht bei jedem Zwischenschritt um Erlaubnis fragen, sondern sie vertraut mir. […] Sie gibt mir auch oft Anregungen, in welche Richtung ich noch weiterdenken oder was ich irgendwo noch ergänzen kann – und dann überlässt sie mir wieder das Ruder. So etwas motiviert natürlich.“ Mayer hatte in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit männlichen Chefs gemacht. Sie kommt zu dem Schluss: „Ich habe von Freunden und Bekannten gehört, dass es gute männliche Chefs geben soll. Aber ich selbst kenne keinen Mann, der einen Bilderbuchchef abgibt. Für mich sind Frauen die besseren Führungskräfte.“

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Eine Seite gegen die andere auszuspielen mag müßig sein, aber für eines lassen sich zahlreiche Belege finden: Frauen sind mindestens genauso gute Chefs wie Männer. Was die Tatsache, dass der größte Teil gerade einflussreicher Führungspositionen immer noch von Männern besetzt ist, als noch absurder erscheinen lässt. Das kann, muss und wird sich ändern. Und wenn es sich dann ändert, werden die Bedingungen geschaffen werden müssen, die Frauen – genauso wie Männern – ermöglichen, Familie und Karriere gleichzeitig zu leben. Mit diesem Konflikt hatten alle Chefinnen, die ich getroffen habe, zu kämpfen.

Was von fast allen Mitarbeitern, die ich befragte, betont wurde: Weibliche Vorgesetzte sind gut organisiert und echte „Macherinnen“, ohne damit zu protzen. Die Angestellte eines Stuttgarter Internet-Start-ups berichtet etwa: „Bei uns gibt es im Management hauptsächlich Männer. Besprechungen enden selten mit konkreten Ideen. In solchen Konstellationen glaube ich, dass weiblicher Input viel beitragen kann. Meine Chefin fordert zum Beispiel Ergebnisse ein, fragt die nächsten Schritte ab und sorgt für konkrete Aussagen.“ Männer hält die Startup-Mitarbeiterin aber trotzdem für die besseren Führungskräfte: Ihren bisherigen Chefinnen habe die nötige Souveränität gefehlt, sagt die 32-Jährige.

Immer unter Beobachtung

Weitere Kritikpunkte von Mitarbeitern: Ein Interviewpartner hatte Konflikte mit seiner Chefin, weil dieser die nötige Distanz fehlte: Sie breite ihr Privatleben ungehemmt vor ihm aus, erzählte er. Ein anderer hatte eine Chefin, die geradezu krankhaft alle Arbeitsschritte ihres Teams kontrollierte. Eine Angestellte war genervt von ihrer faulen Vorgesetzten, die unverschämt viele Aufgaben delegierte. In den Gesprächen zeigte sich auch: Eine Frau ist nicht automatisch ein guter Chef.

Und Chefinnen stehen wie alle Führungskräfte unter Beobachtung. Für sie persönlich bedeutet das, dass sie eine Gratwanderung zu meistern haben – zwischen zu herb und zu weiblich, zwischen aggressiver Kompetenzdemonstration und betonter Harmlosigkeit. Die Chefinnen, die ich getroffen habe, zeigen, dass es möglich ist, diese Anforderungen zu erfüllen. Auch wenn sie dabei oft selbst an sich zweifeln: Alle befragten Führungskräfte erzählten von Unsicherheiten. Positiver formuliert: Sie hinterfragen ihr Handeln.

Marion Horn, Vize-Chefredakteurin von Bild, sagt es so: „Den Satz ‚Ich bin nicht gut genug‘ habe ich in 26 Jahren im Job noch nie von einem Mann gehört.“ Sie selbst genieße aber die Entscheidungsgewalt ihrer Führungsposition: „Ich finde Macht total geil“, sagt sie. Denn Macht mache entspannt: „Du musst nicht darum kämpfen, deine Meinung durchzusetzen.“

In den Gesprächen mit den Führungskräften saßen mir zufriedene, ausgeglichene Menschen gegenüber, die vor Kraft und Tatendrang geradezu strotzten. Sie dürfen sich beweisen, und das macht etwas mit ihnen. Gleichzeitig hätten die Frauen ihre Karriere in der Regel nicht geplant – sie sei ihnen „passiert“, wurde also häufig durch viele Zufälle geprägt.

Für mich ist gerade dieses Ungeplante ein weiteres Argument für die Frauenquote – und zwar bitte nicht nur in den obersten Chefetagen: Die Quote würde Tatsachen schaffen und Plätze reservieren, die von den Frauen eingenommen werden können. Und dann auch eingenommen werden müssen: Das zwingt auch zaghaftere Charaktere ein Stück weit zum Handeln. Diese könnten dann wiederum Vorbilder für andere werden.

Die Mitarbeiter müssen genauso mitziehen. Den Ängsten der Männer sollte in diesem Zusammenhang mehr Beachtung geschenkt werden, wünscht sich Friederike Schleich*, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni in Freiburg: „Man sollte es nicht nur als Frauensache verpacken.“ Vielmehr müsse man verdeutlichen, dass Vielfalt eine Chance für alle Beteiligten bietet. Ronald Hess, 47 und bis vor Kurzem Verkaufsleiter der Berliner „Opel Hetzer GmbH“, hat das verinnerlicht. Er versichert: „Ich bewundere starke Frauen und arbeite gern mit ihnen.“ Seine Chefin ist so eine starke Frau: die Berliner Unternehmerlegende Heidi Hetzer-Mackay. „Ich mag es, dass Frauen auch im Beruf eine andere Seite einbringen“, sagt Hess. „Sie werten Dinge aus einem anderen Blickwinkel. Und sie bringen eine völlig eigene Betrachtungsweise zu Problemen, zu bestimmten Dingen mit.“

Bloß nicht "zu weich" sein

Ulrike Wiese, Inhaberin eines Herrenmodegeschäfts in Berlin-Pankow, begreift ihre Chefrolle beispielsweise auch als soziale Aufgabe. Sie hält die Fürsorge den Mitarbeitern gegenüber teils sogar fast für wichtiger als das Gehalt, das sie ihnen zahlt. Gleichzeitig will sie aber nicht „zu weich“ sein: „Wir Frauen sind persönlicher und haben mehr Einfühlungsvermögen. Das bedeutet nicht, dass wir dadurch lascher sind. Ich glaube nicht, dass Männer besser sind als Frauen, sie sind anders. Wir sind genauso streng und ziehen unser Ding durch, aber Männer sind oft nicht diplomatisch genug.“

Ronald Hess wagt kein abschließendes Urteil in der Geschlechterfrage, er sagt jedoch über seine Chefin: „Es fällt mir schwer zu sagen, das und das kann sie besonders gut, weil sie eine Frau ist. Aber ich sage mal, es sind so bestimmte Dinge, ein bestimmtes Gefühl, bestimmte Ahnungen. Auf der Gefühlsebene ist Frau Hetzer als Frau sehr stark. Sie ist sehr sensibel. Und ich denke, das alles findet man bei Männern seltener.“ Hess glaubt, dass es in Zukunft deutlich mehr weibliche Führungskräfte geben wird und will ein gängiges Vorurteil entkräften: „Man denkt oft, die Frau muss sich männliche Verhaltensweisen aneignen, um sich in dieser Männerwelt durchzusetzen. Ich glaube aber nicht, dass das der richtige Weg ist. Die Frauen sollten bei sich bleiben, zu sich stehen und mit ihren speziellen Attributen punkten.“

*Name geändert

 
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Artikelaktionen
Kommentare
ideefix schrieb am 28.01.2012 um 10:24
"werden die Bedingungen geschaffen werden müssen, die Frauen – genauso wie Männern – ermöglichen, Familie und Karriere gleichzeitig zu leben."
Kann ich unterschreiben, aber:
Die Frage ist, welcher Art diese Bedingungen sein sollen und wie sie sich heute darstellen. Über das was sich Frauen so vorstellen wird viel geschrieben, über das was real gelebt wird eher weniger.
Gibt es auch einen Abschnitt in dem Buch, in dem die Partner der Chefinnen zu Wort kommen, oder fallen die mal wieder hinten runter bzw. Chefin erzählt über und/oder für ihren Partner?

Wäre vielleicht nicht nur für mich mal interessant die Optik
>Meine Frau ist Chefin<
kennenzulernen, oder?

Denn eine Chefin hält den Job nicht lange durch, wenn da keine/r hinter ihr und ggf. den Rücken frei hält, denke ich (auch aus eigener Erfahrung)

I.
Kunibert Hurtig schrieb am 28.01.2012 um 11:53
Die grundlegende Frage ist doch, wie die deutsche Wirtschaft mit der verschwindenden Anzahl weiblicher Führungskräfte überhaupt so erfolgreich sein kann. Gibt es dafür eine Erklärung ... oder wäre sie noch erfolgreicher, wenn die Quotenfrauen auf ihren Pöstchen sitzen?

Die andere Frage liegt darin, dass mir der Unterschied zwischen einer erarbeiteten Stellung und einer erquoteten Stellung irgendwie nicht klar ist. Hat eine erquotete Stellung auch etwas mit Leistung zu tun oder eher mit einer ideologisch abgeleiteten Anspruchshaltung?
Ismene schrieb am 28.01.2012 um 20:24
Solange es bei der Quote heißt "bei gleicher Qualifikation" sitzen keine Quotenfrauen auf Pöstchen, sondern es arbeiten qualifizierte Frauen in Führungspositonen. Alles andere ist Unsinn.

Die deutsche Wirtschaft wäre deutlich erfolgreicher, wenn das sog. "Peterprinzip" nicht so weit verbreitet wäre. Denn viele Führungspositionen bleiben auch qualifizierten Männern verschlossen. Das hat etwas mit der Führungskultur zu tun.

Es gibt tatsächlich einen Unterschied in der Führung (so meine Erfahrung, aber die beruht auf einer überschaubaren Menge an Führungskräften, die ich kennengelernt habe), aber es kann nicht darum gehen, das eine gegen das anderen aufzuwiegen. Eine gute Mischung ist erfolgreicher. Und die Unterschiede innerhalb der Gruppe von Männern/Frauen sind (sehr oft) größer als die zwischen den beiden Gruppen.
Kunibert Hurtig schrieb am 29.01.2012 um 11:31
Ismene schrieb am 28.01.2012 um 20:24

Solange es bei der Quote heißt "bei gleicher Qualifikation" sitzen keine Quotenfrauen auf Pöstchen, sondern es arbeiten qualifizierte Frauen in Führungspositonen. Alles andere ist Unsinn.

Tja, Ismene, das wäre eine Überraschung, denn es sind beileibe nicht alle männlich besetzten Führungspositionen mit Kompetenz und Qualifikation besetzt. Meinen Sie, Ismene, dass diese Normalverteilung nicht ebenso auf Frauen zutrifft?

Die deutsche Wirtschaft wäre deutlich erfolgreicher, wenn das sog. "Peterprinzip" nicht so weit verbreitet wäre. Denn viele Führungspositionen bleiben auch qualifizierten Männern verschlossen. Das hat etwas mit der Führungskultur zu tun.

Ja, ja ... In a hierarchy every employee tends to rise to his level of incompetence ... Hier währe mal eine Untersuchung über die Stabilität dieser Stützkorsetts angesagt.

Sehen Sie, davon werden, wenn die Frauen erst den Marsch durch die Institutionen hinter sich haben, auch die weiblichen Führungsschichten nicht von gefeit sein. Netzwerkerinnen und Netzwerker unterscheiden sich wohl wenig, wenn es um der Erhalt der Machthirarchien geht. Dafür haben wir in der gegenwartspolitik genügend Negativbeispiele, Gber ebenso Negativbeispiele für die Not-Quot-Frau

... aber es kann nicht darum gehen, das eine gegen das anderen aufzuwiegen. Eine gute Mischung ist erfolgreicher.

May be, aber das Problem liegt ja wohl darin, dass diejenigen, die wortgewaltig und unüberhörbar in diesem Chor singen, als Soziologiestudentinnen und Sozialarbeiterinnen die Wirtschaft wohl kaum erfolgreicher gestalten werden; das bewerkstelligen andere Berufsgruppen. Sprechblasen allein werden nicht als Qualifikation betrachtet.

Ich hatte Frau Baureithel schon einmal gefragt, wann sie ihren Studentinnen ein Zweitstudium in Physik oder Maschinenbau anempfiehlt, das würde deren Chancen auf eine Führungsposition sicher signifikant erhöhen ... aber so?
Matto schrieb am 28.01.2012 um 19:24
Ich bin auch derv Meinung, dass eine Chefin hinter dem Rücken gestärkt werden muss.
Wie schnell eine solche Position abgewertet wird, erlebten wir in Sachsen-Anhalt. Der neue Innenminister Stahlknecht wertete diese Art gleich als Eierstockgehabe ab. Wenn ich die Frau dieses Innenministers wäre, hätte ich ihm aber diesbezüglich gewaltig den Marsch geblasen. So eine Art ist für mich einfach nur dumm und das Gehabe eines Machos.
Gut, wenn die Frau Eigentümer einer Firma ist (die Firma steht eben hinter ihr) kann sie ganz anderes leiten, als wenn die in einem Unternehmen eingesetzt ist. Wir wissen alle, wie schnell der Ruf einer Person zunichte gemacht werden kann, obwohl nichts vorlag. Als Mann kann sich die übelsten und törichsten Dinge leisten, einer Frau wird das sofort übel genommen, weil das eben keine Frau tut. Trotzdem würde ich es mit wünschen, wenn viele Frauen in leitende Postionen kommen würden.
shewek schrieb am 28.01.2012 um 21:04
Hierarchie könnte auch hinterfragt werden - gerade in einer "im Zweifel linken" Wochenzeitung. Dass viele Chefinnen "Macht total geil" finden, glaube ich gerne, das sehen Chefs für sich genauso. Nur aus einer demütigen, also unterwürfigen, Position begleiten Untergebene und zuarbeitende Freiberufler die Selbstdarstellungs-Pirouetten der vermeintlich zu höheren Posten berufenen Damen und Herren mit Sympathie. Ich bleibe doch lieber bei einer prinzipiellen Antipathie: KeinE GoEttIn, keinE ChefIn. Wir könn(t)en auch ohne sie und wir sollten es auch - je eher, desto besser.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.01.2012 um 20:29
"Wie gehen Frauen mit Macht um? Welche Stärken und Schwächen zeigen sie als Chefinnen? Das war der Ausgangspunkt einer längeren Recherche. Ich habe diese Fragen Menschen gestellt, die von sich sagen können: „Mein Chef ist eine Frau“ – 16 Angestellten, acht Männern und acht Frauen. Außerdem wollte ich von acht Chefinnen wissen, wie sie sich selbst im Beruf erleben. Entstanden sind Erfahrungsberichte, die ganz persönliche Blicke auf das große gesellschaftspolitische Thema „Frauen in Führungspositionen“ zeigen."

Die Umfrage ist so repräsentativ wie ein Schwätzchen beim Friseur! Die Autorin hatte halt „null Bock“, sich Studien reinzuziehen.
ideefix schrieb am 29.01.2012 um 21:45
es handelt sich nicht um eine Umfrage, sondern um - je nach Optik - beachtenswerte Erfahrungsberichte.

Beachtenswert scheint mir daran nur, dass die Autorin - die angibt ihre eigene Chefin zu sein (Marktmechanismen?) - hier nur die Chefinnenperspektive wiedergibt.
Nicht aber die derer, die hinter solchen Karrieren stehen.

Wer hinter Frau Gringer steht und ihr den Rücken als selbsternannte Chefin in eigener Sache freihält ist natürlich ebensowenig eine Frage.

Das ist wohl die Eigenschaft von Männern wie Frauen die sich zu Chefs ernennen oder ernannt werden: der Verlust des sozialen Gedächtnisses.

Von daher sind auch Chefinnen die sich auf derartige Interviews einlassen und damit ihren sozialen Background aus sehr eitlen und eigennützigen Gründen ausblenden alles andere als respektable Persönlichkeiten. Sie sind derselben Art wie die Karriere-Kerle denen sie geradezu zwanghaft nachstreben und dabei ihre Stellung nur ihrer eigenen Leistung zuschreiben, als wäre das möglich.

Aber auch der Freitag fördert solche asozialen Karrieremodelle mit Beiträgen die schlussendlich nichts anderes als Selbstrezensionen von Büchern sind, die sich nur den Lebenslügen und Eitelkeiten der AutorInnen verdanken.

Die halten offenbar im Bewusstsein der VerfasserInnen länger, wenn Sie veröffentlicht sind.

Frau Gringer wird wohl i.d.Z. eine sehr einsame Frau sein, nehme ich an.

I.
akb schrieb am 31.01.2012 um 20:27
An diesem - wie an allen anderen derartigen von Frauen geschriebenen - Artikel nervt mal wieder, dass zwar alle naselang beteuert wird, Frauen und Männer nicht gegeneinander auszuspielen.
Einen aber dann doch die Gier der Autorin, sich selbst und andere Frauen als toller, eloquenter, sensibler und was weiss ich noch auf Grund ihres Geschlechtes hinzustellen, geradezu anspringt, gerade weil sie so verdruckst daher kommt.

Diese Fähigkeit zum Doppelsprech ist übrigens ein wirklich kennzeichnendes Kriterium der Frauen, die ich als Chefin kenne - selbst wenn sie den Angestellten mit vier Kindern fristlos feuern, weil der nicht zu allen Anordnungen "toll" und "halleluja" gesagt hat, müssen sie sich unbedingt gebärden, als wären sie sensibel, am Wohl der Arbeitnehmer interessiert usw. usf.
Vielleicht wird ihre Gier gesellschaftlich nicht so wie bei Männern geduldet, weswegen sie der halt durch die Hintertür nachgehen? Ein Mann ist da dann eher mal bereit, einfach zu sagen, Frauen sind als Chefin ungeeignet, nur weil sie Frauen sind.

Zum Glück arbeite ich selber in einem Beruf als Selbständiger, in welchem Chefs, ob weiblich oder männlich, immer mehr als das erkannt werden, was sie sind - oftmals fast schizoide Typen, die die Produktivität von Teams meistens eher behindern, als dass sie sie fördern.
Zu den erfolgreichsten Managementmethoden gehören durchgängig solche, die auf die Kreativität von Teams setzen und ansonsten ein paar Rollen als Dienstleister drumherum definieren, mehr aber auch nicht.

OK - dort, wo Beisser gebraucht werden, um Mitarbeiter in den vielen Mistjobs der Industriegesellschaften zum Malochen zu zwingen, da braucht es wahrscheinlich die klassischen Managementmethoden.


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