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Kultur : Alles erfunden

In ihrer prämierten Arbeit „Dear Clark“ beschäftigt sich Sara-Lena Maierhofer mit Hochstaplern. Und mischt auch selbst Fakten und Fiktion

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Das Nachwuchsförderungsprojekt „gute aussichten“ prämiert jedes Jahr die besten Abschlussarbeiten aller Hochschulen, Fachhochschulen und Akademien, die einen Studiengang Fotografie anbieten. Auf dieser Doppelseite zeigen wir eine Auswahl aus der Abschlussarbeit einer Preisträgerin. Die Arbeit von Sara-Lena Maierhofer von der FH Bielefeld trägt den Titel „Dear Clark“. Sie ist eine Installation aus 67 Fotografien und Dokumenten.

Maierhofer beschäftigt sich darin mit Hochstaplern und der Trennlinie zwischen Schein und Sein. Durch einen Zeitungsartikel stieß sie auf die Lebensgeschichte von Christian Karl Gerhartsreiter, der 1961 in einem oberbayerischen Dorf geboren wurde, mit 17 als Austauschschüler in die USA ging, fortan immer neue Identitäten für sich erfand, schließlich als Clark Rockefeller in die amerikanische High Society aufgenommen wurde und heute im Gefängnis sitzt. Er hatte seine Tochter aus zweiter Ehe gekidnappt, nachdem er das Sorgerecht für sie verloren hatte.

Maierhofer reiste auf den Spuren von Gerhartsreiter durch die USA, sprach mit ehemaligen Nachbarn und dem FBI-Mann, der ihn verhaftete. Sie las die Gerichtsakten und bat den „falschen Rockefeller“ in mehreren Briefen um ein Gespräch. Eine Antwort bekam sie nie. Im Laufe der Recherche merkte sie, dass sie mit einem rein dokumentarischen Ansatz dem Phänomen nicht gerecht werden konnte. Sie mischte daher Fakten und Fiktion. „Um die Figur des Hochstaplers zu erfassen, musste ich ihn mit seinen eigenen Waffen schlagen und selbst zu einem Hochstapler werden. Gefundene und erfundene Dokumente hängen daher neben Fotografien von echten und falschen Hochstaplern.“

Die Arbeiten der sieben Preisträger des Gute-Aussichten-Wettbewerbs sind vom 26. April bis zum 3. Juni in den Deichtorhallen in Hamburg zu sehen. Der Freitag ist Medienpartner des Projekts

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