Achtermann
04.05.2013 | 22:26 105

Steuermillionen für den Kirchentag

Kirchentag Der Deutsche Evangelische Kirchentag kostet Geld. Der Steuerzahler, ob Christ oder nicht, trägt dazu bei

Steuermillionen für den Kirchentag

"Der Deutsche Evangelische Kirchentag will Menschen zusammenführen, die nach dem christlichen Glauben fragen. Er will evangelische Christen sammeln und im Glauben stärken. Er will zur Verantwortung in der Kirche ermutigen, zu Zeugnis und Dienst in der Welt befähigen und zur Gemeinschaft der weltweiten Christenheit beitragen."

 So steht es in der "Ordnung des Deutschen Evangelischen Kirchentages". Denn der Kirchentag ist eine rechtlich eigenständige Organisation innerhalb der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD). Wie in  jedem gut geführten Verein gibt es auch für den Dt. Evangelischen Kirchentag Organe wie das Präsidium, den Vorstand des Präsidiums oder eine Präsidialversammlung. Schließlich braucht es eine juristische Organisationstruktur, da eine Menge Geld in Kasse des Kirchentages, der zweijährlich abgehalten wird, fließt. Dieses verschafft man sich durch Spenden, aber auch durch einen blühenden Devotionalienhandel. Der Kirchentagsshop bietet etwa einen Kirchentagsbeutel für 4,50 €, ein Kirchentags-Brotzeitbrett für 9,50 € oder ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Soviel du brauchst" für 15 €.

Diese Gelder, die mit Spenden und Handel erzielt werden können, reichen jedoch bei weitem nicht aus. Schließlich wird kalkuliert, dass der Dt. Evangelische Kirchentag rund 18,5 Millionen Euro kosten wird (Hamburger Abendblatt). Deshalb trifft das Leitmotiv der fünftägigen Veranstaltung "Soviel du brauchst" in die Mitte. Was die Kirchentagsorganisatoren nicht selbst zusammenkriegen, muss man sich eben beim Staat erbitten. Und dieser lässt sich nicht lumpen. Die zuständigen Parlamentarier im Bund und Land segnen die Zuschüsse aus Staatsraison ab: 7,5 Millionen Euro überweist die Hansestadt Hamburg; 0,4 Millionen steuert das Parlament des Bundestages bei. Aus der Schatulle der Kirche kommen 4,25 Millionen Euro. Die staatlichen Zuschüsse sind also rund das Doppelte der kirchlichen Gelder. Die eigene Organisationsstruktur des evangelischen Kirchentages bewirkt, dass in keinem Haushaltsplan der "verfassten" Kirche EKD die Zahlung der rund acht Millionen Euro Steuergelder als staatliche Subventionen aufzuführen sind. Ein schöner Nebeneffekt, wenn über Kirchensteuer debattiert wird.

Da zeigt man sich gerne erkenntlich und gibt den Politikern ein Forum, sei es der Bundespräsident, die Kanzlerin oder der Kanzlerkandidat. Und die Grünen haben schließlich eine Spitzenkandidatin, die in beiden Sphären auf hoher Ebene verankert ist.

Die Bischöfin der gastgebenden Landeskirche Kirsten Fehrs interpretierte das Kirchentagsmotto "Soviel du brauchst" so:

"Es geht um das richtige Maß. Die Israeliten sollen sich nehmen, so viel sie brauchen. Doch – es geht ihnen wie den meisten – das, was der Mensch wirklich braucht, weiß er gar nicht so genau. Geschweige denn, was der oder die Andere wirklich braucht. Und so nehmen die einen viel, die anderen wenig. Folge: Das, was zu viel ist, verdirbt. Den Charakter übrigens auch. Quintessenz: Das, was du wirklich brauchst, gibt Gott überreichlich und täglich neu“.

So ist es: Die einen nehmen viel, die anderen wenig. Und Uli Hoeneß ist katholisch.

Kommentare (105)

luggi 04.05.2013 | 22:55

Aber der Begriff Sünder ist schon ein (un)christlicher?

Nun ja, diese Millionen Euronen, herausgeworfene Sterbebegleitung .... was soll's ... da benennt die Steuergewerkschaft ganz andere Fehlsubventionen.

Bekanntlich sollen sich während des Kirchentags einige Pastoren in der Herbertstrasse aufgehalten haben. Sie benutzten für die Verbreitung des Glaubens ihre Missionarsstellung.

Fro 05.05.2013 | 02:19

Nun ja, als (nichtkirchlicher) Bundesbürger habe ich die Veranstaltung mit ca einem halben Cent gesponsert, jeder Hamburger allerdings schon mit ca 4,17 €. Auf jeden Fall Grund genug nachzufragen, was diese Veranstaltung denn nun für die Allgemeinheit gebracht hat. Ich fand gut, dass Bsirske (Verdi) dort ein Podium gefunden hat, wo er wiederholt und medienwirksam auf die fragwürdigen Arbeitsbedingungen evangelischer Einrichtungen hinweisen konnte..., 100tausende hatten eine gute Party... und Christian Berlin konnte einen interessanten Blogbeitrag schreiben.... Dafür einen halben Cent zwangsweise zu sponsern finde ich ok – wie es die Hamburger mit ihrem Beitrag von jeweils 4,17 € finden, weiß ich natürlich nicht.... Besser gefunden hätte ich es allerdings schon, wenn man mich vorher gefragt hätte... Und auf jeden Fall würde mich im Nachhinein mal interessieren, in welchen Taschen die Millionen denn letztlich gelandet sind...

 

Achtermann 05.05.2013 | 07:32

"Den kommenden Hafengeburtstag läßt er sich gerne sogar noch mehr kosten. Dagegen ist der Obulus an die Kirche ein Almosen."

Schön. Der Hafengeburtstag ist konfessionell nicht gebunden. Man kann immer irgendwelche Vergleiche heranziehen. Wichtig ist, ob sie korrelieren, also in einer kausalen Beziehung zueinander stehen. Und hier ist doch ein Fragezeichen zu setzen. Genauso wie bei der Korrelation, die zwischen Gewicht und Intelligenz hergestellt werden kann: Je fetter das Kind, desto dümmer ist es.

Die Welt führt folgende Statistik auf: "Gewachsen ist laut Statistik in den letzten Jahren in Hamburg die Zahl jener Menschen, die sich keiner Religion zugehörig fühlen. Mit 44,4 Prozent Anteil an der Bevölkerung machen sie die größte Gruppe unter den 1,7 Millionen Einwohnern Hamburgs aus. 36,4 Prozent gehören laut Berechnungen des Statistischen Landesamtes der evangelisch-lutherischen Kirche an, 10,5 Prozent der römisch-katholischen Kirche. Evangelisch Reformierte und andere christliche Gemeinden kommen auf einen Bevölkerungsanteil von 2,75 Prozent. Das Judentum komme auf 0,15 Prozent, und zu anderen Religionen allgemein bekannten sich 5,5 Prozent der Hamburger."

Dieser Hintergrund, dass nur etwas mehr als ein Drittel der Hamburgischen Bürgerschaft der evangelischen Kirche angehört, die Steuermillionen jedoch von allen getragen werden, sollte schon erwähnt werden dürfen.

Oberham 05.05.2013 | 07:50

... es wäre schön - würden die Bischöfe künftig das Motto auf ihren Kutten oder Kleidern oder was auch immer sie gerade so anziehen - von mir aus in goldenen Fäden - einsticken lassen -

So könnte jeder Bedürftige an sie herantreten und seinen Bedarf äußern, der liebe Bischof hat ja augenscheinlich etwas übrig und einen vornehmen, guten Charakter, der NICHT verdorben ist - als ist der ganz Protz und Überfluss nur bevorratet um ihn endlich jenen zukommen zu lassen, die zu wenig genommen - oder abgeholt haben - aber die gute Fehrs hat ja schon abgewiegelt - es bezieht sich leider nur auf die Gaben Gottes, die der Bischof dann verteilt - das materielle - tja - da braucht man einen miesen Charkater, um das wirklich einsammeln zu können (das hat Machiavelli am besten formuliert...) - und hier ist das Fleisch schwach, der Mensch eben ein armer Sünder - und der wird vom irdischen Pastor bis hinauf zum Bischof oder bei der Muttersekte vom Papst verwaltet.

Wir müssen verstehen, die Kirche trennt, den Menschen vom Glauben und das Fleisch vom Geist - der feiste vollgefressene oder eben die gertenschlanke, ernährungsberatene - dafür elegant gekleidete Fleischperson hat nichts mit dem Glauben zu tun - der schnöde Mammon mag den Charakter des Fleisches verdorben haben - doch der seelige Geist in diesem Körper beschenkt die Gläubigen mit dem was sie brauchen! Soviel sie auch immer davon wollen!

gelse 05.05.2013 | 10:33

>>Dieser Hintergrund, dass nur etwas mehr als ein Drittel der Hamburgischen Bürgerschaft der evangelischen Kirche angehört, die Steuermillionen jedoch von allen getragen werden, sollte schon erwähnt werden dürfen.<<

Richtig.
Der Vergleich mit der Spekualantensanierung per "Bad Bank" fiel mir deswegen ein , weil damals die Proteste gegen die Fiananzierung durch alle Steuerzahler und für konsequente Anwendung des Verursacherprinzips ziemlich bescheiden waren. Und da ging es um eine richtig fette Summe...

Oberham 05.05.2013 | 10:58

... und hier müssen wir verstehen - die Gesellschaft trennt den Verbrecher vom Politker, Banker und Manager - erstere stehen als Outlaws zu ihren Taten, letztere schreiben sich ihre Gesetzte selber.

In die erste Gruppe kann jeder rein, landet jedoch meist im Knast!

In die zweite Gruppe kann theoretisch auch jeder rein, doch hier wird anders selektioniert - subtiler und somit hat sich diese Gruppe, dank ihrer beflissenen Art der Filtration ihren Status unredlich aber felsenfest verdient.

.... äh - die Filter sind leider wir alle - wenn auch die meisten unfreiwillig.

gelse 05.05.2013 | 12:02

>>…letztere schreiben sich ihre Gesetze selber.<<

So isses. Und sie tun das oft im Auftrag einer kleinen extremistischen Miderheit. Das darf nicht unerwähnt bleiben.
Es läuft ja auch wieder mal die Diskussion über das “plebiszitäre Entscheidungskorrektiv“. Es gibt ein paar Leute, die sowas offenbar mehr fürchten als der Teufel das Weihwasser, und die werden ihre Gründe haben.

gelse 05.05.2013 | 12:02

>>…letztere schreiben sich ihre Gesetze selber.<<

So isses. Und sie tun das oft im Auftrag einer kleinen extremistischen Miderheit. Das darf nicht unerwähnt bleiben.
Es läuft ja auch wieder mal die Diskussion über das “plebiszitäre Entscheidungskorrektiv“. Es gibt ein paar Leute, die sowas offenbar mehr fürchten als der Teufel das Weihwasser, und die werden ihre Gründe haben.

gelse 05.05.2013 | 12:02

>>…letztere schreiben sich ihre Gesetze selber.<<

So isses. Und sie tun das oft im Auftrag einer kleinen extremistischen Miderheit. Das darf nicht unerwähnt bleiben.
Es läuft ja auch wieder mal die Diskussion über das “plebiszitäre Entscheidungskorrektiv“. Es gibt ein paar Leute, die sowas offenbar mehr fürchten als der Teufel das Weihwasser, und die werden ihre Gründe haben.

Achtermann 05.05.2013 | 12:20

".... äh - die Filter sind leider wir alle - wenn auch die meisten unfreiwillig."

Dieses "unfreiwillig" müsstest du noch ein wenig näher erklären. Die Presse, die so etwas nicht transparent macht und mit denjenigen heult, die sich ihre Gesetze via Lobbyisten, die in den Ämtern für eine gewisse Zeitspanne tätig sind, selber machen, hat ihren Namen nicht verdient. Aber auch hier spielen Werbeeinnahmen eine Rolle. Die FAZ, Zentralorgan der Wirtschaftslobbyisten, wird von dort täglich bedient.

Oberham 05.05.2013 | 13:39

nun ich meinte mit Filter die gesamte Gesellschaft. Letztlich ist es ja die Summe unserer freiwilligen oder unfreiwilligen toleranten Zurückhaltung, die täglich diese Leute nach Oben spült und Oben hält.

Dabei sind die meisten wohl unfreiwillig so tolerant, doch sie glauben sich eben den Lebenszwängen hilflos ausgeliefert.

Dabei hätte hierzulande wirklich jeder die Chance mit etwas Kreativität überleben zu können - einzig - er kann dann das Konsumspiel nicht mitspielen.

Insofern - geht dann der kleine Wohlstand eben vor - Schlußfolgerung - Politiker sprechen immer vom Glashaus, sobald wieder ein Skandal aufkommt - das Glashaus in dem jeder selber sitzt - tja - der kleine Angestellte hat sicher schon mal einen Bleistift privat benutzt - vor allem aber - er toleriert die Verbrechen seiner Herrinnen und Herren - daher dürfen die vom Glashaus parlieren - auch wenn sie selber mit Wackersteinen schmeißen und das Volk mit kleinen Kieseln.

Am Ende wird wieder einmal alles im Chaos versinken und die Massen werden sich fragen - wie konnte es dazu nur kommen???

 

Oberham 05.05.2013 | 14:00

Tja - würde man eine Demokratie wirklich als Gemeinschaft rechtsgleicher Subjekte organisieren, bräuchte man nach der Verfassung keine Volksvertreter mehr - es genügte eine integre Verwaltung - die völlig transparent zu agieren hätte.

Durch das plebiszitäre Element, könnten Veränderungswünsche aus der Gesellschaft heraus angestoßen werden und entsprechend würde dann darüber abgestimmt.

Das ersparte uns viel Ärger und etwa 100 Milliarden an jährlichen Kosten für die Marionetten  - vom Wahlbeamten angefangen bis hin zur Kanzlerin - den auch in den Kommunen bedürfte es ledigleich des gleichen Prinzips - so würden letztlich tatsächlich Mehrheiten die Politik bestimmen und neutrale Menschen die Verwaltung besetzen - vor allem sie hätten ein Problem, würden sie in der Verwaltung Vetternwirtschaft anstoßen, da es keine Macht gäbe, die sie schützt.

Doch was wissen wir Bürger schon von den öffentlichen Kassen?

Wir akzeptieren aber diese Black Box, wohlwissend was darin so in etwas abgeht, da für die meisten am Ende doch ganz schön was rausspringt - so bleibt die Mehrheit ein williges Stimm- und Arbeitsvieh und schlüft geduldig die Suppe die man ihr vorsetzt - Hauptsache im eigenen Wohnzimmer steht alle paar Jahre eine neue Coutchgarnitur (ok - bitte - da kann man jetzt selber seine Bedarfsprioritäten einsetzen..... - ich hab in meinem ganzen Leben noch keine neuen Möbel gekauft - die gebrauchten krieg ich geschenkt..... - was man natürlich als parasitäres Verhalten eines Mistkäfers betrachten kann - nur Mistkäfer sind Nützlinge....

Wir landen - zu Recht immer am selben Punkt - die meisten haben viel zu hohe Ansprüche an ihre dümmlichen Konsumentenleben - doch das ist wohl das Produkt unserer medialen und gesellschaftlichen Sozialisierung - wie schon oft geschrieben - konditionierte Konsumentenkaninchen sind absolut unfähig eine Demokratie zu gestalten - und diejenigen die die Macht haben, die freuen sich natürlich diebisch über die Idioten, die periodisch offiziell ihre Machtansprüche per Kreuzchen an sie deligieren - hoffend - der Wirtschaft möge es weiter gut gehen (in Deutschland vor allem - oder dort wo man das Zeug hinexportiert - Scheiß auf den Rest der Welt! - die "Nichtmärkte" - .....) die Medien schreiben ebenso - auch die kritischen Stimmen - denen geht es nur darum, das man das Zeug in Deutschland ! - breiter streut - und das schreiben sie nur - da sie eben einen Gegenpol bilden müssen -schließlich herrscht Meinungsvielfalt und - freiheit.

Stimmen die auf globale Fairness und tatsächliche Verteilungsvernunft und -gerechtigkeit verweisen - tja - die gibt es wohl - nur - die rangieren entweder in den Marketingabteilungen als verlogene Feigenblätter - oder aber sie kommen von völlig irrelevanten Leuten wie mir z.B. - Menschen die keiner wahrnimmt und die sich auch nicht in den Vordergrund drängen mögen , da sie diese Prinzip von Grund auf verachten.

Da sie wissen, Veränderung zum Guten kann man nicht herbeten, sie muß von den Menschen selber ausgehen.

Leider kann man das Üble anscheinend sehr gut promoten.

Nur so am Rand - dazu passt - dass Bangladesch heute mahnt, man möge seiner Wirtschaft vom Westen nicht zu hohe Auflagen diktieren, da sonst wohl 4 Mio Beschäftigte bald keine Arbeit mehr hätten - sprich - das Verbrennen, oder Verschüttetwerden, das Ersticken - an Giften krepieren - für einen Hungerlohn gehört zum Spiel - warum gönnt man Bangladesch nicht den Binnenmarkt?

Zahlt die Leute anständig, dass sie in ihrem Land die Dinge selber kaufen können - aber die tragen ja die gespendeten Klamotten von uns (ups na - die landen vorzugsweise in Afrika....)

Es ist jetzt ein wenig konfus - doch ich tippe hier - als würde ich reden - ich hab keinen Bock ständig retour zu lesen, Korrektur zu lesen und eventulelle Satzbaumängel etc. zu verbessern - daher ende ich jetzt - da man die Zusammenhänge eben nicht immer in einigen Sätzen vernüfntig darstellen kann -aber ich denke wir beide haben schon soviel Austausch, wir wissen was wir sagen wollen - ich kann Dir nur den Rat geben, dich nicht für ein paar Euro verleihen zu lassen - lieber Wasser und Brot - so brutal das auch klingen mag.

(derzeit gibt es überall Löwenzahn, Gänseblümchen - mit etwas Salz und Wasser drüber - schmeckt sehr gut und ist bekömmlich - vom Löwenzahn nur die ganz zarten Blätter nehemen - möglichst am Morgen pflücken.....)

 

Oberham 05.05.2013 | 14:16

... ist so gut getroffen - man sollte seinen Sachbearbeiter im Jobcenter mal fragen ob nicht eine Stelle als Guru zu haben wäre.... - wer mitmacht beim Spiel, der sollte auch wirklich das Beste anstreben - wer nicht - der kennt keinen Guru.

Mein Guru ist mein Salat - übrigens in diesem Frühjahr fliegen bei mir kaum Bienen - es ist fast schon beängstigend - mein Guru ist die Sonne - sie gibt mir Wärme - mein -Guru ist die Luft - sie schenkt mir den Sauerstoff .... - komisch, dass die meisten Menschen Erde,Wasser Luft als Verbrauchsgüter betrachten und unter ihresgleichen Gurus suchen  - ein Glück, dass die Sonne so weit ist - wer weiß, was die sonst mit der anstellen würden.... -

Letztlich sind wir wirklich ein lächerlicher Haufen, der einem Guru nachrennt - dem Geldguru -

... wer allerdings eine Belchbüchse mit Motor und antiquirten Sitzmöbeln im Innern - als the best - interpretiert - der ist in der Tat ein Mensch von simplem Geiste nicht von simplem Geschmack - nur - ich fürchte auf die Idee kommen bei dem Satz die wenigsten. Da springen ander Gedankentrigger an.

gelse 05.05.2013 | 14:49

>>die meisten haben viel zu hohe Ansprüche an ihre dümmlichen Konsumentenleben - doch das ist wohl das Produkt unserer medialen und gesellschaftlichen Sozialisierung<<

Das sehe ich auch so: Deswegen schlage ich immer wieder mal vor, sich vorzustellen, es gäbe 10 Jahre lang keinerlei Produktwerbung. Das heisst, keine „erzeugte Nachfrage“, sondern nur den selbstgenerierten Bedarf. Eine parasitär renditesaugende Wirtschaft würde das kaum überstehen können. Aber demokratisches Wirtschaften könnte aufblühen, eben weil dann sehr weniger Arbeit nötig wäre und mehr Freiraum für Entfaltung der Persönlichkeit verfügbar wäre. So wie heute die Renditwirtschaft sehr tief in das Leben der Menschen eingreift, so würde auch eine Beendigung der Renditewirtschaft unser Leben verändern: Weg von der Besinnungslosigkeit, mit wir der stets vor unserer Nase baumelnden „Wohlstands“-Möhre hinterlaufen wie der Esel in der bekannten Karikatur. Damit wären wir auch frei genug, unsere „staatlichen“ Angelegenheiten selber in die Hand zu nehmen.

 

Das geht jetzt weg vom Thema „Wer setzt wofür und mit welcher Legitimation unser Steuergeld ein?“ Aber interessant ist eben, dass man von verschiedenen Symptomen aus immer wieder auf die gleiche Krankheitsursache stösst. W ürden wir halbwegs wissenschaftlich denken, dann hätten daraus längst Schlüsse für die Heilung gezogen.

---

>>Löwenzahn<<

Ich mache mir gerne Karoffelsalat mit Löwenzahn. Sammle zur Zeit auch Bärlauch…

 

>>…übrigens in diesem Frühjahr fliegen bei mir kaum Bienen…<<
Das fällt mir auch auf. Habe schon Leute drauf angesprochen, dass Obst wahrscheinlich sauteuer werden wird. Aber meisten zucken noch die Schultern, können sich den Zusammenhang wohl noch nicht konkret vorstellen.

janto ban 05.05.2013 | 17:38

|| Der Deutsche Evangelische Kirchentag kostet Geld. Der Steuerzahler, ob Christ oder nicht, trägt dazu bei ||

Oh ja. Da sagt jemand was von 'Kirche' und irgendwie Linke entdecken 'den Steuerzahler' als Argumentationsmuster für sich. 'Kirche', diese Veranstaltung selbsternannter Gerechter, kann irgendwie nichts Linkes sein. Die Frage, wieviel er braucht, stellt sich 'dem Steuerzahler' natürlich nicht. Der tut, was er schon immer tat: Maximieren durch Minimieren. Der ist also - ob Christ oder nicht - schon längst evangelisch veranlagt.

Ich gebe dir, soviel du brauchst, Staat. Wieviel das ist, bestimmt mein Bund, der für euch und für alle geschlossen wurde, zur Betreibung der Schuldenuhr. Mit dem mir zustehenden Rest spekuliere ich auf Wasserknappheit, Pflegenotstand, Kreditausfall und Lebensmittel. Teile der Gewinne deklariere ich als soziale Wohltat, den Rest stelle ich unter Leistungsvorbehalt. Weil ich es kann!

Was verteilt werden will, muss eh vorher erwirtschaftet werden. Wann gewöhnt sich der Nicht-Steuerzahler eigentlich mal an diesen Gedanken, liebe Minderleister, die ihr mit dämlichen T-Shirts durch Hamburg rennt und mit Geld, das für uns und für alle von der EZB (nicht EKD!) verbilligt wurde, einen auf Gutmensch zu machen..? Hört denn der Terror gegen den Steuerzahler nie auf..??

Amen.

janto ban 05.05.2013 | 17:52

|| Nun ja, als (nichtkirchlicher) Bundesbürger habe ich die Veranstaltung mit ca einem halben Cent gesponsert, jeder Hamburger allerdings schon mit ca 4,17 €. Auf jeden Fall Grund genug nachzufragen, was diese Veranstaltung denn nun für die Allgemeinheit gebracht hat. Ich fand gut, dass Bsirske (Verdi) dort ein Podium gefunden hat, wo er wiederholt und medienwirksam auf die fragwürdigen Arbeitsbedingungen evangelischer Einrichtungen hinweisen konnte..., 100tausende hatten eine gute Party... und Christian Berlin konnte einen interessanten Blogbeitrag schreiben.... Dafür einen halben Cent zwangsweise zu sponsern finde ich ok ||

Diesen Teil des Kommentars finde ich super! Die Frage, in wessen Taschen die Millionen fließen, kann ich nicht genau beantworten. Vieles fließt aber - wie bei einer Art Mini-Konjunkturpaket - über Steuern wieder an Stadt, Land, Bund und 'den Steuerzahler' zurück. Mit jeder Bahnfahrt, jeder Übernachtung, jedem verspeisten Schnitzel und jedem Fläschchen Fassbrause. Alles, was Spaß macht, kommt dem Staate zugute. (Wenn man von Lohnarbeit, die einem den ganzen Tag versauen kann, mal absieht.) Das war doch schon immer so :o)

Achtermann 05.05.2013 | 20:11

Die Subventionen der Kirchentage, die schon seit Jahrzehnten bezahlt werden, sei es rk oder ev, ist ein Thema zum Gießkannenprinzip der Steuerbegünstigungen. Dass Fußball im Mittelpunkt steht, wundert nicht. Die Stadionsubventionen und die Bereitstellung der äußeren Organisation bei jedem Fußballspiel der kickenden Millionäre, sind Themen, die nicht nur die Gewerkschaft der Polizei immer wieder aufgreift.

janto ban 05.05.2013 | 23:36

|| Deine Einlassungen hier im Blog kann ich inhaltlich nicht verstehen. ||

Ich hatte hier nur auf satirische Weise sagen wollen, dass ich die Sache mit den "Steuermillionen" für den Kirchentag nicht dramatisch finde. Und die Tatsache, dass Nicht-Christen ihn steuerlich minimalst mitfinanzieren, auch nicht. Das sind für mich Diskussionen, die ich gerne der FDP überlasse. Die können sich meinetwegen Gedanken darüber machen, wie ungerecht es ist, dass Kranke von Gesunden (ko-)finanziert, Kindergelder auch aus Steuern Kinderloser aufgebracht oder dass überzeugte Autofahrer anteilig zum Bau von Fahrradwegen herangezogen werden. Für mich fallen all diese Tatsachen schlicht unter das Prinzip Solidargemeinschaft.

Nun mag manche/r hier mir sagen wollen, dass Familienförderung, Gesundheitssystem und Infrastruktur wichtig sind, wohingegen der evangelische Kirchentag vollkommen überflüssig ist. Kann ja sein. Man bedenke aber, dass es durchaus Leute gibt, die der unbedingten Meinung sind, dass jemand, der nicht arbeitet, nicht isst. Aber da sei das Solidarprinzip vor. Wir sind eben (immernoch) ein christlich geprägtes Land - auch wenn es einer wachsenden Zahl von Menschen schwer fällt, das zu akzeptieren. Was mich - in Bezug auf die evangelische Kirche - hier einigermaßen wundert, weil ich der Meinung bin, dass diese mehr oder weniger das Parteiprogramm der Linkspartei predigt. (Die Meinungen sind frei.)

Ein kluger Mensch schrieb mir heute: "Die eigenen Ideen vom Leben sind nie deckungsgleich mit denen des Gegenübers. Wichtig ist begleitend dabei zu sein. Und oft ist die beste Hilfe einfach nur das stille Aushalten der Unterschiede."

Gute Nacht.

Joachim Petrick 05.05.2013 | 23:54

Das Gesamtpaket für den Kirchentag kostete, ohne Anreise, Unterkunft, Verpflegung, 84 €/Person, eine Tageskarte 28 €/Person, eine Nachmittagskarte ab 16.00 Uhr 12 €/Person.

Wer kann das bezahlen,

wer hat so viel Pinke, Pinke,

wer hat so viel Geld,

das er braucht, um auch nur an einem ganzen Tag der Kirchentagsverantstaltung teilzunehmen? Nicht nur so gesehen droht der Kirchentag als staatlich hochsubventioniertes Wanderzirkus, karawanen Ereignis zur Elite Exzellenzen Veranstaltung zu verkommen.

Angebote der Hamburger Tafel zur Speisung der Armen unter den 116 000 Teilnehmern wurden offensichtlich ausgeschlossen

Es wurden 60.000 Gesamtkarten in Höhe von 84 €, 40 000 Tageskarten in Höhe von 28 € verkauft

gelse 06.05.2013 | 04:24

>>dass es durchaus Leute gibt, die der unbedingten Meinung sind, dass jemand, der nicht arbeitet, nicht isst.<<
Das sollte man etwas differenzierter betrachten: Dass eine Vermögenserbschaft berechtigt, von der Arbeit Anderer zu leben, wird so weit mir bekannt, von niemand kritisiert. Auch nicht von den Erstellern der Hartz-Gesetze.
Müntefering meinte, wer eine Lohnarbeit sucht und nicht findet soll nicht essen.

anne mohnen 06.05.2013 | 08:07

Lieber Herr Petrick,

eins vorab – ich habe den Kirchentag nicht besucht. Finde solche Events aber richtig und gut. Und ja! Dass dafür Steuermittel fließen in diesem überschaubaren Rahmen, ist völlig OK. Bei über 49 Milionen konfessionell gebundener Christen, finde ich diese „Fan“unterstützung vergleichsweise „billig“. Wenn hier über „Gießkastenkosten“ die Nase gerümpft wird, sollte doch grundsätzlich darüber nachgedacht werden, warum Vereine steuerlich gefördert werden, wofür ich grundsätzlich bin!! Doch die Verhältnismäßigkeit sollte allerdings gewahrt bleiben (s. Fußball)

Zu den Teilnahmekosten: Ein schneller Klick auf die Internetseite oder Omas Anruf, ein Nachfragen in der Gemeinde, hätte jeden Interessierten über Ermäßigungstarife informieren können.

http://typo3dektsync.s3.amazonaws.com/production/htdocs/fileadmin/dateien/Dabei_sein/Teilnehmen/121126_Karten_Preise.pdf

Darüber hinaus ist so eine Teilnahme planbar, gerade hinsichtlich der Kosten! In den Gemeinden, ob evangelisch oder katholisch wird für Gruppenfahrten (Bahnermäßigung!!) und geworben. Viele Menschen stellen Teilnehmern kostenlos eine Unterkunft und Verpflegung zur Verfügung.

Ich finde allerdings, dass die Teilnahmegebühr für Hartz IV und Grundsicherungsempfänger immer noch zu hoch war. Mich wundert dies aber nicht, bedenkt man, wie höchste Funktionsträger, etwa Göring-Eckart über Hartz IV denken. Kurz bevor sie zur Spitzenkandidatin gekürt wurde, gab sie noch ein lautes „Glaubensbekenntnis“ für Hartz IV ab. Mich bekümmert diese Unglaubwürdigkeit sehr viel mehr, zumal sie ganz andere Auswirkungen hat. http://www.geolitico.de/2012/11/12/wie-die-neoliberale-katrin-goring-eckardt-herz-jesu-linke-wurde/

Ja, eine Armenspeisung im Zuge des Kirchentags und anderswo, z.B. vor Fußballstadien, geht immer. Das beruhigt nicht nur das Gewissen derer, die nicht davon betroffen sind, sondern hat auch eine abschreckende und „herrlich“ domestizierende Wirkung-nicht wahr?

Einigen könnten wir uns darüber, dass ein schlichtes Mahl aus der Gulaschkanone, möglichst gekocht von Menschen wie Du und ich, hätte angeboten werden können. Aber diese Massen bewältigt offenkundig nur noch die Bundeswehr ;) Leider stehen die offiziellen Papiere der Kirchen  auf Kriegsfuß mit der Bundeswehr, resp. den Plänen des Verteidigungsministers.

Wo, Herr Petrick, finde ich etwas darüber, dass die Tafeln vom Hamburger Kirchentag ausgeschlossen wurden?  Helfen Sie mir weiter!

LG am

 

anne mohnen 06.05.2013 | 08:15

"Die Subventionen der Kirchentage, die schon seit Jahrzehnten bezahlt werden, sei es rk oder ev, ist ein Thema zum Gießkannenprinzip der Steuerbegünstigungen"

Richtig und gut!  Darüber kann man gar nicht genug reden. Denn in der Summe macht "Kleinvieh" natürlich auch ne Menge Mist!

Was den Fußball anbelangt, wünschte ich mir das endlich Taten folgten, denn hier geht's nicht mehr um Peanuts.

Und dan die aktuelle Meldung zur Pleitebank....

 

Oberham 06.05.2013 | 09:05

Tja - soviel du brauchst - eben -

dazu dann eine Tasse, ein T-Shirt, ein Luftballon (gratis),

ich kann mich nur noch kugeln, vor sardonischer, bösartiger Freude - das ganze debile Pack verreckt vor lauter selbstgerechter und ignoranter Verlogenheit - in den Elendszonen permanent - in den Wohlstandszonen periodisch - wenn sie wieder mal in den Krieg ziehen - demnächst in diesem Kino - verfluche Kriegschristenbande!

tlacuache 06.05.2013 | 10:38

Liebe A.M.,

danke  für den Link, ich rezitiere ja sonst nicht so gerne Wiki, aber der ist schon geil:

..."Als Grund gaben sie vor allem an, dass die Kirchensteuerämter eine wichtige Kontaktstelle zu den Schäfchen, ääh, Steuerpflichtigen seien"...

Und das noch "Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs", als man noch bei der Bahn Kohleklauen ging.

Zu "alle Sünder sind willkommen", das hatten wir doch schon ein mal...

Es sind keine Almosenablässe, sondern richtige Indulgenzien

Gruss

anne mohnen 06.05.2013 | 11:09

Lieber Tlachuache,

ich habe nichts gegen Kirchen- und (jüdische)Kultussteuer, schon weil mich die Alternativmodelle, insbeondere mit Hinblick aud Nordamerika nicht überzeugen. Aber das ist ein anderes Thema. Die Kirchensteuer ist kein Ablass. Das ist Blödsinn.

Und dann bleibt es jedem selbst überlassen, welchem "Club" er sein Geld geben will.

Ein ganz anderes Thema ist, ob der Staat die Gehälter und Pensionen von kirchlichen Amtsträgern - Pastoren, Pfarrern-innen, Bischöfen-innen und Kardinälen tragen soll. Da bin ich ganz auf der Seite der Kritiker . Das gehört abgeschafft!!

LG am

tlacuache 06.05.2013 | 11:49

Liebe A.M,
hören Sie bitte auf mich immer mit "CH" zu schreiben
(*GGG*).

..."ich habe nichts gegen Kirchen- und (jüdische)Kultussteuer, schon weil mich die Alternativmodelle, insbeondere mit Hinblick aud Nordamerika nicht überzeugen. Aber das ist ein anderes Thema. Die Kirchensteuer ist kein Ablass. Das ist Blödsinn"...

Nein, sie ist ein zwangsverordnetes Ablassprogramm, man muss sich praktisch über seine Sünden keine Gedanken mehr machen, alles staatlich geregelt. Bagwan-, Hare-Kreischer-, Tibetweissbär- und andere Religionen sind natürlich steuerlich aussen vor, da bekommt man noch nicht mal eine Rechnung die man evtl. Steuervergünstigt absetzen könnte. Atheisten laufen da mit einem Brett vor den Kopf, "wollen sie nicht an unser Steuersparprogramm teilnehmen?".
Aber auch Gottes Steuergehilfe muss sich in acht nehmen, Finanzberater des "Ich baue die Welt in 7 Tagen" hängen ja ab und zu an der Brücke, weil Sie steuersparende Modelle für "Ehrenmänner" gebaut haben sollen, dumm nur, wenn du die "Ehrenmänner" mit deinem Geschäftsmodell an die Wand gefahren hast. Roberto Calvi kann dir ein Lied davon singen.

..."Und dann bleibt es jedem selbst überlassen, welchem "Club" er sein Geld geben will"...

Naja, das sehe ich anders, wenn allgemeine Steuergelder, also Bundesmittel für eine "höhere Aufgabe" aufgewendet wird.

..."insbeondere mit Hinblick aud Nordamerika nicht überzeugen"...

Das ist doch was ganz ehrliches, Kleinkinder in Utah werden per Theaterstück von Schwulen und dem Deibel geheilt, aber die Eltern müssen dafür Cash latzen, und nicht dass der kleine Handwerker mit seiner MwSt. noch Himmelsbalken Zwangsmitfinanzieren muss.

..."Ein ganz anderes Thema ist, ob der Staat die Gehälter und Pensionen von kirchlichen Amtsträgern - Pastoren, Pfarrern-innen, Bischöfen-innen und Kardinälen tragen soll. Da bin ich ganz auf der Seite der Kritiker . Das gehört abgeschafft!!"...

Ich finde auch, dass man die Renten von Kirchenträgern und Politikern generell der Heilsarmee überlassen sollte...
Gruss

anne mohnen 06.05.2013 | 12:41

Wegen des "ch" bitte ich um Ablasshandel :..o((

Na, was die Strenge anbelangt, so ist schon  Savanarola böse geendet. Sieht man(n) davon ab, dass es Frauen gab, die seine Knochen sammeln wollten,  hat die Kirche dazugelernt -ein wenig:)))

Was die Mormonen aus Utah mit den Kirche zu tun haben, erschießt sich mir nicht mehr - schon wegen des Messweins und so.  Sorry, andere Baustelle.

LG am

 

Joachim Petrick 06.05.2013 | 15:23

Liebe Frau Mohnen,
ich finde Kirchentage an sich ein gutes Anliegen. Es ist nur eine Frage, wie diese kommuniziert, finanziert, bildungsnah. bildungsfern., vermögensnah, vermögensfern als Event von Ballungsgebieten, Stadtzentren in Missionsgebieten wie Hamburg oder Stadtteil-, Dörfer. Gemeinden der eigenen Kirche aufsuchend organisisiert werden.
Die Kirchen sind stets noch in Angelegenheiten von Mission in eigener Angelegenheit unterwegs und das auch noch staatlich über helle und dunkle Kanäle subventioniert, anstatt dass sich der Staat die Organisation und Finanzierung von Tagen der Gemeinschaft von Gläubigen, Nichtgläubigen, Theisten, Atheisten aller Glaubensrichtungen, Konfesssionen als Markt der Möglichkeiten des Reichtums der Vielstimmigkeit seiner Bürger/innen "eintrittsfrei"auf seine säkular demokatrienahe Fahne schreibt.
Dass sich die Kirchen einmal mehr als Kirchen im Kapitalismus begreifen, erweist sich einmal mehr an der Kostenstruktur ihrer gestaffelten Kirchentags Beitragsgebühren, die Sie mir dankenswerter Weise verlinkt haben.
Treten Kirchen nicht gerne, nachwievor, dem Gebot der Gleichheit der Menschen, voran der Gläubigen verpflichtet, wenn auch nackt in des Kaisers neue Kleider, als Gegenmodell des Kapitalimus auf, der über Gebühr caritative Auslese hält, wobei sich die Armen zu legitmieren haben, wenn sie ermäßigte Eintrittspeise für Bildung, Kultur, Religion, Sport, Mobilität  beanspruchen wollen, während die Vermögenen, Reichen ungeschoren, legitimiert allein durch Cash Zugang erhalten und gleichzeitig den Grad von Vermögensferne in Geheimen Räten bestimmen, der als Armut anerkannt befristet zu Preisermäßigungen legitmiert.
Überschuldung von Privathaushalten gilt dabei übrigens nicht als anerkanntes Kiriterium von Armut.

Was für ein fortgesetzt demütigend kommuniziertes Verständnis des Zugangs zu Gesellschaft, Kultur, Politik, Glauben, Parteien, Gewerkschaften, Sport.
Da braucht nur auf der Einladung  zu einer Buchlesung, einer Veranstaltung einer Partei, der Kirchen, Gewerkschaften, Stiftungen, Verbände, Kunstvereine, Sportvereinen  zu stehen, 22 €/ ermäßigt 16 € oder 12 €/ermäßigt 8 € und schon ist die Welt der  Menschlichkeit, der demokratisch- kulturellen Teilhabe  für 1/3 der Bürger/innen hierzulande in Ordnung?
Trotz beachtlichen Aufwands an Suche, konnte ich im Kirchentagsprogramm noch vor Ort  in keiner Kirchentagsarbeitsgruppe den Debattenpunkt "Tafeln" finden.
Auf dem Hamburger Kirchentag gab es, trotz Suchens,  keinen Ort einer Hamburger Tafel, wo neben den 10.000 Wohnungssuchenden, den 6000 Obdachlosen, die Speisung  der Abertausenden kirchentagsnah stattfand
Gehört nicht das brennende Thema "Tafeln" den Menschen vor Ort nah in die Mitte eines solchen Kirchentages kommuniziert?
In Westberlin gab es noch bis in die späten 60ziger Jahre die Speisung der Vrmögensfernen in den Rathauskantinen der Bezirke, warum finden Tafeln, wenn nicht in den Rathauskantinen, so wenigstens, neben mobilen Tafel Einheiten,  in den Gemeinderäumen von Kirchen vor Ort statt?
Was mich dabei besonders anwidert, ist, dass Bischöfe mit Dienstwagen der S Klasse als umweltbelastende Dreckschleudern, samt Fahrer unverfroren beim Kirchentag in den Hamburger Messehallen vorfahren und kalten Herzens heißen Sinns  gut gelaunt, Sonnen braungebrannt  in die Gegend lächeln, sind doch ihre Gehälter nicht aus Kirchensteuern u.a. Kirchengeldern, sondern direkt samt unsäglichem Dienstwagenprivileg vom Staat finanziert.
tschüss
JP

Achtermann 06.05.2013 | 17:02

"Ich hatte hier nur auf satirische Weise sagen wollen, dass ich die Sache mit den "Steuermillionen" für den Kirchentag nicht dramatisch finde. Und die Tatsache, dass Nicht-Christen ihn steuerlich minimalst mitfinanzieren, auch nicht."

Dass du das nicht dramatisch findest, ist deine Bewertung. Ich bewerte anders. Hier im Südwesten sagt man: Es leppert sich. Gemeint ist damit, dass viele kleine Schisse auch eine Haufen ergeben. Und der Subventionshaufen, den die beiden christlichen Kirchen jährlich einfahren können, ist riesengroß. In Geld ausgedrückt sind es Milliarden. Und damit meine ich nicht die Kirchensteuer. Mir liegt das Prinzip die Gleichbehandlung näher. Die Privilegierung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen kann man in der Tat der FDP überlassen.

anne mohnen 06.05.2013 | 18:33

Lieber Herr Petrick,

„Die Kirchen sind stets noch in Angelegenheiten von Mission in eigener Angelegenheit unterwegs und das auch noch staatlich über helle und dunkle Kanäle subventioniert,(…)

Mit dem Vatikanum II hat die Katholische Kirche sich von der Missionierung verabschiedet. Dies hängt zum einen mit der Anerkennung der Pluralität von Religionen und Nichtächtung von Atheismus zusammen.

Derzeit läuft in der EKD ein interessanter Disput, da wünscht der Jurist und EKD-Präsident Anke eine Fokusierung evangelischer Publizistik auf Bibelverkündung; Hintergrund ist das Überlaufen von Mainstream-Christen oder Atheisten zu den Pfingstbewegungen (also zu denen, die gerne von mir als Halleluja Christen bespöttelt werden). Ich habe hier darauf aufmerksam gemacht. Das wird von vielen evangelischen Publizisten  kritisch gesehen, denn Kirche ist von dieser Welt, und sorry, sollte sich einmischen. ww.freitag.de/autoren/christianberlin/soviel-veraendern-wie-du-brauchst

Womit ich auch bei meiner nächsten Anmerkung bin. Sie schreiben:

„Dass sich die Kirchen einmal mehr als Kirchen im Kapitalismus begreifen, erweist sich einmal mehr an der Kostenstruktur ihrer gestaffelten Kirchentags Beitragsgebühren, die Sie mir dankenswerter Weise verlinkt haben.“

Natürlich leben, handeln die weltweiten Ortskirchen in den politischen und wirtschaftlichen Systemen, wo sie beheimatet sind. (Menno! -Troeltsch, Tillich, Rahner, rrrrrrrrrrrrr)

Entscheidend ist, wie sich „Geist in Welt“ in Beziehung setzt. Nehmen Sie zur Kenntnis, was intellektuell in den beiden großen Kirchen zu gesellschaftpolitischen, wirtschaftlichen, sozialen Fragen alles gesagt wird? Wenn nein, dann gönne Sie sich mal ein Probeabo „Publik-Forum“; schauen sie mal in die Vorlesungsverzeichnisse der Universitäten; überfliegen sie einmal die Titel katholischer und evangelischer Sozialethiker hierzulande. Dann sehen wir weiter.

Zu  „Pomp and Circumstance“ deutscher Bischöfe. Da laufen Sie doch bei mir offene Türen ein. Die sollen „abspecken“; dies ginge am ehesten, wenn die aus Kirchensteuermitteln gezahlt würden, was ich für mehr als recht und billig halte.

Dennoch ist auch in der Debatte eine Menge Heuchelei im Spiel. Bringen Sie mal deutschen Beamten und Angestellten von Regierungsstellen oder Instituten bei, sie mögen zweiter Klasse Bahn fahren, statt 1. Klasse, wie es ihnen von Rechts wegen zusteht (oder hat sich das geändert?). Sie rieben sich die Augen darüber, was Ihnen dann entgegenschlüge.

Grundsätzlich glaube ich, dass Kirchenkritik zunehmend gerade von denen , die gar nichts mehr mit Kirche zu tun haben, als Ventil für allgemeine Institutionskritik herhalten muss. Ich denke, die Kirchen müssen, vor allem können das aushalten.

LG am

 

janto ban 06.05.2013 | 18:37

Die beiden christlichen Kirchen werden privilegiert behandelt, das stimmt. Aber es ist halt ein christlich geprägtes Land. Von "gesellschaftlichen Gruppen" würde ich da aber nicht sprechen. Es sind Organisationen mit Mitgliedern aus allen gesellschaftlichen Gruppen. Religion als solche ist ja keine Elite-Veranstaltung.

Natürlich läppert es sich. Aber das tut es da, wo Steuermittel für etwas aufgewendet werden, doch meistens. Wir müssen dabei aber auf keinen gemeinsamen Nenner kommen. Mir ging es nur darum, darauf hinzuweisen, dass vermutlich jeder Bundesbürger eine lange Liste mit steuerlichen Subventionen erstellen könnte, die seiner Meinung nach überflüssig, unnütz oder sogar kontraproduktiv sind.

rheinhold2000 06.05.2013 | 18:58

"Dieser Hintergrund, dass nur etwas mehr als ein Drittel der Hamburgischen Bürgerschaft der evangelischen Kirche angehört, die Steuermillionen jedoch von allen getragen werden, sollte schon erwähnt werden dürfen."

Nun ja, erwähnen kann man es natürlich. aber was willst du damit zum ausdruck bringen?

ich persönlich fahre z.B. kein Auto, muss aber damit leben das der staat sehr viele steuergelder für strassen ausgibt von denen ich definetiv nix habe. dafür gehe ich öfter in ein hochsubventioniertes konzerthaus, auch das wird von einer mehrheit nicht genutzt. es ist schlichtweg normal, das der staat steuergelder immer nur für einen teil der bevölkerung ausgibt. und normalerweise stört das auch niemanden. außer irgendwelchen selbsternannten pseudohumanisten die mal wieder lust auf kirchenbashing haben.

Joachim Petrick 07.05.2013 | 00:01

Liebe Frau Mohnen,

„Mit dem Vatikanum II hat die Katholische Kirche sich von der Missionierung verabschiedet. Dies hängt zum einen mit der Anerkennung der Pluralität von Religionen und Nichtächtung von Atheismus zusammen. „

 

Das liest sich, wunderbar aufgeklärt der Zukunft zugewandt. Tatsache ist, dass beide Amtskirchen, das Missionieren an Bibelvereine ausgelagert,  ihren Gemeinden die Freiheit geben, missionierende Prediger als Referenten aus diesen Bibel- und Missionsvereinen anzuheuern, dass mir z. B. in der Gemeinde Höchstenbach im Jahre 2000 beim Gottesdienst die Ohren klangen, weil dort auf der Kanzle ein Prediger gegen Alles Mögliche wetterte, unter anderem gegen Frauen, die sich für Schwangerschaftsabbruch entscheiden, sie seien der Sünde, ein Ärgernis in jeder Gemeinde..

Später habe ich den Pastor vor Ort angesprochen, wie das angehen könne, dass so ein Prediger hier auftrete. Die Antwort war, das was der dort gepredigt habe, sei nicht die Linie der Amtskirche, das sei dessen persönliche Meinung gewesen. Wir leben in einem Land in der die Meinungsfreiheit gilt. Ende der Durchsage.

 

„Entscheidend ist, wie sich „Geist in Welt“ in Beziehung setzt. Nehmen Sie zur Kenntnis, was intellektuell in den beiden großen Kirchen zu gesellschaftpolitischen, wirtschaftlichen, sozialen Fragen alles gesagt wird? Wenn nein, dann gönne Sie sich mal ein Probeabo „Publik-Forum“; schauen sie mal in die Vorlesungsverzeichnisse der Universitäten; überfliegen sie einmal die Titel katholischer und evangelischer Sozialethiker hierzulande. Dann sehen wir weiter. „

Da machen Sie es sich. liebe Frau Mohnen n. m. E. etwas zu einfach.

Es ist ja gerade meine Kenntnis innerkirchlich vergeblicher Debatten die mich zornig macht.

Da wird viel vorhandener kritischer Geist, voran der Kirche von unten,  über die Hierarchie der Kirchen einfach in den Orkus gekippt, selbst Entscheidungen der eigenen kirchlichen Gerichtsbarkeit werden auf Bischofsebene ignoriert als würde es diese gar nicht geben.

Es ist je gerade die Verzahnung von Kirche und Staat auf vielen gesellschaftlichen Gebieten, die mir Sorge macht, egal, ob ich kirchlich oder nicht kirchlich unterwegs bin.

Warum mischen sich die Kirchen so massiv in den Arbeitsmarkt ein? 1950 gab es 260 000 Beschäftigte in den Kirchen, oran Seelsorger, Gemeindeschwestern, heute sind es über 1, 3 Millionen Beschäftigte in ganz unterschiedlichen Berufen, darunter Pfleger, Ärzte, Manager, Kauflaute, Therapeuten.

Inzwischen gibt es in manchen Gegenden Deutschlands nur noch kirchlichem Tendenzbetrieb „Krankenhäuser“, Altenheime .

Warum lassen sich die Kirchen, von Ländern, Kommunen als Ausputzer instrumentalisieren, der fern gewerkschaftlicher Mitbestimmung, ein Riesenrad des Lohndumpings und, entgegen dem Betriebsverfassungsgesetz, der Entdemokratisierung in der Wirtschaft im Lande dreht .

„Dennoch ist auch in der Debatte eine Menge Heuchelei im Spiel. Bringen Sie mal deutschen Beamten und Angestellten von Regierungsstellen oder Instituten bei, sie mögen zweiter Klasse Bahn fahren, statt 1. Klasse, wie es ihnen von Rechts wegen zusteht (oder hat sich das geändert?). Sie rieben sich die Augen darüber, was Ihnen dann entgegenschlüge.“

 

Ich mag nicht glauben, dass Sie die Einheit von Kirche und Staat kommunizieren, in der selbstverständlich, was die Privilegien anbetrifft, Minister und Bischöfe pekuniär, samt Dienstwagenprivileg und Fahrer, gleichgestellt sind?

Sehen Sie in den Kirchen nicht eine Vorbildfunktion?, wenn nicht gar den Sachverwalter einer anderen Welt, die möglich ist?

„Grundsätzlich glaube ich, dass Kirchenkritik zunehmend gerade von denen , die gar nichts mehr mit Kirche zu tun haben, als Ventil für allgemeine Institutionskritik herhalten muss. Ich denke, die Kirchen müssen, vor allem können das aushalten. „

 

Das sind Argumente, die gerne aus dem Raum der Amtskirchen hervor gebracht werden, um die drei SSS (Schlucken, Schweigen, Schenken) zu nähren und darüber hinwegzutäuschen, dass die da Draußen mehrheitlich zuvor in den Kirchen waren, dieser aber mit Zorn den Rücken gekehrt haben und trotzdem auf ihrem Meinungsrecht in kirchlichen Angelegenheiten bestehen, noch zu wenn es um gesamtgesellschaftliche Belange geht

Tschüss

JP

anne mohnen 07.05.2013 | 10:15

Lieber Herr Petrick, ich weiß nichts von Bibelvereinen in der katholischen Kirche, wohl von Bibelrunden in den Gemeinden. Da trifft man dann in der Tat –katholisch oder evangelisch- sehr interessierte und wohlinformierte Christen und Juden (die haben ja auch ihre „Bibelrunden“), die gemeinschaftlich zusammenhocken und Gedankenaustausch über ihren Glauben und ihre Zweifel pflegen.

Mit Ihrer Kritik an Bibelvereinen einerseits und dem Ausweichen vor meinem Hinweis auf den Kirchenpräsidenten Anke, verheddern sie sich in Widersprüche. Was wollen Sie? Eine Kirche, die sich gesellschaftlich einmischt oder rückwärtsgewandte (nur mehr spirituelle) Rückzugsorte, wo die „Oberen“, die Suppe kocht.

Dass ich hier eine ökumenische Zeitschrift wie Publik-Forum erwähnte, liegt daran, dass sich dort auch schärfste innerkirchliche Kritik nicht nur zu Worte kommt, sondern dass hier Kirche als Volkskirche, als Ort theologischer und gesellschaftspolitisch relevanter Ort stets profund und sachlich und auf der Höhe der Zeit abgebildet wird.

Zu den kirchlichen „Arbeitsgesetzen“ und Usancen im Umgang mit Arbeitnehmern: Da bin ich doch vollumfänglich auf ihrer Seite. Auch ich finde nicht in Ordnung, dass diese von Bundesgerichten abgesegnet wurden bzw. werden!!

http://www.wdr.de/tv/westpol/sendungsbeitraege/2013/0210/kirche.jsp

Was Bsirske allerdings anbelangt, der auf dem Kirchentag seine Stimme laut erheben konnte, gehört, bei aller Liebe zu den Gewerkschaften, nicht dem Club der Heiligen an:

http://www.radiobremen.de/unternehmen/presse/sonstiges/hafenarbeiter104.html

http://www.fr-online.de/flughafen-frankfurt/fluglaerm-flughafen-frankfurt-fluglaermopfer-sind-sauer-auf-bsirske,2641734,22676598.html

Eva Müllers Buch „Gott hat hohe Nebenkosten“ wurde meines Wissens hier im Freitag als Wochenempfehlung schon beworben. Müller, die nach ihren Recherchen aus der katholischen Kirche ausgetreten ist, räumt darin allerdings ein, dass die Kommunen nichts nur nichts gegen christliche Einrichtungen haben, sondern eben davon profitieren. Das gehört dann auch zur Realität. Wer in Zukunft z.B. nur noch Helioskliniken etc. haben möchte, sollte das sagen und dafür als Bürger streiten. Immerhin war  es die Politik und damit der Wähler, die wollten, dass hier Gewinne generiert werden, was eben- mit Verlaub- ein mindestens so großes Problem darstellt- gerade personalpoltisch!! Sie verzeihen, dass ich das nicht auch noch ausweide, denn das gehört hier nicht zum Thema.

& @ Achtermann, Janto Ban, Rheinhold2000

Hier eine Sendung vom WDR zum Thema. „Keine Frage des Glauben. Warum wir alle für die Kirche zahlen“.

http://www.wdr.de/tv/westart/sonntag/sendungsbeitraege/2013/0303/index.jsp

 

Ernstchen 07.05.2013 | 10:19

Es ist mir stets eine Freude, deine einordnenden Beiträge in den Diskussionen zu lesen. Eine Stimme der Gelassenheit im allgemeinen Empörungskrawall. Ich erwarte übrigens manchmal förmlich dass einer der besonders lauten Kirchenspötter bei anderer Gelegenheit kritische Bemerkungen zum Islam als rassistisch geißeln würde. That being said, die Kirchen sind voller menschenverachtenden Positionen, die der eigentlichen Botschaft diametral gegenüberstehen. Aber das ist erstens nicht der Kern der Kirchen und zweitens bedeutet das nicht dass alle ihre Anhänger hirnverbrannte Mitläuferidioten sind. Ich spitzte zu. Und das mit der Solidargemeinschaft hätte ich nicht besser sagen können.

Joachim Petrick 07.05.2013 | 15:14

Liebe Frau Mohnen,

in der Regel braucht die katholische Kirche keine Bibelvereine, wie die Evangelische Kirche, kann sie doch, neben Bruderschaft wie die Pius Gemeinschaft und Opus Die, auf Missionsvereine bis ins Jahr 1294 zurückgreifen, ohne auf Neugründungen unter einem anderen Dach verzichten zu müssen, die den Gemeinden auf Anfrage Referenten für „Arbeit“ in Missionsgebieten stellen Inzwischen ist nicht nur Ostasien Missionsgebiet sondern auch Kerneuropa:

http://de.wikipedia.org/wiki/Katholische_Mission_in_Ostasien

 

http://www.fredericia.de/index.php/faqs/26-intolerante-katholische-fundamentalisten

 

„Mit Ihrer Kritik an Bibelvereinen einerseits und dem Ausweichen vor meinem Hinweis auf den Kirchenpräsidenten Anke, verheddern sie sich in Widersprüche. Was wollen Sie? Eine Kirche, die sich gesellschaftlich einmischt oder rückwärtsgewandte (nur mehr spirituelle) Rückzugsorte, wo die „Oberen“, die Suppe kocht.“

Michael Jäger hat das unlängst, gut formuliert, auf den Punkt gebracht

“Das System kritisiert sich, tut aber nichts“

Auch ein Kirchenpräsident Anke als „Lichtgestalt“ ist freiwillig oder notgedrungen dem klerikalem Credo verpflichtet

“Übe mit der Macht des Wortes verbale Aufgeschlossenheit bei jedem Thema gegenüber Jedermann bei gleichzeitig huldigendem Verzicht auf Handlungskompetenz im klerikalen Apparat, damit es nach außen nach Diskurs, gar dem Anschein nach wie Demokratie von unten aussieht“

Auch wenn ich da mit einer anderen Meinung unterwegs bin als Sie, habe ich mich noch lange nicht verheddert, liebe Frau Mohnen.

Mischt die Kirchen sich denn in gesellschaftlich lebensrelevanten Fragen wirklich ein, wie Sie nahelegen?, wenn ja, sind ihr da nicht schon als hochsubventionierter Teil des Systems Grenzen gesetzt.

Sollten wir uns nicht im öffentlichen Raum stärker für Interkulturelle Räte und Veranstaltungen einsetzten, anstatt unser ganzes Steuermittel Pulver für konfessionsgebundene Kirchentage einzusetzen?

Die Zeitschrift Publik-Forum sehe ich wie Sie auch als Hoffnungsschimmer am Horizont.

 Ich verorte diese, auch wenn sie in den innerkirchlichen Raum wirkt,  außerhalb der Kirche stehend, als Teil unserer sich entwickelnden Zivilgesellschaft positioniert.

„Was Bsirske allerdings anbelangt, der auf dem Kirchentag seine Stimme laut erheben konnte, gehört, bei aller Liebe zu den Gewerkschaften, nicht dem Club der Heiligen an“

Danke für Ihren köstlich sakral klerikalen Humor.

„…Müller, die nach ihren Recherchen aus der katholischen Kirche ausgetreten ist, räumt darin allerdings ein, dass die Kommunen nichts nur nichts gegen christliche Einrichtungen haben, sondern eben davon profitieren“

Das meine ich damit, wenn ich davon schreibe , dass sich die Kirchen zum arbeitsmarktpolitischer Ausputzer durch die Politik, voran durch finanziell in Not geratene Länder, Kommunen erniedrigen lassen.

Tschüss

JP

Achtermann 07.05.2013 | 17:16

"Müller, die nach ihren Recherchen aus der katholischen Kirche ausgetreten ist, räumt darin allerdings ein, dass die Kommunen nichts nur nichts gegen christliche Einrichtungen haben, sondern eben davon profitieren."

Naja, ich bring mal eine Originalstelle zu deiner Behauptung aus dem Buch S.86. Dort steht:

Erst vor fünf Jahren hat sich die Stadtverwaltung entschieden, die sechs Kindergartengruppen der katholischen Kirche zu hundertzwei Prozent zu finanzieren. Kam ihm das nicht ungewöhnlich vor, dass die Politik nur zahlen und nicht mitreden darf? "Überhaupt nicht", erwidert Peter Wirtz [=Bürgermeister] und die Art, wie er es sagt, lässt keinen Zweifel aufkommen, dass er sich seiner Sache sicher ist. "Überhaupt nicht", wiederholt er. "Dazu muss man allerdings sagen: Ich bin überzeugter Christ."

Diese Stelle zeigt exemplarisch, um was es geht: Die Steuern fließen in die sozialen Einrichtungen, die vom Kirchenapparat betrieben werden, eben bis zu mehr als 100 Prozent, aber der Souverän, der Wähler und die Wählerin, haben ihre Klappe zu halten. Sie haben, wie in diesem Fall, keine Möglichkeit, eine sehr beliebte Kita-Leiterin zu halten, die einfach nur rausgeflogen ist, weil sie sich von ihrem Mann getrennt hat und mit einem anderen zusammengezogen ist. Damit verstößt sie gegen die Richtlinien eines Betriebes, der den sog. Tendenzschutz genießt, sich monetär aber vom Staat auf Händen tragen lässt. Demokratie sehe ich da weit entfernt.

Noch ein zweites Beispiel aus dem Buch, S.156:

Der Landkreis Kleve ist besonders katholisch. Zwei Drittel aller Schulen sind dort sogenannte öffentliche Bekenntnisschulen. In Nordrhein-Westfalen sind ein Drittel aller Grundschulen christlich. All diese Schulen stehen nur Bewerbern mit der 'richtigen' Religion offen. "Das glaubt einem niemand", sagt Nina Lockmann noch. "Auch die Freunde, die Familie, die konnten das erst überhaupt nicht glauben, dass es das heute noch gibt. Man fühlt sich wirklich diskriminiert. "Alle drei Lehrer, die hier am Tisch sitzen, blicken ratlos auf die leere Tischplatte. Nach ein paar Augenblicken fasst Direktor Feyen zusammen: "Wie kann es sein, dass Menschen in diesem Land aufgrund ihres Religionsbekenntnisses bei ihrer Bewerbung eine Ausgrenzung erfahren? Das finde ich sehr bedenklich."

In diesem Fall geht es um zwei Lehrerinnen, die mit befristetem Vertrag an einer katholischen Schule arbeiteten, aber gehen mussten, weil sie sich als Frei-evangelische auf eine feste Stelle nicht bewerben durften.

rheinhold2000 07.05.2013 | 19:21

"Diese Stelle zeigt exemplarisch, um was es geht: Die Steuern fließen in die sozialen Einrichtungen, die vom Kirchenapparat betrieben werden, eben bis zu mehr als 100 Prozent, aber der Souverän, der Wähler und die Wählerin, haben ihre Klappe zu halten. Sie haben, wie in diesem Fall, keine Möglichkeit, eine sehr beliebte Kita-Leiterin zu halten, die einfach nur rausgeflogen ist, weil sie sich von ihrem Mann getrennt hat und mit einem anderen zusammengezogen ist. Damit verstößt sie gegen die Richtlinien eines Betriebes, der den sog. Tendenzschutz genießt, sich monetär aber vom Staat auf Händen tragen lässt. Demokratie sehe ich da weit entfernt."

Da stellt sich doch die interessante Frage warum es nicht massenhaft nichtkirchliche (vieleicht auch humanistische) Gründungen im sozialen bereich gibt. Äh ja, fehlanzeige......

rheinhold2000 08.05.2013 | 05:31

"Aber wir sind uns sicher einig, dass es einen Unterschied gibt, wenn man ein Theater oder eine Kirche mit Steuergelder unterstützt."

ne sind wir nicht. wenn 65% der bevölkerung kirchlich organisiert sind und religiöse bedürfnisse haben ist es völlig in ordnung wenn die staatlicherweise unterstützt werden. habe keine empirischen daten wieviele menschen kulturelle bedürfnisse haben und deswegen von der subventionierung der theater/konzerthaus/opern/museenlandschaft profitieren

tlacuache 08.05.2013 | 07:51

Danke wieder für diese Infos.

Lassen wir mal Kirchenbasher sprechen:

..."Danach haben wir nur noch 20 Prozent gläubige Christen in Deutschland. Weitere 40 Prozent glauben an höhere Mächte oder an sonstige transzendentale Dinge oder Mächte, aber nicht mehr an einen persönlichen Gott. Diese sind also im eigentlichen Sinne nicht mehr christlich. Weitere 15 Prozent wissen gar nicht mehr, woran sie glauben sollen, obwohl sie Kirchenmitglieder sind"...

..."Vor drei Jahren hatte der damalige Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im bayerischen Landtag die Frage gestellt, ob nicht die Gehälter der sieben bayerischen Bischöfe von der Kirche selbst bezahlt werden könnten. Das war ein Betrag von 700 000 Euro und die katholischen Bistümer hatten in diesem Jahr über die Kirchensteuer Einnahmen von 1,3 Milliarden Euro. Da ging durch Bayern ein Aufschrei als ob jemand die Axt an die Wurzeln von Bavarien gelegt hätte. Auf all diese Fragen wird hochemotional reagiert. Karl-Heinz Deschner hat zu mir einmal gesagt, die Kirche lässt sich gegebenenfalls von zehn Glaubensartikeln neun wegnehmen, aber wenn´s ums Geld geht, gibt es kein Pardon"...

Klar, diese Quellen sind zweifelhaft und man kann sie nur als Kirchenbashing verstehen, mit Fakten hat es der Herr nicht so...

 

 

 

 

 

anne mohnen 08.05.2013 | 09:04

D'accord! Wie gesagt ich habe nichts dagegen, wenn die Gesellschaft sich entschließt aufgrund von Wählerentscheidungen in den Komunen, der Kirche hier die Stirn zu zeigen und nicht mehr will, dass es solche Einrichtungen "auf ihre Kosten existieren". Müller betont sehr wohl die Einsparungen für die Kommunen.

Wie gesagt, mir passt das auch nicht, dass Caritas und Diakonie ein anderes Arbeitsrecht haben.  Wie oft soll ich das noch sagen, hm??

 

 

 

anne mohnen 08.05.2013 | 09:29

Lieber Herr Petrick,

Der Fokus Michael Jägers als Journalist bei dF liegt auf der Kurie, dem „Apparat“. Das passt zum dF und seiner Zielgruppe. Dabei ist die Kritik von MJäger stets fundiert und an der Sache entlang geschrieben- eben guter Journalismus!

Nun einmal grundsätzlich, Herr Petrick. Die Katholische Kirche ist nicht „Opus Dei“. Weltweit 1,8 Mrd Katholiken sind nicht von einer Clique rechtslastiger, rückwärtsgewandter Männer und ihrer „Hausfrauen“ unterlaufen. Ich räume aber ein, dass dieser Eindruck des rückwärtsgewandten Katholiken entstehen muss bei all jenen, die bei „Jauch & Co“ zu Hause sind. Sie werden auch nicht repräsentiert durch Martin Lohmann und Mathias Matussek, sorry. So wenig wie sie auf protestantischer Seite durch „zungenbewegte“ Halleluja-Christen wie Hermann Gröhe und Volker Kauder repräsentiert werden. Letzterer fuchtelt ja gerne mit dem Kreuz öffentlichkeitswirksam (BILD; dWELT) herum, um mit der Linken im Verborgenen für Heckler und Koch unterwegs zu sein.

Was die Pius Brüder anbelangt, so hat das nicht nur große innerkirchliche Proteste ausgelöst, zum einen wegen des Procedere und zum anderen, wie es überhaupt dazu kam, sondern diese Causa ist mit eine der Gründe, warum der Ratzinger-Papst zurückgetreten ist. Ich werde das hier nicht nochmal aufrollen.

Mich wundert, dass sie das vom Verfassungsschutz beobachtete kreuznet nicht nennen, das allerdings dank eines David Berger, vom Netz genommen wurde. Auch wenn die Offiziellen sich davon distanzierten, übrigens, aus meiner Sicht etwas zu langsam, firmierte unter dieser Flagge ganz übles antidemokratisches Volk.

Zur Mission: Selbstverständlich gibt es nachwievor Orden weltweit. Doch deren Job ist es zuvorderst „Zeugnis abzulegen“ (Vatikanum II) und nicht die Leute katholisch zu machen! Ich finde diesen Anwurf ihrerseits typisch für uninformiertes Gerede.

Mal nebenbeigesagt, in China  droht der Katholischen Kirche ein Schisma (zu viel Gekungel mit den Diktatoren, ist der Vorwurf). Das ist ein viel spannenderes Thema; oder  Afrika, resp. Kamerum. Da spielen sich Dinge ab, die mit dem Vatikanum II nichts zu tun haben. Das sind Probleme, die umtreiben. Sorry, Deutschland ist nicht der Nabel der Welt.

Zum Thema zurück; zu den kirchlichen Einrichtungen, lieber Herr Petrick, das betrifft Caritas und Diakonie gleichermaßen. Wenn eine Gesellschaft Gesundheit und Soziales zur Gewinnbranche erklärt, dann ist für mich die zentrale Frage: Hat Kirche da überhaupt noch etwas zu suchen? An diese Frage rühren weder Frau Müller noch Sie, Herr Petrick, noch Achtermann! 

Sie schreiben „Ich erlebe Personen wie Kirchenpräsident Anke nicht als Teil der Kirche, sondern als Teil unserer sich entwickelnden Zivilgesellschaft im Widerspruch und Widerstand zu Kirchenstrukturen. Da sollten wir sie nicht allein lassen, denn sie sind ja bei uns!"

Nett, diese Absolution. So könnte man die ganze Kritik an Kirche abperlen lassen. Ich sehe das anders ; so what!  In dem Zusammenhang ist da nicht "lustig", wie wir beide uns vier  Jahre vor der 500. Jahresfeier der Reformation in eine apologetische Diskussion verstricken ;)))

Salut, am

 

Joachim Petrick 08.05.2013 | 14:50

Liebe Frau Mohnen,

gleich wo Sie gerade geistig säkular da, klerikal hier wohnen

 

"Der Fokus Michael Jägers als Journalist bei dF liegt auf der Kurie, dem „Apparat“. Das passt zum dF und seiner Zielgruppe. Dabei ist die Kritik von MJäger stets fundiert und an der Sache entlang geschrieben- eben guter Journalismus!"

Michael Jägers Satz

"Das System kritisiert sich, tut aber nichts"

bezog sich nicht auf die Kurie, sondern auf unser kapitalistisches Gesellschaftssystem in dem die Amtskirchen ein systemrelevanter Bestandteil sind.

"Nun einmal grundsätzlich, Herr Petrick. Die Katholische Kirche ist nicht „Opus Dei“. Weltweit 1,8 Mrd Katholiken sind nicht von einer Clique rechtslastiger, rückwärtsgewandter Männer und ihrer „Hausfrauen“ unterlaufen"

Das hat schon Witz, samt gerütteltem Maß an Schlauheit, wie Sie, ohne Bezug auf den Zusammenhang meiner Argumentation, die eine Replik auf ihre Feststellung war, dass Sie in der katholischen Kirche keine missionierenden Bibelvereine kennen, mich jetzt grundsätzlich im hohen Ton der Bildungs- und Wissenschaftsministerin "Du lieber Schwan" aber mit Doktortitel   bräsig unterweisen wollen. HA! HA! HA!

Da die Kirchen inzwischen als Globalplayer  Unternehmen gemanagt werden, ist es egal wieviele Menschen in der katholischen Kirche sind, weil es darauf ankommt, in welchen Bruderschaften, Diözesen das Geld sitzt und das sind nun einmal die Pius Bruderschaft, der Opus Dei Orden, die Diözese Köln mit einem Kirchensteueraufkommen von 1 Milliarde €/anno, nicht gerechnet die anteilig staatlichen Zuweisungen/Dotationen aus umstrittenen Altverträgen von 1806, 1919, 1949. 1990 in Höhe von inzwischen, inllationsangepasst, dynamisierten 460 Millionen €/anno.

".... Letzterer fuchtelt ja gerne mit dem Kreuz öffentlichkeitswirksam (BILD; dWELT) herum, um mit der Linken im Verborgenen für Heckler und Koch unterwegs zu sein."

 

Das klingt doppeldeutig, um nicht zu sagen, in die Irre Nähe der Linkspartei führend.

"Zur Mission: Selbstverständlich gibt es nachwievor Orden weltweit. Doch deren Job ist es zuvorderst „Zeugnis abzulegen“ (Vatikanum II) und nicht die Leute katholisch zu machen! Ich finde diesen Anwurf ihrerseits typisch für uninformiertes Gerede."

Hier riskieren Sie echt ein kesse Lippe, der ich gerne mit ebenso kesser Lippe, argumentativ entkräftend. begegne

"War es nicht gerade die Kehrseite des Vatikanums II, dass die Missionierungsbestrebungen in der Katholischen Kirche sozusagen privatisiert, ausgelagert wurden, darunter in die "exkommunizierte"  Pius Bruderschaft, die global aufgestellte Entstehung und Stärkung des Opus Dei Ordens?

Wenn Papst Benedikt XVI die Pius Bruderschaft also, vormals 1987 als Kardinal und Hoher Vertreter der Glaubenskongreation im Auftrag von Papst Johannes Paul II  mit deren Exkommunizierung befasst, diese im Jahr 2011 als Papst Benedikt XVI rehabilitiert, ohne sich um den unsäglichen Pius Bruder Bischof Williamson zu scheren, heißt das nicht auch, entgegen dem Geist des Vatikanums II, dass die Missionierungsbestrebungen der Katholischen Kirche wieder in deren Mitte zurückgeholt wurden?

 

"Sorry, Deutschland ist nicht der Nabel der Welt."

Das Argument führt insbesondere Matthias Mattussek gerne an, wenn er den aufklärerischen Charakter von Bestrebungen innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland im globalen Zusammenhang  klein reden will.

Gerade an dieser Stelle weichen Sie einmal mehr meiner Feststellung aus, dass es, trotz Vatikanums II, fundamentalistische Missionierungsbestrebungen im Namen der Katholischen Kirche gibt, auch wenn die Amtskirche sich, ihre Hände, Augenblicke senkend, in Unschuld waschend, auf öffentliche Nachfrage, von diesen, augenzwinkernd, in aller Demut distanziert.

"...Wenn eine Gesellschaft Gesundheit und Soziales zur Gewinnbranche erklärt, dann ist für mich die zentrale Frage: Hat Kirche da überhaupt noch etwas zu suchen? An diese Frage rühren weder Frau Müller noch Sie, Herr Petrick, noch Achtermann! "

 

Liebe Frau Mohnen, ich fürchte, Sie brauche doch noch eine Extra Themenwahl Lesebrille.

Genau in diesem Punkt stimmen wir ja überein.

Wenn Sie einmal meinen vorherigen Kommentar, auf den Sie hier antworten, nachlesen wollen, in dem ich frage, warum sich die Kirchen vom Staat, Ländern, Kommunen zum arbeitsmarktpolitisch prekären Ausputzer instrumentalisieren lassen.

"Nett, diese Absolution. So könnte man die ganze Kritik an Kirche abperlen lassen. Ich sehe das anders ; so what!  In dem Zusammenhang ist da nicht "lustig", wie wir beide uns vier  Jahre vor der 500. Jahresfeier der Reformation in eine apologetische Diskussion verstricken ;)))"

 

Wieso Absolution? Ist es nicht tatsächliche eine Frage, wo sich Reformbestrebungen innerhalb der Kirchen verorten, wenn deren Kritik an den kirchenrechtlichen Strukturen, an deren Bunkermentalität  abperlen?, dann doch wohl in unserer Zivilgesellschaft, in deren Kern es darum geht, den Rechtsstaat weiter zu entwickeln und aufzufalten, ohne historisch fundamentalistisch verteidigte Schonräume weiter, von kirchlich- staatlichem Deal zu Deal, Staatsverträgen, Konkordaten, billigend in Kauf zu nehmen.

Zurück zum Thema "Steuermillionen".

Den Furien der  Kurie zu Rom wäre es lieber, wenn es in Deutschland keine Kirchensteuer geb, die zentral von der deutschen Bischofskonferenz verwaltet und auf Antrag oder nach deren Belieben an die Gemeinden, Kirchen Sprengsel im Lande verteilt oder nicht verteilt werden.

Die Kurie hätte es lieber, wenn das in aller Welt eingesammelte Kirchengeld auch aus Deutschland direkt nach Rom käme,, dort zentral verwaltet, dann wiederbürokratisch  tröpfchenweise leise an die Kirchen Srengsel in aller Welt auf Antrag und nach magabe von Bedarfs- und Personalschlüsseln überwiesen würde

 

„Der Friede sei, urbi et orbi, gerade wegen unserer leidenschaftlichen Debatte mit Ihnen!, wenigstens für diesen einen schönen Vor- Himmelfahrts Maien Tag

tschüss

JP

anne mohnen 08.05.2013 | 15:15

Och, Herr Petrick,

na, klar gibt es rückwärtsgewandte Kräfte in der Katholischen Kirche- mehr als mir lieb' sind. Geschenkt!
"War es nicht gerade die Kehrseite des Vatikanums II, dass die Missionierungsbestrebungen in der Katholischen Kirche sozusagen privatisiert, ausgelagert wurden, darunter in die "exkommunizierte"  Pius Bruderschaft, die global aufgestellte Entstehung und Stärkung des Opus Dei Ordens?

Ich stimme Ihnen vollinhaltlich zu, dass Opus Dei und die Pius Bruderschaft sich gegen das Vatikanum II wenden.

Doch dass die Missionierung privatisiert wurde, ist Unsinn. Es gibt in der Tat einen Paradigemenwechsel, ohne den ließe sich weder der Trouble um und mit der Befreiungstheologie erklären noch die scharenweise Konversion von Katholiken in Lateinamerka.  Aber ich inistiere hier nicht auf eine Diskussion, lasse Ihnen da gerne Ihre "Meinung".

Zur Kirchensteuer- da bin ich ganz bei Ihnen: Über das Pro und Kontra, da haben sich recht, ließe sich viel sagen. Ein Blick nach Noramerika genügt, die zahlen ja das meiste an Rom, ohne das es ein staatliches Einzugsverfahren gibt, um mögliche  Verwerfungen aufzuszeigen. In einer Stadt wie Chichago, sehr katholisch, gibt es ein Nord-Südgefälle zwischen den reichen Gemeinden im Nordteil, wo der Bischof reiche Fudnraising Ernte einfährt und den armen Stadteilen im Süden, wo der Pastor zwischen Armenküche und Verkündung, schauen muss wie er seine Cents bekommt.

Ansonsten, lieber Herr Petrick gilt: Klar, Sie haben recht, dafür darf ich nun meine Ruh haben und - Gott sei Dank - weiter vor mich hindämmern;)

Salut am

 

Joachim Petrick 08.05.2013 | 15:24

"Karl-Heinz Deschner hat zu mir einmal gesagt, die Kirche lässt sich gegebenenfalls von zehn Glaubensartikeln neun wegnehmen, aber wenn´s ums Geld geht, gibt es kein Pardon"..."

 

Kein Pardon, seit die Kirche als Kirchengeldsammelstelle im ausgehenden Mittelalter über das Finanzprodukt "Ablassbrief" als Risikoausfallversicherung im Glauben die gehebelte Schuldenaufnahme bei den Fuggers, Welsers zu Nürnberg entdeckt und damit den Kapitalismus weltweit befeuert hat, um ihr überdimensionieetes Projekt den Bau des Petersdom zu Rom, samt Unterhaltskosten,  auf 100 Jahre und mehr bis heute fremd zu finanzieren .

 

siehe:


https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/ratzinger-laesst-katze-aus-dem-heiligen-sack 
Joachim Petrick
27.02.2013 | 18:09
Ratzinger lässt Katze aus dem heiligen Sack
Papst Benedikt XVI oder "Generalaudienz als Stellvertreter Gottes Schlussakkord für einhundertfünfzigtausend Zuschauer/innen" Wendet Benedikt XVI "Heiligen Stuhl" zum Gerichtsort?
Papst Benedikt XVI auf dem steinigen Weg, vom heiligen Pontifex zum eilig weilenden Commissario, im Vatikanstaat?
Personen unserer Zeitgeschichte, wie sie sich naher und zugleich nicht ferner sein können, Karlheinz Deschner (Jahrgang 1924), Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI (Jahrgang 1927), scheinen sich gleichermaßen einem Epochen Werk verschrieben und verpflichtet, das denkbar "Jüngste Gericht" im Namen der Römisch- Katholischen Kirche als "Schlussakkord des Stellvertreters Gottes auf Erden" aus der Taufe zu heben.

Joachim Petrick 08.05.2013 | 15:36


"Ansonsten, lieber Herr Petrick gilt: Klar, Sie haben recht, dafür darf ich nun meine Ruh haben und - Gott sei Dank - weiter vor mich hindämmern;)"
Mitnichten, liebe Frau Mohnen, Sie sollen nicht dämmern, Sie sollen als wacher Geist und helle Haut, die Sie sind,  weiter dichten, wo es, gleich in welcher Debatte, zu welchem Thema, argumentativ Leaks zu stopfen gibt.
tschüss
PS:
Und die Erde dreht sich doch und die Kirche hat ihr Missionierungsstreben  doch outgesourct privatisiert

anne mohnen 08.05.2013 | 15:38

PS: "Das System kritisiert sich, tut aber nichts" bezog sich nicht auf die Kurie, sondern auf unser kapitalistisches Gesellschaftssystem in dem die Amtskirchen ein systemrelevanter Bestandteil sind.

Na, ja, Sie, ich, jeder Kanarienvogel, für den Futter gekauft wird, ist systemrelevant!"   www.welt.de/wissenschaft/article13435563/Deutsche-servieren-Haustieren-den-letzten-Frass.html

Was soll das? Das, was der Kommunismus nicht geschafft hat, soll nun  die Religion bewerkstelligen, oder soll sie sich symbolisch in Nebelschwaden auflösen, in  Kartäuserkemenaten zurückziehen, wie es der Ratzinger-Papst wollte? "Schweigen und beten" sind ja auch "Handlungen."

 

Joachim Petrick 08.05.2013 | 15:54

"Na, ja, Sie, ich, jeder Kanarienvogel, für den Futter gekauft wird, ist systemrelevant!"   
Das Wesen des Kapitalismus ist nicht der Kauf von Kanarien Vogelfutter, es sei denn der wird über den Dispo fremdfinanziert.


"Was soll das? Das, was der Kommunismus nicht geschafft hat, soll nun  die Religion bewerkstelligen, oder soll sie sich symbolisch in Nebelschwaden auflösen,"
Das soll heißen, die Kirchen sollten ihr gesammeltes Geld nicht häufen, sondern zielführend gemeindenah gemeinnützig für Bildung, Kultur, Wohnungsbau verteilen, investieren und nicht, auf Renditejagd parkend  anhäufend in irgendwelchen fragwürdigen Fonds, Lehman Brother Zerifikaten, wie das Kirchen Sprengsel Oldenburg, anlegen.
Immr noch dürfen Kirchen, trotz der Finanzkrise,  ihre Kirchenstueraufkommen, Spenden Gelder bis zu 35 % in Aktien anlegen.
Als größte Immobilieneigentümer halten die Kirchen die Grundstückpreise in den angesagten Städten weiter systemrelevant künstlich aufgeblasen hoch. Warum vergeben Kirchen nicht Teile ihrer Grundstücke, die zum Verkauf stehen, nin Erbpacht an Einzelpersonen, Kommunen zum Wohnungsbau?

rheinhold2000 10.05.2013 | 09:22

was ändern denn bitte schön diese "fakten"

wenn 20% der bevölkerung tiefreligiös sind, warum soll dann nicht der staat diesen 20% einen kirchentag subventionieren?

darum gings ja in dem artikel.

die bahn wird auch subventioniert. ich bezweifel das es mehr als 20% der bevölkerung sind die diese regelmäßig besuchen.

das konzerthaus das ich regelmäßig besuche dürfte von weniger als 10% der bevölkerung regelmäßig besucht werden. ebenso die volkshochschule oder die stadtbücherei.

warum regt dich das nicht auf?

weil du kirchenbashing betreiben willst deswegen....

tlacuache 10.05.2013 | 09:47

Was willst du mir sagen?

Da wo ich Steuern zahle gibt es keine Bahn, oder so gut wie keine, Konzerthäuser sind für privilegierte "Kirchenmitglieder", na gut, vor der Reformation, hat nix mit dir zu tun, Stadtbüchereien werden hier vom STAAT finanziert, Volkshochschulen gibt es nicht.

Und wenn Du noch mal meinst, über "Freikirchen" urteilen zu können, du weisst gar nicht, was das ist, google mal in Lateinamerika...

..."warum regt dich das nicht auf?"...

Du glaubst gar nicht, was mich alles so aufregt, und da ist Reinhold2000 noch an den letzten Stellen.

Deine Inkompetenz, mal über deinen Tellerrand zu schauen, ist Überwältigend...

 

rheinhold2000 10.05.2013 | 09:56

"

Was willst du mir sagen?

Da wo ich Steuern zahle gibt es keine Bahn, oder so gut wie keine, Konzerthäuser sind für privilegierte "Kirchenmitglieder", na gut, vor der Reformation, hat nix mit dir zu tun, Stadtbüchereien werden hier vom STAAT finanziert, Volkshochschulen gibt es nicht.

Und wenn Du noch mal meinst, über "Freikirchen" urteilen zu können, du weisst gar nicht, was das ist, google mal in Lateinamerika...

..."warum regt dich das nicht auf?"...

Du glaubst gar nicht, was mich alles so aufregt, und da ist Reinhold2000 noch an den letzten Stellen.

Deine Inkompetenz, mal über deinen Tellerrand zu schauen, ist Überwältigend..."

kannst du sinnentnehmend lesen?

die frage stelle ich mir jetzt ernsthaft.

von deinen steuergeldern werden alle möglichen bedürfnisse aller möglichen menschen erfüllt. und zwar nie 100%

ich habe z.B. nix von den strassen und autobahnen da ich kein auto fahre.

wenn nun 20% der tiefreligiösen bevölkerung einen kirchentag subventionieren lassen ist das in deinen augen ganz ganz ganz schlimm.

wenn sich (vermutlich weniger als 10%) der bevölkerung ein konzerthaus/opernhaus/eine volkshochschule/eine bücherei subventionieren lassen aber nicht?

es ist nun mal auch aufgabe des staates bedürfnisse seiner bürger zu subventionieren

Achtermann 10.05.2013 | 10:01

"die bahn wird auch subventioniert. ich bezweifel das es mehr als 20% der bevölkerung sind die diese regelmäßig besuchen"

Natürlich gibt es Subventionen. Subventionen sind nicht per se schlecht. Aber weshalb soll der Staat einen religiösen Tendenzbetrieb derart subventionieren wie er subventioniert wird. Die Gewerkschaften, die ebenfalls zu den Tendenzbetrieben zählen, könnten da vor Neid erblassen, zumal sich die Gewerkschaften üblicherweise nicht auf das Jenseits berufen, wenn sie als Interessenvertreterinnen der Arbeitnehmer/innen, seien es katholische, evangelische, moslemische, marxistische oder sonstige, mit den Unternehmen verhandeln. Nimm doch mal zur Kenntnis, dass in Dt. die Kirchen nicht nur aus Gotteshäusern bestehen:

"Die 'Kirchen' sind organisatorisch ein Konglomerat aus schätzungsweise rund 50.000 eigenständigen Rechtsträgern - mit mehr oder weniger eigener Finanzhoheit - von denen wesentliche Teile als eingetragene Vereine (Diakonie, Caritas, Hilfs- und Missionswerke), Vereine auf Gegenseitigkeit und Genossenschaften (Banken, Versicherungen, Siedlungsgesellschaften, Orden) oder Wirtschaftsbetriebe im Eigentum der Kirchen (Verlage, Druckereien, Medienunternehmen, etc.) aus der 'verfassten Kirche' ausgegliedert sind." (Carsten Ferck)

rheinhold2000 10.05.2013 | 10:09

""die bahn wird auch subventioniert. ich bezweifel das es mehr als 20% der bevölkerung sind die diese regelmäßig besuchen"

Natürlich gibt es Subventionen. Subventionen sind nicht per se schlecht. Aber weshalb soll der Staat einen religiösen Tendenzbetrieb derart subventionieren wie er subventioniert wird."

weil ein beträchtlicher Prozentsatz der bevölkerung in hohem maße von diesen Subventionen profitiert. das beste krankenhaus hier im städtele ist katholisch.und wer jetzt argumentiert das dies von übel ist das die ganzen karitativen einrichtungen kirchlich sind sollte sich mal die frage stellen warum die immerhin 60% atheisten nicht alle oder wenigstens zu einem nennenswerten prozentsatz in irgendwelchen humanistischen/wasweißichverbänden karitative institutionen gründen (die dann übrigens auch subventionen vom staat bekommen würden.

"Die 'Kirchen' sind organisatorisch ein Konglomerat aus schätzungsweise rund 50.000 eigenständigen Rechtsträgern - mit mehr oder weniger eigener Finanzhoheit - von denen wesentliche Teile als eingetragene Vereine (Diakonie, Caritas, Hilfs- und Missionswerke), Vereine auf Gegenseitigkeit und Genossenschaften (Banken, Versicherungen, Siedlungsgesellschaften, Orden) oder Wirtschaftsbetriebe im Eigentum der Kirchen (Verlage, Druckereien, Medienunternehmen, etc.) aus der 'verfassten Kirche' ausgegliedert sind." (Carsten Ferck)"

und ein nicht unbeträchtlicher teil dieses konglumerates ist karitativ tätig. wenn die über nacht verschwinden würden ginge in d. aber die post ab.

tlacuache 10.05.2013 | 10:45

"deinem wirren geschreibsel

deinem wirren geschreibsel

deinem wirren geschreibsel

deinem wirren geschreibsel

deinem wirren geschreibsel

deinem wirren geschreibsel"

Ja, das überlassen wir mal dem feinen Leser:

..."rheinhold2000:
 Beiträge: 1
Kommentare: 457
Schreiber: 1
Leser: NULL

Tlacuache:
 Beiträge: 26
Kommentare: 3812
Schreiber: 34
Leser: 27

Wir schreiben wirrend weiter, und ich werde Kraft von Herzen  geben, dass mich bald keiner mehr abonniert, als Schreiber, ich schreibe nämlich eh' nur Scheisse, und ich werde mir NOCH mehr Mühe geben, damit meine Leser nur noch die Krätze bekommen, wenn sie schon meinen Namen Lesen, damit Rheinhold2000 ruhig schlafen kann...

Achtermann 10.05.2013 | 12:45

"das beste krankenhaus hier im städtele ist katholisch."

Das nehme ich dir ab. Aber es ist üblich, dass die kirchlichen Krankenhäuser bis zu 95 Prozent subventioniert werden, und zwar von allen Steuerzahler/innen. Das Problem ist: Es dürfen in diesen Krankenhäusern nur konfessionsgebundene Menschen arbeiten. Und es gilt nicht das übliche Tarif- und Mitbestimmungsrecht.

Bei den Kitas ist das ebenso. Es steht katholisch oder evangelisch drauf, und die Pfarrer haben das Sagen, aber drin sind teilweise mehr als 100 Prozent Steuergelder (siehe das weiter oben erwähnte Buch: Gott hat hohe Nebenkosten). Darin hat Eva Müller konkrete Fälle geschildert.

rheinhold2000 10.05.2013 | 13:00

"

Das nehme ich dir ab. Aber es ist üblich, dass die kirchlichen Krankenhäuser bis zu 95 Prozent subventioniert werden, und zwar von allen Steuerzahler/innen. Das Problem ist: Es dürfen in diesen Krankenhäusern nur konfessionsgebundene Menschen arbeiten. Und es gilt nicht das übliche Tarif- und Mitbestimmungsrecht.

Bei den Kitas ist das ebenso. Es steht katholisch oder evangelisch drauf, und die Pfarrer haben das Sagen, aber drin sind teilweise mehr als 100 Prozent Steuergelder (siehe das weiter oben erwähnte Buch: Gott hat hohe Nebenkosten). Darin hat Eva Müller konkrete Fälle geschildert."

das mag ja sein , aber es steht ja jedem frei selber einen kindergarten aufzumachen und dieser würde dann ebenso zu 100% vom staat finanziert. ich finde den vorwurf das die karitativen einrichtungen der kirche subventioniert werden unlauter da sich ja offensichtlich nicht viele andere finden die karitative einrichtungen eröffnen. und wenn elterninitiativen eine kita gründen stellen sie ja auch erzieher ein die ihrem weltbild entsprechen (oder verpflichten sie auf eine bestimmte ideologie) ich kann da nix verwerfliches finden

Achtermann 10.05.2013 | 14:17

"ich finde den vorwurf das die karitativen einrichtungen der kirche subventioniert werden unlauter…"

Wir können ja fortfahren und uns in den Subventionsdschungel für Kirchen weiter hineinbegeben:

Kirchensteuern sind Sonderausgaben, können aber im Gegensatz zu anderen Sonderausgaben in voller Höhe steuerlich abgesetzt werden. Aufwendungen für die Berufsausbildung (Fortbildung), Altersvorsorge etc. können nur bis zu einer begrenzten Höhe abgesetzt werden.

Körperschaftssteuer zahlen die Kirchen keine, weil sie ja angeblich keine Gewinne machen. Denn die wirtschaftlichen Aktivitäten der Kirchen werden immer als "gemeinnützig, "mildtätig" oder "kirchlich" deklariert. Kritische Prüfungen sind nicht zu befürchten.

Grundsteuer: Von der Grundsteuer befreit sind nach dem Grundsteuergesetz § 3 (1): "… 4. Grundbesitz, der von einer Religionsgesellschaft, die Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, einem ihrer Orden, einer ihrer religiösen Genossenschaften oder einem ihrer Verbände für Zwecke der religiösen Unterweisung, des Unterrichts, der Erziehung oder für Zwecke der eigenen Verwaltung benutzt wird." Natürlich sind auch die Dienstwohnungen der Geistlichen, also Pfarrhäuser usw., frei von Grundsteuer.

Die Kirchen brauchen ihre Gelder nicht in die Steueroasen wie die Schweiz oder Luxembourg verschieben. Denn sie sind von der Kapitalertragssteuer befreit. Da wird der Hoeneß ganz neidisch.

Daraus folgt nun: Potenzielle Konkurrenzunternehmungen, wie du argumentierst, die sich doch auf dem Markt etablieren könnten, haben eben nicht diese Masse an Vergünstigungen. Deshalb sind sie ganz schlicht benachteiligt. Kein Wunder, beachte diese Wortwahl, dass die wirtschaftlichen Tätigkeiten der beiden Konfessionen bis hin zu Reiseunternehmen sich immer weiter ausbreiten.  

rheinhold2000 10.05.2013 | 14:23

"Daraus folgt nun: Potenzielle Konkurrenzunternehmungen, wie du argumentierst, die sich doch auf dem Markt etablieren könnten, haben eben nicht diese Masse an Vergünstigungen. Deshalb sind sie ganz schlicht benachteiligt. Kein Wunder, beachte diese Wortwahl, dass die wirtschaftlichen Tätigkeiten der beiden Konfessionen bis hin zu Reiseunternehmen sich immer weiter ausbreiten.  "

du kannst mich ja korrigieren aber soweit ich weiß haben gemeinnützige vereine auch diverse steuerliche vorteile, auch nichtkirchliche organisationen können die rechtsform "anstalt öffentlichen rechts" wählen oder eine gGmbh gründen.

tun sie aber nicht. die tatsache das sich im karitativen bereich ausschließlich die kirche tummelt hat damit zu tun das sich humanistische verbände scheinbar nicht aufgerufen fühlen sich in eben diesem zu organisieren.

Olaf D. 10.05.2013 | 15:35

@achtermann und auch @reinhold2000 zur Info ! Bei der Auflistung der verschiedenen, geldwerten kirchlichen Privilegien (am 10.05 um 14:17) haben Sie u.A. eines unerwähnt gelassen, das, als ich davon erfahren hatte, mir die Sprache verschlagen hat. Warum haben Sie in Ihrem kritischen Bericht über diesen Kirchentag nicht auch das Thema der "Dotationen" angesprochen. Inzwischen ist ja oft publiziert worden, dass z.B. die katholischen Kindergärten und Schulen zu 100% durch die Allgemeinheit allimentiert werden. Aber leider wird es nicht oft publiziert, dass die Löhne und Gehälter der überwiegenden Mehrheit der Amtsträger, vom Pfarrer bis zum 

Erzbischof Ihr Salär aus der Staatskasse bezahlt werden? Und das alles wegen der historischen Enteignung am Anfang des 19 Jhrd. !

Und nirgendwo ist festgeschrieben, wie lange die Allgemeinheit, also auch z.B. jeder Einzelne der moslemischen  und jüdischen Deutschen die Gehälter der kirchlichen Würdenträger mit bezahlen "dürfen" . Das ist, in meinen Augen , ein deutlich grösserer und deswegen auch gerne unterschlagener Skandal, als die Finanzierung des evangelischen Kirchentags.

Achtermann 10.05.2013 | 15:51

"Warum haben Sie in Ihrem kritischen Bericht über diesen Kirchentag nicht auch das Thema der "Dotationen" angesprochen."

Naja, es war nun mal Kirchentag. Also hab' ich mich auf diesen Alimentationsausschnitt konzentriert. Das Thema "Kirchensubventionen" ist immer aktuell. Dieses Thema wird von kirchlicher und interessengeleiteter Seite zwar immer noch tabuisiert, aber im Zuge der Transparenz-Diskussionen der Gesellschaft kommt es zunehmend in den Fokus. Ich finde jeden Beitrag dazu wichtig.

 

Olaf D. 10.05.2013 | 21:00

Da sind Sie natürlich im Recht. Ich hatte nur einige Beiträge hier gelesen, die solche Kirchentag Kosten relativiert haten udn Ihr Verständnis dafür geäussert haben. Vor diesem Hintergrund wollte ich aus meinem Herzen keine Mördergrube machen und meinen Unmut über die fast 100% Finanzierung der meisten Kirchenleistungen und nicht nur der "kirchlichen" Schulen/Krankenhäuser/Kindergärten zum Ausdruck bringen. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass die meisten Bürger nicht nur über die tatsächliche 100 prozentige Staats-Finanzierung der konfessionellen Bildungseinrichtunegn uninformiert sind sondern eben auch über die 100 prozentige Finanzierung aller Bischöfe! Und wenn auch noch der historische aber tatsächlich heutzutage irrelevante Grund dafür, nämlich der Wegfall vieler Privilegien aus dem Beginn des 1900 Jahrhunderts deutlicher publiziert werden würde, könnte ich mir endlich mehr Widerstand dagegen und auch gegen den Status der Kirche vorstellen.

Achtermann 11.05.2013 | 16:58

"...sondern eben auch über die 100 prozentige Finanzierung aller Bischöfe!"

Ein weiteres Thema ist im Hochschulbereich angesiedelt. Nicht wenige Professoren sind nicht glücklich darüber, dass Theologie, also die Lehre vom Glauben, ein wissenschaftliches Lehrfach sein soll. Die theologischen Lehrstühle sind staatlich finanziert, aber ohne Segen der Kirchen gibt es keinen Theologieprofessor, der dort lehren darf. Die Kirchen haben sogar die Möglichkeit, siehe den Fall Küng, die Lehrerlaubnis zu entziehen. Dann muss der Theologieprofessor anderweitig an der Hochschule untergebracht werden. Denn kündbar ist er nicht. Außerdem: Das Verhältnis Lehrstuhl: Studierende ist ein äußerst günstiges. Sehr wenige Theologiestudenten kommen auf einen Theologieprof. Da können die Anderen nur vor Neid erblassen.