Achtermann
03.01.2013 | 19:55 53

Tagesschau-Redakteur polemisiert gegen FC

Antisemitismus Der Nachrichtenredakteur von tagesschau.de, Patrick Gensing, sieht in der Community ein "Sturmgeschütz der Israel-Kritik".

Patrick Gensing, der Nachrichten-Redakteur von tagesschau.de, ist Mitherausgeber des Blogs Publikative.org. Dort nimmt er indirekt Partei für Broder und verteidigt damit dessen Injurien gegen Augstein. Das ist Gensing jedoch nicht genug. Er nimmt die Freitag-Community gleich mit in Haftung:

 "Augstein gibt eine Zeitung heraus, den offenbar kriselnden Freitag, dessen Internet-Community sich zum Sturmgeschütz der “Israel-Kritik” gemausert hat…"   Quelle

An diesem Beispiel wird deutlich, wie manche professionelle Publizisten arbeiten, nämlich undifferenziert und selbstgewiss. Eine Community, wie man an dieser eigentlich gut verfolgen könnte, tritt nicht als homogene Masse auf, wie Gensing mit seiner Verallgemeinerung unterstellt. Man diskutiert und streitet sich. Wenn's gut geht an der Thematik entlang, wenn's nicht so gut geht, nun ja, dann wird es auch mal persönlich. Gensing genügt jedoch nicht, die Community in einen Sack zu stecken. Der Knüppel, um draufzuhauen, ist bei ihm das "Sturmgeschütz". Damit weckt er Assoziationen zum "Dritten Reich". Die Panzer, die die Nationalsozialisten entwickeln ließen, wurden zur Infantrieunterstützung eingesetzt, um "Widerstandsnester im direkten Beschuss ausschalten" (so Wikipedia in Nazi-Diktion).

Die Freitag-Community als Sturmgeschütz (siehe Bild)

Nazi-Sturmgeschütz

Kommentare (53)

poor on ruhr 03.01.2013 | 20:13

@Achtermann

"Augstein gibt eine Zeitung heraus, den offenbar kriselnden Freitag, dessen Internet-Community sich zum Sturmgeschütz der “Israel-Kritik” gemausert hat…"  "

Dem Herrn Gensing geht es da wohl nicht um Recherche sondern um Stimmungsmache. So versucht man irgendwie linke Experimente zu zerstören.

Man kommt sich aufeinmal in der Aussenwahrnehmung vor, als ob man hier zur "Jungen Freiheit" gehört. Das ist doch lächerlich und verletzend.

Der Holocaust und die Shoah haben mich mein ganzes Leben lang umgetrieben und auch bei meinen Kontakten zu  Menschen aus anderen Ländern haber ich mich stets bemüht, mich als ein Teil des neuen aufgeklärten Deutschlands zu zeigen. Ich bin nur ein kleiner Blogger und kein selbsttändiger Verleger wie Herr Austein, aber man kann ihm doch  wirklich keinen Antisemitismus unterstellen, auch wenn die Sätze in seiner Israel-Kritik manchmal unglücklich gelaufen sind.

 

Theda 03.01.2013 | 20:51
"Ich bin nur ein kleiner Blogger und kein selbsttändiger Verleger wie Herr Austein, aber man kann ihm doch wirklich keinen Antisemitismus unterstellen, auch wenn die Sätze in seiner Israel-Kritik manchmal unglücklich gelaufen sind." Das ist hochinteressant, der letzte Teil Ihres Satzes. Da stellt sich doch die Frage, warum es zu diesen unglücklichen Formulierungen kommen musste. Ich galube nicht, dass JA ein Antisemit ist, aber es springt einen doch förmlich an: Ist es Naivität Augsteins oder ist er einfach ein durchschnittlicher Jounalist, der gar nicht so qualitativ hochwertig schreibt, wie er hier stets hochgelobt wird? In einem anderen Blog behauptete jemand, Augstein sein "dumm" oder so ähnlich. Das glaube ich nicht. Ich sehe ihn lediglich als einen mittelmäßigen Jounalisten, der naiv formiliert hat und nicht als großartigen Überflieger, wie es manche hier in der FC darstellen. Dies betrifft nicht nur seine Aussagen zum NahOstthema. Viele seiner Inhalte sind nicht gerade logisch oder überdurchschnittlich gut recherchiert/geschrieben. JA ein Antisemit? Nee. Ich war entsetzt über den sonst so haarscharf analytisch agierenden Gregor Gysi, der - ich glaube im Tagesspiegel war's - JAugstein als brillanten Journalisten beklatschte.
Georg von Grote 03.01.2013 | 20:55

Naja Leute, ohne jetzt auf den Blog Gensings näher einzugehen, hat ja Achtermann schon erledigt, sollte man vielleicht nicht ausser Acht lassen, dass auch in der Tagesschau Menschen und keine Roboter arbeiten. Und diese Menschen haben nun einmal die unterschiedlichsten politischen Meinungen. Das muss auch so sein, oder will jemand wirklich eine Gleichschaltung?

Entscheidend ist doch, wie objektiv die Tagesschau selbst bei ihren Informationen bleibt und da gibt es in den meisten Fällen auch nichts zu beanstanden.

Gensing hat ja auch nicht in der Funktion eines Tagesschau-Redakteurs geschrieben, sondern in seinem Blog als "Blogger". Mit der Tagesschau selbst hat das nichts zu tun.

Insoweit sollte man schon objektiv bleiben, was jetzt nicht heißt, Gensings Ansichten seien nicht kritikwürdig.

freedom of speech? 03.01.2013 | 21:23

Da sind Strukture Jahrzehnte lang gewachsen. Da wird peinlich darauf geachtet, ja keinen falschen Ton zu bringen. Da wird jedes Wort dreimal umgedreht, um political correct zu sein, was auch immer das bedeuten soll.

Erinnern Sie sich an Philipp Jenninger 1988. Da ging es um falsche Betonung!

Dass noch Einige in den Redaktionen sitzen, die lieber bspw. das Hasbara-Memo http://www.richardsilverstein.com/wp-content/uploads/2009/01/israeli-foreign-ministry-hasbara-memo.pdf umsetzten, anstatt die Wahrheit zu sagen und Israel zu kritisieren, ist Teil der Geschichte Deutschlands und Folge der schweren Schuld von Deutschlands Tätergeneration.

Seit Grass und in der Enkelgeneration hat sich aber die Wetterlage geändert. Der junge Augstein wird möglicherweise einer Generation von Journalisten Vorbild sein, die wirklich - ohne Angst haben zu müssen - der "Freedom of speech" und der Wahrheit verpflichtet sein können. Das wäre der GAU für die derzeitige Regierung von Israel.

Die Zeit drückt es verkürzt aus: Wer hasst da wen?

http://www.zeit.de/2012/02/augstein-antisemitismus-vorwurf

 

Achtermann 03.01.2013 | 21:50

Gensing hat ja auch nicht in der Funktion eines Tagesschau-Redakteurs geschrieben, sondern in seinem Blog als "Blogger".

Das ist richtig. Dann hat der Blogger Gensing wohl eine andere Meinung als er sie in seiner beruflichen Stellung zum Besten gibt. Hier die private, dort die öffentlich-rechtliche. Diese Differenz sollte man nicht einfach konstatieren. Denn das vermeintlich Objektive, das du bei der Tagesschauredaktion bemühst, ist dann wohl eher einem Handwerk geschuldet, das so tut als sei es objektiv. Schon die Auswahl der Nachrichten lässt sich mit objektiven Kriterien nicht messen. Weniger noch die Sprache und die mit ihr verwendeten Begriffe. Gerade in der Finanzkrise haben sich viele Journalisten von ihrem Auftrag selbst entbunden und die Begrifflichkeiten der Transaktionsjongleure gerne übernommen, ohne deren öffentliche Wirkung zu hinterfragen. Nicht zufällig kommt dann dieser Bloggertext zustande, der, wie wir, die diese Community bilden, als Betroffene doch hoffentlich merken, dass hier mit dem journalistischen Rasenmäher gearbeitet worden ist.

Achtermann 03.01.2013 | 21:56

"Kritische Mitarbeiter sind nur hinderlich."

Das glaube ich nicht unbedingt. Es kommt darauf, wo sie arbeiten. Für die Tagesschauredaktion nehme ich das eher an als für den Freitag. Denn über die ARD wachen Aufsichtsräte. Und da hocken auch Politiker drin. Gute Mitarbeiter benötigen eine Qualifikation in besonderem Maße: sozial verträglich zu sein, sonst knirscht es im Betrieb.

luggi 03.01.2013 | 22:15

"Entscheidend ist doch, wie objektiv die Tagesschau selbst bei ihren Informationen bleibt und da gibt es in den meisten Fällen auch nichts zu beanstanden."

Tagesschau objektiv? Da lachen ja die Subjektivhühner. Selbst der Startzeitpunkt 20:00:00:00 stimmt nicht mit der realen Zeit überein. Man sollte das Tagesschaustudio nach Görlitz verlegen ... dann stimmt der Uhrgong.

Wahrheit Wetterbericht? Toll! Und warum soll ich an die Statements der NachrichtensprecherInnen glauben?  Nun ja, nicht mal die Uhrzeit stimmt dialektisch betrachtet ... richtig, bei der Tagesschau. Verlässlich scheinen nur Ifos zu verstorbenen Personen.

janto ban 03.01.2013 | 23:54

Wenn ich "Oberhaupt der Karfreitagslinken", "Passionsberichte", "Augstein radikalisierte sich weiter", "Solidaritätskomitee", "Obsession, Israel kritisieren zu müssen", "einem Trick" lese, muss ich leider glauben, dass da im Oberstübchen etwas nicht ganz richtig tickt. Glauben müssen ist ja immer eine schlimme Sache für einen selbst. So wie reden oder sparen müssen. Schrecklich. Ich glaube an das ewige Leben und dass ich diesen Schreiber, wenn ich Augstein wäre, bis vor den höchsten Richter klagen würde. Irdischen Richter wohlgemerkt. So langsam grenzt es m.E. an den Versuch eines medialen Vernichtungsfeldzuges.

"Viele dieser Kommentatoren im Netz sind deutschdeutsche Spätopfer der NS-Herrschaft, Leute, die keine drei von Opa und seinen Kameraden ausradierten Städte in Osteuropa nennen, dafür aber sämtliche UN-Resolutionen gegen Israel auswendig unter dem Weihnachtsbaum aufsagen können – für den Frieden!"

Ach du Scheiße. Aber das trifft zu. Auf mich zwar nicht, aber viele Journalisten sind ja auch stratzenstrubbeldumm in der Birne - und andere nicht. So what?

@Achtermann

Manche Informationen sollten mich an manchen Tagen einfach nicht erreichen. Trotzdem danke.

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 00:07

"Der Knüppel, um draufzuhauen, ist bei ihm das "Sturmgeschütz". Damit weckt er Assoziationen zum "Dritten Reich".
Nee, Gensing weckt Assoziationen zum "Spiegel"-Gründer.
Rudolf Augstein bezeichnete seinen "Spiegel" als "Sturmgeschütz der Demokratie".
Wolfgang Pohrt sagte einmal: "Der Massenmord an den Juden verpflichte, so meint man, Deutschland dazu, Israel mit Lob und Tadel moralisch beizustehen."
Das mit dem Tadel klappt bei Jacob Augstein und in der FC schon ganz gut ...

weinsztein 04.01.2013 | 05:03

"Sturmgeschütz der Israel-Kritik" nennt der Journalist Patrick Gensing die Freitag-Community. Ist nicht so wichtig. Und es ist ja wahr, dass hier oft die Politik der israelischen Regierung kritisiert wurde, auch von mir.

Es ist auf gar keinen Fall Doktrin der Tagesschau-Redaktion, dass Kritik an israelischer Politik verboten sei. Gensing wollte offenbar originell sein, in seinem privaten Blog zitiert er recht dümmlich Rudolph Augstein ("der Spiegel" sei ein "Sturmgeschütz der Demokratie" - was er eine Zeitlang durchaus auch war), um dieses Zitat gegen die Freitag-Community zu richten.

Wichtig ist das nicht. Vielleicht hat Gensing ein Konjunktürchen gewittert, nach der Veröffentlichung des Wiesenthal-Rankings. Oder er hat was gegen Jakob Augstein. Aber der wird es überleben.

Patrick Gensing ist relativ jung und sehnt sich nach einem markanten Profil, scheint mir. Auf privaten Internetforen bekämpft er Neonazis, das finde ich aller Ehren wert. Kann sein, dass er auf diese von Broder befeuerten Rankings aus New York stieß und jäh seine journalistische Pflicht vergaß, zu recherchieren. Drum schaffte er es damit auch nicht in die Tagesschau.

Ich habe lange fürs ARD-Morgenmagazin gearbeitet, auch da war das Meinungsspektrum innerhalb der Redaktion breit und es wurde viel und hart diskutiert. Das ist gut.

weinsztein 04.01.2013 | 06:06

Abraham Cooper, ein Rabbiner in den USA und stellvertretender Direktor des Simon Wiesenthal Centers in Los Angeles (sorry: oben sprach ich von New York, ist falsch) behauptet, Henryk M. Broder werde in der ganzen Welt als Experte zum Thema Antisemitismus gesehen.

Das ist so grotesk! Henryk M. Broder ist ein Antisemitismus-Experte, dem es, scheint mir, nichts ausmacht, immer wieder in deutschen Neonazi-Foren wie PI zitiert zu werden. Er bedient solche Foren nebst  Unterforen, die sich den Freitag zum Feind auserkoren haben, seit Jahren.

Die FAZ hält  die diffamierende Entscheidung des SWC für einen „schweren intellektuellen und strategischen Fehler“.

Weltweit hat sich das Simon Wiesenthal Center blamiert.

 

Achtermann 04.01.2013 | 08:03

"Nee, Gensing weckt Assoziationen zum "Spiegel"-Gründer. Rudolf Augstein bezeichnete seinen "Spiegel" als "Sturmgeschütz der Demokratie"."

Es kann sein, dass Gensing noch weitere Metaphern im Hinterkopf hatte, etwa die Aussage des Spiegelgründers Rudolf Augstein (FDP). Nichtsdestotrotz ist das Sturmgeschütz eine technische Entwicklung, die unter den Nazis vorangetrieben und im Zweiten Weltkrieg als Waffe eingesetzt worden ist. Welche Assoziationen beim Leser hervorgerufen werden, liegt nicht nur in der Hand des Schreibers.

Hier das Originalzitat, auf das du dich beziehst und von Augstein sen. ironisch gemeint sein sollte, wie der Spiegel im Nachruf schrieb: "In der Ära Adenauer waren wir das Sturmgeschütz der Demokratie, mit verengten Sehschlitzen. Im ärgsten Kampfgetümmel, wo man uns manche Hafthohlladung appliziert hatte, erreichten wir nicht entfernt die Wirkung wie in dem Moment, da man uns wie mit einem Netz auf den Trockenboden schleppte und die Armierung zu demontieren gedachte." Als ehemaligem Soldaten des Hitlerregimes lagen ihm solche Termini sicher näher als  dem Tagesschau-Redakteur von heute.

Georg von Grote 04.01.2013 | 08:25

Kuntz will doch nur wieder spielen. Der hat doch keine Meinung, sondern gibt nur Meinungen wieder, wobei er nie weiß, ob er nun hüh oder hott sagen soll.

Im Prinzip tut er ja auch gut daran, sich so indifferent zu verhalten, denn man könnte ihm ja aquf die Schliche kommen und feststellen, dass er nichts anderes als nur heiße Luft produzieren kann. Wie willst Du mit jemandem diskutieren, der sein Mäntelchen in jedes laue Lüftchen hängt?

Achtermann 04.01.2013 | 09:03

Die Jüdische Allgemeine vom 03.01.2013 veröffentlichte ein Interview mit Efraim Zuroff, dem Direktor des Simon Wiesenthal Center in Jerusalem. Zuroff, der sich als "Nazi-Jäger" einen Namen gemacht hat, wird auch zu Augstein befragt. Für ihn gibt es keinen Zweifel, dass Augstein ein Antisemit ist. Das trifft auch die Community, zumindest diejenigen, die den Freitag-Herausgeber verteidigen:

Der deutsche Journalist Jakob Augstein belegt den neunten Platz. Warum ist auch er ein Antisemit?
Weil er ein ernsthaftes Problem mit Juden und Israel hat. Das wird in seinen Beiträgen auf Spiegel Online überdeutlich. Nehmen Sie nur sein Zitat, wonach die Charedim in Israel nicht besser als die islamistischen Fundamentalisten seien und nur nach dem Gesetz der Rache handeln würden. Ich habe großes Verständnis dafür, dass Henryk M. Broder Augstein wegen dessen Agitationen mit Julius Streicher vergleicht.

Augstein selbst hingegen sieht sich diffamiert, bloß weil er als Journalist Kritik an Israel übt.
Wie jeder Antisemit leugnet auch er, Antisemit zu sein. Niemand hat jemals behauptet, dass man Israel nicht kritisieren dürfe. Es ist die Art und Weise der Kritik, die einen Antisemiten ausmacht. Und Augstein misst beim Thema Israel mit zweierlei Maß, macht aus Tätern Opfer, klammert den Terror der Hamas vollkommen aus. Seine Äußerungen sind ganz und gar empörend, diffamierend und ekelhaft.

Georg von Grote 04.01.2013 | 09:23

Die "Jüdische Allgemeine" ist mittlerweile mit ein wenig Vorsicht zu genießen, zumindest seit den Umstrukturierungen im vorletzten Jahr, dem zunehmenden Einfluß des Zentralrats und dem Weggang von Böhme als Chefredakteur. Sie ist auf dem besten Weg ein reines Verlautbarungsorgan des Zentralrats zu werden und das der in dieser Sache nicht gerade objektiv ist, dürfte auf der Hand liegen.

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 09:31

Nun ja, ich werde sonderbarerweise auch älter.  
Dachte, die Rudolf (Sturmgeschütz) Augstein Metapher wäre allgemein bekannt, aber er ist ja auch schon lange tot und spielt nun vielleicht zwischen den Spiegelbildsternen Skat mit Axel (Bild schoss mit) Springer und Henri (PK) Nannen.
Die meistgenutzte Suchmaschine bietet für "Sturmgeschütz der Demokratie" immerhin "Ungefähr 11.500 Ergebnisse" und am besten gefällt mir Schimmecks  " Vom Sturmgeschütz der Demokratie' ... zur Spritzpistole der Angela Merkel".
Eine Einschätzung die übrigens von Franziska Augstein, auch eine scharfe Kritikerin israelischer Politik,  geteilt wird.
Schade, dass sie nicht im "Freitag" schreibt.

tlacuache 04.01.2013 | 11:02

Ein Gespräch mit Efraim Zuroff

..."Weil die Deutschen die Konzentrationslager im Osten errichtet hatten.

Nicht nur. In Litauen wurden 98 Prozent der Juden in ihren Heimatdörfern ermordet. Es gab nur einen einzigen Transport nach Auschwitz. In Estland, Kroation oder der Ukraine fanden die Deutschen sehr viele Menschen, die bereitwillig gemordet haben. Das will natürlich in diesen Ländern niemand hören. Ich kämpfe für die historische Wahrheit. Ich glaube, die Täter heute noch zur Verantwortung zu ziehen ist die beste Geschichtslektion, die man erteilen kann"...

Nur mit der deutschen Presselandschaft incl. Freitagsherausgeber kennt sich der Mann nicht so genau aus, als New Yorker...

Ich kann's nicht mehr hören, EHRLICH

 

tlacuache 04.01.2013 | 11:11

Achtermann,

wir hatten da mal so eine Privatmail vor dem Relaunch,

ca. 1.5 Jahre ist's her, da hatte ich gesagt, die Leutchen haben keine Ahnung von Geschichte und ich faselte da was vom Judenpogrom in Lissabon 1506, jetzt sind wir wieder genau an dem Punkt.

Ich habe den J. Augstein immer gebasht, aber hier muss ich ihm den Rücken stärken...

Broder ist sogar schlimmer als Sarrazin, jetzt kann man noch nicht mal das Simon Wiesenthal Center ernstnehmen...

Achtermann 04.01.2013 | 15:18

Broder schreibt am 6.12.12 in der WELT:

"Sie, Jakob Augstein, sind "my favorite anti-Semite". […] Dieter Bohlen, einer der meist unterschätzten Denker der Gegenwart, hat mal gesagt: "Das Problem ist: Mach einem Bekloppten klar, dass er ein Bekloppter ist." Noch schwieriger ist es, einem Antisemiten klar zu machen, dass er ein Antisemit ist.

Denn wäre er sich dessen bewusst, wäre er kein Antisemit. Und das wiederum unterscheidet einen Diabetiker von einem Antisemiten – der Diabetiker weiß, dass er krank ist. In diesem Sinne ist der Antisemitismus mehr als eine Krankheit, er ist eine Obsession. […] Sie bleiben "my favorite anti-Semite". […] Weil Sie so gute Manieren haben, so gebildet und – so unheilbar gesund sind."

Ebenso, nur weniger populistisch, verfährt Efraim Zuroff, der Direktor des Simon-Wiesenthal-Center in Jerusalem, wenn er im oben zitierten Interview sagt:

"Wie jeder Antisemit leugnet auch er, Antisemit zu sein."

Einen solchen Vorwurf kann man nicht entkräften. Man ist Antisemit, weil man es abstreitet.  Streitet man es nicht ab, einer zu sein, ja, dann ist man, der Logik folgend, nicht automatisch ein Semit, wie Broder unterstellt, um seine Argumentationsfigur zu retten, sondern man ist Antisemit. Man hat ja den Vorwurf nicht zurückgewiesen. Ergo bleibt nur den vom Antisemitismus Betroffen die Kompetenz der Einordung.

Georg von Grote 04.01.2013 | 17:30

Ich denke mal, das Wiesenthal-Center wird allgemein extrem überschätzt.

Zum einen ist es eines von sehr vielen ähnlicher Organisationen.

Zum anderen ist es auch keine menschenrechtsorganisation, wie immer behauptet, sondern eine reine Interessensvertretung.

Hinzu kommt, dass der Namensgeber Simon Wiesenthal noch zu Lebzeiten überhaupt nicht mit dem Vorgehen dieses Centers einverstanden war.

Viele Juden in aller Welt gehen sogar so weit, sich von dieser Organisation zu distanzieren.

Letztlich ist das, was gerade geschieht, nur ein laues Lüftchen im Wasserglas. Von einem Sturm kann man da gar nicht reden.

Vielleicht werden die, die jetzt diese Nominierung Augsteins befürworten, es bereuen, dass man ihn auf diese Liste gestzt hat, denn möglicherweise ist eine Diskussion angestoßen worden, die die selbsternannten Antisemitenjäger als das entlarvt, was viele von ihnen einfach sind, polemische Pöbler.

tlacuache 04.01.2013 | 17:41

"Was hast du dort erblicket? Thinktankboy?"

NIX, das war der Kontext...

mal so nebenbei, Janto "rumänische Münzeinheit",

die etwas älteren Forenmitglieder wissen, das Tlacuache eine äusserst üble BEUTELRATTENART ist,

die mal so:

http://t2.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQfqKdTLHhOSERBqk05I1AQy0_-Mgmh7jcwayDK1w0OpLyHLPEq

oder mal so

http://www.nuestra-gente.com/foros/images/Opossum-Dead.JPG

drauf ist,

VORSICHT, im Gegensatz zu vielen anderen

Nicknameflutschern habe ich meine

Zeitsperren immer durchgehalten !!!

..."Thinktankboy"... ich kotz' gleich,

ich habe gerade wieder eine Zeitsperre abgesessen...

Du Schlauhansel...

Achtermann 04.01.2013 | 18:20

"Vielleicht werden die, die jetzt diese Nominierung Augsteins befürworten, es bereuen, dass man ihn auf diese Liste gestzt hat, denn möglicherweise ist eine Diskussion angestoßen worden...".

Wer wie Broder vom "links-reaktionären Gutmenschenpack" schreibt, bereut nicht. Durch die Äußerung Salomon Korns, der meint, dass das "Simon-Wiesenthal-Center ziemlich weit weg von der deutschen Wirklichkeit" sei, wird klar, dass Leute wie Broder nicht über einen Alleininterpretationsanspruch des Antisemitismus-Begriffes verfügen können.

janto ban 04.01.2013 | 19:19

Ich versteh's immernoch nicht. Warst du gesperrt?

Ich hatte meinen Nick durchflutschen lassen, weil ich ihn zum Schluss selbst nicht mehr sehen konnte. Zu verraten, dass ich mich als Opfer wähne. Im Internet. Verständnis dafür bekommen wollen sogar noch. Wie dämlich war das denn von mir?

Augstein macht das richtig. Der ist tapfer und schlau. Findet das andere Opfer, diesen weltweit renommierten Experten, dessen Namen wir ständig nennen, ganz toll.

Ich finde nun auch alles und alle ganz toll. Und wenn ich sage ganz toll, dann meine ich ganz toll. Da gibt's ja gar kein vertun. So weiß jedes, wo es sich drauf einzustellen hat. Und falls ich mal nicht alle und alles ganz toll finde, habe ich meinen Absatz nicht verstanden.

Du bist übrigens eine lupenreine, antisemitische Dreckschleuder. Es abzustreiten macht keinen Sinn. Weniger noch, als es mich einfach in Ruhe behaupten zu lassen. Sag einfach, dass du mich toll findest. Komm.

Smilies zu meinen Kommentaren kosten ab sofort übrigens extra. Ich bin doch nicht bescheurt (bald).