Augstein und Blome
04.03.2013 | 12:26 14

Nach den Clowns kommen die Tränen

Italien Jeden Freitag prallen Welten und Weltanschauungen aufeinander, wenn Jakob Augstein (der Freitag) und Nikolaus Blome (Bild) die Geschehnisse der Woche reflektieren

Kommentare (14)

mcmac 04.03.2013 | 14:01

Sehr schöne Diskussion! -Es gibt ein europäisches Beispiel, dass gerne medial unter den Teppich gekehrt wird, wie man mit den Schulden nämlich noch umgehen kann: Der EU-Beitrittskandidat (also: das Noch-Nicht-EU-Mitglied) Island hat es vorgemacht - das Volk entscheiden lassen UND seine Schulden nicht zurückzahlen. Fertig.

Wikinger-Wunder  (aus Kontext-Wochenzeitung)

und PlusMinus-Bericht..

 

Merkurlino 04.03.2013 | 23:27

Zwei erwachsene Männer mit brillantem Intellekt - Augstein und Blome - reden sich hier wieder mal so heiß, dass sich fast schon überschlagen.  Besonders der eine! Jener links im Bild und vom entsprechendem Standpunkt,  nörgelt und merkelt in bekannter Weise, kritisiert , fuchtelt, grimassiert und reißt dabei schon mal die eine oder andere kleine Grenze des guten Geschmacks nieder.  Halt auch ein Clown!
Da fragt man sich dann, was will der schmucke  Augstein eigentlich? Für eine linke Gesinnung  stehen und werben?
Aufgebrachte Beschreibungen und Deutungen mögen als Appell an die Vernunft der Zuschauer formuliert sein. Doch zwischen den Zeilen ruft hier ein zorniger kleiner Junge, ich will Anerkennung, ich möchte verstanden werden, gebt mir endlich Recht!
Hier kann der Zuschauer wunderbar beobachten, wie jemand sich den Wert, dessen er sich selbst nicht ganz sicher ist, mit allen Mitteln – und mit gewissem Erfolg - erstreitet.
Jedoch: weise ist das noch nicht!
So frage ich mich, können die beiden Herrn eigentlich auch Tiefgang? Könnten sie nicht auch mal gemeinsam (nicht gegenseitig!) darüber nachsinnen,  wie Wandel eintritt – falls sie diesen wünschen? Wer für Veränderung  plädiert, könnte sich durchaus auch überlegen, wie Veränderung  geschieht. Doch soweit wird nicht gedacht.
"Die Gegenwart leidet an einer chronischen Unterernährung der produktiven Phantasie."(Negt)
Das ist der Punkt!
Dort aber läge die Lösung – für jeden Clown!

anne mohnen 05.03.2013 | 09:28

Lustige Sendung!

Peer-der Stammtischmaxe: Neoliberalismus für die, denen er sich zugehörig fühlt, ein wenig SPD für die (überalterten) Stammwähler, und gaaaaaaaaanz viel Populismus für den Rand.

@ Merkulino

Wollen Sie  Infotainment, eine mal mehr, mal weniger amüsante Unterhaltungssendung durch "Muttis Küchenpsychologie" toppen?

Bald gibts wieder Frischobst, das hebt die Laune. Derweil  ein bißchen Apfelsinen, Pampelmusen  für die Phantasie,   lieber Merkurlino?

 

 

 

 

Giuseppe Navetta 07.03.2013 | 14:29

Der Satz, die Bevölkerung lebe über ihre Verhältnisse, offenbart die die Kompetenz! Da der italienische Staat zu einem großen Teil bei seinen eigenen Bürgern verschuldet ist, sollte man sich vielleicht mal fragen, ob dieser Satz lauten sollte, dass bestimmte Bürger von den Verhältnissen leben oder zumindest ganz gut dazuverdienen. Auch einigermaßen grotesk ist die Tasache, das Wirtschaftsliberale gerne die Senkung der Staats- und Steuerquote selbst in prosperen Zeiten einfordern, die öffentliche Überschuldung aber im Nachhinhein anklagen...das Merkwürdige ist ja, dass neoliberale Regierungen geradezu Steuersenkungswettbewerbe einen zwischen Regionen und Ländern initiieren, um die darauffolgend zwangsläufigen Finanzierungsengpässe mit der Protegierung  und Quersubventionierung der eigenen Gläubiger zu beantworten und derlei wirtschaftspolitische Ausrichtung bzw. Klientelismus auch noch als konformes Prinzip marktwirtschaftlicher Ideale zu verkaufen, ist der eigentlich schlechte Witz und eine Verhöhnung der Bürger Europas!