Augstein und Blome
01.02.2013 | 17:00 20

Was ist was?

Spaß oder Sexismus Jeden Freitag prallen Welten und Weltanschauungen aufeinander, wenn Jakob Augstein (der Freitag) und Nikolaus Blome (Bild) die Geschehnisse der Woche reflektieren

Kommentare (20)

Wolfgang Blankschein 01.02.2013 | 21:23

Ach, na ja, selbstverständlich steht im Focus dieser Diskussion, wie Frauen den Sexismus wahrnehmen und erleben - und natürlich geht es dabei um die Verbindung mit (vermeintlicher) Macht, die Männer ausüben oder ausüben wollen.  

Warum sollen sich nicht (auch) Männer, die einflussreiche Positionen im politischen Journalismus repräsentieren,  zur Debatte und das auslösende Ereignis - Journalistin trifft auf erfahrenen Politiker, berichtet später darüber -  äußern? Man(n) möchte ihre Haltung schon kennen.  Nicht mehr, nicht weniger. 

BennoGreifer 01.02.2013 | 23:52

Die Sexismus-Diskussion ist völlig überflüssig.
Wenn sich Menschen so kleiden, dass sie sich mit diesem Stiling selbst zum Sexualobjekt stilisieren, sollten sie sich nicht wundern, wenn das zu entsprechenden Reaktionen führt.
Wer nicht zum Sexualobjekt mutieren will, wählt ein angemessenes Outfit.
Das trifft auch für Männer zu (z.B. mit dem sogenannten "Maurer-Deko").

Merkurlino 02.02.2013 | 08:29

Tausend mal in meinen Leben bin ich von Männern sexistisch angemacht worden, gestern noch von meinem 84-jährigen Nachbarn! Nicht weil ich mich sexy gekleidet habe - ich bin jetzt 70 -  sondern weil die Typen immer wieder einen Sieg einfahren müssen. Herrlich zu sehen bei unseren beiden Hähnen im Video!
Mein persönlicher Trick: Ich erlaube den Männern ihren vermeintlichen Sieg! Besonders wenn er so charmant eingeholt wird wie von Augstein. Selbst Blome geht da gern in die Knie.

Bizarre 02.02.2013 | 20:52

Nein, die Sexismus-Diskussion ist alles andere als überflüssig. Sexismus ist ein großes gesellschaftliches Problem.

 

Wenn sich Menschen so kleiden, dass sie sich mit diesem Stiling selbst zum Sexualobjekt stilisieren, sollten sie sich nicht wundern, wenn das zu entsprechenden Reaktionen führt.

Das nennt man Victim Blaming. Egal wie man sich kleidet, es ist niemals ein Grund, eine Rechtfertigung oder eine Aufforderung für Sexismus/sexuelle Belästigung.

Zumal es übrigens so ist, dass viele Mädchen und Frauen auch belästigt werden, ohne dass sie sich "sexy" angezogen haben. Einfach so.

Stromberg 03.02.2013 | 11:52

Wenn Männer Frauen nicht ab und zu belästigen würden, auch und gerade sexuell, wäre die Menschheit schon längst ausgestorben. Denn vom Cosmopolitan lesen, Sex-in-the-city-Gucken oder auf den Prinz mit dem Pferd warten, wurden noch keine Kinder gezeugt. Aber ich freue mich, wenn Frauen jetzt gendergerecht mehr initiativ sein wollen und uns Männer mehr (sexuell) belästigen. Mein Placet habt ihr.

Herr Rossi 03.02.2013 | 12:59

Guten Tag.

Als Mann einer Frau mit Karriere, verspühre ich trotz meiner eher  zurückhaltenden Art sehr häufig das Bedürfnis einige Kollegen  meiner Frau zu Hause mal Sonntags aufzusuchen,  um sie mit dem Gesicht in den Schnee zu drücken. Und das währe nicht nur lustig, sonder auch verdient. Warscheinlich würden mir ihre Mütter und Ehefrauen dabei sogar applaudieren.

Gerd Weghorn 03.02.2013 | 18:49

So geht es nicht! Kommunikation ist keine Einbahnstraße und Verstehen dementsprechend nicht nur eine Bringeschuld des Sprechers, sondern das Resultat von Kompetenz und zwar des "Senders" wie des "Empfängers"; zu dieser Kompetenz gehört nicht nur psychologisches Hintergrundwissen sowie Fach- und Sachkompetenz, sondern es gehört dazu auch die Bereitschaft, "positiv zu denken", also erst einmal davon auszugehen, dass nobody perfect ist, dass jeder Fehler machen kann  - und dass der Hang zum Missverständnis auch mir zueigen sein könnte.

 

Das ganze Gelaber um Sexismus entspricht jener Denke von Beziehungs-Unfähigen, die nicht gelernt haben, zu verstehen, sich verständlich auszudrücken und "schwierige Kunden" zu coachen, will sagen: dahin zu führen, dass sie sachlich hinzulernen und sich in ihren Umgangsformen angemessen aufführen.

 

Mir würde das also nicht passieren, das mich irgendwer beleidigen oder kränken könnte, weil ich mir eine professionelle Beziehungs-, Führungs- und Kampfkompetenz angeeignet habe, die es mir erlaubt, jede Herausforderung zu meistern - und auch aus Misserfolgen zu lernen (was für mich zur Meisterschaft hinzugehört) - denn wie gesagt: nobody is perfect, aber einige sind es quasi gewissermaßen!

Gerd Weghorn

anne mohnen 04.02.2013 | 14:31

Die von NBlome gestellte Frage, „wo fängt Sexismus an, wo endet er?“, ist ja gar nicht so verkehrt. Marina Weisband von den Piraten beantwortete diese im Zusammenhang mit der Brüderle Kampagne: Sie empfinde es als äußerst sexistisch in Interviews, in Zeitungsartikeln immer wieder Eingangsstatements über sich zu hören und zu lesen, wie "jung und schön“

Wenn zwei Menschen sich nicht dauernd unterbrechen, bekommt man tatsächlich mit wie sie so denken und ticken ;)):

Herr Blome im Ringen um eine Sexismusdefinition: „(…) da übt jemand, meisten ein Mann, Macht aus auf jemanden aus, der machtmäßig unter ihm steht.“ Tja, so zu Ende gedacht, wären dann Männer –zumindest am Arbeitsplatz- noch häufiger Opfer von Sexismus. Wie gesagt, nur mal richtig zugehört und dann „geschlussfolgert“ ;)))

Es geht um mehr als um „kommod“, um mehr als „das macht man nicht“, sehr geehrte Herren. Warum? Ein Beispiel: Vor einem Jahrhundert hielt die Nobelpreisträgerin Marie Curie als erste Frau an der Sorbonne eine Vorlesung vor Männern und Frauen. Sie tat dies, nachdem ihr Mann tödlich verunglückt war. Ein Journalist schrieb mehr aus Entsetzen denn aus freudiger Erwartung. „Jetzt ist es soweit, eine Frau liest vor einem zweigeschlechtlichen Publikum. Am Ende werden Frauen sogar Menschen.“

Das Beispiel passt wunderbar, denn vor hundert Jahren hätte ein Mann in „öffentlicher Stellung, gehobenem Stand“ es nie gewagt, sich in der Öffentlichkeit zu solch „inkommodierenden“ Äußerungen hinreißen lassen, wie es Herr Brüderle tat, „Wein, Weib und Gesang“ hin oder her. Das mit der Menschwerdung war dann weniger skandalisierend. So verkehren sich die Ansichten, doch nicht immer die Realität.

Mit der Doppelmoral ist das so eine Sache:

Stilfragen sind persönliche Entscheidungen. Insofern hat Frau Himmlereich nur eine gängige Verhaltensweise bedient. Sie hat draufgehalten! Es gehört dann auch, unabhängig wie ich oder andere dazu moralisch stehen dazu, dass in der Frage der Emanzipation, Sexismus nicht darum geht, dass Frauen die besseren Menschen sein wollen. Aus meiner Sicht hat sich Frau Himmlereich „altersdiskriminierend“ geäußert, ja klar. Dennoch hat Himmelreich durchaus „professionell“ ausgeteilt. Soviel zur „Moralinkeule“ von Claudius Seidl, die er sicherlich, wenn der Newspaperman -jenseits des „FAS Modus“ - in ihm mal in sich geht, nicht wirklich ernst nimmt.

Natürlich, bedienen der Stern, der Focus, Springer, Spiegel etc. eine Doppelmoral, wenn die sich der Verkaufsmaxime bedienen: „Sex sells“. Springer, Focus, Stern bewiesen dies auch als sie 1 klein beigaben und ihre Apps für deren Produkte Nackedei frei halten.