bertamberg
17.01.2013 | 13:31 86

Tod, dein Stachel - Abschied von J.

Krebskrank Drei Monate krebskrank, vier Wochen vor dem 20. Geburtstag tot. Ein ausgebliebener Triumph der Universitätsmedizin.

Hoffen bis zuletzt.  J. starb heute morgen um sechs Uhr  an  den Folgen eines Rhabdomyosarkoms.  So bewahrheitete sich heute:  "Kranke Menschen sterben, weil sie an den Mythos von der unfehlbaren Wissenschaft (der die naturwissenschaftliche Medizin einschließt) glauben, deren Pastoralassistenten und Hohepriestern vertrauen und sie bezeugen dies mit ihrem Opfertod, nachdem sie sich freiwillig den Versprechungen angeblich medizinischen Fortgeschrittenseins ausgeliefert haben." (https://www.freitag.de/autoren/bertamberg/trostlose-krebs-medizin-2013-eine-karfreitags-meditation)

Anfang Oktober 2012: Eine Beule am  linken Bizeps. Es folgte  die operative Entfernung. Nach  dem Ergebnis der histologischen Untersuchung  wurde nochmal operiert, um "wirklich alles kranke Gewebe" zu entfernen. Dann Chemotherapie, Bestrahlung, Aufnahme in eine Verlaufs-Studie an der Uniklinik. Ein paar Wochen ging es ihm gut. Dann Nachuntersuchung: Viele  Metastasen, auch in der Wirbelsäule. Es folgten wieder Phasen mit Chemotherapie, Bestrahlung . Wechselnde Befindlichkeiten. Über Weihnachten im Krankenhaus. Die Eltern kontaktieren einen kompementär-medizinisch tätigen Krebsspezialisten.  Er meint, nach Chemo und Bestrahlung sei  hier eine alternative Behandlung  chancenlos. Gestern die Information: keine Chemotherapie hat angeschlagen, Bestrahlung wäre erfolgreich gewesen, aber  mehr davon wäre nicht zu verantworten. Die Eltern willigten ein in die palliative Betreuung, Morphin und Sauerstoff.  Binnen 24 Stunden war der Lebensfunke erloschen.

Kommentare (86)

bertamberg 17.01.2013 | 17:37

Sie haben Recht:  "Manche überschreiten die Schwelle mit Vorbedacht, um den Anderen an seinen Werten zu packen oder um die Werte des Anderen anzufechten. Obszönität bedeutet immer Grenzverletzung, auch Tabu-Bruch und (in einem weiteren Sinne) Kampf suchen. "(https://de.wikipedia.org/wiki/Obsz%C3%B6n)

Der Philosoph Pascal Bruckner sagt in diesem Zusammenhang sogar: „Die Unfähigkeit der Wissenschaft, alle Krankheiten zu bekämpfen, schockiert uns mehr als alles andere. Unheilbar ist das einzige obszöne Wort des heutigen Wortschatzes.“ [Bruckner, Pascal (1997): Ich leide, also bin ich – Die Krankheit der Moderne. Eine Streitschrift.
Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main / Wien, S. 71]

 

bertamberg 17.01.2013 | 18:51

Mir geht es  um etwas anderes als darum, Recht zu haben. Ein Mensch vertraut sich wegen seiner Krankheit einer Universität an, im Glauben, dort die bestmögliche Behandlung zu bekommen. Er wird chirurgisch, chemotherapeutisch und radiologisch behandelt,  gelegentlich schaut eine Psychologin vorbei. Er (und seine Eltern) bekommt nicht vermittelt, dass die Ärzte ein Konzept haben, nach dem sie vorgehen, ist  aber zu unsicher, das zu thematisieren. Der Versuch, "komplementär" zusätzlich etwas an Therapie durchführen zu lassen, läuft in der Mühle des Klinikbetriebes auf Grund und kommt nicht voran. Wertvolle Zeit verstreicht ungenutzt bzw. mit  Therapien geringer Erfolgswahrscheinlichkeit, in einer Hinhaltetaktik wird immer wieder medizinischer Routineaktionismus praktiziert,  bis nicht mehr zu verschleiern ist, dass die medizinische Strategie nicht aufgegangen ist und es auch zu spät  für andere Therapieansätze ist. Ist dies nicht ein Missbrauch des Vertrauens? Wie soll jemand gesund werden, wenn ihm nicht glaubhaft vermittelt wird, dass dies möglich ist?

Columbus 17.01.2013 | 20:20

Sie, Bert Amberg, mögen es bedauerlich finden, dass für einen todkranken Menschen nicht auch alternative Behandlungsmethoden ohne Schwierigkeiten (komplementär) zur Verfügung stehen, wenn er das wünscht. Daran ist nichts auszusetzen.

Aber was reitet sie, in dieser Form über die Behandlung und den Tod eines Patienten zu schreiben und das als dFC-Blog zu veröffentlichen?

Das ist ja exakt so stupide gedacht und geschrieben , wie so manche "Kriegsführung" der von ihnen nun angeriffenen Universitätsmedizin, die nicht einmal die Komplementarität anerkennen möchte. Dazu schreiben sie auch noch rücksichtlos emotional im Stil und weder entlang ihres Textes, noch aus anderen Quellen, nachvollziehbar plausibel. 

Sie opfern damit nur der eigenen Wut und Empörung und geben leider nichts mehr auf irgend eine Form von  Glaubwürdigkeit. Doktrinäre Ideologen und Polemiker  haben, nicht nur in der Heilkunde, meist Unrecht.

>>So bewahrheitete sich heute:  "Kranke Menschen sterben, weil sie an den Mythos von der unfehlbaren Wissenschaft (der die naturwissenschaftliche Medizin einschließt) glauben, deren Pastoralassistenten und Hohepriestern vertrauen...<<

Das ist nicht nur völlig demagogisch und spekulativ, sondern sicher einfach nur ihre Interpretation. Sicher ist dem jungen Menschen keine Heilung versprochen worden und das hätte oder hat gewiss auch kein verantwortungsvoller Komplementärmediziner getan.

Es liegen überhaupt keine nachvollziehbaren und überprüfbaren Daten dazu vor, ob bei dieser Art besonders bösartiger und sehr seltener Malignome eine andere Behandlung auch nur eine winzige Chance eröffnet hätte. Schon ihre Angaben zu dem Rhabdomyosarkom, Alter des Patienten, Lage und sichtbare Größe des Primärtumors, sprechen gegen allzu viel Hoffnung durch irgend eine andere Behandlungsform.

Der Vorwurf, dieser arme Mensch wäre aufgrund der Behandlung und/oder ausbleibender, anderer Behandlungen verstorben, der ist absurd. - Ich hoffe ja, sie korrigieren sich da noch.

Ich weiß nicht, wo sie selbst ihren Blogbeitrag hier verortet haben, aber in irgend eine dF- Rubrik passt das nicht. Sie müssten dazu schon eine eigene Webseite gründen und gleich dazu schreiben Persönliches und Privates, "Ausbrüche",  von und nur mit Bert Amberg.

Ich finde, das ist dann einfach zu wenig für ein öffentliches Forum. Wenn sie schon Anhänger der Salutogenese für mehr Menschen als nur für ihr persönliches Befinden sein wollen, dann sollten sie schnell den Stil wechseln. Bösartigkeit und üble Nachrede, schreiende Empörung, so gut sie auch gemeint sein mag, führen eine Negativität mit sich, die jede gute Absicht zerstört.

Sie schreiben doch häufig von Psyche und Psychologoischem, hier sogar von Psychoonkologie. Da müssten sie doch wissen, dass diese, ihre Form der Vermittlung nicht nur Menschen abschreckt, sondern vielfältig verletzt. Sie helfen nicht möglichen Patienten, nicht der Alternativmedizin, nicht der gelehrten Heilkunde und schon gar nicht den Lesern des dF.

Beste Grüße

Christoph Leusch

ed2murrow 17.01.2013 | 20:26

Wenn zu erwarten gewese  wäre, dass der Zynismus des Blogs nicht mehr zu überbieten wäre, so ist die Antwort auf goedzak doch noch um ein Gran härter:

"Der Versuch, "komplementär" zusätzlich etwas an Therapie durchführen zu lassen, läuft in der Mühle des Klinikbetriebes auf Grund und kommt nicht voran. Wertvolle Zeit verstreicht ungenutzt bzw. mit  Therapien geringer Erfolgswahrscheinlichkeit, in einer Hinhaltetaktik wird immer wieder medizinischer Routineaktionismus praktiziert,  bis nicht mehr zu verschleiern ist, dass die medizinische Strategie nicht aufgegangen ist und es auch zu spät  für andere Therapieansätze ist."

Darin wird in Form eines hypothetischen Kausalverlaufs suggeriert, dass Komplementärmedizin nur deshalb keinen Erfolg haben könne, weil ein "medizinischer Routineaktionismus" dies systemisch wie sytematisch verhindere. Damit ist derjenige, der sich für jene Komplementärmedizin stark macht, in zweifacher Weise entlastet: Durch die Verantwortung des Klinikbetriebs und durch den Umstand, dass der alternative Kausalverlauf, weil hypothetisch, sich jeglicher Beweisführung enthebt.

Warum nenne ich das zynisch? Weil in der Antwort das dritte Element enthalten ist, das Verschweigen der Todesursache, nämlich der Krankheit, die wie viele andere, eine infauste Prognose in sich trug, gleich wer sich an die Behandlung gemacht hat oder gemacht hätte.

Ihr sinngemäßes "Wir aber hätten es besser gemacht" ist hier, bertamberg, der bisherige Höhepunkt Ihrer ganz persönlichen, infausten Einstellung zum menschlichen Leben, das Ihnen nur insoweit am Herzen liegt, als es mit der richtigen Methode um die Ecke gebracht wird. Pfzu Deibel!

elisRea 17.01.2013 | 21:36

Ich gehe davon aus, dass Sie von einem persönlichen Erlebnis schreiben.  Ich glaube, ich weiß in etwa, wie Sie sich fühlen. Ich finde es auch o.k., dass Sie hier, neben -zig Banalitäten und dumpfbackigen Verbalscharmützeln, diesen  ernsten und sehr persönlichen Artikel geschrieben haben. Wenn es Ihnen hilft, hat es sich gelohnt.

Vergessen Sie, wenn Sie können, am besten und so schnell wie möglich, einige Beiträge von Leuten hier, die nur einen Sinn haben gelesen zu werde: Man weiß, mit wem man nichts zu tun haben will. Alles Gute Ihnen.

bertamberg 17.01.2013 | 22:14

Lieber Herr Leusch,

ich wäge sonst ab was ich schreibe und lasse es über Nacht ruhen, heute war und ist mir nicht danach. Es ist richtig, der Schreibstil dieser Zeilen ist ein anderer, als ich ihn sonst pflege. Sie sehen bei mir Demagogie und Spekulation, ja sogar Bösartigkeit und üble Nachrede,eine "Negativität (...) die jede gute Absicht zerstört." Ich bin mir bewusst, den Bogen der Provokation vielleicht überspannt zu haben, aber ich verorte diesen Blog unter der Rubrik "Alltag", denn vergleichbares passiert täglich, ohne dass es in der Öffentlichkeit präsent wird.

Sie meinen:"Es liegen überhaupt keine nachvollziehbaren und überprüfbaren Daten dazu vor, ob bei dieser Art besonders bösartiger und sehr seltener Malignome eine andere Behandlung auch nur eine winzige Chance eröffnet hätte."

Es ist ein eleganter Kunstgriff, Daten als "nicht nachvollziehbar und nicht überprüfbar" zu klassifizieren, wenn sich seit Jahrzehnten die wenigsten Wissenschaftler und Universitätsinstitute die Mühe gemacht haben, vorliegende Datenpools zu überprüfen statt als marginal zu ignorieren und die Spezialisierung so weit fortgeschritten ist, dass selbst zu Einzelfragen mitunter mehrjährige intensive Beschäftigung notwendig ist, um zu einer Meinung zu kommen, die vom Mainstream abweicht.

Nach Windstosser gilt: In der " zwischen 1977 und 1982 in den USA erhobene Studie von DE VITA (...) stehen einer Million diagnostizierter Krebserkrankungen 421 000 Fünfjahresheilungen gegenüber (42,1%) einschließlich der bemerkenswerten Erfolgsquoten beim kindlichen Rhabdomyosarkom mit optimal 80 – 90 % und bei den akuten lymphatischen Leukosen mit etwa 70 %."

Sie äußern: "Der Vorwurf, dieser arme Mensch wäre aufgrund der Behandlung und/oder ausbleibender, anderer Behandlungen verstorben, der ist absurd."

Halten Sie dies aufrecht, wenn Sie vergleichen, dass nach offiziellen Angaben "Ende der 70er Jahre nur 30 bis 40 % aller Kinder langfristig überlebten" (http://www.kinderkrebsinfo.de/erkrankungen/weitere_solide_tumoren/weichteilsarkom__tumor/pohpatinfoweichteiltumorkurz20101215/index_ger.html), Windstosser mit einem erweiterten onkologischen Konzept jedoch damals schon von Erfolgsquoten bis zu 80-90% spricht?

Ich bin so frei, darauf zu verweisen, dass Krebstherapie immer nur reduziert auf drei Komponenten erfolgt, obwohl seit Jahrzehnten andere Standards bekannt sind, wie sie Windstosser andeutet:

"Die Beseitigung der Geschwulst durch lokal angreifende Maßnahmen ist und bleibt Aufgabe des Chirurgen, Radiologen, Chemotherapeuten. Auch die wirksamste Ganzheitstherapie kann vorerst auf diese - teils kurativen, teils palliativen - Eingriffe nicht verzichten. Jedes Gramm Turmorsubstanz, das der Chirurg mit dem Messer zu entfernen vermag, erleichtert der internen Therapie und der von ihr unterstützten körpereigenen Cytostase und Cytolyse die Arbeit. Wir müssen uns aber immer bewußt bleiben, daß Stahl und Strahl nicht zu beeinflussen vermögen die inneren metabolischen Voraussetzungen der Geschwulst, nicht ändern können das, was wir als Präkanzerose und Tumormilieu bezeichnen, und auch nicht bessern und heben die körpereigene Abwehr, die wir als Bundesgenossen gegen die malignen Zellen so notwendig brauchen. Hier liegen die Ursachen der Rezidivbildung und der Metastasierung, und hier liegen auch die Ansatzpunkte zu einer internen Vor- und Nachbehandlung des Krebskranken, die sich als Teamwork zwischen dem Operateur oder Radiologen einerseits, dem Ganzheitstherapeuten andererseits abzuspielen hat. Nur auf diesem Weg kommen wir allmählich zu einer Besserung der trotz aller erzielten Fortschritte der Chirurgie seit Jahrzehnten immer noch um 13 Prozent liegenden Fünfjahreserfolge der ausschließlich lokal ausgerichteten Krebsbehandlung, die sich bei Einschaltung einer systematischen internen postoperativen Therapie aber nachweislich auf mindestens 30 Prozent verbessern lassen."

Aus: Dr.med. Karl Konrad Windstosser: DIE GANZHEITSMEDIZINISCHE BEHANDLUNG KREBSKRANKER UND KREBSGEFÄHRDETER ; 30.0 Die prinzipiell zu fordernden internen Maßnahmen der Sanierung des Krebskranken (http://www.windstosser.ch/museum/manuskript/index.html)

Wenn Therapeuten aus der Schule Windstossers in einer absoluten Minoritätsposition sind, ist dies nicht ein empörenswerter Zustand, auch, wenn in Lehre und Forschung solche Erfahrungen völlig zu kurz kommen, ja ständig von interessierter Seite die Leier angeschlagen wird, dass das alles ja sowieso nichts nütze, dieser ganzheitliche Kram? Gilt dies nicht, was Windstosser formulierte:

"Darf nicht andererseits den Ärzten, die unter den immer wiederkehrenden Tragödien orthodox behandelter Krebsopfer ebenso leiden wie deren Angehörige, das gleiche Recht, ja, die Pflicht zugestanden werden, sich aus Gewissensgründen den "alternativen" Heilmethoden zuzuwenden ? Und dies umso mehr, wenn sie dann den einen oder anderen Erfolg in progressiven Verläufen damit erleben !"

Wem ich mit diesem Blog helfe, ist offen, deshalb muss ich Ihre Aussage, meine From der Vermittlung schrecke ab und verletze vielfältig zwar als nicht von mir intendierte Möglichkeit werten und bedauern, die Behauptung der fehlenden Nützlichkeit jedoch als Spekulation zurückweisen.

Mit den besten Grüßen

b.

ed2murrow 17.01.2013 | 23:21

Sie, bertamberg, sind Ihren zahlreichen Bekenntnissen zufolge approbierter Arzt, also jemand, der landläufiger Meinung zufolge einen gewissen Grad an Bildung und Ausbildung besitzt. Es dürfte daher Ihrer Aufmerksamkeit nicht entgangen sein, dass ein Bote lediglich  eine ihm aufgetragene Botschaft übermittelt, nicht aber eine eigene Willenserklärung kund tut. Was Sie aber nicht nur hier im Blog getan haben, sondern wiederholten, was sich anhand Ihrer verlinkten Bezugnahme auf einen Ihrer früheren Beiträge erweist.

Die von Ihnen verbreitete und hier nicht erkennbar von einem anderen in Auftrag gegebene Entäußerung bedarf also keiner anderen Einschätzung als der, die ich Ihnen oben attestiert habe. Dass Ihr Kreuzzug (denn Ihr Eigenzitat beginnt nun tatsächlich mit der Kreuzigung und daher mit Glaubensfragen) mit einem Todesfall im Zusammenhang steht, ist Ihre ureigene Wahl. Was ich davon halte, muss nicht wiederholt werden.

Die Reflexion, bertamberg, die Sie meinen, ist: Können Sie sich eigentlich noch im Spiegel betrachten, ohne Ekel zu empfinden? Wenden Sie sie an sich selbst an ganz nach dem von Ihnen propagierten Satz "Arzt, heile dich selbst".

Columbus 18.01.2013 | 01:11

Lieber Bert Amberg,

Sie wissen doch, dass ein solcher Befund nach der Histologie (nicht berichtet), nach Größe des Primärtumors (hier ungünstig), nach dem Sitz (Extremität, hier prognostisch ungünstig),  nach dem Alter des Patienten (ebenfalls ungünstig, weil schon älter), nach Tumormarkern und genetischen Zellmarkern der betroffenen Gewebe, sowie nach der Metastasierung, sofern feststellbar, in einem Staging und Grading eingeschätzt wird.

Rhabdomyosarkome sind in diesem Alter noch viel seltener, als überhaupt schon und dazu meist hochmaligne.

In Tumor-Zentren können, immer auf der Basis der Freiwilligkeit und der Einwilligung, neue Therapieschemata angeboten und neue Therapien, bei infauster Prognose, durchgeführt werden. -Wo sonst, wenn nicht dort!

Nur in solchen Zentren besteht überhaupt eine ausreichende Kenntnis (Viele Allgemeinärzte und andere Spezialärzte, sehen vielleicht einmal in ihrem Leben einen erwachsenen Menschen mit dieser Krebsform), und nur dort gibt es die Möglichkeit, die Therapie genau zu verfolgen. - Das heißt, auch das Scheitern ist exakt festzuhalten.

Danach und begleitend, kommt immer noch viel ärztliche Kunst, nämlich den Schmerz zu lindern und das Sterben nicht zur Qual werden zu lassen. -Wenn sie Kritik am Umgang, an der Pflege, an der Betreuung dort üben möchten, müssten sie genauer werden und das können sie nur mit Zustimmung der Betroffenen, in diesem Falle der Hinterbliebenen. Dann ginge es hier um konkrete Misstände.

Das größte Unglück der Medizin ist nicht der Tod eines Patienten mit einer schweren Erkrankung, denn das geschieht auch heute ständig und nach meiner Ansicht, viel zu oft in einer fremden und entfremdeten Umwelt.

Die Frage lautet vielmehr, ob das Mehr an Sicherheit in der Versorgung, - Ich sterbe jetzt noch nicht, immer ist noch einmal Hilfe, auch in schwerster Lage, direkt da.-, ausgleicht, dass das Sterben nicht in einer eigenen Welt und damit in der eigenen Vertrautheit stattfinden kann.

Nicht gut erträglich und ich kann mir das nur mit einer außergewöhnlichen Betroffenheit ihrerseits erklären, die aber so eben nicht heilsam für eine lesende Öffentlichkeit sein kann, es sei denn, sie wollen von ihrer Einseitigkeit und Starre Auskunft geben, ist aber, dass sie den Eindruck erwecken der Tod dieses Patienten sei die Folge des ärztlichen Behandlungskonzeptes und der onkologischen  Universitätsmedizin an sich gewesen, er hätte hingegen durch alternative Verfahren verhindert werden können. - Dafür gibt es keine Hinweise und keine Sicherheiten.

Von einem Fall, sogar einem recht seltenen Fall, auf die Onkologie, die Krebsbehandlung allgemein zu sprechen zu kommen, dunkel von einer gewissen Hybris der Universitätsmedizin zu sprechen, erzeugt unnötig Ängste. Was haben denn die Ärzte in diesem Zentrum konkret falsch gemacht, in der Behandlung?

 Aus dem Wenigen das sie mitteilen, ergibt sich aber schon ein gewisser Hinweis, dass das Rhabdomyosarkom eines von der übleren Sorte war. Ich schrieb ihnen das nun noch ein bisschen genauer auf. Mehr kann ich nicht wissen, denn mehr wurde ja auch nicht mitgeteilt.

Auf ein völlig anderes Blog gehörten die Themen, dass bei einigen Tumorformen aufgrund der geringen Fallzahlen weniger geforscht wurde und man häufig auf Analogieschlüsse angewiesen ist. Dass für einige häufigere Tumorformen,- gerade nicht für jene, die in der Kindheit und frühen Jugend auftreten-, offenbar eine Grenze der Heilerfolge erreicht ist und selbst der weiter erhöhte, technische, operative und medikamentöse Aufwand und die neuesten Schemata, nur noch marginal, ermittelt an hunderten und tausenden Fällen, eine Verbesserung beim Überleben, bei der eventuell möglichen Heilung, bei der Lebensqualität erbringen.

 

Mir bereitet mehr Sorge, dass unsere halbwegs verrückte, protestantisch ethisierte Gesellschaft irgendwann sagt: "Deine Krankheit ist überhaupt kein Thema für die Allgemeinheit, sondern ausschließlich dein persönliches Problem. Kannst du es dir leisten, dann lebst du, wenn nicht, dann stirbst du." Dies, verbunden mit dem Hinweis, es ginge zwei Dritteln der Menschheit bei der Gesundheitsversorgung doch noch viel schlechter, als dem Bedürftigsten unter uns. 

Beste Grüße

Christoph Leusch

 

eldorado 18.01.2013 | 01:40

Mir hat mal eine junge Frau erzählt, wie es ihrem Lebenspartner ergangen ist. Das war etwa 5 Jahre nach seiner Krebserkrankung.

Ihr Partner hatte Krebs im Rückgrat, drei Herde. Operieren war nicht möglich. Bestrahlen weiss ich nicht mehr. Er bekam Chemotherapie. Die Aussicht war: Ohne Behandlung lebt er höchstens noch ein paar Wochen, mit Behandlung wahrscheinlich ein paar Monate länger.

Er begann mit der Chemotherapie. Nach etwa 2 Wochen hatte er die Nase voll davon. Er wollte lieber kürzer leben ohne diese enormen Nebenwirkungen, als etwas länger mit.

Er brach die Behandlung ab und ging in eine Anthroposophische Klinik. Dort hatte er viel Zuwendung. Neben den üblichen Therapien dort und Iscador bekam er Vitaminspritzen direkt ins Rückenmark gespritzt. Es ging ihm zusehends besser. Nach ein paar Wochen wurde der Tumor wieder untersucht und - es wurde nichts mehr gefunden.

Inzwischen waren fünf Jahre vergangen. Ein Tumor wurde in der zwischenzeit nicht mehr gefunden.

So hat es mir seine Partnerin erzählt, mit der ich per Zufall an einer Messe ins Gespräch kam. Ich hab sie vorher und nachher nie wieder gesehen.

Wichtig ist, dass man zu der Therapie findet, die einem zusagt, die einem entspricht und der man vertraut, sei das nun die klassische Therapie mit all den Nebenwirkungen und/oder wenn gewünscht, etwas Alternatives.

bertamberg 18.01.2013 | 11:52

Hallo Eldorado,

das ist eine vergleichbare Einzelfallschilderung, die zeigt, dass komplementäre Methoden ihre Berechtigung haben. Dieser Mann hatte den Mut der Verzweiflung oder der Überzeugung, einen anderen Weg zu gehen und anscheinend war dies  aus welchen Gründen immer einer mit erwarteten Heilung dienlich. Sicher ist  es richtig, dass  jemand zu  der Therapie findet,  der er vertraut,  ob das Vertrauen  sich dann als  berechtigt herausstellt , ist unwägbar. Außenstehende können nur akzeptieren, was an Entscheidungen fällt. Wieviele der  Kommentatoren in diesem Blog würden davon ab- oder zuraten, eine anthroposophische Einrichtung aufzusuchen? Dass die Misteltherapie esoterischer Quatsch ist und Vitamingaben nur Geldschneiderei, ist  doch eine weitverbreitete Meinung.  Woran ist  der Patient in diesem Fall gesund geworden? Placebobasierte Spontanremission? Einbildung?  Nur, jeder  der  hier sagt: Das wird  dir nicht helfen, ist mitbeteiligt an einem starken Noceboeffekt. Worte können töten, wenn auch nur indirekt.

Viele Grüße

bertamberg

eldorado 18.01.2013 | 13:40

Wenn ich seine Freundin richtig verstanden habe, ging dieser Mann nicht aus Verzweiflung in diese anthroposophische Klinik. Sondern er hat sein Schicksal hingenommen und wollte seine letzte Zeit anstatt von Apparaten umgeben, bei Menschen verbringen, wo er Zuwendung, Annahme und Authenzität bekam, natürlich mit einer kleinen Hoffnung.

Wobei es als erwiesen gilt, dass das Iscador die Nebenwirkungen der Behandlungskeulen herabmindert und erträglicher macht. Bei uns gibt es nicht Wenige, die begleitend zur üblichen Therapie oder anschliessend, Iscador nehmen.

In unserem Dorf hat es gleich zwei anthroposophische Kliniken. Die eine bietet ein breites Spektrum an mit einer Krebsabteilung. Die andere Klinik ist ausschlieslich für Krebspatienten da. Dass das hier so gehäuft ist muss auch nicht verwundern, ist doch das Zentrum der Anthroposophen, das Goetheanum, gleich im Nachbardorf.

Wie sie jetzt sicher erraten, wohne ich in der Schweiz. Ja, und da wird das Iscador und viele andere anthroposophische Heilmittel von der Grundversicherung bezahlt.

Die alternative Medizin bekämpft ja nicht die Krankheit, sondern stimuliert und aktiviert die Selbstheilungskräfte des Patienten. Das ist natürlich unterschiedlich, wie ein Patient darauf anspricht, was belebt und geweckt werden kann und was der Patient an innerer Arbeit leisten kann. Hier wird der ganze Mensch angesprochen - Körper, Seele und Geist, bei der üblichen Medizin nur der Körper und das oft wie eine Maschine. Das eine gegen das andere auszuspielen, bringt wirklich nichts. Jeder Mensch, der fähig ist, in sich hineinzuhorchen, spürt schon, welcher Weg für ihn der Richtige ist.

Ich selbst habe Erfahrungen mit anthroposophischen und anderen Heilmitteln. Unter anderem durfte ich damit die Heilung von einer unheilbaren Krankheit, allerdings nicht tödlichen Krankheit erfahren. Das ist unglaublich, wie solche Heilmittel wirken können. Ich spüre wie Bewegungen im Leib, die immer stärker wurden, ich fing an zu fühlen, Schmerzen kamen, die Stelle wurde noch beweglicher. Dann kam die Erlösung und ich war frei davon und geheilt. Das habe ich mehr als einmal erfahren. Allerdings spielte sich das mehrheitlich aber auch ziemlich unspektakulär ab.

Von mir aus können die Gegner sagen, was die wollen. Auch ein Blinder kann sagen, dass es keine Bäume gibt, weil er nie einen gesehen hat und sich weigert einen zu ertasten. So geht ergeht es auch den Gegnern. Wenn sie die alternativen Heilmittel nicht ertasten wollen, können sie meist auch davon keine Hilfe erfahren.

Etwas ist noch zu sagen. Bei der üblichen Medizin wird man behandelt. Der Patient ist dabei passiv. Bei der alternativen Medizin begleitet der Arzt den Patienten. Die Arbeit macht der Patient.

bertamberg 18.01.2013 | 21:46

An ed2murrow 17.01.2013 | 20:26 und ed2murrow 17.01.2013 | 23:21

Ist aufgefallen, dass ich unter "Info" geschrieben hatte: "Es ist unvorhersehbar, wie der Krankheitsverlauf bei anderen  Behandlungsmethoden gewesen wäre." --?

Ich habe keineswegs en detail suggeriert, "dass Komplementär-medizin nur deshalb keinen Erfolg haben könne, weil ein 'medizinischer Routineaktionismus' dies systemisch wie sy[s]tematisch verhindere" - das würde ja aktive und stringente Verweigerung zusätzlicher Maßnahmen bedeuten. Meine Formulierungen bezogen sich auf das Faktum, dass keine entscheidungsbefugte Urlaubsvertretung vorhanden war, dass Maßnahmen durchgeführt worden sind, die dem Patienten und den Angehörigen nicht den Eindruck einer durchdachten Therapie vermittelten und dass danach eine erhoffte Alternativtherapie wegen mangelnder Erfolgswahrscheinlichkeit von einem Arzt abgelehnt worden ist – das könnte man noch in der Kategorien "Schicksal, Schlamperei oder dumm gelaufen" einordnen.

Es mag sein, dass hier ein systemisches Problem in der Onkologie deutlich wird, und in meinem Beitrag 17.01.2013 | 22:14 deutete ich an, welche Dimensionen dies sein könnten, nur habe ich dies eben nicht in dieser Art vorher unterstellt, und als ich es tat, beharrten Sie darauf, Form und Inhalt meines Beitrags sei inkompatibel mit jeglicher Selbstachtung und Ausdruck einer reflexionsbedürftigen Eigenpathologie.

Sie als Jurist wissen, dass an Ärzte hinsichtlich Aufklärung zu Risiken einer Behandlung sehr hohe Anforderungen gestellt werden, möchten Sie etwas dazu sagen, ob eine unterlassene Aufklärung hinsichtlich Optionen der Therapie juristisch Folgen hat? Denn unterlassene Aufklärung führt zu unterlassener Hilfeleistung, und die Phrase, die nach so einem Exitus häufig benutzt wird "Wir haben nichts unversucht gelassen" oder " nach menschlichem Ermessen haben wir alles versucht" mag subjektiv berechtigt sein, aus einer anderen Warte kann -wie ich es fragte- auch der Eindruck berechtigt sein, dass das Spektrum des Bemühens zu begrenzt war. Wenn auch gesellschaftlichen Usancen solches exkulpieren, die ethische Fragestellung, ob und wann genug ist, bleibt. Dass ich nicht beauftragt war, hier medizinischen Rat zu geben wird mir nicht meine Vorwürfe an die eigene Adresse ersparen, nicht engagierter Stellung bezogen zu haben. Auch geistiges Eigentum verpflichtet – und deshalb ist die Entlastung, die Sie wahrnehmen, eine fiktive, ebenso wie die "infauste Prognose" nur als Wahrscheinlichkeit, aber nicht als sichere Tatsache zu erwarten war.

bertamberg 18.01.2013 | 21:49

An Columbus 18.01.2013 | 01:11

Lieber Herr Leusch,

was Sie zu den Tumorspezifika sagen ist unstrittig, Wenn Sie darauf verweisen, dass "nur in solchen Zentren (...) eine ausreichende Kenntnis [besteht] und nur dort [...]die Möglichkeit, die Therapie genau zu verfolgen. - Das heißt, auch das Scheitern ist exakt festzuhalten" wird die grundsätzliche Dimension des Krebs-phänomens deutlich, dass nicht klar ist, was Krebs ist und wie er rational behandelt werden kann. Es gibt keine Nachweise, dass Menschen mit Metastasen unter einer Chemotherapie länger leben als die Menschen, die ohne Zytostatika medizinisch betreut werden. Dies wird Patienten nicht gesagt: Kaum ein Patient weiß, dass die Chemotherapie eine palliative Maßnahme ist, erst recht nicht, dass danach eine wirksame naturheilkundliche Behandlung weitgehend ausgeschlossen ist.

Ich kann den Ärzten nicht detailliert vorwerfen, was konkret falsch gelaufen ist, und die Frage, ob dieser Tod die "Folge des ärztlichen Behandlungskonzeptes und der onkologischen  Universitätsmedizin an sich gewesen [ist], er [...] hingegen durch alternative Verfahren verhindert werden können" muss unbeantwortet bleiben. An diesem Beispiel lässt s ich jedoch illustrieren, dass Menschen mit ihren Ängsten vor der Krankheit allein gelassen werden, statt dass als obligate Therapieziele angestrebt wird, Patienten Sinn-Findung, Frieden schließen, Loslassen von krankmachenden Faktoren in der Lebensführung und -einstellung, Verbesserung der Lebensqualität zu ermöglichen, wird die Hoffnung auf Tumorfreiheit, Tumorstillstand und Verlangsamung des Krankheitsverlaufs geschürt und als Tabu ausgeblendet, dass diese Ziele nicht immer zu erreichen sind. Letzlich sind Onkologen anscheinend nicht genügend dafür ausgebildet, mit dieser Situation umzugehen, was  Prof. Wolfram Jäger, ehemals Leiter der Gynäkologie der Städtischen Kliniken in Düsseldorf über die Chemotherapie des fortges-chrittenen Brustkrebs sagen ließ: "Es gab und gibt keine Erfolge. Da werden riesige Mengen von Frauen behandelt, ohne dass ein Nutzen tatsächlich bewiesen wäre. Wenn Sie das den Patientinnen sagen,die verzweifeln ja total." (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-32362278.html)

Ist es nicht zynisch, Chemotherapie einzusetzen im Wissen darum, dass es nicht helfen wird?

Ihre Sorge, dass Krankheit zur persönlichen Sache erklärt werden wird, kann ich nachvollziehen. Im Moment sehe ich aber eher, dass mehr Menschen vom Krebs leben als an Krebs sterben, eine Krankheitsindustrie entstanden ist, die der Wachstumsdynamik aller industriellen Prozesse unterworfen ist.

Beste Grüße

bertamberg



Columbus 18.01.2013 | 22:38

Ich muss ihnen widersprechen. Natürlich lassen sich die Behandlungserfolge und das recht schnelle Ansprechen bei einer Therapie messen. Metastasen und Primärtumoren gehen z.B. sichtbar (z.B. Rö-Bild, u. U. sogar Tastbefunde, Leber, Muskel, Unterhaut) zurück, die Ausmergelung (Tumorkachexie) wird gestoppt, die Patienten legen an Gewicht, an allgemeiner Gesundheit und an Aktivität zu.

Damit ein Krebs überhaupt adäquat behandelt werden kann, muss man die Art des Krebses und den Ausgangsgewebetyp kennen und ich kann ihnen versichern, dass in den meisten Fällen eine Tumorzelle, bzw. Tumorgewebe, sicher von gesundem Gewebe zu unterscheiden ist. Durch die Schnellschnittdiagnostik und genetische, bzw. immunologische TU-Marker, hat sich auch die Treffsicherheit der OPs deutlich verbessert und das OP-Risiko, z.B. bei den großen OPs in der Gyn im Retroperitonealraum, konnte deutlich gemindert werden.

Selbst Patienten mit infauster Prognose, z.B. bei einem stark metastasierten Lungen-Ca, können von einer radiologischen oder chemotherpeutischen Behandlung profitieren, weil die Behandlung die Tumornebenwirkungen auf die Körper- und Vitalfunktionen reduziert und die Organfunktionen länger erhält.

Wenn ihnen schon einmal ein paar Patienten gesagt haben, ich kann jetzt wieder besser schlucken, besser atmen und habe weniger Schmerzen, ich stehe auf eigenen Beinen und schaffe meinen Alltag, dann verstehen sie das sofort und sehen es auch ein.

Ich denke, dass sie den dogmatischen Ansatz mancher Schulmediziner und besonders Wissenschaftsgläubiger einfach nur umdrehen. Ich glaube aber auch, dass davon niemand profitiert.

Ich bin dagegen, alternative Heilbehandlungen auszuschließen und zu verteufeln. Aber umgekehrt gilt das auch.

Eine umfassende naturheilkundliche Behandlung steht einer onkologischen Behandlung meist nicht im Wege (es gibt Ausnahmen, die aber nur einen kleinen Teil der Patienten betreffen. Das kann tatsächlich besser abgesprochen werden) und das gilt auch umgekehrt.

Was allerdings zutrifft, das ist, worauf Professor Jäger anspielt. Bei bestimmten Karzinomen bewegen sich die messbaren zusätzlichen Therpieerfolge der Onkologie auf einer Ebene, die nur noch statistisch, aber nicht mehr am Einzelfall oder an den Folgen der Einzelfälle in einer Behandlungseinheit abzulesen sind. Das ist aber sehr speziell und betrifft nicht die Mehrzahl der behandelbaren Patienten/Klienten mit einer Krebserkrankung.

Ganz allgemein ist es heute eher Standard, Patienten nicht heillos und ohne trifftige Gründe große Versprechungen zu machen. Gerade die Zentren sind vielleicht manches Mal zu brutal in der Dämpfung von Erwartungen und tatsächlich glauben viele eher naturwissenschaftlich und technisch orientierte Kollegen, man könne die heikle Arzt-Patienten Beziehung und das Gespräch über Leben und Tod wegdelegieren, vernachlässigen oder abkürzen, in dem man sich auf Formalien und Regularien beruft. Eine Mitteilung, es stehe so oder so, reicht dann nicht und frustriert auf Dauer nicht nur viele Patienten und deren Angehörige, sondern auch die behandelnden Ärzte, die sich mit ihren Befundkladden hinter ihren Schreibtischen verrammeln.

Prinzipielle Offenheit, so finde ich, muss gerade dann herrschen, wenn die ärztliche Behandlungskunst an ihr Ende angelangt ist und es von Seiten der Standardmedizin keine sinnvollen Angebote mehr gemacht werden können. Wer da noch auftritt, als sei er gottgleich, dem ist eigentlich nicht zu helfen. Keine Frage, es gibt solche Menschen, auch in den Führungs- und Entscheiderebenen der Universitätsmedizin. - Da vielleicht sogar mehr als anderswo, weil deren Reputation meist aus einem Bereich stammt, der nicht unbedingt und notwendig etwas mit der direkten Behandlung der Patienten zu tun hat.

Aber die Regel und auch die Moral der Ärzteschaft sieht immer noch anders aus, auch wenn derzeit viel geholzt wird, geht es um Ärzte und ihr berufliches Auftreten.

Die abnehmende Glaubwürdigkeit und das nachlassendes Vertrauen teilen sich Ärzte übrigens mit den nichtärztlichen Heilkundigen und Heilpraktikern, weil auch da Marktmechanismen und der Heilkunst fremde Überlegungen um sich greifen und der Konkurrenzdruck seltsame Blüten treibt.

Beste Grüße

Christoph Leusch

 

 

 

 

 

bertamberg 18.01.2013 | 23:06

Lieber Herr Leusch,

Auf der Basis von "Ich bin dagegen, alternative Heilbehandlungen auszuschließen und zu verteufeln. Aber umgekehrt gilt das auch" können wir (vor allem im Interesse der Patienten, um die es geht) weiter kommen.

Wenn wir dahin kommen, die Polarisierung zwischen diesen unterschiedlichen Strategien zu beenden, wäre das ein großer Fortschritt. Wenn Sie schreiben dass "abnehmende Glaubwürdigkeit und das nachlassendes Vertrauen [...] Ärzte [sich] übrigens mit den nichtärztlichen Heilkundigen und Heilpraktikern [teilen], weil auch da Marktmechanismen und der Heilkunst fremde Überlegungen um sich greifen und der Konkurrenzdruck seltsame Blüten treibt." stimme ich Ihnen voll und ganz zu.

Eine Synthese zwischen der Universitätsmedizin und der Komplementärmedizin ist notwendig. 1 Dies wird jedoch nur auf der Grundlage eines gemeinsamen Weltbildes bzw. einer gegenseitigen Akzeptanz unterschiedlichen Sichtweisen möglich sein – daran können wir arbeiten. Statt Synthese findet zur Zeit überwiegend ein Verdrängungswettbewerb zwischen Vertretern der Schulmedizin und der sog. Alternativmedizin statt, der mit harten Bandagen geführt wird – der wäre zu beenden.

 Mit besten Grüßen

 bertamberg

1 Vgl. z. B.: Dahlke, Ruediger (2000): Krankheit als Symbol. Handbuch der Psychosomatik. Symptome, Be-Deutung, Bearbeitung, Einlösung, Bertelsmann, München, 14. Aufl., S. 28 oder auch Volkmer, Dietrich (2005): Herd - Focus -Störfeld - Beiträge zu einem brennenden Thema : BOD-Verlag, Norderstedt , S. 15

eldorado 18.01.2013 | 23:29

Ja, bei uns wurde wegen Sparmassnahmen auch fast alles weggestrichen. Aber einen Teil haben wir uns schon wieder erstritten. Der Vorteil ist ja, dass wir eine direkte Demokratie haben. So müllen wir die in Bern einfach mit Refefenden und Initiativen zu, bis wir es wieder haben.

Meines Erachtens wäre der grösste Nachteil für uns, wenn wir in die EU kämen, dass unsere Bürgerrechte mit der direkten Demokratie sehr stark beschnitten würden. Das wiegt schwer. Ich habe gerade eben gelesen: Im Moment sind ganze 14 Initiativen am Laufen.

Leider haben wir jetzt auch Fallpauschalen. Was da mit diesen abläuft, ist einfach grotesk.

Hingekriegt haben wir kürzlich zwei Initiativen, eine gegen Impfzwang bei Tieren, die andere Impfzwang bei Menschen. Jetzt wird dann abgestimmt. Dann werden wir sehen wie's weitergeht.

Das mit den Gesundheitskosten ist eh schizophren. Die Spitäler haben sie jetzt privatisiert - man höre und staune - um die Kosten zu senken. Weil die jetzt aber, wie die Wirtschaft, im Wettbewerb sind, beisst sich auch da die Katze in den Schwanz.

ed2murrow 19.01.2013 | 09:35

Ihre Behauptung

… möchten Sie etwas dazu sagen, ob eine unterlassene Aufklärung hinsichtlich Optionen der Therapie juristisch Folgen hat? Denn unterlassene Aufklärung führt zu unterlassener Hilfeleistung …

ist schlicht falsch.

Die unterlassene Hilfeleistung ist ein Straftatbestand, geregelt in § 323c des Strafgesetzbuches (nachzulesen hier). Er bewehrt die tatsächlich unterlassene Hilfeleistung, i.e. die konkrete (Not)Behandlung.

Die Aufklärungspflichten des Arztes hingegen betreffen grundsätzlich das Vorfeld von Heileingriffen. Da diese nach deutscher Rechtsprechung stets tatbestandlich eine Körperverletzung sind, muss der Patient in sie einwilligen, bevor der Arzt sie vornimmt, nur so ist im Rechtssinne dessen verletzende Handlung gerechtfertigt. Ohne die Einwilligung wäre nach bestehender Rechtslage auch bei Erfolg (Wiederherstellung des Patienten) der Eingriff (das Setzen einer Spritze bis hin zur OP) als Körperverletzung zu ahnden.

Der Umfang der Aufklärungspflicht lässt sich, sehr verkürzt, als diejenige definieren, die ein Vorgehen lege artis beschreibt. Je ungewöhnlicher die geplante Heilbehandlung ist (so die Formulierung des Bundesgerichtshofs u.a. im Zitronensaftfall, in der ein Chirurg die Desinfektion des Bauchraumes mit nicht sterilisiertem Zitronensaft vornahm, weil das ein „natürliches Desinfektionsmittel und Adstringens sei“), sich also von der anerkannten ärztlichen Kunst entfernt, desto höhere Anforderungen sind an die Aufklärung zu stellen, insbesondere was die Erfolgsaussichten und möglichen Komplikationen angeht.

Der Arzt, dem die OP möglich und zumutbar gewesen wäre, aber den bewusstlosen Patienten (z.B. das Unfallopfer) nicht operiert, macht sich dem Ausgeführten gemäß der unterlassenen Hilfeleistung schuldig. Führt er die OP lege artis, also nach den anerkannten Regeln der ärztlichen Kunst aus, ist er auch hinsichtlich der Körperverletzungsdelikte straflos, denn insoweit hat er nach dem mutmaßlichen Willen des Patienten gehandelt.

Dieser kleine Exkurs war nötig. Warum? Weil Sie in Ihrer Antwort unterstellen, dass die Nichtbereitstellung einer „komplementären Behandlung“, welche auch immer das gewesen sei und mehr noch: die Nichtberücksichtigung des entsprechenden Behandlungswunsches etwas Strafbares sei.

Nicht nur, dass Sie das am falschen in Betracht kommenden Tatbestand festmachen, was immerhin nachgesehen werden kann, weil Sie insoweit durchaus uninformiert sein dürfen. Sondern Sie unterschlagen naturgemäß die Frage nach der lege artis, seit je her die weiche Flanke Ihrer Positionen, die zwar apodiktisch daher kommen, aber keinerlei Substanz aufweisen.

Mehr noch: Es gehört schon eine große Portion Unverschämtheit dazu, einem Arzt (oder Ärzteteam) Strafbarkeit vorzuwerfen (und sie insoweit der Verdächtigung einer Straftat auszusetzen!), obwohl Sie praktisch nichts dazu sagen, ob die angewandten Methoden (welche?) kunstgerecht waren, dafür aber suggerieren, dass sog. „komplementäre Methoden“ (welche?), die stets zu beweisen haben, dass sie tatsächlich dem state oft he art entsprechen, jedenfalls dem Willen des Verstorbenen entsprochen hätten.

Und diese Form Ihrer Argumentation habe ich weiter oben als hypothetischen Kausalverlauf bezeichnet. Zu Recht, wie sich mir bestätigt, denn an die Kausalität knüpfen sie nun sogar das ganz konkrete soziale Unwerturteil einer Straftat durch Unterlassen.

Zweifellos, die kriminelle Energie liegt ganz bei Ihnen. Auch daran, woraus sie sich speist, habe ich nichts zurück zu nehmen.

UnwiseNomad 19.01.2013 | 11:09

Noch in dieser kleinen Stichelei bringen Sie Ihren gefährlichen Unsinn unter, chapeau!

Herstellung und Verkauf von Schlangenöl sind kein Handwerk und damit nicht mit der Tätigkeit eines Arztes oder meiner eigenen vergleichbar.

Wenn Sie den todgeweihten Patienten Luftschlangen, Angoraunterwäsche oder Handyverträge andrehen wollten, hätte ich (fast) nichts dagegen.

Sie aber wollen Ihnen Hoffnungen verkaufen, die sich nicht erfüllen können. Damit stehlen Sie ihnen die wenige Lebenszeit, die ihnen verbleibt. Schämen Sie sich.

Zu Ihrem inhaltlichen Vortrag: Wer Rüdiger Dahlke zitiert, um seine Ansichten zu untermauern, ist keiner Beschäftigung damit würdig.

bertamberg 19.01.2013 | 13:37

@ ed2murrow 19.01.2013 | 09:35

Ich danke Ihnen für die juristische Stellungnahme. Wenn auch der französische Dichter Jean-Baptiste Molière (1622-1673) den Satz "Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun" geprägt hat, oder Ernst Bloch (1885-1977) formulierte "Wir sind nicht nur verantwortlich für das was wir tun, auch für das, was wir widerspruchslos hinnehmen", so handelt es sich juristisch gesehen um belanglose Maximen.

Aus der Frage, ob etwas zutreffe, abzuleiten, es sei eine Unverschämtheit, überhaupt zu fragen und zeuge von krimineller Energie, erschüttert mich. Sie protestieren gegen meine Überlegungen und warnen vor der Argumentation mit hypothetischen Kausalverläufen, aber gegen solche Vorverurteilung spricht nichts?

bertamberg 19.01.2013 | 13:44

"Ich wünsche mir weiterhin Blogger, die in ihren Posts ihre persönliche Meinung offen äußern und zum Nachdenken anregen. Ich wünsche mir für die Zukunft eine stärkere Vernetzung der Bloggerszene und Leser, die sachlich und konstruktiv diskutieren, aber den Verfasser nicht persönlich angreifen. Sondern Leser, die den Blogger als Persönlichkeit sehen, der seine Meinungen offen und für eine aus seiner Sicht anonyme Leserschaft vertritt. Und allein dafür gebührt ihm Achtung."

https://www.freitag.de/autoren/betrachter/was-treibt-menschen-zum-bloggen

Vorankündigung: Ich werde Diesen Blog am 23.1.2013  löschen  und bis dahin keine Kommentare mehr posten.



Columbus 20.01.2013 | 15:22

Das ist doch, werter Herr Amberg, gar keine gute Lösung. Selbst wenn sie mit einigen Anmerkungen daneben liegen, so geht mit der Löschung auch die berechtigte Kritik verloren. Wer soll sich dann zukünftig  noch Mühe machen, überhaupt sachlich zu antworten?

Lassen Sie es stehen. Keiner ist unfehlbar und so wird eine recht radikale Meinung mit den dazu passenden Antworten sichtbar. Das ist doch lehrreich für die dFC !

Beste Grüße

Christoph Leusch

 

bertamberg 20.01.2013 | 20:34

Hallo Thinktankgirl,

die Faktenlage ist so unübersichtlich,  dass ich mühsam hoffe, dass  erkennbar wird, worin das Dilemma des krebskranken Menschen und die Tragik des Entscheidungszwanges besteht. Aus den von mir  angegebenen Quellen finden  sich u.a. Hinweise auf den Prozeß gegen Dr. Issels   vor 50 Jahren, der sich über vier Jahre hinzog und mit Freispruch endete. Damals scheiterte der Versuch der Kriminalisierung. Ich hoffe, dass dies für einen hypothetischen Prozess heute immer noch der Fall sein würde, aber es als Kompliment zu sehen,  dazu fehlt mir die Leichtigkeit. Dennoch danke  ich für die Einschätzung.

Viele Grüße

Bertamberg

Lethe 21.01.2013 | 14:46

Bertamberg, das eigentliche Problem besteht darin, dass Krebs im Allgemeinen nicht heilbar ist, weder mit alternativen Methoden noch mit schulmedizinischen. Krebs kann in eine Remission gezwungen werden; die Patienten gewinnen dadurch ein paar Jahre zusätzlicher Lebenszeit, aber wenn du dir die Fünf-, Zehn- und 15-Jahre-Überlebensraten anschaust, weißt du, wass davon zu halten ist, Remission mit Heilung zu verwechseln.

Es gibt Ausnahmen bei einzelnen Krebsarten, die in Abhängigkeit vom Lebensalter mit recht hoher Chance geheilt werden können. Es gibt auch - zumindest wird es gelegentlich kolportiert - Spontanheilungen.

Insgesamt aber geben sich Schulmedizin und Alternativmedizin nichts in ihrer Unfähigkeit im Umgang mit Krebs. Letztlich ist es eine Frage persönlicher Präferenzen, ob Menschen lieber in der Illusion schulmedizinischer Hilfe oder in der Illusion alternativmedizinischer Hilfe sterben wollen. Wobei "wollen" gewiss falsch ist. Aber die Illusion, der sich hingegeben wird, ist immer eine freiwillige, es gibt mehr als genug frei zugängliches Material im Informationspool, um sich hinsichtlich der Chancen kundig zu machen.

Ärzte wie Anbieter alternativer Heilmethoden sind in Wirklichkeit hilflos. Und deswegen sehen sie wahrscheinlich keine Wahl, als die Illusion mitzutragen.

eldorado 21.01.2013 | 15:02

Ich melde mich nochmals zurück. Ich schreibe aus Sicht einer Patientin.

Egal ob ich zu einem klassichen Mediziner gehe oder zu einem der auch alternativ arbeitet oder jemandem der nur alternative Therapien anbietet, ist mir folgendes das Wichtigste: Je mehr ein klassischer Mediziner Respekt hat vor alternativen Therapien und deren Glaubwürdigkeit nicht zum Vorneherein ausschliesst, desto besser fühle ich mich aufgehoben. Das gilt im umgekehrten Fall genau gleich. Wenn da kein Respekt vor dem Anderen vorhanden ist, zweifle ich schon ein wenig an der Glaubwürdigkeit des Arztes/Therapeuten.

Für Patienten die nur an klassische Medizin oder nur an alternative Therapien glauben, spielt das vielleicht weniger eine Rolle. Wenn ein Patient nur an klassische Medizin glaubt und austherapiert ist, kann ihm vielleicht sehr wichtig werden, noch etwas Alternatives zu versuchen. Wenn er einen Arzt hat, der das respektiert und darauf eingeht, ist das für ihn ein Glücksfall.

 

Folglich ist für die Menschheit ein gegenseitiges Hinhören, Respektieren, sowie ein Austausch und Ergänzendes suchen, für die Menscheit sehr viel hilfreicher, als das bekämpfen und diffamieren.

 

Mein Wunsch: Versucht doch in diesem Sinne weiterzumachen. Einfach wird das nicht sein über seinen eigenen Schatten zu springen. Solltet Ihr das schaffen, werdet ihr sehen, dass das grosse Bereicherungen geben kann. Auf dieser Grundlage lässt sich auch die Spreu vom Weizen trennen.

 

Also bitte Bertramberg, löschen Sie hier nicht und geben wir uns eine Chance!

GEBE 21.01.2013 | 19:17

Krebs tritt physisch als deutlichster Zustand dessen auf, was als wucherndes Denkgemüt ihm zugrunde liegt. Letzteres ist Voraussetzung für das Auftreten des Ersteren.

Wie viel Leichenfunktionalität und Leichenmedizin alleine hier in diesem Thread gedacht wird, ist offenkundig. Deshalb sollte dieses Blog  n i c h t  gelöscht werden, weil ansonsten auch heilsame sein könnende Gedankenimpulse damit verschwänden.

bertamberg 21.01.2013 | 22:16

Hallo Lethe,

das ist eine sehr radikale Einschätzung, bei der  ich aus der Perspektive des ärztlichen Tuns  die Gefahr sehe, in Nihilismus und Gleichmacherei zu verfallen und im Hinblick auf die Kranken die Gefahr, in Zynismus und Hoffnungslosigkeit. All das ist wenig hilfreich als Bewältigungsstrategie.  Gerade anhand dieser Krankheitsgeschichte wird deutlich, dass oft  mit statistischen Korrelationen in konkreten Einzelfall wenig anzufangen ist. Gerade dann kommt es aber darauf an, etwas zu tun, was dem Wesen der Krankheit angemessen ist, und das führt zur Frage, wie man die Krebskrankheit  definiert bzw. versteht und was auf der Grundlage dieses Verständnisses an Therapieprinzipien geeignet erscheint. Da scheinen mir  verschiedene Erkenntnisse wenig im allgemeinen Wissen ("Informationspool/ Schwarmintelligenz") verankert und somit nicht als Option im Entscheidungsfall  verfügbar  zu sein. Oder anders ausgedrückt: die Zeit reicht oft  nicht aus, die Nadel im Heuhaufen zu suchen.

Viele Grüße

Bertamberg

Lethe 22.01.2013 | 11:50

All das ist wenig hilfreich als Bewältigungsstrategie.

Krebs kann im Allgemeinen nicht bewältigt werden, und fast alle Therapie endet im Tode. Ist es im Grunde nicht die Frage, die sich alle, Patienten wie Therapeuten stellen müssen? Warum angesichts der Unausweichlichkeit diese Illusion, die nur in den allerwenigsten Fällen gelegentlich berechtigt ist, dem eigenen Ende nicht gefasst und unerschrocken entgegensehen, wenn es doch unausweichlich ist und der Aufschub des Unausweichlichen mit Qualen erkauft werden muss, die ich meinen Feinden nicht wünschen würde?

Natürlich müssen Diagnose und Prognose so eindeutig sein wie möglich. Wenn sie es aber, wie in den meisten Fällen, sind, warum dann weiter die Illusion pflegen, warum weiter sich der Qual aussetzen? Warum keine Palliativmedizin statt Chemotherapie? Warum, meistens, viel zu spät erst Palliativmedizin? Weil Therapeuten wie Angehörige in der Sterblichkeit der Patienten die eigene Endlichkeit nicht zu ertragen vermögen? Und weil deswegen keine Qual, sei sie so schlimm wie sie sein mag, schlimm genug ist, als dass mit ihr nicht Hoffnung begründet werden soll? Selbst da, wo keine Hoffnung ist?

Nihilismus, von mir aus. Und gewiss, der Selbsterhaltungstrieb. Aber ist hinter dieser Antwort nicht eine sehr viel weitergehende Frage verborgen? Warum wir auf Selbsterhalt beharren, selbst wenn der Selbsterhalt bereits fundamental ausgehebelt ist? Warum beschäftigen wir uns derart massiv mit der Frage, ob wir weiterleben können, statt mit der Frage, wie wir sterben?

Wäre es nicht wichtiger, einen Weg zu finden, auf ruhige und innerlich angemessene Art zu sterben, statt im Hamsterrad einer Hoffnung nachzujagen, die keine ist?

Muss jedes Mensch für sich selbst beantworten, klar. Ich wundere mich nur immer wieder.

Lies doch mal Mukherjee.

Lethe 22.01.2013 | 11:52

Warum angesichts der Unausweichlichkeit diese Illusion, die nur in den allerwenigsten Fällen gelegentlich berechtigt ist, dem eigenen Ende nicht gefasst und unerschrocken entgegensehen ...

das muss natürlich heißen:

Warum angesichts der Unausweichlichkeit diese Illusion, die nur in den allerwenigsten Fällen gelegentlich berechtigt ist? Warum dem eigenen Ende nicht gefasst und unerschrocken entgegensehen ...

abghoul 22.01.2013 | 12:23

Ob ich mich dem stelle oder renne sollte sicher mir selbst überlassen sein.

Der Druck auf manchmal sinnfreies therapieren wird ja nicht nur von Arzt und Patient aufgebaut. Familiäre und gesellschaftliche Erwartungshaltung hat da großen Einfluss drauf.

"Hätten sie (die Therapeuten) nicht mehr tun können?"

"Du hast deinen Vater aber früh aufgegeben!"

etc. ,-viele Menschen haben mehr Angst vor solchem Gerede als den Konsequenzen vielleicht überflüssiger Therapie.

bertamberg 22.01.2013 | 14:00

... Mukherjee  habe ich schon gelesen und  fand ihn zu technizistisch ausgerichtet und wesentliches wird gar nicht angesprochen. Die Frage der Vorbereitung aufs Sterben sollte mitberücksichtigt werden, deswegen  habe ich auch die obligaten Therapieziele genannt, die immer  erreicht werden sollten, im Gegensatz zu den fakultativen, die meist jedoch im Vordergrund stehen, was ich kritisiere.

bertamberg 22.01.2013 | 21:50

Hallo Lethe,

Sie schrieben: Warum angesichts der Unausweichlichkeit diese Illusion, die nur in den allerwenigsten Fällen gelegentlich berechtigt ist, dem eigenen Ende nicht gefasst und unerschrocken entgegensehen, wenn es doch unausweichlich ist und der Aufschub des Unausweichlichen mit Qualen erkauft werden muss, die ich meinen Feinden nicht wünschen würde?“

Diese Frage ist berechtigt, und es wird auch von Ärzten zugegeben, dass Therapie mehr zum Leid der Patienten beiträgt als zur Linderung: „Wir haben im Eifer, den Krebs überall totzuschlagen, übersehen, dass die Patienten oft mehr unter der Therapie als unter dem Krebs leiden.“ (Dr. Ulrich Dold, Chefarzt im Zentralkrankenhaus Gauting/München) (http://www.tumor-info-forum.de/Statementssite.html)

Das ist auch schon ein paar Jahre her, und wer eine „Unausweichlichkeit“ behauptet, muss wissen was er tut: nach Primo Levi war die verhängnisvollste Eigenschaft des Konzentrationslagers, „dass man dort verlernt habe, sich ein Leben außerhalb und nach ihm vorzustellen.“ ( zit. nach Mukherjee. S. 493)

Ich meine, es kann nicht sein, dass einem Krebskranken zugemutet werden soll, alle Hoffnung fahren zu lassen und sich nur auf das Sterben vorzubereiten. Nach Mukherjee ist die Perspektive, dass Krebs die neue Normalität sein wird, wenn künftig jeder zweite an Krebs erkranken wird, und es sei nicht die Frage, ob sondern wann wir dieser Krankheit begegnen ( S. 566). Bei einzelnen Krebsarten ist nach Mukherjee die Überlebenszeit auf bis zu dreißig bis vierzig Jahre gestiegen (CML oder Hodgin-Lymphom), bei anderen aber nicht.

Krebs ist ein individuelles Geschehen, „die Knotenbildung eines Entwicklungsprozesses, in dem sich die schädigenden Einflüsse von inneren und äußeren Giftstoffen, Störfeldern, Lebensereignissen und Naturell verdichten, und dessen Lösung immer grundsätzliche Entscheidungen und Neuorientierungen verlangt.“ (http://www.gladiss.de/infos/2001/was_ist_krebs.shtml)

Und da scheint mir zuzutreffen, was Elias Canetti in anderem Zusammenhang gesagt hat:“ Ich muss den Mut haben, auszuwählen, was mir wichtig und bezeichnend erscheint. Wenn es um tiefere Fragen geht, ist alle statistische Methode wertlos.“ (Nachträge aus Hampstead, Hanser 1994, S. 21)

Das ist nicht der Weg, der üblicherweise gegangen wird. Aber er ist nicht von vornherein ausweglos.

Viele Grüße

Bertamberg



UnwiseNomad 22.01.2013 | 22:08

Gerade weil die Menschen so am Leben hängen, hätte es sich längst herumgesprochen, wenn "alternative" Methoden irgendetwas gegen Krebs ausrichten könnten. Die wissenschaftliche Medizin könnte dann, in Umkehrung meines ursprünglichen Arguments, damit abgetan werden, es gehe ihr nur um den Profit.

Die "Alternativmediziner" hatten, je nach Schule, Jahrhunderte bis Jahrtausende Zeit und sicherlich genügend Motivation, den Krebs zu besiegen. Es ist nicht geschehen.

Demgegenüber hat die Schulmedizin enorme Fortschritte gemacht. Zahlreiche Krebsarten können heute, früh genug erkannt, geheilt werden, die noch in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts ein Todesurteil bedeuteten. Bei zahlreichen anderen kann die Lebenserwartung und -qualität bedeutend verbessert werden. Wie kann man das ignorieren?

Dieser Fortschritt folgt aus einem immer besseren Verständnis der Zellphysiologie, ihrer Genetik, von Botenstoffen und deren chemischem Verhalten und tausenderlei anderen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der daraus erwachsenden Technologie.

Die simplen Denkmodelle der Alternativmedizin sind das, was simple Denkmodelle meistens sind: falsch. Bisher ist ihr nicht mehr gelungen, als sich an den ebenfalls wissenschaftlich entdeckten Placebo-Effekt anzuhängen, um nicht gleich der völligen Lächerlichkeit anheimzufallen. Dabei wird schon als großer Erfolg gefeiert, wenn eine Studie einen Effekt zeigt, der nur minimal über dem Placebo-Effekt liegt (der Grund dafür ist allerdings immer schlampiger/raffinierter Umgang mit statistischem Handwerkszeug).

Warum also sollte jemand, dem ohnehin nur noch wenig Lebenszeit verbleibt, sich mit solchem Voodoo abgeben? Weil er sich an jeden Strohhalm klammert versucht, statt die Realität akzeptieren und zu versuchen in Würde zu sterben. Das kann auch bedeuten, auf mögliche lebensverlängernde medizinische Maßnahmen zu verzichten.

Wer das für zynisch hält, dem möchte ich sagen: Jeder Betroffene, mit dem ich in dieser Lebensphase Kontakt hatte, hätte mir die Moxakerzen an den Kopf geworfen. Es ist tragisch, dass der eine oder andere mit heutigen Mitteln hätte geheilt werden können - das ist der einzige Vorwurf, den man der Schulmedizin machen könnte. In einer solchen Gefahr schwebt die fortschrittslose "Alternativmedizin" ganz bestimmt nicht.

bertamberg 23.01.2013 | 10:03

@ UnwiseNomad 22.01.2013 | 22:08   und  groskunde 23.01.2013 | 00:17

Ich habe keineswegs ignoriert, dass Fortschritte vorhanden sind. Sie behaupten: „Die simplen Denkmodelle der Alternativmedizin sind das, was simple Denkmodelle meistens sind: falsch.“ Da müssten Sie noch beweiskräftige Details beibringen, ansonsten ist das nur billige Polemik.

Der Placebo-Effekt ist keine Entdeckung, sondern eine kontrovers diskutierte Hypothese, und damit zu argumentieren führt uns zu Abstrusitäten wie zu den Fällen, wo Leute erfolgreich mit Placebo-Medikamenten Selbstmord begangen haben oder nur mühsam gerettet werden konnten.

In Würde zu sterben“ – das wünsche ich jedem, nur für Patienten und die Angehörigen ist es unglaublich schwer, die ärztlichen Suggestionen zu durchschauen, die am Übergang von der intensivmedizinischen zur palliativen Betreuung mitunter in den Raum gestellt werden, und Ihre Suggestion, Alternativmedizin wäre prinzipiell „fortschrittslos“ ist ein nicht nur für Laien sondern auch für Ärzte schwer zu entkräftendes Nocebo – dies sei gesagt, selbst wenn ich es als unzureichend betrachte, einen Krebs nur mit Moxatherapie anzugehen.

Viele Grüße

Bertamberg



tlacuache 23.01.2013 | 10:12

Wer meint, er hat im grossen Hamsterrad genug Kohle gemacht, dass er sich mit eben dieser Kohle "Wunderheiler" in Brasilien zahlen kann (Flug erster Klasse?), aber durch Dauerstress und Schlafunterbrechungen bzw. innere Spannungen (Nein, ich bin kein Balance- bzw. Ching - Chang Anhänger) der Wiederstandsregler langsam überhitzt, sollte uns da nicht wundern.

Ehrlich gesagt, statistisch betrachtet, halte ich diese Krebsdebatte für überflüssig, wer nicht schon an Herz - Kreislaufbeschwerden in dieser modernen Gesellschaft abnickelt, bekommt es auf einmal mit Sachen zu tun, für die unsere Lebensuhr nicht vorgesehen war.

Diese ganze ueberzuechtete Hormonrinderfresserei soll gut fuer uns sein ? (Ich bin selber einer)

Einzelschicksale wie Kinder mit Leukemie oder anderes sind brutal, also auch gesellschaftlich diskussionswuerdig ("Muss der Kindergarten neben dem AKW stehen?).

Aber im grossen und ganzen, auch auf mich selbst betrachtet, als Kettenraucher + Alki + ueberangebot Fleischnutzend, ja soll ich jetzt jammern' wenn es mich erwischt, mit dem verdammtem Krebs?

Selbst Schuld, ich wollte ja nicht auf die Glimmstengel verzichten, also gibt es da hinterher auch nix zu jammern, wenn's losgeht, ueberdosis Morphium bereithalten.

Bertamberg, ihr Beispiel da oben ist tragisch + ich denke schon, man sollte "andere Vorgehensweisen" zulassen, aber da war wohl Hopfen und Malz verloren...

Was ich damit sagen will:

Nicht alles koennen wir in unserem Schicksal in die Hand nehmen, aber zu 80 % als Vorsorge schon.

Wer meint, er muss eigenverantwortlich immer in Fast - Food Ketten rennen und ist zu faul, mal ein bisschen Obst und Gemuese zu futtern, auszuschlafen + sich nicht immer vom Chef oder Ehepartner gaengeln zu lassen, bei dem ist die Vorsorge gelutscht.

Klassisches Beispiel:

Ich kenne viele beruflich "Erfolgreiche", die schaffen es weder im Urlaub noch Nachts mal ihr scheiss - Handy auszumachen, wenn dann da der Geschaeftspartner nachts um 3 anruft, "es koennte wichtig sein"...

Das soll Gesund sein?

Ohne mich, ich habe schon viel Geld verloren, aber mein Schlaf ist MIR wichtiger... 

Wenn man sich dann noch die Statistiken von Leuten anschaut, die 30 Jahre im Schichtdienst gearbeitet haben, na dann, gute Nacht...

Dazu kommen noch die "I feel good" Quarks:

Nehmen wir mal unsere 3 Dotores Columbus, Merdeister und Bertamberg:

Sie "MACHEN" ja wirklich was positives für ihre Mitmenschen, sie koennen Morgens halbwegs gutgelaunt in den Spiegel schauen...

So ein SwapsCDSverkäufer der die Menschheit verarscht soll dann auch mal schoen uebergewichtig an seiner inneren Kreissäge abnippeln, selbst Schuld... (Und das Handy klingelt und klingelt und klingelt...)

P.S.

..."Betrug die mittlere Lebenserwartung im Jahr 1800 gerade mal 35 Jahre, im Jahre 1900 etwa 45 Jahre, so liegt sie heute bei über 75 Jahren (Männer) bzw. über 81 Jahren (Frauen). Eine weiter zunehmende Lebenserwartung sorgt dafür, dass im Jahre 2050 Männer, so die Prognosen, etwa 84 Jahre und Frauen 88 Jahre werden"...

Quelle

Genug Zeit also, dass der Krebs aus dem Schlupfloch kommt, und die armen Kinder und jungen Menschen, die damit gegeisselt werden, gab es sicher auch früher, nur wusste man nicht so ganz, um was es sich handelt...

Gruss an die Dotores

Lethe 23.01.2013 | 11:54

Das ist auch schon ein paar Jahre her, und wer eine „Unausweichlichkeit“ behauptet, muss wissen was er tut: nach Primo Levi war die verhängnisvollste Eigenschaft des Konzentrationslagers, „dass man dort verlernt habe, sich ein Leben außerhalb und nach ihm vorzustellen.“ ( zit. nach Mukherjee. S. 493)

Ich meine, es kann nicht sein, dass einem Krebskranken zugemutet werden soll, alle Hoffnung fahren zu lassen und sich nur auf das Sterben vorzubereiten.

Primo Levi in allen Ehren, aber was haben Konzentrationslager mit Krebserkrankungen zu tun? Außer dass in KZs die Überlebenschance noch niedriger ist als bei Krebs? Oder glauben Sie, Bertamberg, wirklich, es liegt nur am fehlenden Optimismus, wenn Krebspatienten sterben? Für diejenigen, die überlebt haben, stellt sich gewiss die Notwendigkeit, wieder eine Perspektive zu entwickeln. Was ist mit dem Rest? Solange der Tod noch nicht eingetreten ist quälen um der Hoffnung willen? Nur damit die Illusion kurz vor dem Tode doch bricht und es sich ergibt, dass die Patienten sich überhaupt nicht vorbereitet haben?

Es soll Krebskranken nicht zugemutet werden, alle Hoffnung fahren zu lassen. Es sollte ihnen nur die Möglichkeit zur angemessenen Einschätzung ihrer Situation gegeben werden. Oder halten Sie in dieser Situation Selbstmord für eine Verwerflichkeit, die um jeden Preis verhindert werden muss? Und wenn nach Erhalt aller Informationen sich jemand für die Qual entscheidet - es ist ja nicht verboten worden, sich quälen zu lassen.

So richtig sehe ich auch nicht, was alternative Medizin zur Krebstherapie beizutragen hat. Ich meine zur eigentlichen Therapie, nicht zum Handling der Nebenwirkungen, nicht zur begleitenden Psychotherapie oder Palliativmedizin.

bertamberg 23.01.2013 | 16:49

"Oder glauben Sie, Bertamberg, wirklich, es liegt nur am fehlenden Optimismus, wenn Krebspatienten sterben?"

Natürlich nicht. Es geht um die Vergleichbarkeit der Todesbedrohung. Was angemessen ist,  ist fast unmöglich generalisierend  zu beantworten.

"Was alternative Medizin zur Krebstherapie beizutragen hat" - die paar Links, die ich gegeben haben, könnten dazu führen, das Spektrum der Möglichkeiten deutlicher zu machen.

Viele Grüße

Bertamberg

bertamberg 23.01.2013 | 18:50

Hallo tlacuache,

sicher ist Krebs eine Krankheit, die oft erst im höheren Lebensalter auftritt und dann z.b. wie das Prostatakarzinom  eine u.U. nur langsame Wachstumstendenz hat, so dass eine radikale Therapie die Lebensqualität massiv  verschlechtern kann.  Hier ging es wirklich um einen  jungen Menschen, der   aus welchen Gründen  auch immer  einen  Krebs entwickelte, da mag Fastfood eine Rolle spielen oder was auch immer - das Paradoxe ist, dass mitunter Menschen sich einiges  zumuten können  -so wie Du es hoffentlich noch lange tun kannst - ohne dass sie krank werden, andere aber eine  nur ganz geringe  Toleranz haben.  Wenn man manchen Toxikologen glauben will, reagieren Kinder um den Faktor 1000 empfindlicher  auf Umweltgifte als Erwachsene,  wenn dem so ist, dann wäre es natürlich erklärlich, warum Krebs  in unserer von chemischen Bomben erfüllten Euro-Welt zunimmt und  du im mexikanischen Dschungel gut lachen hast.

Herzlichst

Bertamberg

Costa Esmeralda 24.01.2013 | 04:49

Lieber Bertamberg, Dank für Deinen Beitrag und die Diskussion, die mehr als nützlich ist. Ich kenne Deine bisherigen Beiträge nicht, aber dieses Thema gehört unbedingt auf die politische Tagesordnung. Generell geht es dabei um das Verhältnis moderner zu traditioneller Medizin und das m. E. durch den Kapitalismus determinierte Gesundheitssystem in den Metropolen, das hinterfragt gehört. Ähnlich wie TLACUACHE habe ich lange Zeit (als medizinischer Laie, aber als "praktizierender Entwicklungsberater") im Umfeld von und mit indigenen Völkern gelebt und gearbeitet, vor allem im Amazonasbecken, in den Anden sowie in Honduras und Brasilien. In der Ausarbeitung und Umsetzung von Entwicklungsstrategien dieser Völker ist die gegenseitige Ergänzung von moderner und traditioneller Medizin ein Muss. Ich selbst persönlich nehme seit fast 20 Jahren täglich die "uña de gato"-Pille (Katzenkralle, eine Lianenart unter 200) zur Stärkung des Immunsystems und Vorbeugung gegen Krebs, Infektionskrankheiten u.v.a.m., ebenso "maca", eine kleine Rübe aus den Hochanden. Freunde und Freundinnnen in Europa haben zur Nachbehandlung bei Krebs ebenfalls "uña de gato" mit Erfolg genommen, ebenso Tausende von Tschernobyl-Geschädigte. Ein junges Mitglied aus meiner Familie, ein junger Arzt, starb an Rückenmarkkrebs. Die letzte Woche auf dem Sterbebett habe ich mit ihm in täglichen Gesprächen am Klinikbett verbracht, wo ich ihm ausfühlich von den Heilungsmethoden der Schamanen erzählen musste. Er hatte von den genetischen Ressourcen des Amazonasbeckens gehört und sein grösster Traum war, mit mir und den Schamanen in Ecuador die Heilpflanzen zu analysieren und sie für unser Gesundheitssystem verwertbar zu machen. Er wollte so gerne alternative Behandlung neben der "modernen" erfahren, allein die Ärzte haben ihm das ausgeredet. Im Jahr 2000 habe ich als Exekutivsekretär des binationalen Friedens- und Entwicklungsplans Perú und Ecuador (nach dem kriegerischen Konflikt zwischen beiden Ländern) ein Projekt eines internationalen Forschungsinstitutes für Biodiversität in Iquitos (peruanische Stadt im Amazonasbecken) ausgearbeitet, zusammen mit italienischen Wissenschaftlern, um die genetischen Ressourcen der Anden und des Amazonasbeckens für die Menschheit nutzbar zu machen, mit den indigenen Völkern als Eigentümer eines solchen Institutes (bspw. ein Forschungsinstitut wie wir das für Kernenergie haben). Beide Regierungen, von Ecuador und Perú, haben das Projekt im Gesamtkontext des binationalen Planes vorgeschlagen. Ich habe über die Grüne Fraktion im Europaparlament versucht, die Abgeordneten zu einer solchen Initiative zu gewinnen. Jedoch die Grünen, die ich jahrelang unterstützte, hatten nur Zeit fürs Kyoto-Protokoll und ihre eigene Knete. US-Pharmafirmen schicken verkappte Touristen in die Gegend, die Schamanen bestechen, um ihnen die Geheimnisse von etwa 10.000 Jahren traditioneller Medizin abzuluchsen. Dann werden diese Ressourcen in US-Forschungsinstituten auf ihre Wirksamkeit hin untersucht. Bspw. wurde die erste Hepatits B-Impfung auf diese Weise von Ressourcen in Costa Rica entwickelt, mit der Millionen Gewinne gemacht wurden. Allerdings wurde der Pharmakonzern verklagt wegen des Raubes von jahrtausendalten Kenntnissen von indigenen Völkern in Costa Rica.

Was will ich damit sagen: In unserer modernen kapitalistischen Welt ist der Mensch Ware und an seinem Tod muss ebenfalls optimal verdient werden, wenn er denn nicht mehr verwertbar ist. Da zählt keine Empathie und vor allem nicht die Möglichkeit, Heilungsmethoden anzuwenden, die einen Appel und 'nen Ei kosten, Methoden, die weder von einer Pharmaindustrie noch einem modernen medizinischen Behandlungsapparat in klingende Münze umgewandelt werden kann. 

Unsere modernen Technologien auf allen Gebieten müssen vom Bürger hinterfragt werden, und dürfen nicht einseitig der Logik des Kapitals anheim gegeben werden. "Mutter" Natur gibt uns zum Leben Antworten, die wir heraus finden sollten und mit dem Erbe unseres naturwissenschaftlichen Wissens dem Menschen nützlich machen. Das Thema der Krebsbehandlung aber auch Herzkrankheiten "schreien" danach, das wir wenigstens auf dem Gebiet der Gesundheit neben den modernen Heilmethoden wieder zurück zu Traditionen der gegenseitigen Hilfe, Empathie, Menschlichkeit zurückfinden und das Angebot der Natur dankend annehmen anstatt zu meinen, wir Menschen könnten uns über die Natur stellen. Nachdem unsere Mitbürger in der ehemaligen DDR dem Sozialismus den Garaus gemacht haben sind wir an der Reihe, die Auswüchse des Kapitalismus, und das gerade im modernen Gesundheitswesen, grundsätzlich zurechtzustutzen und die ethischen Grundlagen unseres menschlichen Zusammenlebens neu zu definieren.  LG, CE     

tlacuache 24.01.2013 | 09:41

Danke fuer die Infos CE,

Wg. "Ich kenne Deine bisherigen Beiträge nicht"...

Columbus, Lethe, Bertamberg und Merdeister unbedingt als meine "Schreiber" markieren,

Popkorn kaufen und die Kontroversen genüsslich auf dem Sofa geniessen...

Wg. "uña de gato" =   Katzenkralle:

Ich habe in lokalen "Alternativ" - Heilbüchern auch schon so einiges gehoert ("Der Merdeistergott solle mich mit seinem Bannestrahl treffen"...)

P.S.

Kürbisskerne sollen gut gegen Prostatakrebs sein...

Gruss

 

bertamberg 24.01.2013 | 10:14

@ Costa Esmeralda 24.01.2013 | 04:49

Es ist das zwiespältige Erbe der Aufklärung, dass alle Formen des Aberglaubens abgeschafft werden sollten und wenig Unterschiede hinsichtlich traditioneller Gebräuche gemacht wurden und werden. Ein Verdienst von Mukherjees Buch besteht darin, dass er deutlich macht, das die Ärzte des Altertums wie Hippokrates und Galen intuitiv richtig das Wesen des Krebes erfasst hatten, auch wenn es ihnen nicht möglich war, dies naturwissenschaftlich exakt zu beschreiben. Schamanen arbeiten ebenso mit ihrer Intuition und werden auf der einen Seite als Quacksalber diffamiert denen das Handwerk gelegt werden muss, und auf der anderen Seite wird von Pharmaunternehmen der Wissensschatz dieser Diffamierten zu enteignen versucht, damit er im Namen des Profites in das Arsenal medizinischer Methoden reintegriert werden kann.

Von daher ist es richtig, dass '“die ethischen Grundlagen unseres menschlichen Zusammenlebens neu zu definieren“ sind, wenn die Onkologie auf Konstrukten aufgebaut ist und Glaubenssätze die Therapie dominieren wie z. B. dass nach einer Tumor-Operation Gewebe bestrahlt wird, weil die Ärzte glauben (nicht wissen) da könnten noch Krebszellen sein, obwohl doch der Chirurg „im Gesunden“ operiert hat – allein daran kann man erkennen, wie weit die sogenannte moderne Onkologie von einer wissenschaftlichen Medizin entfernt ist.

Strahlentherapie bedeutet eine Belastung von 1,8-2 Gy pro Sitzung, das Ganze wird dann als Serienbehandlung durchgeführt, bei Brustkrebs z. B. auch über dreißig Mal. Wir wissen seit 1959 durch Dr. Astaldi, dass X-Strahlen den Sauerstoffverbrauch der Zellen hemmen und das parallel zur Dosis, und schon 0,2 Gy Strahlung zerstört die Mitochondrien, die Energiekraftwerke der Zellen unwiderruflich, so dass die Energiegewinnung bis ans Lebensende beeinträchtigt bleibt. Und eine typische Eigenschaft der Krebszelle ist, dass die Energiegewinnung in den Mitochondrien gestört ist. Dass die Strahlentherapie keine Nebenwirkungen auf gesunde Zellen haben soll, ist eine ärztlich und juristisch hoffentlich nicht mehr lange aufrechterhaltene Meinung.

UnwiseNomad 24.01.2013 | 20:20

Polemik würde ich es nicht nennen wollen, eher schon gerafftes Fazit.

Ein wesentliches Merkmal der alternativen Medizin ist die nachvollziehbare, unwissenschaftliche Scheu davor, die aufgestellten Theorien falsifizieren zu wollen. Sie werden als Glaubenssätze verkündet und das war's. Daher auch die "Fortschrittslosigkeit".

Wirken homöopathische Mittel auch, wenn ich in der falschen Richtung oder gar nicht quirle? Macht es einen Unterschied, ob die Grundsubstanz Arsen oder Arnika oder "nichts" ist, solange man das dem Patienten nicht verrät?

Einfache Fragen. Die zu erwarteten Ergebnisse sind so klar, dass der Glauben ins Wanken geriete, wenn man solche Versuche machte. Also macht man sie nicht. Stattdessen, so haben Sie es ja auch getan, wird der Placeboeffekt als "umstritten" bezeichnet. Logisch, aber arm.

"Moxatherapie allein genügt nicht". Sicher, denn auch dabei würde sich,  machte man entsprechende Versuche, herausstellen, dass es egal ist, was und wie ich dabei etwas abbrenne oder auch nicht.

Darum geht es jedoch nicht, es geht um den aus der Religion so vertrauten Verweis ins "Jenseits". Für mich klingt das so wie die Beteuerungen der Goldmacher und Perpetuums-Erfinder, sie seien jeweils ganz, ganz kurz vor dem Durchbruch. Wenn dabei Porzellan oder eine brauchbare Uhr herauskommt, dann zeigt das nicht etwa die Gültigkeit der Grundannahme, sondern nur, dass auch blinde Hühner mal ein Korn finden.

In diesem Sinne wird auch der Schamane durchaus wirksame Heilsubstanzen an seine Patienten ausgeben, er wird nur nicht wissen, wann das der Fall ist und nicht einsehen, dass diese auch ohne sein Getanze wirken würden. Tim Minchin sagte treffend: "Alternative Medizin, die funktioniert, nennen wir: Medizin".

Nun haben Sie diese Ausgangslage noch dadurch bereichert, die soziale Interaktion von Arzt und Patient mit hineinzumengen. Das macht es vollends undurchschaubar, nimmt dem, sagen wir Aspirin, jedoch nichts von seiner zellbiologisch geklärten Wirkung. Verändert wird der Placebo-Effekt - den Sie je nach Argumentationsbedarf erst in Frage stellen, wenige Zeilen später dann jedoch als für den Tod von Menschen verantwortlich reklamieren.

Ich will nicht ausschließen, dass es möglich sein könnte, sich allein mit Willenskraft zu töten - beweispflichtig ist jedoch derjenige, der solche Behauptungen aufstellt. Sonst sind sie billige Polemik.

Gesetzt den Fall, es sei so: wäre dann nicht um so einleuchtender, dass sich Schnupfen und andere Alltagsbresten weniger um Globuli, Weihrauch und Kupferamulette scheren als um den schlichten Willen/Glauben des Patienten, gesund zu werden?

Damit sollte man umgehend alle Alternativmedizin auf die Müllhalde der Geschichte werfen und sich darauf konzentrieren, den Placebo-Effekt optimal zu nutzen, im Sinne des Patienten.

bertamberg 24.01.2013 | 22:10

Hallo unwisenomad,

vielleicht können Sie auch mir zugestehen, dass ich ein gerafftes Fazit abgegeben habe. Zu Untersuchungsbedingungen, zum Placeboeffekt und anderem in diesem Zusammenhang Relevantem möchte ich hier nicht wiederholen was ich an anderer Stelle geschrieben habe (https://www.freitag.de/autoren/bertamberg/201cdas-placebo-wirkt-201d-dekonstruktion-einer-zweckluge-teil-1 und folgende) was anscheinend etwas war, das ohne Widerspruch akzeptiert wurde.

Ich kann keine „soziale Aktion“ dazumengen, die ist immer vorhanden, nur sie wird kaum wissenschaftlich erfasst. Dass Sie Widersprüchliches zu erkennen meinen in dem was ich zum Placeboeffekt geschrieben habe zeigt, dass Sie die Materie noch beackern müssen

(http://www.sueddeutsche.de/wissen/suggestionen-die-macht-der-schlechten-gedanken-1.123302)

Wenn Sie Weihrauch in diesem Zusammenhang erwähnen: Boswellia serrata hat eine unglaubliche Therapiekarriere gemacht, ein Hauch davon scheint auch hier auf. http://de.wikipedia.org/wiki/Weihrauch

Bis auf weiteres sind wir noch darauf angewiesen, wirksameres zur Heilung zu benutzen als die Kraft unserer Gedanken.

Viele Grüße

Bertamberg

Costa Esmeralda 25.01.2013 | 23:55

Liebe TTG, geh' in google mal zu "Katzenkralle", wenn Du nicht Spanisch sprichst und "uña de gato" anklickst. Du kannst auch zu "cat's claw" Englisch gehen. Die Katzenkralle ist eine von etwa 200 Lianenpflanzen, ihr Stamm, der sich um riesige Bäume herum bis in die Krone fortsetzt, hat Krallen wie bei einer Katze. Die Indianer benutzen Stückchen Holz dieses Stammes, legen es etwa 2 Stunden in heisses Wasser, bis eine gelbe Flüssigkeit entsteht, die man trinkt. Ich habe die Katzenkralle so zum ersten Mal vor zwanzig Jahren zu mir genommen, da ich Magenprobleme hatte. Die Probleme verschwanden nach einem Tag. Schon jahrelang nehme ich die Katzenkralle als Pille, die aus dem "Holzmehl" der Liane besteht. Sie wird millionenfach in Südamerika und immer häufiger auch in anderen Ländern angewandt, und wie ich erwähnte, auch bei den Tschernobyl-Geschädigten. Viele Aidskranke nehmen es auch, um ihr Immunsystem zu stärken. Ich machte 1994 Bekanntschaft und Freundschaft mit dem bekanntesten Biologen Lateinamerikas Antonio Brack (deutscher Herkunft, aus Villa Rica im Herzen der Selva Central in Perú, der in Würzburg sein Doktorat machte) der sich selbst schon mit der Katzenkralle erfolgreich therapierte, und einer ganzen Schule von peruanischen Wissenschaftlern, die die Kenntnisse der Schamanen aufgegriffen haben. Dabei handelt es sich bei den Schamanen um "traditionelle Mediziner der indigegen Völker", deren Wissen auf mehr als 10.000 Jahren Experimenten beruht, das von Generation zu Generation überliefert wird. Dabei geht es nicht um Quacksalber, die mit allerlei Brimborium die Nöte der Kranken ausnutzen, sondern um Menschen, denen das Wissen über Heilkräfte von Pflanzen aus diesen jahrtausendalten Experimenten überliefert wurden. Das ging auf die gleiche Weise zu, wie in Europa, wo bspw. die Kamille bei unseren Grosseltern und auch "modernen" Ärzten bekannt war. Der Schamane machte im Laufe der Zeit Experimente mit den Pflanzen des tropischen Regenwaldes und der Anden und fand so nach und nach heraus, dass bestimmte Pflanzen bei bestimmenten Krankheiten helfen. Das hat mit unserer modernen Wissenschaft wenig bis nichts zu tun, ist aber Wissen im Sinne von Versuchen, die von Erfolg gekrönt waren und stellt somit das Wissenserbe eines Volkes dar. Ausserdem erfährt der Kranke auch das nötige soziale Umfeld, das zum Heilungsprozess dazugehört. Bei der Reform der Medizin in diesen Ländern dient der Austausch zwischen moderner und traditioneller Medizin zu gegenseitiger Bereicherung. Missachtung und fehlender Respekt gegenüber diesen überlieferten Kenntnissen zeugt lediglich von der Dummheit des modernen Menschen gegenüber den Möglichkeiten, die die Natur uns zur Krankenbehandlung an die Hand gibt. Auch die moderne Medizin der westlichen Welt, bspw. bei Herzkrankheiten, aber auch bei vielen anderen, kann auf diese überlieferten Kenntnisse nicht verzichten.  

TTG, ich kann Dir nur anraten, mit Katzenkralle einen Versuch zu starten. Du wirst feststellen, dass die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten zurückgeht (bspw. Grippe, Schnupfen, u. a.). Ich habe bemerkt, dass sie mir auch bei der Arthritis hilft, da ich Klavier spiele und meine Finger flexibel halten will. Ob ich wegen der 20 Jahre Einnahme bisher von Krebs verschont geblieben bin, kann ich nicht beweisen. Aber ich habe bis auf leichte Seh- und Hörschwäche, (was vor etwa 5 Jahren langsam begann) überhaupt keine anderen Beschwerden (dieses Jahr mache ich die 70 voll) und geniesse rundum mein physisches Befinden. Und so soll es denn auch sein. Wenn die "liebe" Umgebung von anderen Menschen dazu kommt, fehlt zum gesundheitlichen Glück kaum etwas.

LG, CE

Costa Esmeralda 26.01.2013 | 00:19

Lieber Bertamberg, es geht auch darum, dass wir Menschen gegenseitig Kenntnisse austauschen und nutzbar für die Menschheit machen. Die genetischen Ressourcen des Amazonas- und Andenraumes sind bekanntermassen die reichsten auf dem Globus. Schamanen haben nicht die Analysemethoden wie wir, aber den Vorteil des zehntausendjahre alten Experimentes, das wir in der "modernen" Medizin versuchen an Mäusen und Ratten zu simulieren. Wenn die Schamanen Hinweise auf wichtige Heilpflanzen aufgrund ihrer Experimente haben, ist es nur natürlich, dass wir das mit unseren Methoden nachprüfen und eventuell die positiven Effekte dieser Pflanzen zu verstärken wissen. Die Heilpflanzen sind natürlich in ihrer Zusammenstellung derartig kompliziert, wie auch Lebensmittel allgemein und können chemisch in dieser Komposition nicht kopiert werden. (Das erklärt u. a. auch Unterlassung von Pharmafirmen in der Erforschung dieser Pflanzen) Der Heilungsprozess verläuft auch im Allgemeinen langsamer ab, wie bei der Einnahme von Lebensmittel. Die Idee, die ich mit einigen westlichen Wissenschaftlern (bei den Italienern sind sie vergleichbar mit unseren Wissenschaftlern an Max-Planck-Instituten) und auch den ersten "Wissenschaftlern" der Indianer hatte, war, dass die Biodiversität zum Segen der Menschheit erforscht werden sollte, ohne Einmischung von multinationalen Unternehmen. Und die EU sollte eine solches internationales Forschungsinstitut finanzieren, wie wir das auch mit der Sternwarte in Chile machen. Die Produktion des Rohmaterials (Heilpflanze) wäre nach wie vor in Verantwortung, Eigentum und Quelle des Reichtums der indigenen Völker. Siehe auch meine Anwort an THINKTANKGIRL bzgl Katzenkralle.

LG, CE