cassai72
14.02.2013 | 23:28 2

Top Secret: Brief des Papstes

Gauben Jetzt wurde ein geheimer Brief des Papstes an die wichtigsten Staatsmänner der Welt bekannt.

In einem geheimen Schreiben hat der Papst seinen eigentlichen Grund für den Rücktritt erklärt: Nach sehr gründlichem Nachdenken ist er zu dem Schluss gekommen, dass es keinen Gott gibt. Unter diesen Umständen konnte er sein Amt nicht weiter führen. Erste Bedenken kamen ihm bereits nach seiner Wahl, er hat sie jedoch zunächst zurückgestellt und intensiv erforscht. Seine Einsicht ist endgültig.

Kommentare (2)

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Ehemaliger Nutzer 15.02.2013 | 11:46

Nun, das ist etwas komplex. i.) Es ist unmöglich das, was nicht ist, zu argumentieren, denn was nicht DA ist, hat keine Existenz. Man kann nur über das was eine Existenz hat reden. Eine Existenz hat alles, was eine Struktur hat, oder eine Energie, wie ein Kreis oder ein Elementarteilchen oder eine Ordnung. Der Volksmund nennt eine Scharlatanerie das Behaupten von Dingen, die nicht existieren, oder  nicht existieren können. Satiriker bedienen sich der Scharlatanerie um die Trügschlüsse, die mit der Scharlatanerie verbunden sind, aufzuzeigen. Deswegen ist es unerheblich, wenn jemand zu dem Schuss kommt, dass es etwas NICHT gibt, oder keinen Gott gibt. Das, was man einsehen kann, ist, dass etwas, das man als unmöglich erkannt hat, nicht dadurch möglich werden kann, dass es eine Autorität behauptet, unabhängig davon, in welcher Disziplin die Autorität eine Autorität ist. Für das Subjekt in diesem Schrieb, ‚Gott’, bedeutet das, dass über eine Existenz nichts gesagt ist und auch nicht widerlegt ist, auch wenn der Schrieb eine Satire ist oder sein soll. ii.) Was die Existenz angeht, die als ‚Gott’ bezeichnet wird, gibt es im Wesentlichen zwei Wege die versucht wurden dem Phänomen ‚Gott’ näher zu kommen. Der eine Weg ist der des logischen Denkens, das versucht schlussendlich eine Existenz nachzuweisen, wie eine Kraft, die man auf der Waage ablesen kann, wenn man selbst auf ihr steht. Den Weg kann man aber als sinnlos erkennen, denn außer Kräften kann man in der Ordnung der Natur nichts nachweisen und auch nicht beweisen, denn ein Beweis setzt immer die Unabhängig von einem menschlichen Gutachter voraus. Ohne einen menschlichen Gutachter kann man aber nicht einmal Farben beweisen und auch nicht Helligkeit. Etwas näher kommt man der Sache, wenn man sich die Argumentationen anhört, die mit der Diskussion verbunden sind. So sagte ein eingeladener Weiser zu einem weltlichen Herrscher, der beanspruchte mächtiger zu sein als Gott, dass das richtig seie, denn er, der mächtige Herrscher, könne jeden aus seinem Reich verbannen, was Gott nicht könne. Dahinter steckt natürlich die Erkenntnis, dass das, was Gott ist, alokal ist. Damit ist der Erkenner dasselbe wie das, was er erkennt. Ebenso kann man erkennen, dass das, was Gott ist, zeitlos ist, denn wenn man etwas als wahr erkannt hat kann es nicht morgen unwahr werden. Das Hauptargument ist aber der Gebrauch der Logik durch den Denker, ohne dass er aufzeigen kann, auf was er in jedem zeitlosen Jetzt zugreift, das DA IST, und das offensichtlich eine Ordnung hat, die er erkannt hat. iii.) Ein weiterer Punkt ist die Desinformation als Desinformation und also nicht als Satire. Sie treibt Missbrauch mit dem Glauben der Menschen an die guten Sitten, die auch in der Verfassung stehen, zu ideologischen Zwecken, die dem Machterhalt einer Gruppe dienen sollen: Kirche, Parteien, ‚Naturwissenschaft’, oder ‚Finanzwissenschaft’.  Als Satire ist die Desinformation ein erforderliches Element, aber sie zeigt ja nur deswegen in die Irre, um auf die Irre zu zeigen, das macht die Desinformation nicht, sie hat nur das Ziel in die Irre zu führen., Das, was existent IST, ist ihr lokal und temporär wurst.  

 

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Ehemaliger Nutzer 16.02.2013 | 14:36

Seine Einsicht ist endgültig.

Sie muss es sein, denn da steht:

Zur Ehre Gottes unseres Heilands zur Erhöhung der katholischen Religion zum Heil der christlichen Völker lehren und erklären wir endgültig als von Gott offenbarten Glaubenssatz in treuem Anschluss an die vom Anfang des christlichen Glaubens her erhaltene Überlieferung unter Zustimmung des heiligen Konzils: Wenn der Römische Papst in höchster Lehrgewalt (= ex cathedra) spricht, das heißt: wenn er seines Amtes als Hirte und Lehrer aller Christen waltend in höchster apostolischer Amtsgewalt endgültig entscheidet, eine Lehre über Glauben oder Sitten sei von der ganzen Kirche festzuhalten, so besitzt er auf Grund des göttlichen Beistandes, der ihm im heiligen Petrus verheißen ist, jene Unfehlbarkeit, mit der der göttliche Erlöser seine Kirche bei endgültigen Entscheidungen in Glaubens- und Sittenlehren ausgerüstet haben wollte. Diese endgültigen Entscheidungen des Römischen Papstes sind daher aus sich und nicht aufgrund der Zustimmung der Kirche unabänderlich.

Erkenntnistheoretisch sicher ein bemerkenswerter Vorgang, dass der Verleiher, Begründer und Urgrund unfehlbarer Einsichtsfähigkeit für den Bischof von Rom durch eben diesen seiner Existenz beraubt wird. Die Einsicht selber wurde im Zustand der Unfehlbarkeit erschaffen während die Unfehlbarkeit durch die Einsicht negiert wurde.

Für die Mächtigsten dieser Welt ist dieses sicher keine neue Einsicht, sind sie doch selbst qua selbst definierter Unfehlbarkeit schon zuvor zu dieser Einsicht gelangt, worauf ihr einsichtleeres Handeln vielfache Hinweise gibt. Entledigt der moralischen Geißelung einer unfehlbaren Instanz mittels definierter Gottlosigkeit wird nunmehr das Handeln erst richtig von Einsicht befreit.

Dass dieses einher kommt mit den großen Steinen, die zeitgleich vom Himmel fielen weckt jedoch Zweifel sowohl an der endgültigen Einsicht als auch an der Macht der Mächtigsten. Die Zukunft ist offen … prinzipiell. Wir warten auf Einsichten.