Red Bavarian
24.12.2012 | 15:25 37

Geist

Universum Ein Universum ohne Geist ist möglich, aber sinnlos

Geist

Wikimedia Commons // TriTertButoxy, Stannered

Erst einmal zur Info: Die Welt ist am 13.0.0.0.0 4 Ahau 3 Kankin nicht untergegangen. Wie oft ist sie eigentlich schon nicht untergegangen?

Über meine Beschäftigung mit Wissenschaft, Philosophie und Religion habe ich mir überlegt, was der Sinn des Universums ist. Ein Kernmotto des Universalismus ist die Suche nach Wahrheit und Sinn. Ich sehe mich dergestalt als ein Suchender. Mein bisheriges Ergebnis ist, dass das Universum keinen Sinn an sich hat. Es kann als Gesellschaftstanz der Quarks gesehen werden:

Irgendwann hat es einen großen Knall gegeben — den Urknall — und voilà: es war da. Und jetzt pulsiert die Urenergie E = 0∞ halt allerweil und überall in Ohneheit-Offenheit, oder wie es im Mahayana-Buddhismus heißt: 'Wahre Leere, Wunderbare Existenz', wobei ein jeder Mensch quasi sein eigenes Universum ist und der menschliche Geist kräftig imaginiert — selbstreflexiv oder auch nicht.

Der menschliche Geist gibt dem Universum einen Sinn, oder auch einen Unsinn. Der Buddhismus wie die Gnosis stellen den Geist in den Mittelpunkt. Das Praktische dabei ist, dass jeder Mensch einen Geist hat. Es werden keine komplexen und teuren Geräte wie beispielsweise in der Physik gebraucht, um in den Makrokosmos der Galaxien und in den Mikrokosmos der Quarks zu schauen. Interessant ist dabei, dass sich die hypermoderne Wissenschaft wie die Quantenfeldtheorie und die antike Philosophie wie der Buddhismus in gewisser Weise einander annähern, was beispielsweise im Essay 'Heart Sutra: Buddhism in the Light of Quantum Reality' (Zip-Textdatei) ausgedrückt worden ist.

Aussagen über Quarks, beispielsweise über das Bottom- oder Beauty-Quark wie "Die ihm zugeordnete Flavour-Quantenzahl ist die Bottomness B' (auch Beauty), das Bottom-Quark hat B' = −1" und über das Top- oder Truth-Quark wie "Die dem Top-Quark zugeordnete Flavour-Quantenzahl ist die Topness T (auch Truth), das Top-Quark hat T = +1" hören sich metaphysisch an. Das Universum wird zu dem, was der menschliche Geist darin sieht.

Der Geist überhaupt — der Nookosmos, von griechisch noũs = Geist, Denken — übt von jeher eine Faszination aus, was in Philonoia — die Liebe zum Geist - münden kann. Der Geist, der dem Universum einen Sinn verleiht. In diesem Lichte liest sich das Logion 44 des Thomas-Evangeliums auch anders als man es von bekannten Christentum her verstehen mag: "Jesus sprach: Wer den Vater lästert, dem wird man verzeihen, und wer den Sohn lästert, dem wird man verzeihen; aber dem, der den Heiligen Geist lästert, dem wird man nicht verzeihen, weder auf der Erde noch im Himmel."

Lies: der klare und reine Geist, wie er auch im Buddhismus angestrebt wird. Der Geist, der über das Gewohnte hinausgeht, via Metanoia (Umdenken) und Prajñaparamita zu Gnosis und Bodhi. Der Universalgeist oder die Universalgeistin. Wer ihn oder sie lästert, lästert praktisch auch über sich selber, über seinen eigenen Geist, der ein Teil des Großen Ganzen ist. Ein integrierter Teil des Universums, wo alles miteinander dynamisch verwoben ist, wo Materie über Quarks über Quantenfelder über Energie in Geist übergeht, und Geist über Energie über Quantenfelder über Quarks in Materie.

Kommentare (37)

iDog 25.12.2012 | 03:14

ohne anmaßend sein zu wollen  - "menschliches Denken" kann natürlich sehr geistvoll und also Geist im besten Sinne sein ...  ist aber oft leider nur eine Form von "Vergewaltigungsphantasie" ... der eine Mensch "vergewaltigt" dabei den anderen oder sich selbst mit geistarmen und phantasielosen Erklärungsmustern des für ihn aus unterschiedlichsten Gründen angeblich nicht Wahrnehmbaren ...

Mit Glauben hat der Geist meiner Ansicht nach wenig zu tun. Ob man den Begriff "Gott" dabei überhaupt ins Spiel bringen sollte, halte ich für fragwürdig. Gott können wir in all seinen Varianten anzweifeln , den Geist dagegen nicht. Er bleibt immer die Brücke zwischen Wahrnehmung und Wirkung. 

Wenn der Begriff Geist aber nun so gar nichts mit dem menschlichen Denken zu tun haben soll, fragen wir uns vielleicht nicht oft genug, ob er nicht nur ein obsoleter Platzhalter für das uns Unbewusste ist, was das menschliche Denken aus stumpfem Glauben, purer Verzweiflung  oder Angst nicht wahrzunehmen bereit ist.

"Vergewaltigung" ist in sofern der einfachere Weg sich dem Geist, der Wirklichkeit, sich selbst durch oberflächliche Erklärungen nicht nur zu entziehen, sondern auch noch gläubig zu behaupten man verfüge über Erklärungen, Wissen und Bewusstsein, ja Geist. Dieser virtuose Kreislauf des opportunen Selbstbetrugs führt auf jedem Niveau zur endgültigen Trennung des menschlichen Denkens und seiner selbstreferenziellen Wirklichkeit vom sogenannten Geist, Nous ... dem Leben. Ein Todesurteil.

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Ehemaliger Nutzer 25.12.2012 | 07:01

Das menschliche Denkvermögen ist das Mittel des Leibes zu sein, etwas zu werden, sich selbst und andere zu beobachten, Schlüsse zu ziehen, Urteile zu fällen, Talente zu entdecken und weiteres. Es ist auf hunderfache Weise begrenzt und sein größter geographischer Wrkungsbereich ist die Erdoberfläche und die eigene wie vergangene Lebens- und Denkzeiten. Was das Denkvermögen mit dem Weltall zu tun haben soll? Nichts. Descartes Spruch wird ja schon immer anders interpretiert als er gemeint war, nämlich als Abwehr gegen die Denkverbote seiner Zeit.

der-Splitter-im-Auge 25.12.2012 | 08:04

Ein unglaublich einfältiger Text (um es mal nettiquettengerecht auszudrücken). Der Autor zeigt, dass er nicht mal ansatzweise die Theorien der  Quantenmechanik verstanden, geschweige denn von Ergebnisse der moderneren Hirnforschung (seit 1995) auch nur gerüchteweise gehört hat. Hier wird halbgares, vermeintliches Wissen, mit einem antiken und vollkommenen veraltetet philosophischen  Konzept des “Geistes“ vermischt und zu einer übelriechenden esoterischen Brühe gequirlt, und dann als wissenschaftliche Überlegung verkauft. Aufklärung geht anders.

Ich empfehle zum Einstieg in die Quantenmechanik:
Uni Auditorium - Physik - Vorlesung von Prof. Harald Lesch:
 Quantenmechanik – Eine Einführung

Und zur Einführung in die moderne Bewusstseinforschung/-philosophie, die populärwissenschaftlichen Beiträge  von Prof. Thomas Metzinger (ausgestrahlt in SWR2) :
 Was ist das Bewusstsein Teil 1 / Teil 2 / Teil 3

Und wer es hardcore mag, die Voresungsreihe (komplettes Semester)  von Prof. Thomas Metzinger: Philosophie des Bewusstseins

Red Bavarian 25.12.2012 | 16:29

>>... Tattva Viveka ...<<

 

Ich habe auf Ihren Hinweis hin auf deren Website geschaut, wo eine Übersicht über die Ausgabe zu finden ist. Ich bin zwar auf meiner eigenen mentalen Reise, allerdings kann man eigentlich kaum mehr etwas denken, was nicht schon von irgendwem gedacht worden ist. Alles jemals von Menschen erdachte setzt sich quasi als Geist der Erde als Kleineres Ganzes im Universum zusammen.


Wenn ich meine Ansichten heute und vor 30 Jahren betrachte, so bin ich auch in Bezug auf die Wissenschaft kritischer geworden, mit der ich mich seinerzeit von der Religion gegenpolig abgegrenzt hatte. Mein Hauptkriterium heute ist, ob das Universum wirklich so ist, wie ich es sehe, beziehungsweise wie es gemeinhin gesehen wird.

Red Bavarian 25.12.2012 | 16:32

>>"Ob es wohl zu den Fehlern der Moderne gehört, die Begriffe "Geist" und "menschliches Denken" gleichzusetzen?"<<

Das scheint seit eh und je der Fall zu sein, wobei es natürlich auch eine Definitionssache ist, das unter dem Begriff Geist verstanden wird. Desgleichen, was unter dem Begriff Gott verstanden wird. Mitunter ist mit den Begriffen Gott und Geist sogar das Gleiche gemeint.

>>Ob das, was an Bedeutungsfetzen menschlicher Sprachen in sterblichen Gehirnen unwillkürlich herumzischt, wirklich der Nous ist? In seiner reinsten Form? Wer das glaubt, für den ist Gott identisch mit einer Vergewaltigungsphantasie.<<

Was meinen Sie damit genau?

 

Red Bavarian 25.12.2012 | 16:47

>>Gott können wir in all seinen Varianten anzweifeln , den Geist dagegen nicht. Er bleibt immer die Brücke zwischen Wahrnehmung und Wirkung.<<

Wobei allgemein erst einmal die Schwierigkeit besteht, sich begriffsmäßig überhaupt zu verständigen, wie in meinem Kommentar von eben geschrieben. Es ist nicht leicht, sich in die vielen Vorstellungen über die Zeiten, Orte und Soziokulturen zu hineinzuversetzen, also den Sitz im Leben zu erfassen. Trotzdem erkenne ich ähnliche Grundmuster. Schließlich gehören alle Menschen zur gleichen auf der Erde lebenden Spezies homo sapiens, und in dem Sinne sind wir uns im Grunde recht ähnlich.

Ich verstehe im Speziellen unter dem Begriff Geist das Bestreben, dem Universum einen Sinn zu verleihen und es gedeihlicher zu gestalten. Das unterscheidet sich von Ansichten, die beispielsweise aus der Natur und der Evolution ein Fressen-und-Gefressenwerden ableiten. Ich leite im Sinne des Wissens und Gewissens ein Leben-und-Lebenlassen ab.

 

kenua 25.12.2012 | 21:42

Nur weil es für den Geist Sinn gibt, heißt das noch lange nicht, daß dieser Sinn auch für das Universum gilt.

Ihr Text ist wirklich naiv. "Ausagen über Quarks hoeren sich metaphysisch an". Für Sie, für Laien, der ich letztlich auch einer bin, wenn es um schwierige Physik geht.

Im Grunde versteht man eine physikalische Aussage erst dann, wenn man die Überlegungen, die zu den Versuchen führen, beherrscht, und die Herleitung der mathematischen Formel aus den Versuchen versteht.

Die Darstellung da oben ist das Zeichen für die Physiker,anschaulich versteht man da gar nichts. In irgendwelchen Begriffen müssen sie es ausdrücken, und dazu nehmen sie auch Worte aus der Alltagssprache.

Mit metaphysik hat das überhaupt nichts zu tun.

pleifel 25.12.2012 | 22:34

Der Titel heißt "Geist".
Wittgenstein sagte etwa so: "Worüber man nicht sprechen kann, darüber sollte man schweigen".
Wissenschaftlicher Realismus schweigt über dieses Thema, da es nicht fassbar ist, also Metaphysik. Allerdings Wissenschaft, die eine negative Einstellung zur Metaphysik hat, leugnet oder verkennt, dass sie selbst auf Basis erkenntnistheoretischer Konstrukte arbeitet. Theorien sollen mathematisch begründete "wahr" sein, andererseits spricht sie den "Objekten" jenseits des Atoms (Quantenobjekten) keine reale Existenz zu. Es bleiben nur Bilder der Unbestimmtheit, die bis zum Zeitpunkt der Beobachtung alles oder nichts sein können, bzw. keine existenz haben.

Was hat das alles mit Geist zu tun? Geist ist ebenfalls ein Konstrukt menschlicher Erkenntnis, der im Laufe der philosophischen, religiösen und wissenschaftlichen Entwicklung seinen Platz als "Beobachter" einnimmt. Glauben verankert, bzw. verlagert zurück auf Gott (Allgeist), Philosophie ringt von Anbegin damit und die Wissenschaft sieht den "Geist im Atom" (sozusagen).
Der Begriff "Geist" hilft uns, in der erlebten Wirklichkeit einen Bezugspunkt zu erhalten. Von diesem Punkt aus betrachten wir die Welt als etwas separates (Illusion?). Wie die Wissenschaftler das Universum als eine Art Behälter verstehen, in dem alles enthalten ist. Zeit und Raum als Konstrukt, damit nach Kant nicht alles gleichzeitig und am gleichen Ort stattfindet.

Es gibt letzte Fragen, die sich niemals werden beantworten lassen, da sie sich unserem Zugriff immer entziehen werden, weil Begriffe nicht zur letzten Existenz vordringen können. So ist es auch mit dem Geist.
Wir setzen ihn wie selbstverständlich voraus, weil wir niemals die Möglichkeit hatten, außerhalb des Wortes "Ich" ein anderes Verständnis von mir und damit Geist zu gewinnen.

Etwas einen Sinn zu verleihen entspringt dem Bemühen, Ordnung zu schaffen, wo in der Natur ohne Beobachter keine ist, somit ist es immer eine Bewertung, Beurteilung. Evolutionär (auch eine Theorie) ist das überaus nützlich für das Überleben.

Da der Sitz des "Geistes" ja irgendwie mit dem Körper verbunden ist (gedacht, angenommen wird), sind wir gleich in den 1000 Sichtweisen der Philosophie verstrickt. Letztlich lassen sich einige wahrscheinlichere Annahmen machen, aber keine absoluten Wahrheiten ermitteln. Die Diskussion über den Geist (gehaltvoll oder geistlos) ist eine endlose, da auch die Idee Gottes das Thema keineswegs mehr erhellt, es sei denn, man glaubt!

Red Bavarian 26.12.2012 | 00:33

>>Ihr Text ist wirklich naiv. "Ausagen über Quarks hoeren sich metaphysisch an". Für Sie, für Laien, der ich letztlich auch einer bin, wenn es um schwierige Physik geht. ... Mit metaphysik hat das überhaupt nichts zu tun.<<

Meine Aussage in Bezug auf die Metaphysik bezieht sich auf meine Wahrnehmung. Ob es etwas mit Metaphysik zu tun hat oder nicht, ist durch "Aussagen über Quarks ... hören sich metaphysisch an" nicht festgelegt. Das wäre nur der Fall, wenn ich "Quarks sind metaphysisch" geschrieben hätte.

Aber abgesehen davon: Sind Sie sicher, dass der Themenkreis nichts mit Metaphysik zu tun hat? Wenn ich mir die diversen 'Interpretationen der Quantenmechanik' und 'Interpretations of quantum mechanics' inklusive seitens der Fachwissenschafter anschaue, dann komme ich schon ins Fragen.

>>Nur weil es für den Geist Sinn gibt, heißt das noch lange nicht, daß dieser Sinn auch für das Universum gilt.<<

Insoweit richtig, nur ist der menschliche Geist aktiv: aus Gedanken werden Worte, aus Worten werden Taten. Und Taten können das Universum verändern. Der Mensch ist technologisch zwar noch nicht soweit, allerdings hat er die Erde schon ganz schön verändert, und nicht unbedingt zum Besseren.

 

Martin Gebauer 26.12.2012 | 03:34

Was ist Gott?

Nehme ich ein Stück von der Zeit, so ist es weder der Tag heute noch der Tag gestern. Nehme ich aber ein Nu, das begreift alle Zeit in sich. Das Nu, worin Gott die Welt machte, ist dieser Zeit ebenso nahe, wie das Nu, worin ich eben spreche, und der jüngste Tag ist diesem Nu so nahe wie der Tag gestern war. ...

Und ich sage, es ist ebenso unrecht, Gott ein Wesen zu heissen, als ob ich die Sonne bleich oder schwarz hiesse.

Gott ist weder dies noch das: Wenn einer wähnt, er habe Gott erkannt — wenn er etwas erkannt hat, so hat er etwas erkannt und hat also nicht Gott erkannt.

Kleine Meister lesen in der Schule, alle Wesen seien auf zweierlei Weise geteilt, und diese Weisen sprechen sie Gott völlig ab. Von diesen Weisen berührt Gott keine und er entbehrt auch keine. Die erste, die am allermeisten Wesen hat, worin alle Dinge Wesen annehmen, ist die Substanz, und das letzte, was am wenigsten Wesen in sich trägt, heisst relatio, das ist in Gott gleich dem allergrössten, das am allermeisten Wesen hat; sie haben ein gleiches Bild in Gott.

In Gott sind aller Dinge Bilder gleich; aber sie sind ungleich dem Bild der Dinge. Der höchste Engel und die Seele und die Mücke haben ein gleiches Bild in Gott. Gott ist nicht Wesen noch Güte. Güte klebt an Wesen und ist nicht breiter als Wesen, denn wäre nicht Wesen, so wäre nicht Güte, und Wesen ist noch reiner als Güte. In Gott ist weder Güte noch Besseres noch Allerbestes.

Wer sagte, dass Gott gut sei, der täte ihm ebenso unrecht, als wer die Sonne schwarz hiesse.

Was sich dem Allgemeinen mitteilt. Den heissen sie einen guten Menschen, der gemeinnützig ist. Darum sagt ein heidnischer Meister, ein Einsiedler sei weder gut noch böse (dem Sinne nach), weil er der Gemeinschaft und den Leuten nicht nützlich sei. Gott ist das allgemeinste.

Kein Ding teilt von dem Seinen mit, weil alle Kreaturen an sich selbst nichts sind. Was sie mitteilen, das haben sie von einem andern. Sie geben sich auch nicht selbst. Die Sonne gibt ihren Schein und bleibt doch dastehen, das Feuer gibt seine Hitze und bleibt doch Feuer; aber Gott teilt das Seine mit, weil er an sich selber ist, was er ist, und in allen den Gaben, die er gibt, gibt er sich selbst immer am ersten. Er gibt sich als Gott wie er ist in allen seinen Gaben, sofern es an ihm ist, dass einer ihn empfangen_ könnte.

...wie der andere Meister sagte, dass Gott eine Vernunft ist, die in ihrer Erkenntnis allein lebt und in sich selbst allein bleibt, und da hat ihn nie etwas berührt, denn er ist da allein in seiner Stille. Gott in seiner Selbsterkenntnis erkennt sich selbst in sich selbst.

 Quelle:

http://www.ccel.org/ccel/eckhart/mystische.iii.xxii.html

 

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Ehemaliger Nutzer 26.12.2012 | 09:34

Das Praktische dabei ist, dass jeder Mensch einen Geist hat. Es werden keine komplexen und teuren Geräte wie beispielsweise in der Physik gebraucht, um in den Makrokosmos der Galaxien und in den Mikrokosmos der Quarks zu schauen.

Das Praktische solcher Denkgebäude liegt darin, das jeder naturwissenschaftlich-physikalische Hinterwäldler sich aufschwingen kann, um mit einer Maschine, deren Wirkprinzipien auf  eben dem  beruhen, was der Autor als durch den Geist schon längst durchdrungen apostrophiert ohne auch nur eine Ahnung zu haben, dass sehr wahrscheinlich auf die Grundstrukturen seiner synaptischen Existenz in Gänze die Mechanismen einer kollektiven Quantenunschärfe zugegriffen haben und dem Leser den Autor als etwas entdeckt, das der Artenbestimmung gemäß als Homo Erectus Heisenbergii einzustufen ist.

pleifel 26.12.2012 | 09:56

Man sollte es lassen von etwas zu sprechen, dass sich allem entzieht. Visionen von Mystikern gehören dazu, da  sich deren "Bilder" nicht übertragen lassen, da Kategorien von möglichen metaphysischen Ebenen nicht in unsere Welt übertragen sind. Unsere Sinne sind dafür nicht geschaffen (entwickelt), daher gibt es keine Ausdrucksmöglichkeiten für die Mystiker.
Gott ist ein menschlicher Begriff für das "Nichtbegreifbare".

Red Bavarian 26.12.2012 | 16:12

>>Was ist Gott?<<

Was das Konzept Gott anbelangt, so stehen in meinem obigen Artikel die Konzepte Geist und Universum im Mittelpunkt.


>>...wie der andere Meister sagte, dass Gott eine Vernunft ist, die in ihrer Erkenntnis allein lebt und in sich selbst allein bleibt, und da hat ihn nie etwas berührt, denn er ist da allein in seiner Stille. Gott in seiner Selbsterkenntnis erkennt sich selbst in sich selbst.<<

Aus dem Meister Eckhart seinen Worten ist das Prinzip Selbstheit herauszulesen, das mystisch-christlicherseits auf Gott bezogen wird. Oder im Mahayana-Buddhismus Tathata (Soheit), und im Daoismus Zìrán ("von selbst so"), was in Bezug auf dem Ursprünglichen mit dem Universum (Dharma, Dào) und mit dem Menschen (Buddha-Natur, Dé) verbunden wird.

Red Bavarian 26.12.2012 | 16:43

>>Man sollte es lassen von etwas zu sprechen, dass sich allem entzieht. Visionen von Mystikern gehören dazu, da  sich deren "Bilder" nicht übertragen lassen, da Kategorien von möglichen metaphysischen Ebenen nicht in unsere Welt übertragen sind. Unsere Sinne sind dafür nicht geschaffen (entwickelt), daher gibt es keine Ausdrucksmöglichkeiten für die Mystiker.
Gott ist ein menschlicher Begriff für das "Nichtbegreifbare".<<

 

Ich denke, dass das Mystische nicht so mystisch ist, wie gemeinhin angenommen wird, sondern dass es vielmehr eine andere Art des Wahrnehmens, des Fühlens, des Denkens und des Bewusstseins ist. All die Menschen, die über die Zeiten rund um die Erde Mystisches und Erleuchtendes erfahren und erleben, sind ja keine Überirdischen oder Außerirdischen.

Im Grunde geht es um den menschlichen Geist, der seltsamerweise eines der größten Mysterien darstellt, obwohl gerade dieser Geist den Menschen spezifisch im Sinne der Selbstreflexion ausmacht.

Meine fragende Überlegung ist: Warum nicht diese Erfahrung nicht wissenschaftlich ausdrücken, um sie herüberzubringen?

Wenn es mit Sachen wie Quarks und Quanten geht, dann müsste es auch mit dem Geistigen gehen. Meine Formel E = 0∞ drückt diese Überlegung aus. Die heutige Kognitionswissenschaft geht ja interdisziplinär in diese Richtung.

 

pleifel 26.12.2012 | 18:11

Wie sprechen vom Geist als etwas Selbstverständliches. Warum?
Weil das Wort Geist als Synonym für das "gefühlte ich" steht? Weil wir unsere "gefühlte Existenz" ohne diesen Begriff nicht denken können?
Geist ist ein Arbeitsbegriff für für die Spiegelung der Welt vor oder in einem "internen Bereich der Anschauung". Vor was? Die Fragen kommen nicht zum Ende. Gott steht am Ende nur als Platzhalter für das Ende der Fragen.

Egal wie weit die Wissenschaft auf dem Weg in die Quantenwelt vordringen wird; sie wird keinen Zugriff auf dieses "Phänomen" bekommen. Sollte "Geist" (als Arbeitsbegriff) ein Produkt (Emergenz) von Komplexität sein, wird es spannend werden, ob "Geist" sich auch unabhängig vom Trägermedium (unserem Körper) künstlich erschaffen lässt. Auch dann wäre das kein Wunder menschlichen Schöpfens, sondern das Verstehen universeller Zustände.
Dann allerdings bekäme der Begriff "Geist" eine völlig neue Bedeutung.
Aber, wie lässt sich Geist beweisen, wenn man ihn nur aus abgeleiteten Beobachtungen oder Tests definiert. Die Behauptung einer künstlichen Intelligenz: "ich denke, also bin ich", würden wir sicher nicht mit unserer bisherigen "Geistvorstellung" vergleichen wollen.

Aber in jedem Fall gilt: stirbt oder vergeht der Träger, ist auch der "Geist" nicht mehr verortbar. Alles weitere bleibt Glauben.

 

Konfuzikuntz 27.12.2012 | 03:02

Das scheint seit eh und je der Fall zu sein, wobei es natürlich auch eine Definitionssache ist, das unter dem Begriff Geist verstanden wird. Desgleichen, was unter dem Begriff Gott verstanden wird. Mitunter ist mit den Begriffen Gott und Geist sogar das Gleiche gemeint.

Ja, da ist

(1) diese muntere Beliebigkeit in der Verwendung des Wortes Geist. Sie ein großes Problem, gerade wenn um die letzten Dinge geht. Ich komme unten dazu, warum.

(2) Natürlich kann man "Geist" definieren. Es ging mir aber um

(3) Die Gewohnheit, dies nicht zu tun, gewissermaßen auf die Zeichenfolge "gEisT" anzuspringen und in letzter Konsequenz irgendetwas zwischen einem Schlossgespenst der unwillkürlichen Gedankenfolge "Oh, habe ich meinen Hamster schon gefüttert?" und Gott selbst damit zu bezeichnen - und wenn man nicht aufpasst  gleichzusetzen. Siehe (das Folgende nur als ein mir soeben ins Auge gesprugenes Beispiel), Idogs Reaktion auf meinen Kommentar oben. Für mich ist Geist tatsächlich gleich Gott (so wie in "ein Geistlicher") während Idog (man kann es ihm gar nicht vorwerfen, es kommt ja aus dieser allgegegenwärtigen, intuitiven Äußern von Assoziationen auf ein Stichwort; und ich habe dasselbe ja auch gemacht) Geist so verwendet, wie dass jemand einen geistreichen Witz erzählt. Und dieser bizarre "Streuung" der Semantik geht quer durch die Geistesgeschichte - ahem - ...

Wenn jetzt Kater Karlo durch die Stadt streift und denkt, dass er Minny Mouse ja mal vergewaltigen könnte - beschäftigt dieser Gedanken dann nicht seinen Geist? Ist dann nicht ein Geist = Gott = eigentliches, formloses Sein an sich UND Geist = menschliches Denken = in diesem Fall (ein bewusst krasses Beispiel) ein Vergewaltigungsphantasie. Das Schlossgespenst nicht zu vergessen.

Worauf ich aber hinauswollte - dies ist nun die Antwort auf Ihre Frage, ist dass ich es für vollkommenen Unfug halte, Gott mit menschlichem Denken auch nur in einem Atemzug zu nennen oder gar gleichzusetzen. Es ist beinahe grotesk, das menschliche Denken in Begriffen (Habe ich meinen Hamster gefüttert?, oder Soll ich Mini Mouse vergewaltigen? Was ist der Unterschied zwischen einem Geist und einem Gespenst) für eine metaphysische Größe zu halten, ja für den Urquell aller Dinge zu halten...

Fühlen Sie sich mal in  Bedeutung der lateinischen Worte animus, spiritus und mens ein sowie in die cartesische res cogitans.

Zum mindesten die Letztgenannte hat mit Gott, dem reinen, formlosen Sein nüscht zu tun (wiewohl ich nicht bestreite, das innerhalb unserer strömenden "Wirklichkeit" in Gott alles zusammenhängt und mein Denken mit dem Universum interagiert. etc.pp. Aber auch das Universum ist kein "Geist".

Und das menschliche Denken - eine zutiefst relative und vergängliche Form - schon gar nicht. Ich habe noch nie verstanden, wie man über die Dinge nachdenken und zu dem Schluss kommen kann, dass das ewig in sich ruhende Sein DASSELBE sei wie das Sprachgegrübel einer höherentwickelten Affenart! Was für ein Größenwahn aufgrund von Wortschlamperei. Auch mentalen Zustände haben mit reinem Geist nur sehr nachgeordnet etwas zu tun.  Ich bin sehr vorsichtig, diese metaphysisch zu verwenden. Spiritus und anima gehen schon eher, da nähert man sich dem innersten Kern der Seele, der mit Gott identisch ist. Aber man kann doch nicht all diese Dinge munter gleichsetzen...

Wenn ich jetzt einen Himbeergeist trinke und dann lustige Anekdoten über ein Schlossgespenst erzähle, bin ich dann Gott?

Und auch, um zum Wesentlichen zu kommen, das theologisch-begriffliche Umkreisen Gottes, der Intellekt, das Denken Gottes ist - und der Theologe (oder Philosoph oder Metaphysiker) mag dabei so "geistreich" sein wie er will - NICHT dasselbe wie Gott. Spinozas Scharfsinn ist doch nicht identisch mit Taulers Erleben. Gott ist reine Liebe - aber doch nicht Semantik plus Grammatik. Man kann das logisch erschließen, man kann es Erleben. Aber es ist nicht das Gleiche. Und schon gar nicht Dasselbe. Vom geistreichen Himbeergeist-Schlossgespenst gar nicht zu sprechen.

Was ist es denn, was einem Jakob Böhme, dem Erzmystiker unserer Kultur, zu erleben vergönnt war? Geist? Man sollte sein Erleben von seinem Schreiben und Denken darüber wirklich unterscheiden. Seine philosophischen Bücher bringen sein spirituelles Gotteserleben (das Eins-Sein) zum Ausdruck. Aber sie sind doch kein Eins-Sein... Und man stelle sich mal vor! Während Böhme seine Bücher schriebem wurden in der Wirtschaft auf der Ecke geistreiche Anekdoten erzählt, und später schlich Jack the Ripper durch die Gassen, ein Mann eines bestimmten Geisteszustandes...

Darum ging es mir.

Red Bavarian 27.12.2012 | 10:26

>>Wie sprechen vom Geist als etwas Selbstverständliches. Warum?<<

Wie weiter oben schon geschrieben: Weil ein jeder Mensch einen integriert hat. Mein Geist beispielsweise ist mir bewusstseinsmäßig inzwischen selbstverständlich. Und ich meine jetzt nicht, dass ich alles durchschauen täte, was in mir passiert, sondern ich beziehe mich auf meine Einstellung zum menschlichen Geist. Dergestalt hat mich sowohl die aufgeschlossene Wissenschaft (Stichwort: Quarks & Quanten), wie auch antike Philosophien, die den menschlichen Geist in dem Mittelpunkt stellen (wie der Buddhismus), weitergebracht.

>>Weil das Wort Geist als Synonym für das "gefühlte ich" steht? Weil wir unsere "gefühlte Existenz" ohne diesen Begriff nicht denken können?<<

Weil wir lebendig sind und quasi die Urenergie in uns werkelt. Ein Spermium verschmilzt mit einer Eizelle und der neue Mensch wird in Gang gesetzt — und voilà: wir sind da. In unseren Genen sind Jahrmilliarden Entwicklung gespeichert und die Grundlagen, die in uns werkeln, stammen aus der fortlaufenden Dynamik des Urknalls, und wer weiß, welche Interdependenzen noch alles wirken.

>>Geist ist ein Arbeitsbegriff für für die Spiegelung der Welt vor oder in einem "internen Bereich der Anschauung". Vor was? Die Fragen kommen nicht zum Ende. Gott steht am Ende nur als Platzhalter für das Ende der Fragen.<<

Für das Ende der Antworten, denn schon in jungen Jahren habe ich auf die Antwort, dass das Universum von Gott komme, gefragt: Woher kommt dann Gott? Wenn sowohl Gott, wie auch das Jenseits des Urknalls (oder wie auch immer benannt) transzendent sind, dann bleibt sich das gleich. Dann bekommt das Undefinierbare nur verschiedene Arbeitsbegriffe. Einen Zugriff auf das Jenseits des Undefinierbaren haben wir zwar nicht, aber einen Zugriff auf das Wirken dessen im Diesseits. Und daraus können wir zumindest bis zum Ereignishorizont zurückschließen.

 

Red Bavarian 27.12.2012 | 10:45

>>Egal wie weit die Wissenschaft auf dem Weg in die Quantenwelt vordringen wird; sie wird keinen Zugriff auf dieses "Phänomen" bekommen. Sollte "Geist" (als Arbeitsbegriff) ein Produkt (Emergenz) von Komplexität sein, wird es spannend werden, ob "Geist" sich auch unabhängig vom Trägermedium (unserem Körper) künstlich erschaffen lässt. Auch dann wäre das kein Wunder menschlichen Schöpfens, sondern das Verstehen universeller Zustände.<<

Rein spekulativ halte ich es sogar für möglich, dass das Universum irgendwann in der Zukunft von den Intelligenzen, die sich darin entwickelt haben werden, geschaffen werden könnte, damit es in der Vergangenheit da ist. Wobei das Wissen darüber entsprechend in uns latent angelegt worden sein könnte, damit wir nicht vergessen, was zu tun sein wird. Das wäre ein perfekter Kreis der Selbstheit.

>>... Aber in jedem Fall gilt: stirbt oder vergeht der Träger, ist auch der "Geist" nicht mehr verortbar. Alles weitere bleibt Glauben.<<

Ich denke, dass es eine Soheit des Geistes ist, weiterbestehen zu wollen, und er somit alles in Bewegung setzen wird, um das zu erreichen. Wobei die Machbarkeiten gerade dann nicht von der Hand zu weisen sind, wenn man den Geist als etwas dem Universum Entrücktes verneint.

Irgendwie scheint der Mensch Angst zu haben vor seinen eigenen Fähigkeiten, was beispielsweise angesichts der entwickelten ABC-Waffen, mit dem der Mensch sich selber inklusive der ganzen Biosphäre gleich mehrmals vernichten kann, verständlich ist. Die Lösung des Dilemmas liegt darin, Verstand und Ethik (oder anders gesagt: Wissen und Gewissen) bewusstseinsmäßig zu verknüpfen.

Red Bavarian 27.12.2012 | 17:49

Es stimmt schon, dass die Begriffe Geist und Gott ob ihrer Vieldeutigkeit missverständlich sein können, allerdings sind sie genauer besehen als philosophische Fachbegriffe im Singular und ohne Artikel ein bissel eingegrenzt.

Für das, was ich speziell mit Geist meine, habe ich noch nicht wirklich einen Begriff gefunden. Kommunikationsmäßig tun sich mir ähnliche Schwierigkeiten auf wie den Quantenphysikern, die ja extra Begriffe beispielsweise für Quarks geschaffen haben.

 

pleifel 27.12.2012 | 22:36

Soweit war Descartes aber allemal, der sich mit: "ich denke, also bin ich" auf seine Weise ein Fundament setzen wollte. Er kannte noch nicht die Strukturen der Materie. Genauer: die Konzepte, die sich die Wissenschaft über die Natur heute geschaffen hat.

Was heißt hier: "..an der Wurzel ansetzen?".
Wird ein Mensch nicht in menschlicher Gemeinschaft aufgezogen, verbleibt er in einem primitiven Zustand, wenn er nicht sogar frühzeitig stirbt. Geist muss insofern ausgebildet werden, da offensichtlich ein Entwicklungsprozess dazu gehört. Geist ist dann kein statisches Subjekt, sondern eher ein "dynamischer Prozess" mit Reflexionsfähigkeiten, das nur über die Verbindung zur "Welt" existieren kann.

Geist zu erkennen, sozusagen von "Innen" zu beschauen, erscheint mir ähnlich dem Münchausener Dilemma. Denn gleich auf welcher Stufe der Selbstbetrachtung auch immer (Reflexionsebene), verbleibt immer der Part des Beobachters (des Denkens).
Sollte es aber eine andere Form der Erkennung (Anschauung) von "Geist" geben, dann lässt es sich nicht mehr in wissenschaftlicher Weise ausdrücken. Es spielt dabei keine Rolle, wie immer man an die Sache herangeht. Insoweit würde ich von einem Kategorienfehler sprechen, wenn man die Bereiche vermischt.
Auf welcher Ebene soll denn über "Geist" gesprochen werden, philosophisch, religiös, soziologisch (kollektiv gesehen), psychologisch (Individuum), biologisch, chemisch oder metaphysisch (es gibt sicher noch mehr).
Das Problem ist doch: "Mit welchem Weltbild bin ich in dem Thema? Auf welche gemeinsame Basis kann man sich beziehen (erarbeiten)? Wie ist der Wissensstand der Beteiligten usw.

Mit Spekulationen kommen wir nicht weiter, obwohl es sicher anregend ist. Ich glaube auch nicht, dass ein Blog dazu das geignete Forum ist.

Konfuzikuntz 28.12.2012 | 00:47

Ja, mit dem Wort "Gott" ist es auch so. Am besten vergisst man alle Worte, Bedeutungen, Definitionen - und Grenzsetzungen. Was mich ein wenig wundert in diesem Zusammen, ist dass Sie hier in dem Beitrag ein Stück weit der Versuchung nachzugeben scheinen, sich Fragen der Metaphysik mit den Mitteln der Astrophysik zu nähern...

Ob das Grenzenlos auf den in ihm stattfindenen Versuch antworten wird, es zu begrenzen ;) 

 

(Guten Rutsch!)

Red Bavarian 28.12.2012 | 01:45

>>Ja, mit dem Wort "Gott" ist es auch so.<<

Um die religiösen Konzepte Gott und Seele geht es mir in meinem Artikel nicht wirklich, sondern die wissenschaftlichen und philosophischen Konzepte Universum und Geist oder Noũs.

Auch der Buddhismus arbeitet nicht mit den ersteren Begriffen, sondern mit den zweiteren (analog begriffsbildend in den Sprachen Sanskrit, Pali, Chinesisch, Tibetisch, Japanisch).

 

>>Am besten vergisst man alle Worte, Bedeutungen, Definitionen - und Grenzsetzungen.<<

Ja, für sich selber. Allerdings gilt es auch, Erlebnisse und Erfahrungen von Mensch zu Mensch über Individuen bis Soziokulturen zu kommunizieren.

 

>>Was mich ein wenig wundert in diesem Zusammen, ist dass Sie hier in dem Beitrag ein Stück weit der Versuchung nachzugeben scheinen, sich Fragen der Metaphysik mit den Mitteln der Astrophysik zu nähern...<<

Mir erscheint es so, dass sich die heutige Wissenschaft, ob sie nun ins Größte wie die Astrophysik, oder ins Kleinste wie die Quantenphysik, oder ins Tiefste wie die Kognitionswissenschaft schaut, im Vergleich zur klassischen Wissenschaft in die Metaphysik eindringt.

Und der in der Antike entwickelte Buddhismus im Kern ist im Vergleich zu den uns bekannten Religionen recht wissenschaftlich.

Diese Konvergenz fällt längst nicht nur mir auf. Nur wird die Kommunikation hierzulande dadurch erschwert, dass nur relativ wenige Leute beides Genannte kennen.

Andererseits herrscht hierzulande offensichtlich immer noch der klassische Wettbewerb Religion gegen Wissenschaft, oder inzwischen auch die Vereinnahmung der Wissenschaft durch die Religion, wie beispielsweise der Kreationismus oder der Religionsmedizismus (ich möchte es hier nicht explizit benennen).

 

Red Bavarian 28.12.2012 | 08:59

>>Soweit war Descartes aber allemal, der sich mit: "ich denke, also bin ich" auf seine Weise ein Fundament setzen wollte. Er kannte noch nicht die Strukturen der Materie. Genauer: die Konzepte, die sich die Wissenschaft über die Natur heute geschaffen hat.<<

Ja, deswegen sind wir heute mit den ganzen Ergebnissen der Wissenschaft als Hilfen besser dran, was ja beispielsweise in der Kognitionsforschung angewendet wird, indem man bereichsübergreifend zusammenarbeitet, um gegenseitig voneinander zu lernen.

>>Was heißt hier: "..an der Wurzel ansetzen?". Wird ein Mensch ... Geist ist dann kein statisches Subjekt, sondern eher ein "dynamischer Prozess" mit Reflexionsfähigkeiten, das nur über die Verbindung zur "Welt" existieren kann.<<

Ja, darum geht es mir unter anderem. Nur gebe ich zu bedenken, dass eine Philosophie oder Wissenschaft, die nur innerhalb des bestehenden Systems arbeitet, Mankos aufweist. An der Wurzel ansetzend heißt konkret für unseren Kulturkreis, über die Einengungen des materialistischen und kapitalistischen Systems hinauszudenken und folglich hinauszuhandeln.

>>Geist zu erkennen, sozusagen von "Innen" zu beschauen, erscheint mir ähnlich dem Münchausener Dilemma. ... Insoweit würde ich von einem Kategorienfehler sprechen, wenn man die Bereiche vermischt.<<

Aus diesem Dilemma herauszukommen und die bestehenden Dualismen aufzulösen, darum geht es mir. Darum geht es auch beispielsweise im Buddhismus seit über zweitausend Jahren. Die fernöstlichen Philosophien sind nicht zu unterschätzen und sie werden zunehmend anerkannt und mit einbezogen, wie beispielsweise Achtsamkeit und Meditation in die aufgeschlossene Psychologie erweitern. Im Allgemeineren geht es um ganzheitliches bzw. vernetztes Denken.

>>Auf welcher Ebene soll denn über "Geist" gesprochen werden, philosophisch, religiös, soziologisch (kollektiv gesehen), psychologisch (Individuum), biologisch, chemisch oder metaphysisch (es gibt sicher noch mehr).<<

Ganzheitlich auf allen Ebenen. Anders ausgedrückt: Ein Und statt ein Entweder-Oder.

>>Das Problem ist doch: "Mit welchem Weltbild bin ich in dem Thema? Auf welche gemeinsame Basis kann man sich beziehen (erarbeiten)? Wie ist der Wissensstand der Beteiligten usw.<<

Mit einem dem gewohnten System übergeordneten Weltbild im Sinne der Aufklärung. Was mich als alternativ-emanzipatorisch Eingestellter im 21. Jahrhundert inzwischen massiv enttäuscht: dass es wieder rückwärts geht im Sinne des Reaktionären. Es ist wie ein Gummiband: wenn man nicht fortlaufend daran zieht, dann schnalzt es zurück.

drhwenk 04.01.2013 | 12:28

Es erstaunt mich immer wieder, dass bei solchen Ost/West grundphilosophischen Fragen  die wirklich zuständige DEabtren aus der Zewitr seddrer "Großemn SystemE", dem "Zeitlate der Metaphysik" (Ontologie, Lreub-Seele-Problem, Trennung der The0olgie von der Bevormundung durchg die Relifgion/Theologie), zu Descartes, Spinoza, Leibniz, Newtons Zeit  einfach ausgelassen wird. Passend zum Artikel wär da Wetlrsenms eWerl. The Sage and the WAy, in dem derd der  Buddjhsismsu und dr spinzsiomus auf akamdischen höchsaten Niveau innander anylisiert/sytehsiert/didfferenziert und dargestellt wird. Spinoza oder die Metapyhsik des 17, jahrhudrrts wird viel mehr ainfach "vorausgesetzt", ohne was zu sagen, auch von Kant etc, auch dem Empirismus, als der phslsopshsic nichht extrewm versiete angsichts der "vormodern" versuchten TOTSCHLÄGE  auch nur ahen kann. Di Mathematik, die da auc ncih gamcht wirde, gilt immer noch ien par begründugne wurdne nachgeschoben, das ist alles. Tatasächlich vertten Spinoza und Newton auch eine "Quamntentheorpie" des Lichts, verschiedene, kompatible.  Die meisten Krtiker bezweifen die Möglichkeit von Wahrheut übergauopt.  Und guten Empfang im TV?? Wer so kpmplexe Technik so souverän und soag missbrüchlich, vesvcahlwegem dreist lügnerisch,   bis in ale Einzeelheiten herstelllen kan, muss viel Wahrjeotmne anghäuft haben, sehr viel. Ja, es ist viel Wiissen zur Beherrschung det vielen Zuschaueer dabei. Jetzt wissem sie, welche Lektüre man sich sparen kann. und sollte. Ein Milaqrdenheer von "Hans im Glück"lernInnen...

drhwenk 04.01.2013 | 13:26

Es gibt nur ein paar "Grundvarainten" über die Letzgrundbegriffe, wie Raum, Kraft und DEnken/Psyche/Geist zu denken, und die sind in Osrten, spezeil in der indsucen Phsiksophei udnd imbesagten !7. Metpsyhsuk Jahrhundert fasr alle galeihrtoig gefudnen woren. Die "Attribute Lehre von Spinza: Physik und Psyche sind kausal unabahängig, aber in zueonder isospmporph, also ein "Physik des Geistes"  mit der "Physik" diekrt unzertrennlich gleich. verkettet und georcdnet,  verbunden, hat sichg, IN aseen wie hier, als dir mit Abstand beste Läsung ud auch,s enst im Gehrin EEG praktitizierte, herausgeetellt.    Spinboza hat auch ein genaile ratioanel Psybholsgeu mitgeliefert, die ungehreien Vorteil hat, unnsere Gepühsdsbegriffe, zu defieneren und zu erklären. Die Neurlogen und Psycholgen wisse da eher weniger als mehr, weil sie sich mit gegseoeteg n Krtiken, zum Teil interssrmegesrteirt, alles gegenseitig streitg machen. Die höher Mathemtik ist nur da edcht anerkannt, wo skie workclh anbsolut nur dem Spezialsisten verständlich ist udn technsich anwegendet wurde. 

Der Vorteil ein wirkiche "Ganze", mit den andern Iddden komaptoble THeorue zur Eklrüng z haben die auch die eda seiehen ERleben miterklärt, vom Lust(Schmertzürinziph ausgehend, ist ungheier. Die Neurologen venden Spinoza implizt bei ihre Messungen.

Dsa ist im Gruimde dem BUddhsimsu nährer, da snsur syVersatbdes oder worclk selbsgtgedachte Theorien wirkliche "Befreunng" brimgen. Daherist ewder anschlus an die hirer gekltenbden öffentlcihen Dislkurs extrem wichtig - was mit Orgszalbuddissthcen Theroen  erheblcih schwieriger ist. die zudem auch eien satreken "philosophiepoltischem, Schikcsal" unterlegen waren. 

Man sucht tatrscägclih uin der Forschuung im Quantrenfeld nach dem "Mecbismus" für das psychischen Gedächntnis - rein der Psyche mit phxsdukslschem Substrat.