Jutta Ditfurth
28.04.2011 | 08:00 44

Adel vernichtet

Standesdünkel Auch wenn sie es bestreiten: Aristokraten fühlen sich anderen überlegen. Zu solchen Leuten wollte ich nicht gehören - und erlebte, was "adlige Werte" in Wahrheit bedeuten

Es war im Jahr 1981, als mich die beiden CDU-Abgeordneten Alexandra Prinzessin von Hannover und Helga Gräfin Haller von Hallerstein am Rand einer Parlamentssitzung zur Seite nahmen. Ihre Gesichter waren streng, ihr Ton pikiert, ihre Worte voller Dünkel. Sie warfen mir vor, die „Standesregeln“ sowie die „Ehre“ meiner Familie zu verletzen. Ich war für die Grünen in den Frankfurter Römer gewählt worden und glaubte mich zurückversetzt in den Adelsverband und das Internat.

Ende der Siebziger hatte ich das „von“ aus meinem Namen gestrichen und bestand nun auch im Frankfurter Rathaus auf der veränderten Anrede. Damit hatten die beiden Frauen aus vom Adel-und-Banken-Flügel der CDU-Fraktion Probleme. Sie empfahlen mir allen Ernstes, meinen Namen ganz abzulegen, damit ich dem „Stand“ und meiner „Familie“ nicht weiter Unehre zufügte.

Des deutschen Adels Erbfeind waren stets das republikanische Frankreich, die Russische Revolution sowie die niedergeworfene deutsche Novemberrevolution – allesamt „jüdisch-bolschewistische“ Verschwörungen „Fremdrassiger“. Eine Bedrohung der ökonomischen Interessen und der Privilegien des Adelsstandes. Der alte Adel hat in seiner tausend Jahre dauernden Geschichte vorzugsweise inneradlig geheiratet. Es ist die Ausnahme, wenn zwei der heute etwa 80.000 bis 120.000 „Adligen“ nicht miteinander verwandt sind. Die „Familie“ – gemeint ist stets der adlige Großverband und nicht die bürgerliche Kleinfamilie –, die es von „Bolschewisten“ und „Fremdrassigen“ reinzuhalten gilt, ist also immer auch die eigene. Das verbarg sich hinter dem Geplapper der beiden Damen, auch wenn es ihnen selbst verborgen blieb.

Lauter seltsame Einzelfälle

Was ich seit 1990 beobachte, halten manche Linke immer noch für skurrile Einzelfälle. Aber sie sollten sich umschauen: Berliner Reaktionäre diskutieren über ein neues Schloss. Linke schicken ihre Kinder in Privatschulen. Frankfurts Oberschicht baut sich im Bündnis mit Geschäftstüchtigen und wild gewordenen KleinbürgerInnen eine nagelneue Altstadt samt Rekonstruktion des alten Krönungswegs! Das soll diejenigen beruhigen, denen längst angesichts der sozialen und ökologischen Verrohung ihrer Stadt mulmig geworden ist.

Einige meinen, die Begeisterung für den Adel sei nichts als ein Medienhype, der dadurch gefüttert wird, dass viele Menschen sich nach Führungsfiguren sehnten, die über dem parteitaktischen Tagesgeschäft zu schweben scheinen. Ja, hinter der Schwärmerei für den adligen Zinnober verberge sich gar die Suche nach positiven Werten. Aber wozu suchen und warum ausgerechnet dort? Solidarität, soziale Gleichheit, Emanzipation – diese Werte liegen doch offen da. Dass sie nicht gewählt werden, ist eine Sache von Interesse und Entscheidung. Wahrscheinlich liegt es auch am autoritären Denken und am deutschen Untertanengeist, der immer auch die Bereitschaft einschließt, sich und andere zu unterwerfen – unter eine traditionsreichere Obrigkeit. Wilhelm Zwo statt Westerwelle, Guttenberg statt Rösler.

Und um welche positiven Werte handelt es sich? Seit Jahren biete ich vergeblich eine Wette an: dass es in der Geschichte keinen einzigen Fall einer Nobilitierung gab, der eine humanistische Prüfung überstünde. Immer war die Erhebung in den Adelsstand der Dank eines Herrschenden für Raub, Mord, Niedertracht oder zumindest für effizientes Hofschranzentum. 200 Jahre nachdem meine Vorfahren in Pommern Slawen und Sorben „missionierten“, schien es dem durch Kriege, Kreuzzüge und Wegelagerei reich gewordenen Adel im 14. und 15. Jahrhundert angesichts blühender Städte und eines durch Handel wohlhabenden Bürgertums angeraten, die Bauern noch mehr auszupressen. Sie raubten ihnen Freiheit, Land und die Früchte ihrer Arbeit.

Die Bauern erhoben sich im 16. Jahrhundert gegen ihre Peiniger, um am Ende massakriert zu werden. Die Überlebenden erlitten die Leibeigenschaft erneut, vormals freie Bauern wurden „gelegt“, enteignet und versklavt, ihre Frondienste in neue Dimensionen gesteigert. Auf dem Land herrschten Patrimonialgerichtsbarkeit, Stock und Peitsche regierten. Erst drei französische Revolutionen – 1798, 1830, 1848 – und eine unvollendete deutsche – 1848 – brachen in die deutschen Zwangs- und Gewaltverhältnisse ein. Mein Urgroßonkel Börries Freiherr von Münchhausen schrieb 1924 im Deutschen Adelsblatt: „Wenn Adel einen Sinn und Wert haben soll […] so kann es nur dies sein: Menschenzüchtung.“ Durch jüdische Ahnen „rassisch verunreinigten“ adligen Familien empfahl er die Ablegung des Adeltstitels. Als ich 2003 der sächsischen Stadt Kohren-Sahlis empfahl, den Antisemiten Münchhausen nicht zu ehren, beschimpfte man mich als „Nestbeschmutzerin“, die nicht legitimiert sei, „an Land und Leuten Rufmord“ zu begehen. Die Nachfahren der massakrierten Bauern haben kein Bewusstsein ihrer Herkunft mehr, der Adel aber kennt seine genau – die wirkliche und ihre Mystifikation.

Nützliche Märchen

Einer der erfolgreichsten Mythen ist der vom adligen Widerstand gegen die Nazis. Dabei war die Zahl der Adligen, die die Juden nicht verabscheuten und die Weimarer Republik nicht auf den Scheiterhaufen wünschten in Wahrheit winzig. Marion Gräfin Dönhoff war die einflussreichste Märchentante des 20. Juli und außerordentlich nützlich. Als die bürgerliche Feministin Alice Schwarzer ihr eine untertänige Biografie widmete, war das Projekt abgeschlossen – Emanzipation auf deutsch.

Der Adel ist eine Kaste, die glaubt, sie sei durch Geburt und Tradition anderen Menschen überlegen – auch wenn ihre Angehörigen dies in der bürgerlichen (!) Öffentlichkeit bestreiten. Die Einbildungen über den Adel taugen – vermehrt seit 1990, als wieder Bauernland in adlige Erbenhand geriet – bürgerlichen Eliten als Quelle der Distinktion. Sie schicken ihre Kinder in Etikettekurse und Privatschulen, auf dass sie sich nicht mit dem „Pöbel“ gemein machen. Dort geht es nicht um Solidarität, soziale Gleichheit, Emanzipation, sondern um Beziehungen, Netzwerke und soziale Abgrenzung. Genau darin liegt heute der Nutzwert des „Adels“ für das sozial verrohende Bürgertum. Die Erziehung zu „adligen Werten“ ist immer eine, die mit Elitedenken, sozialer Ignoranz, Blut und Rassismus verbunden ist. Es gibt sie nicht anders.

Kommentare (44)

Wolfram Heinrich 28.04.2011 | 11:27

Alte Adelsgeschlechter, ob es sich nun um Geld- oder Adel-Adel handelt, sehen gerne auf die sog. Parvenüs, die Emporkömmlinge herab. Beim Geldadel, also dem bürgerlichen Adel ist das etwas verwunderlich, lautet doch die bürgerliche Weisheit seit alters, daß dem Tüchtigen die Welt gehöre. Eigentlich müßte man also heute demjenigen, der von unten nach oben gestiegen ist, mehr Respekt zollen als demjenigen, der sich für seinen Reichtum nur die Mühe machen mußte, geboren zu werden.
Wie auch immer: Alte Adelsgeschlechter sind stolz auf ihre Vorfahren, sie verehren sie und sie verehren natürlich vor allem den ruhmreichen Gründer des ruhmreichen Geschlechtes derer von Weißnichtwer. Zwei Minuten mäßig angestrengten Nachdenkens genügen für die Erkenntnis, daß dieser Gründer des Adelsgeschlechtes, wie weit immer man ihn in der Geschichte zurückverfolgen kann, ein Parvenü gewesen sein muß . Er nämlich kann ja noch nicht aus einem alten Adelsgeschlecht gestammt haben, ansonsten er ja nicht der Gründer eines solchen gewesen sein könnte. Der Urururopa Vorfahr muß also vor der Gründung des Geschlechtes irgendein kleiner Mann gewesen sein, der sich dann hochgearbeitet, bzw. hochgemetzelt hat.
Diese simple Logik ist vielleicht der Grund, warum sich viele ganz alte Adelsgeschlechter gerne mythische Vorfahren erfunden haben, die oft bis zu den Göttern selbst zurückreichen. Ersatzweise (besser als nix) tun's dann auch die Trojaner. Obwohl man sich auch bei denen natürlich fragen muß, was denn der trojanische Urahn war, bevor er zum Urahn wurde.

Ullrich Läntzsch 28.04.2011 | 12:13

Danke! - noch bevor ich heute auf die Straße gehe und es kaum vermeinden werde können, mich der geballte Ladung reaktionärer Blödheit öffentlicher Speichelleckerei zu entziehen - konnte ich hier Worte der Vernunft lesen.

Wie debil muß man schon sein um - es werden ja wohl einige tun - sich den Event auch noch im Fernsehen anzutun.

Die Großmutter des dämlichen Knaben ist im Übrigen eine Massenmörderin!

Komfortabel am Schreibtisch sitzend unterzeichente sie Todesurteil für Todesurteil. Es lag in ihrer Hand. Sie ist um keinen Deut besser, als die Ärzte, die die Selektion in Auschwitz betrieben.

Adel kommt von edel - mir kommt das Kotzen.

Daher mit Freuden, auf facebook gepostet, getwittert und mit 5 Sternen bewertet.

Ullrich Läntzsch 28.04.2011 | 14:43

So sorry, war zu schnell – ist ja erst morgen … war zu schnell und achtete mit leerem Magen zuwenig auf die Sprache – also noch mal:
Danke! - noch bevor ich heute und – oh, Graus - morgen auf die Straße gehe, wo ich es kaum vermeiden kann, mich der geballten Ladung reaktionärer Blödheit und öffentlicher Speichelleckerei zu entziehen - konnte ich hier Worte der Vernunft lesen.

Wie debil muß man sein um - es werden ihrer ja wohl ein paar sein -, die sich den Raub ihrer Zeit durch die TV-Übertragung des NICHT-Events auch noch goutieren.

And not by the way - die Großmutter des dämlichen Knaben ist eine Massenmörderin!

Komfortabel am Schreibtisch sitzend unterzeichnete sie Todesurteil für Todesurteil. Es lag in ihrer Hand. Sie ist um keinen Deut besser, als die Ärzte, die die Selektion in Auschwitz betrieben.

Adel kommt von edel - mir kommt das Kotzen.

Daher mit Freuden, auf facebook gepostet, getwittert und mit 5 Sternen bewertet.

PS

Glaubt irgend jemand, das Jüngelchen, dereinst auf dem Throne angekommen würde im Fall der Wiedereinführung der Todesstrafe, auch nur ein einziges Todesurteil nicht unterzeichnen?

Wolfram Heinrich 28.04.2011 | 18:57

@Ullrich Läntzsch
Danke! - noch bevor ich heute auf die Straße gehe und es kaum vermeinden werde können, mich der geballte Ladung reaktionärer Blödheit öffentlicher Speichelleckerei zu entziehen - konnte ich hier Worte der Vernunft lesen.

Ach? Ist heute die Hochzeit des Thronfolger-Thronfolgers? Hier draußen in Neustift hält sich die Aufregung darüber in Grenzen, noch nicht mal mein Hund bellt häufiger als sonst.

Die Großmutter des dämlichen Knaben ist im Übrigen eine Massenmörderin!

Komfortabel am Schreibtisch sitzend unterzeichente sie Todesurteil für Todesurteil. Es lag in ihrer Hand. Sie ist um keinen Deut besser, als die Ärzte, die die Selektion in Auschwitz betrieben.

Mit Auschwitz-Vergleichen solltest du sehr sorgfältig und sehr, sehr sparsam umgehen. "Auschwitz" ist nicht mit einem Todesurteil oder zehn oder hundert zu vergleichen.

Daher mit Freuden, auf facebook gepostet, getwittert und mit 5 Sternen bewertet.

Man dankt. Meine Anmerkungen sind übrigens Ausfluß einer Auto-Guttenbergerei, sie stammen von hier: derfranzehatgsagt.blogspot.com/2008/12/parvens.html.
Weiteres zum Thema Adel findest du hier: derfranzehatgsagt.blogspot.com/2008/09/sind-knige-mrder.html.

Ciao
Wolfram

h.yuren 29.04.2011 | 00:28

was für eine große erholung im freitag, nach der längeren story über den adel deine um klassen (davon ist hier ja zu recht öfters die rede) bessere zu lesen, liebe jutta.
und dank für dein beispiel, den zopf des adelstitels abgelegt zu haben. das erinnert mich an condorcet, der auf seinen erbadeligen namen ebenfalls verzichtete im sinne der französischen revolution.
ich sehe übrigens eine interessante parallele in deiner arbeit und biografie: als adelstochter findest du die einzig richtigen worte über die kaste, die du verlassen hast, und als urgrüne findest du gründe zu hauf, die grünen zurechtzuweisen. das soll dir mal jemand nachmachen.

Uwe Kampmann 29.04.2011 | 04:46

Mein Problem ist, ich weiß nicht was ich anziehen soll wenn Kate und Williams Hochzeit im Fernsehen übertragen wird. Ich fühle mich von den Medien im Stich gelassen. Ich fordere Zuschauervorbereitungssendungen, nicht nur um richtig gekleidet zu sein sondern auch damit meine Mama den Hofknicks vor dem TV Gerät richtig machen kann. Sollen wir die Blumen aus dem Fenster werfen - oder wie ? Kann man die Hochzeit wiederholen falls wir irgend etwas falsch machen ? Am liebsten wäre es mir, Prince Harry kommt besoffen zur Feier, dann könnte ich richtig mitfeiern.
Ich bin 11 Jahre alt und brauche mehr Lebenshilfe als das, was meine Familie mir beibringen kann. Ja, jetzt merkt jeder das Fernsehen nicht dumm macht, den größten Quatsch kriegt man nämlich von den Eltern und Lehrern beigebracht und die Pfarrer sind auch nicht besser. Die Frau Ditfurth glaubt, sie weiß alles aber das die Pferde vor der Hochzeitskutsche Fury und Rin TinTin heißen weiß sie nicht, weil sie das nicht im Fernsehen gesehen hat.

Streifzug 29.04.2011 | 10:59

Jutta Ditfurth,

klare Kante. Selten und gut.

Adel dichtet (sich die Verhältnisse zusammen) und vernichtet (alles, was dem entgegensteht).

Eine Frage bleibt. Woran liegt es? Denn, Sie als, wenn auch ehemalige, Angehörige des Adelsstandes, positionieren sich nicht nur kritischzu den Gegebenheiten, nein, Sie leben auch entsprechend. Weiterhin befinden sich unter den Reformern der Geschichte durchaus Einsprengsel ausgestiegener Oberschichtsangehöriger.

Was hindert andere Adelige an so einem Schritt? Fehlender Mut? Gruppenzwang? Adelige Nomenklatura? Wird das adelige Zusammenkleben durch Exklusivität überkompensiert?

Sich “ein Herz fassen“und den Sprung wagen möchte man manchen zurufen. (Wohin lautet dann die Frage. Die Alternativen sind nicht unbedingt rosig oder gar humaner.)

Arno J. Mayer beschreibt in “Adelsmacht und Bürgertum“ wie zielgerichtet sich das (Groß)Bürgertum am Adel orientierte und es hofierte. Dieser Drang scheint unverwüstlich. Hätte Joschka Fischer sich nicht längst ein von redlich verdient?

Würde man in einer Aktion, einem Haircut, wie es momentan so schön in Europa heißt, Adel abschaffen, fänden wir kurz darauf bestimmt Bdel und Cdel. Das steckt wohl in jedem Dödel :)

Baphomed 29.04.2011 | 13:28

Sehr Geehrte Frau Ditfuhrt,

seien sie Bedank ob Ihrer amüsierlichen Zeilen am Morgen. Diese Strukturen sind nicht zur erbaulichen Bereicherung des Geistes sondern eine Reale Bedrohung der Demokratien Europas. Eine dieser Haupt Bemühungen ist es in einem Ersten schritt Europa zu einer Meritokratie zu machen, wobei hier Leistung vor allem ein Geburtsrecht darstellt. Wie stark der Einfluss dieser Adelsgruppierungen heute schon ist läst sich an nur einem schnellen Beispiel aufzeigen. Die IID vorab die Links:

www.stefan-niggemeier.de/blog/phoenix-und-die-kinderporno-expertin/
www.tauss-gezwitscher.de/?p=1631

Hie sehen wir ein sehr Kleines Herzstück dieses Desasters selbsternannter Eliten. Ein Häuflein Bruder/Schwestern zieht in einen Kampf bis hin nach Europa. Doch unsere Gewählten Volksvertreter werden doch wohl nicht einem Kleinen und wenig tätigen Verein Glauben schenken? Sie werden die Alten und Gutvernetzten Kinderhilfswerke einladen? Nein das werden sie nicht es wird eingeladen die Selbsternannte Elite und sie Findet gehör. Ein neues Gesetz muss her. Die Internet Zensur natürlich nur für die Bösen Kinderschänder! Hier Klingt wieder der Satz im Ohr niemals wir es eine Maut für PKWs auf Deutschen Strassen geben nur die Bösen Transit LKW sollen die Schäden an Deutschen Autobahnen Bezahlen( Tollcolect auch Lohnt es sich nachzuschauen welche Adelsseilschaft hier die Fäden gezogen hat)
Jeder heute immer noch der Meinung ist solch einem Verein Geld zu spenden sollte sich Klar machen das fast der Komplette Etat für Spenden Galas und Festivitäten verbraucht wird um Adelsseilschaften zu Pflegen und zu hegen. Auch um auf der Ebene Europas die Politik durch die Besetzung von Berater und Einflüsterer Posten zu bestimmen. Auch in Deutschland gehen wir Konsequent diesen weg hin zu einer vom Adel beherrschten Meritokratie mit Demokratischem anstrich. Aktuell die Ethikkommission. Nirgends im Grundgesetz wird eine solche vom Deutschen Volke legitimiert über uns und für uns zu Denken. Es gibt einen Wissenschaftlichen Dienst den Jeder Bundestagsabgeordnete Beauftragen kann um seine Ausschuss Arbeit zu erledigen. So war die Demokratie Gedacht! Betrachten wirt zuletzt was diese Kommissionen Fachkundiger Berater zustande gebracht haben. Einmal war ein Herr Riester der Kommissions- Leiter ein Anderes mal ein Herr Hartz. Dies sollte uns schon mahnen Warnen was uns dieses LexAtomTöpfer bringen wird.

In diesem Sinne

Baphomed

P.S.: An die Redaktion es wäre schön wen die Registrierung Blinden Barrierefrei wäre unter 700.000 Blinden gibt es auch Menschen die dieser Comunity Teilhaftig werden wollen.

KalleWirsch 29.04.2011 | 14:42

Es immer wieder interessant, wie der Antisemitismus des deutschen Adels verdrängt wird.
Mein Großvater, zwar nicht adelig, aber glühender Monarchist. Bis zu seinem Verscheiden in den 80ern, nannte er Leute, die er nicht mochte, stets Judenlümmel. Ohne Unrechtsbewusstsein, oder sich auch nur einmal dafür zu entschuldigen.
Es war nicht der Antisemitismus der Nationalsozialisten, der dem deutschen Adel aufstieß. Sie empfanden sein Wirken lediglich als unerträglich proletenhaft. Was für ein Zynismus, sich über prolliges Verhalten aufzuregen, während Millionen Menschen umgebracht werden.

OFF TOPIC
Liebe Jutta Ditfurth,
ich möchte unbedingt die Gelegenheit nutzen und Ihnen für Ihr Buch Atom, Krieg, Armut zu danken. Zwar finde ich, dass Sie durch die eine oder andere Polemik Ihre vorangegangene glasklare, wie scharfe Argumentation schwächen, aber das tut dem Buch keinen Abbruch durch Ihre glänzend belegte Recherchearbeit. Das stringente "Josef Fischer" hat mich sehr amüsiert.
Auch ein Danke für das Nachhaken bei Stahlgewittern von Herrn Geis. Wem fällt das heute noch auf.

Onkel Wanja 29.04.2011 | 14:57

Dieser Artikel ging mir runter wie Öl! Finde Frau Ditfurth sollte überhaupt mehr für den FREITAG schreiben, ich hoffe mal das Zeilengeld ist bei F. nicht gar zu schlecht.....Danke für den Beitrag.

Hier noch meine Lieblingsballade, auch von einem, der seinen eigenen Stand recht gut einschätzte:

"Der Teufel in der Not"
Detlev von Liliencron

Ein Ritter aus dem Stegreifbund,
Der emsig seine Bauern schund,
Der mußte was erleben.
Wie das so kam und wie's geschah,
Erzählte mir die Großmama,
Und die kann Märchen weben.

Der Ritter hatte einen Wald,
Von süßem Vogelgesang durchschallt,
Drin standen viele Eichen.
Die eine, umfangreich wie nie,
Sechs Männer kaum umspannten sie,
Fand nirgends ihresgleichen.

Einst sprach der Junker voller Hohn
Zu einem Kätner: Komm, mein Sohn,
Begleit mich in den Hagen.
Siehst du die alte Eiche hier?
Die fällst du in zwei Stunden mir,
Sonst soll der Block dich plagen.

Der Bauer winselt und beschwört
Vor seinem Herrn, von Angst betört,
Das könn er niemals zwingen.
Doch der sagt weiter ihm kein Wort,
Dreht ihm den Rücken und geht fort:
Es wird ihm schon gelingen.

Da steht der Ärmste nun allein.
Wer steht vermummt im Sonnenschein?
Ist's einer von den Seinen?
Du alter Knecht, was willst du hier?
Den Baum zu schlagen helf ich dir,
Gehöre zu den Deinen.

Ein Glanz wie Blitz, die Eiche schwankt,
Die Krone kracht, die Wurzel wankt,
Nun liegt sie starr im Staube.
Ein Wagen kommt, drei Rappen vor:
Jetzt fahren wir durchs Gartentor
Dem Grafen vor die Laube.

Die Klepper keuchen durch den Kot,
Die Peitsche knallt, die Peitsche droht,
Die Peitschenhiebe sitzen.
Und unbarmherzig trifft im Hag
Wie Hagelwetter Schlag auf Schlag,
Die magern Gäule schwitzen.

Die Zügel hält der alte Knecht
In seiner Linken fahrgerecht,
Die Peitschenhiebe sausen.
Aus seinen Fingern, fort im Trott,
Spritzt Funk auf Funke, straf mich Gott,
Den Kätner packt das Grausen.

Der Graf, als er den Zug gewahrt,
Fährt sich verdutzt durch Haar und Bart:
Das ist ja meine Eiche!
Heda, wer ist der andre Mann?
Woher die Pferde, das Gespann?
Was sind mir das für Streiche?

Da schnarrt der alte Fuhrmann plump:
Du Leuteschinder, Lauselump,
Sieh dir mal an die Kracken:
Dein Vater, Großvater sind zwei,
Dein Urgroßvater, das macht drei,
Die kannten auch das Placken.

Ich bin der Teufel, schäbiger Schuft,
Der gern dich in die Hölle ruft,
Da sollst du nicht verfrieren.
Nimm dich in acht, du Hundesohn,
Und denk an mich und meinen Thron,
Sonst fahr ich bald mit Vieren!

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cato_old 29.04.2011 | 15:19

Liebe Frau Ditfurth,

ein sehr lesenswerter Artikel. Es wird immer noch unterschätzt wieviel Vermögen der deutsche Adel noch aus dem dritten Reich hinüberretten konnte. Was viele auch nicht wissen ist, dass etwa auch die Guttenbergs steinreich sind und ein Vermögen im dreistelligen Millionenbereich besitzen. Komischerweise fühlen sich vor allem vermögende "Großbürger" von der Anziehungskraft des Adels angezogen und freuen sich untertänigst, wenn sie mal eine Einladung zur Taufe oder Hochzeit bekommen. Dafür hagelt dann schon mal fette Aufträge für den adeligen Gastgeber, für diverse "Beratungsdienstleistungen", während der gleiche "Großbürger" im eigenen Unternehmen einen knallharten Sanierungskurs fährt. Das ist wohl noch ein Reflex aus dem Kaiserreich.

Man muss es aber auch vielen Adeligen lassen: Viele sind interessanterweise nicht sondernlich gebildet, aber sie verstehen es sich in Szene zu setzen und zu blenden.

Wenn Sie als Baronin/Gräfin oder sonstwas eine linke Partei hätten und immer schon in der Gala, Bunte auftreten, immer mit teurem Kostüm, eleganter Tasche und so...sie hätten morgen auch 20% der Wähler alleine nur deswegen! Wahrscheinlich würde sogar die Industrie untertänigst spenden.

Wolfram Heinrich 29.04.2011 | 16:54

@Maria Jacobi
"Immer war die Erhebung in den Adelsstand der Dank eines Herrschenden für Raub, Mord, Niedertracht oder zumindest für effizientes Hofschranzentum."

Friedrich VON Schiller: wurde er für Raub, Mord, Niedertracht oder Hofschranzentum geadelt? Der Autor sollte erst sein Gehirn einschalten und dann schreiben!

Heinrich Heine ist seinerzeit nur knapp an einem solchen Adelstitel vorbeigeschrammt. Im Alter von dreißig Jahren hatte er sich Hoffnung gemacht, in München eine Stelle als Außerordentlicher Professor für Literatur zu bekommen.
Heine war an dieser Anstellung sehr viel gelegen. Er - damals 30 Jahre alt - suchte mit großem Eifer ein festes Einkommen und einen Ort, an dem er sich dauerhaft niederlassen könnte. Um dies Ziel zu erreichen, war er sogar bereit (wie er später unumwunden einräumte), Zunge und Feder im Zaum zu halten. Der Innenminister Eduard von Schenk, wie Heine aus Düsseldorf stammend, wie Heine ein Dichter (allerdings von angeblich sehr zweifelhafter Qualität), setzte sich für Heine bei König Ludwig I. ein. So schrieb er in einem Brief vom 28. 7. 1828:
"Ich nehme mir die ehrerbietigste Freiheit, unter den vielen Ministerialanträgen, welche Eure Majestät in diesen beiden letzten Tagen vorgelegt wurden, Allerhöchstderselben vorzüglich zwei zu Allergnädigster Berücksichtigung untertänigst zu empfehlen, insbesondere das Anstellungsgesuch des Dr. Heinrich Heine als Außerordentlichen Professor an der hiesigen Universität.
In den Schriften des letzteren waltet ein wahrer Genius, sie haben das größte Aufsehen in ganz Deutschland erregt. Einige Auswüchse und Verirrungen befanden sich in den Jugendwerken aller unserer großen Schriftsteller. Mehrern wahrhaft genialen Menschen in unserem teutschen Vaterlande hat am Anfang nur eine wohltätige Fürstenhand gefehlt, die sie in Schutz und zugleich in Pflege nahm, ihre guten Eigenschaften aufmunterte und ihre Mängel und Verirrungen väterlich zurechtzuweisen suchte.
Dr. Heine bedarf auch einer solchen Hand und ich bin überzeugt, daß er, wenn ihn Eure Majestät allerhöchst Ihres Schutzes würdigen, einer unserer ausgezeichnetsten Schriftsteller werden wird."
Ein interessantes Gedankenspiel, sich auszumalen, wie Heine sich entwickelt hätte, hätte er damals den ersehnten Job als Professor bekommen. Was wäre gewesen, hätte er die " wohltätige Fürstenhand" gefunden, die ihn " in Schutz und zugleich in Pflege" genommen hätte, seine " guten Eigenschaften " aufgemuntert und seine " Mängel und Verirrungen väterlich " zurechtgewiesen hätte.
Wäre er eine Art Goethe geworden?
1830 schrieb Heine in den "Englischen Fragmenten":
" ...meine Seele bebt, und es brennt mir im Auge, und das ist ein ungünstiger Zustand für einen Schriftsteller, der den Stoff beherrschen und hübsch objektiv bleiben soll, wie es die Kunstschule verlangt und wie es auch Goethe getan - er ist achtzig Jahr dabei alt geworden und Minister und wohlhabend - armes deutsches Volk! das ist dein größter Mann!"
Wir sollten Ludwig I. dankbar sein, daß er Heine die Professur verweigerte.

Ciao
Wolfram

Wolfram Heinrich 29.04.2011 | 19:00

@Streifzug
Weiterhin befinden sich unter den Reformern der Geschichte durchaus Einsprengsel ausgestiegener Oberschichtsangehöriger.

Darunter so schillernde Gestalten wie Pierre-Augustin Caron. Der war kein Aussteiger aus der Oberschicht, sondern vielmehr ein Einsteiger. 1761 hatte er das kostspielige Amt eines königlichen Sekretärs gekauft, in dem er kaum etwas tun mußte, das ihn aber automatisch in den Adelsstand erhob, so daß er sich fortan "de Beaumarchais" nennen durfte.
Beaumarchais hat dazu beigetragen, das Ancien Regime zu vernichten. Als Waffenhändler, der er auch war, hat er - übrigens mit Unterstützung des französischen Königs - die amerikanischen Siedler bei ihrem Aufstand gegen die Britische Krone mit Waffen versorgt. Die geglückte Gründung der Vereinigten Staaten war bekanntlich maßgeblich mitverantwortlich für die Französische Revolution. Ferner legte er mit seinem Stück "Der tolle Tag oder Die Hochzeit des Figaro" eine der Lunten, die schließlich das Pulverfaß Frankreich zur Explosion brachten. Vier Jahre lang war das Stück - aus gutem Grund - vom französischen König verboten, dann setzte Beaumarchais die Uraufführung 1784 im Königlichen Theater durch. Das Publikum tobte vor Begeisterung, vor allem beim Monolog Figaros (Fils de Caron) im V. Akt:
" Nein, Herr Graf, Sie werden Susanna nicht haben ... Sie werden sie nicht haben! Weil Sie ein großer Herr sind, glauben Sie, auch ein großer Geist zu sein! Adel, Reichtum, Rang und Würden, all das macht Sie so stolz! Was haben Sie denn geleistet für so viele Vorteile? Sie haben sich die Mühe gegeben, geboren zu werden, weiter nichts. Im übrigen sind Sie ein ganz gewöhnlicher Mensch. Während ich, zum Donnerwetter, verloren im dunkelsten Gewühl der Menge, mehr Fleiß und Verstand aufwenden mußte, um überhaupt existieren zu können, als seit hundert Jahren für die Regierung von ganz Spanien aufgebracht wurden! Und Sie wollen den Kampf mit mir ... "

Daß die kleinen Leute (wie etwa der unbedeutende Immanuel Kant) damals, als die Grafen, Fürsten, Könige noch die Macht hatten, kleine Leute einfach zu zerquetschen, unterwürfige Bittbriefe an die Großen Herren schrieben, ist eine Sache. Daß kleine Leute sich heute noch, da Adelstitel offiziell (nicht wirklich) nur Namensbestandteile sind, vor Adeligen verneigen ist eine ganz andere Sache. Eine Schande nämlich.

Würde man in einer Aktion, einem Haircut, wie es momentan so schön in Europa heißt, Adel abschaffen, fänden wir kurz darauf bestimmt Bdel und Cdel. Das steckt wohl in jedem Dödel :)

In Österreich ist das Führen eines Adelstitels seit 1918 illegal (nur Herbert von Karajan, der Große Devisenbringer, hatte eine Ausnahmegenehmigung). Was die Speichellecker nicht im Geringsten irritiert: "Gschamster Diener, Eier Gnoden."

Ciao
Wolfram

j-ap 29.04.2011 | 19:16

Ich akzeptiere diesen Artikel nur als eine in der Hauptsache biographische Notiz Jutta Ditfurths, an dem mir insbesondere der Verweis auf den »Gebrauchswert« phantastischer »adeliger Werte« gefallen hat, der mir aber ansonsten und ohne Not viel zu flach geraten ist.

Was Frau Ditfurth nämlich bezeichnenderweise unterschlagen hat ist der sozialhistorische Umstand, daß die berühmten drei französischen Revolutionen eben nicht das Allergeringste am Herrschen und Beherrschtwerden geändert haben, sondern es nur auf noch höherer, nämlich allgemeinerer Stufe radikalisiert und potenziert haben.

Die bürgerliche Revolutionstheorie der ersten französischen Revolution hatte nämlich, indem sie sich gegen den »antinationalen« und »parasitären« Adel richtete, bereits in Theorie und Praxis das Instrumentarium entwickelt, um den gesellschaftlichen Antagonisten zu erkennen und zu bestimmen. So heißt es schon 1789 bei Abbé Sieyès in »Was ist der Dritte Stand?« (Übersetzung v. m.):

»Eine Klasse von Privilegierten ist demnach nicht nur wegen ihres Korpsgeistes, sondern schon durch ihr bloßes Vorhandensein schädlich. (...) Nur in seiner Eigenschaft als Staatsbürger wäre der Privilegierte repräsentationsfähig, aber er hat diese Eigenschaft selbst verwirkt, steht außerhalb der Bürgerschaft, er ist ein Feind der Gemeinschaftsrechte.«
Die Aristokratie wird also nicht etwa deswegen als abzuschaffende bestimmt, weil sie herrscht, sondern weil sie den »Fremdkörper der Nation« darstellt.

Das Urteil über den Adel war unter den gegebenen historischen Bedingungen als ungerechtfertigtes völlig gerechtfertigt, zugleich aber auf seiner eigenen Grundlage illegitim, weil es Individuen als bewußten Willen ankreidete, was denen doch als soziale Qualität eignete, die man nur nicht hätte fortzusetzen brauchen, um sie zu erledigen: Beschließt, nicht mehr zu dienen und ihr werdet frei sein!

Ist nun aber jemand durch sein nacktes Sein schuldig und als Existenz schon verdächtig, dann hilft auch keine Bewährung und keine Resozialisation mehr. Das naturale Substrat — Individuum — und seine soziale Funktion — Subjekt — fallen hier in eins und gelten als dasselbe, subjektive Identität findet statt als unmittelbare Identifizierung des Anti-Subjekts als solchem und schlechthin, das als feindliche Natur ausgemerzt werden muß.

Das ist schon mehr als bloß ein theoretischer Irrtum, der in der Hitze des Gefechts schonmal unterlaufen kann. Es ist die Vorahnung der Krise und letztendlich auch des Untergangs bürgerlicher Herrschaft am Vorabend ihres eigentlichen Triumphs.

Darum mußte, in präemptiver Paranoia, jede andere Herrschaft als die von Bürgern über Bürger nicht etwa als falsch und unpraktisch, sondern als subjektiv böse, zersetztend und abgrundtief scheußlich verteufelt werden und es gehört sich für die bürgerliche Ideologie, jeden Widerstand gegen ihre recht eigentliche Verwirklichung als Anschlag auf und Sabotage der Gemeinschaft zu perhorreszieren.

Die Konsequenz dieser Bürgerherrschaft, über die sich Frau Ditfuth dezent ausschweigt, ist darum nicht etwa die freie Assoziation freier Menschen, sondern die Wannseekonferenz.

Und eben weil jede kritische Reflektion darauf fehlt, ist der Artikel hier auch allenfalls Jutta Ditfurths Versuch, eine narzisstische Kränkung aus dem Frankfurter Rathaus sich vom Leibe zu literarisieren.

Nichts für ungut,
Josef Allensteyn-Puch
j-ap 29.04.2011 | 19:55

»Was haben Sie denn geleistet für so viele Vorteile? Sie haben sich die Mühe gegeben, geboren zu werden, weiter nichts.«

Danke für den Satz, der sehr schön zum Ausdruck bringt, was ich weiter unten kommentiert habe.

Denn diese Mühe, geboren zu werden, ist ja auch die Utopie, die die bürgerliche Gesellschaft von sich selbst hat und die sie als Versprechen an alle Bürger ausgibt: Der Mensch muß nicht mehr tun, als geboren zu werden, und schon kommen ihm alle Egalitätsrechte zu, die man gemeinhin die Menschenrechte nennt.

(Nebenbei: Bei den Bürgerrechten ist das anders, denn zu denen muß man sich erst separat qualifizieren und kann ihrer, bei unbotmäßigem Verhalten, auch wieder verlustig gehen. Nicht ohne Grund haben die Jakobiner neben den berühmten Menschen- und Bürgerrechten auch einen Katalog mit Bürgerpflichten ersonnen (der zB schon die unbedingte Pflicht zur Verteidigung der Nation wider jeden Feind enthalten hat), allerdings nicht publiziert wurde, weil ihnen ansonsten ihre Massenbasis flöten gegangen wäre.)

Wer Vorteile hat, der muß was leisten, d.h. wer nichts leistet, wer also nicht jederzeit als Material vernutzbar ist, der darf nicht sein. — Das genau ist er, der Umschlag der »Gleichheit des Rechts« ins Unrecht durch die Gleichen.

Joachim Petrick 29.04.2011 | 21:53

@Jutta Ditfurth

Wie wenig soziale Verantwortung der reiche deutsche Hoch Adel wirklich übernehmen will, zeigt sich allein schon daran, dass es, anders als in den Scheichtümern der Golfstaaten, Bahrein, Oman, Dubai, den Emiraten, die adelige Staatsfonds für die Armen aufgeslegt, keine Adelsfonds in Deutschland gibt, die ihrem verarmten Etagen- Adel, wie Jutta Ditfurth, die nach eigenen Angaben, eine gesetzlich verbriefte Rentenanwartschaft von gerade einmal € 800.-/Monat, frierend und bibbernd zu erwarten hat, ein auskömliches Dasein sichern.

Der reiche deutsche- Hoch- Adel karrt Seinesgleichen unter dem verarmten Etagen- Adel ultrabrutalst herzlos drängend, ausgestossen, vor die Amtsstuben der gesetzlichen Grundsicherung unseres Staates in Gestalt der Hartz IV Gesetze zum Fassen seines Sozialgeldes, des Arbeitslosengeldes II schnöde.

Der Wald- . Wiesen- Acker- , Grund- , Boden- , Industrie- Adel tritt, im Gegensatz zum verarmten Etagen- Adel, nicht von ungefähr seit der deutschen Wiedervereinigung medial verstärkt, begleitet, gehoben, aus ganz profan wirtschaftlichen Gründen auf der parteipoltischen Matte an, als wäre der alte Schwert- und Amtsadel, wider die Gesetzeslage seit dem Jahre 1919 in Deutschland, doch wieder aus seinen geistig hinterlassenen Ruinenlandschaften zwiscnen Oder, Elbe, Saale, Unstrut, Weser, Werra, Fulda, Ems und Rhein wie Phoenix aus der Asche auferstanden..

Wer viel hat, wie die genannten Teile des vermögenden Adels, hat auch viel zu verlieren und sei es nur durch die Anhebung der Flugbenzin- , Grund- , Boden- , Seewasser- , Ufer- , Jagd- , Wiesen- Wege- , Waldsteuer auf das normale Niveau der Besteuerung von Geld- , Kapitalvermögen durch die Gemeinden, Kommunen, dieses lange durch ein vorliegendes Urteil des Bundesverfassungsgericht (BVG) ausdrücklich wie bisher vergewie blich angemahnt.

Was der gegenwärtig poltisch praktizierende Teil des vermögenden Adels versucht, ist halt das gewagte Unternehmensprojekt, dem anschwellend wachsenden Groll der Mut- und Wutbürger/innen bis zu Bock- und Ziegengesängen über die allgemein asymmetrische Vermögens- und Wohlstandslage im Lande, die Spitze nehmend, medial befeuert, forsch den Schneid abzukaufen.

www.zdf.de/ZDFforum/ZDFde/inhalt/16/0,1872,7161328,00/F7757/msg2887774.php

Ehrensold für Anti AKW Kämpfer wie Jutta Ditfurth!

* von: Joachim Petrick
* Erstellt am: 20.04.11, 23:40
* 104 mal gelesen

AKW frei leben- gerne,
Aber nur in einer atomwaffenfreien Welt.

Sollten wir den wirklichen AKW- Gegnern/innen, wie Jutta Ditfurth, die nach eigenem Bekunden mit einer Mini- Rentenanwartschaft von 800.- €/Monat versehen, einen "INI- Helden- Ehrensold" für den Fall auszahlen, dass deren Rente, aufgrund von Verzicht auf den Marsch durch die Institutionen auf der Besoldungsschiene ab der Besoldungsgruppe A 13 /BAT II A wg. jahrzehntelanger Anti- AKW Diskriminierung, inklusive Karriereknick aufgrund des Berufsverbot, Radikalenerlass, frewillige wie zwangsweise Zwischenaufenhalte in der Psychiatrie, der Brandt/Scheel/Schmidt/Genscher/Kohl Regierungen real unter der pfänderungfreien Grundsicherung von 986,- €, gemäß BVG- Urteil, liegt?

Joachim Petrick 29.04.2011 | 22:32

@Jutta Ditfurth

Gebt uns wenigsten, wenn nicht den alten Kaiser Wlhelm mit dem Voll- Backen- Bart, so doch wieder ein aktuallsiert nachwachsendes Adelsregister, wenn ihr staatstragenden Parteien von heute uns als potentielle Bestechungsmeute jegliches Korruptionsregister verweigert, geschweige denn endlich die Ratifizierung der UNO- Konvention gegen Korruption, Abgeordnetenbestechung durch den Deutschen Bundetag gewährt..

Philipp Scheidemann irrte leider fürchterlich, wenn er am 09. November 1918 aus dem Fenster des Deutschen Reichstages vor den wartenden Massen an Menschen in Not um das tägliche Brot mirkrophonfrei in den Berliner Tiergarten rief:
"Das Alte, das Morsche Kaiserreich des Adels ist nun dahin und weg...unser Kaiser geflohen...es lebe die neue, es lebe die Deutsche Republik!",

denn das Alte, das Morsche im Adel lebt mit dem Adel im rechtsfreien Raum wuchernd, wie medial beatmet und befeuert, an jedem Ort, den er beritten betritt, real oder als prominentes Plagiat fort.

Gebe es den Adel von Amtswegen noch oder wieder in Deutschland, so wären die Carsten Maschmeyers als Zunft bestechendes Personals mit Adelsstich im Hut längst tranparent als solche Strolche in Adelsregistern sichtbar, alle Tage nachlesbar, registriert.

Hat doch tatsächlich der Carsten Maschmeyer voradelig als AWD- Chef, heute Großaktonär der schweizerischen "Swiss Life- Lebensversicherung" über den Frank Walter Steinmeier den damaligen Ministerpräsidenten und späteren Bundeskanzler Gerhard Schröder, von Hannover nach Berlin, im Wahlkampf 1998 mit verdeckten Spenden geschmiert, so geht das jüngste tadelbar voradelige Gerücht

Joachim Petrick 29.04.2011 | 23:00

siehe auch:

www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/vom-adels--zum-korruptionsregister-ein-steinreicher-weg

29.04.2011 | 20:53
Vom Adels- zum Korruptionsregister ein steinreicher Weg
ditfurth wochenthema adel spendenskandal korruptionsregister korruption adelsregister abgeordnetenbestechung parteienfinanzierungsgesetz schwertadel landadel amtsadel etagenadel

Waren früher Adels- und Korruptionsregister identisch?

Wenn nicht ein Korruptionsregister, so doch wenigsten ein Adelsregister?

Wurden früher Adelsregister als Korruptionsregister geführt, um allen, geneigt Beteiligten, stolpersteinfrei, den, belastbar direkten, Weg, öffentlich tranparent, vom Bestechenden zum Bestochenen, vom Gebenden zum Nehmenden und zurück, zu erleichtern?

h.yuren 30.04.2011 | 00:41

lieber j-ap, was jutta ditfurth zur adelsbrut schreibt, etwa dies:
"Der Adel ist eine Kaste, die glaubt, sie sei durch Geburt und Tradition anderen Menschen überlegen ... "
ist schlicht eine erfahrungstatsache, die nicht in frage gestellt werden kann.

das konstrukt der adelsherrschaft samt ideologie und kriegstauglichkeit ist durch keine revolution abgeschafft worden, weil alle gegner des adels die herrschaft selbst ausüben wollten.
so ist bisher jede revolution vollendet gewesen nach dem austausch der köpfe. die strukturen sind immer bronzezeitlich geblieben bis heute.

herrschaft ist durch nichts zu legitimieren. ihr ist der imperialismus inhärent. der krieg nach außen und nach innen. und der krieg gegen mensch und erde.

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ignaz-w 30.04.2011 | 01:10

@ j-ap

"biographische Notiz"

sich abarbeiten an den altvorderen ist in letzter zeit hier mode geworden. ein dumont jr. der ein buch eines kohl jr. bespricht und selbst das huhn mit dem eigenen erzeuger noch nicht ganz gerupft hat, ditfurth, die genauso anekdotisch eine last abwirft.

und immer das vorwurfsvolle, statt der analyse, wie du treffend herausstellst. man möchte schreien: macht es besser statt immer nur nabelschnüre in der gegend herumhängen zu lassen.

Joachim Petrick 30.04.2011 | 02:28

auch dieses noch:
"Adel vernichtet erst andere dann sich militaristisch:

www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/die-royals-william--kate-in-der-militaristisch-uniformen-falle?

29.04.2011 | 23:51
Die Royals, William Kate, in der militaristisch uniformen Falle?
wiliam royals adel aristoktratie monarchie despotie militärjuntas militarismus korruptionsregister adelsregister faschismus

Bewegen wir uns seit dem Jahre 1914 monarchistisch adelig betrachtet auf äußerst dünnem Eis?, angesichts asymmetrisch herbeigeführt unbewältigter Weltwirtschafts- , Finanz- , Ressourcenkrisen, bedroht, in alte Strukturen von Kommandowirtschaften, gar des globalen Miltarismus zurückzufallen?

Fro 30.04.2011 | 06:45

Wenn „der Adel“ die von ihren Vorfahren unrechtmäßig erworbenen Ländereien und Reichtümer zurückgegeben hat und jedem Bürger das Recht gegeben sein wird, ein „von“ in seinem Namen zu tragen, werden sich die historisch bedingten Verspannungen innerhalb der Bürgerschaft lösen.

Kleiner Tipp noch an Jutta Ditfuhrt:
Ebenso wie gegenüber allen anderen (z.B. Hartz IV-Empfängern, Muslimen ....) sollte man auch gegenüber „dem Adel“ mitmenschliche Fairness walten lassen – der Artikel verallgemeinert für meinen Geschmack zu sehr – hier wird eine identifizierbare Gruppe innerhalb der Bevölkerung abgestempelt...... Da meine Vorfahren aber zu den vielen Herrschaftsverarschten gehörten, habe ich den Artikel trotzdem gerne gelesen.

tlacuache 30.04.2011 | 12:43

Hach (ex "von", "zu", "druebber", "nunner") Jutta.
Da wird immer in den letzten 3 Monaten in Blog's das Thema zart angestrichen, und die Resonanz ist NULL, da muss dann erst mal eine (ex "von", "zu", "druebber", "nunner") schreiben, dass ist gar nichts gegen den Artikel, der war laengst ueberfaellig, aber die Mainstream-Medien trauen sich da gar nicht mal ran. Zum Glueck ist ja der "Rudolf A." von der englischen Queen nicht zum Ritter geschlagen worden, sonst haette "Jacob A." dafuer gesorgt, das wieder nichts erscheint.

Hach' Jutta, mussten erst wieder 30 Jahre verstreichen im Roemer, warum hatten sie kein Micro dabei oder mussten erst beim CIA die Akten fuer die Oeffentlichkeit zugaenglich gemacht werden?

Da haette man der CDU bei Komunalwahlen noch den einen oder anderen Prozentpunkt abzubbeln koennen...

Die Hungersnoete in Irland waren ja ein grosses Thema bei Frau "von", "zu", "druebber", "nunner" schwarzen Gräfin Nina Gräfin Haller von Hallerstein-Teufel, das war schon hart in der Studienzeit auf dem Ferienhaus Waterville am Ring of Kerry...

Ich bin uebrigens wieder fuer die Einfuehrung der Monarchie, da kann dann "Kaiser Joschka 2014" endlich den Uli Hoeness in den Adelsstand heben.

Eine Entwicklung geht meiner Meinung nach voellig unter, der "alte" Adel mischt sich immer mehr unter den Boersen- und Bankeradel ("neureiches Pack").
Das war frueher verpoent, aber nach Kriegs(Grundbesitz)verlusten '39 - '45 nimmt man das nicht mehr so genau, sozusagen
"Adel 2011 4.0 Download" an der Frankfurter Börse, Zustaende sind das, Ludwig XIV wuerde sich im Grabe drehen, es ist auch nichts mehr heilig.
LG

Manrodyl 30.04.2011 | 14:06

Amüsanter Artikel.
Na nun weiss ich endlich,wie es im Normalo tickt,wenn solche
Schaumschläger wie Karl Theodor und so weiter von Guttenberg in den Himmel gehoben werden.
Seine Fan Gemeinde verflucht sicherlich noch den Tag,als er im Bundestag als das bezeichnet wurde,was er in Wirklichkeit ist.
Ein Lügner und Betrüger,der Dank seiner assozialen Vorfahren ein feines abgehobenes Leben führen kann.
Todesstrafe für die,die ihm die Maske vom Gesicht gerissen haben.

goedzak 30.04.2011 | 17:40

Was man in einem so kurzen Rexr zu dem Thema sagen kann, ist gesagt. Und jeder Satz ist richtig und wahr. Am besten ist der letzte Abschnitt.

"Die Einbildungen über den Adel taugen (...) bürgerlichen Eliten als Quelle der Distinktion." - Da vielleicht noch als ergänzende Überlegung: Es gibt auch den aristokratischen Edel-Anarchisten, dessen Attitüde der "linken" Verachtung der (saufenden, fressenden, ihre verlorene Arbeit "fetischisierenden") Prekarier (sprich niederen Stände) bestimmten bürgerlich-elitären Millieus ebenfalls gut als distinktiv nutzbares Mittel dient.

I.D.A. Liszt 01.05.2011 | 20:28

@ Maria Jacobi (29.04.2011; 11:35):

>Friedrich VON Schiller: wurde er für Raub, Mord, Niedertracht oder Hofschranzentum geadelt? Der Autor sollte erst sein Gehirn einschalten und dann schreiben!

Raub: Wie hieß noch sein bekanntes Drama? Eben: Die Räuber!!!

Mord: Und zählen Sie doch mal die vielen Leichen z.B. in Wilhelm Tell oder Wallenstein ...

Niedertracht: Wie war das mit Maria Stuart und Elisabeth I.?

;-)

I.D.A. Liszt 01.05.2011 | 20:32

Frau Ditfurth, Sie haben Ihre Klasse verraten!

Das gibt es selten - dafür ziehe ich meinen Hut vor Ihnen.

Gut, daß bei all den vorherschenden Rührseligkeiten mal wieder jemand unmittelbar Betroffenes darauf hinweist, welche blutige Spur der Unterdrückung und Ausbeutung diese Sozialschmarotzer in der Geschichte hinterlassen haben ...

Danke für den hervorragenden Artikel!

zelotti 01.05.2011 | 21:27

Armgard finde ich aber *sehr* hübsch als Name.

Das Tolle bei Adligen ist, dass wenn die Fürst irgendwo werden einen neuen Namen bekommen und dass man ihre Namen übersetzen darf.

Wie wollen wir denn in wenigen Jahren die Abschaffung des Adels feiern?

Wohlgemerkt, was den Adel auszeichnet ist sein Sinn für Mumpitz. Mumpitz mögen aber auch alle anderen gerne!

Entdinglichung 04.05.2011 | 14:00

finde zum Thema immer noch die Zeilen von Robert Burns (~ 1790 bzw. die Nachdichtung von Ferdinand Freiligrath von 1843) sehr treffend, damit "Adel" funktioniert muss es auch immer diejenigen geben, die an den Käse glauben:

"Ye see yon birkie, ca'd a lord,
Wha struts, an' stares, an' a' that;
Tho' hundreds worship at his word,
He's but a coof for a' that:
For a' that, an' a' that,
His ribband, star, an' a' that:
The man o' independent mind
He looks an' laughs at a' that.

A prince can mak a belted knight,
A marquis, duke, an' a' that;
But an honest man's abon his might,
Gude faith, he maunna fa' that!
For a' that, an' a' that,
Their dignities an' a' that;
The pith o' sense, an' pride o' worth,
Are higher rank than a' that."

bzw.

"Heißt »gnäd'ger Herr« das Bürschchen dort,
Man sieht's am Stolz und alledem;
Doch lenkt auch Hunderte sein Wort,
'S ist nur ein Tropf trotz alledem!
Trotz alledem und alledem,
Trotz Band und Stern und alledem!
Der Mann von unabhängigem Sinn
Sieht zu, und lacht zu alledem!

Ein Fürst macht Ritter, wenn er spricht,
Mit Sporn und Schild und alledem:
Den braven Mann kreiert er nicht,
Der steht zu hoch trotz alledem:
Trotz alledem und alledem,
Trotz Würdenschnack und alledem –
Des innern Wertes stolz Gefühl
Läuft doch den Rang ab alledem!"

Bürgerlicher 04.05.2011 | 19:00

Sie schreiben zum "Hintergrund" des Beitrages von Jutta Ditfurth: "Jutta Ditfurth hieß einmal Jutta Gerta Armgard von Ditfurth und verzichtete Ende der siebziger Jahre auf den adligen Namensteil."

Sie kann gar nicht auf einen "adligen Namensteil" verzichtet haben, weil sie - geboren als Bürgerliche und nicht als Adelige - keinen "adligen Namensteil" hatte. Ihr Name Jutta von Ditfurth, mit dem sie geboren wurde, war und ist ein bürgerlicher Name, also kein "adliger" Namen oder mit "adeligem Namensteil". Selbst wenn Frau Ditfurth vor 1919, vor Inkraftreten der Weimarer Reichsverfassung, die den Adel und die Adelstitel in Deutschland abschaffte, geboren wäre.

Wenn Frau Ditfurth sich Ende der siebziger Jahre entschlossen hat, auf das "von" im Familiennamen bei der Führung ihres Namens zu verzichten, war und ist das ihre ganz persönliche Entscheidung, nicht mehr und nicht weniger. Geboren wurde sie mit dem bürgerlichen Namen "von Ditfurth". Auf etwas "adeliges" im Familiennamen konnte sie somit nicht verzichten, es sei denn, sie hätte ihren Namen begründet nach dem geltenden Namensrecht mit einer behördlich vollzogenen Namensänderung ändern lassen.

Ihre Vornamen, ob es sich nun um ein, zwei, drei oder mehr handelt, bleiben davon unberührt und durch die Geburtsbeurkundung weiter an die Person gebunden. Mit einem "adeligen" Namen haben auch sie nichts zu tun. Geltendes Namensrecht.

johnohneland 17.07.2011 | 11:58

fakt ist.. sie sind da.. und sie sind da, weil das volk sie da haben will.. und das "volk" ist ja wohl jeder einzelne für sich, egal wo auf erden.

ob einer nun merk und denkwürdig von und zu .. scheixx druff ..

ebenso scheixx druff, wenn einer meint cheffe spielen zu müssen und es dann doch nicht drauf zu haben..

adel.. von und zu .. ebenso daneben, wie alles in der trockennasenaffen leben - trockennasenaffen sind nunmal dem instinkte unterworfen, auch wenn sie sich verstands, vernunft und geistbegabt bezeichnen.. im endeffekt jagen sie datt imaginäre alphatier in geradezu infantiler unwissenheit.

es ist nunmal prinzip des "instinktes" klassengesellschaften
zu erschaffen und besonders trefflich gelingt es den trockennasenaffen..

vor irgendetwas beugt JEDER das knie.. schon zeltzam..
sei es nu die freiheit.. die demolierte kratie oder nur datt liebe vieh, dass er sich erdacht.. zum schnitzel, zum mittag auf teller gemacht..

in vielem ist jutta ein "machmal" und macht mal.. doch allzuoft auch denkmal und mahnmal .. denk und mahnt und macht dann doch nicht..

denker.. vordenker.. erwarten "nach"denker.. also menschen die ihnen hinterher denken sollen und schon datt bestimmt eben rollen.. schöner wäre es, jeder macht sich seine eignen gedanken und weist sich, für sich, in eigne schranken..

so ist doch jeder der der rede der FREI heit huldigt bereits ein sklave der eignen rede.. wie ich gerade hier und ein klassentier.. affe eben.. der trocknen nasen..

aus erde, auf erde.. über erde .. in erde, unter erde, zu erde .. so du affe ... dein werde..

johnohneland 17.07.2011 | 12:25

derzeit wird grad mal wieder carl benz mit ehren überhäuft.. denkt jemand mal drüber nach wieviel millionen von menschen diese ERFINDUNG automobil ... direkt und indirekt das leben kostete.. qualvoll verreckt.. weil auto entdeckt.. und erfunden.. mensch und leben millionen .. ja miliardenfach! gemeuchelt gemordet geschunden.. ein grund zur ehrung? .. hm

sieben milliarden menschen seit dem siebten siebten zweitausendelf.. sieben milliarden lebensentwürfe.. die mehrheitlich noch vor entwurf, zum scheitern verurteilt..

weil jeder eben denkt wie er denkt und wenn mensch denkt..

mensch denkt. leben lenkt.. mensch dachte.. leben lachte..
und am lautesten lacht leben auf beerdigungen .. wie man ja gerade zu wien sehen durfte.. als mensch OTTO den letzen..

ne - der letzte war es nicht.. sind ja noch milliarden ottos am laufen.. und raufen und kaufen.. oder beim saufen..

ein stammtisch hat ja auch was von stammbaum..

Ausgeglichenheit 11.09.2013 | 14:46

Das gerade wir Deutschen nur immer von einem Extrem ins andere gehen müssen...

Ich habe zwar nicht alle Beiträge gelesen, da zu viele. Dennoch erhält man schon nach wenigen den Eindruck, dass extreme Adels-Gegner hier ihren Frust auslassen. Der generelle Fehler hierbei: nicht alle Menschen (in diesem Falle Adelige) sind gleich. Grundsätzlich also alle als Einen anzusehen, ist einfach ein scheinbar immer wiederkehrender Fehler. Besser wäre es doch, von der Geschichte  zu lernen und mit Verlaub, vom Adel kann man sehr viel lernen. Wer sich heutzutage in seriösen Berichten ansieht, wie ganze Generationen zugunsten des Großkapitalismus durch die Medienmöglichkeiten wie Verdummungs-Fernsehen in die absolute Niveaulosigkeit geführt werden, sollte sich doch mal fragen, ob ein Traditionsbewusstsein wie beim Adel doch eher als vorteilhaft anzusehen ist. Wie lief man zu adeligen Zeiten am Sonntag durch die Straßen und wie heute? Ein gutes Beispiel zu der negativen Veränderung in DE ist der kürzlich ausgestrahlte Bericht auf B3 Alpha "Wer rettet die deutsche Sprache". Viele scheinen hier in DE nicht mehr nachzudenken, sondern fressen alles, was ihnen serviert wird, auch einseitige Darstellungen. Dabei bemerken scheinbar viele gar nicht mehr, was vor sich geht. Wenn z.B. heterosexuelle Paare sich gegen gleichgeschlechtliche äußern, ist das ein ernster Fauxpas in jeder Hinsicht, den man besonders in der Öffentlichkeit tunlichst vermeiden MUSS. Wenn sich aber homosexuelle Paare gegen heterosexuelle wenden, wird das mit einem Wink und Lächeln abgetan. Gleichberechtigung???

Dazu kommt noch, dass deutsches Kulturgut, von der Sprache bis zu den Sitten generell als nazifiziert bezeichnet und verabscheut wird - das Schuldbewusstsein seit Ende des Krieges macht es möglich. (Positive) Werte oder deutsche Mentalität- um Gottes Willen? Kenntnis über Computer, Fernsehen, Fußball usw. steht über dem Wissen von Natur, wahrem Glück, das Verstehen seines eigenen Körpers, zu bewahrende, bewährte Traditionen. Auch wenn es der Adel wohl manchesmale zu stur und unnachgiebig verfolgt, er bleibt an sehr vielen Dingen hängen, die sich über Jahrhunderte bewährt haben. Von welchem Personenkreis kann man das noch behaupten?

 

Und das der Adel unter sich bleiben möchte, kann man natürlich als rasistisch betrachten - wenn man es sich so einbildet. Fakt ist, dass Fußball-Fans, Auto-Fans, Religionsanhänger, Parteienmitglieder usw. usw. auch weitgehend nur unter sich bleiben wollen. Dies hat eine ganz normale und vor allem total harmlose Begründung: das Verstanden werden. Wo ist im deutschen Gesetz verankert, dass ich gezwungen bin, die Meinung und Gepflogenheiten aller Menschen anzunehmen und so zu sehen? Ganz im Gegenteil, wir haben Meinungsfreiheit - zumindestens offiziell... Wenn also der Adel noch gewisse Gepflogenheiten ausleben möchte, mit wem soll er sich dann sonst austauschen, treffen oder feiern? Einen moralischen oder ethnisch verwerflichen Gedanken kann ich darin nicht erkennen.

Zu Überlegen sei auch, warum sich mehr als die Häfte der Deutschen gerne wieder eine Monarchie wie im Stile Englands wünschen. Das Schnelllebige heute, gepaart mit unzähligen, nicht eingehaltenen Versprechungen, hat die Menschen nicht überzeugt. Den Adel gibts aber seit über 1000 Jahren. Mal logisch und sachlich nachgedacht: ist das hier und jetzt tatsächlich in allem besser als die alte Zeit? Hat es sich auch 1000 Jahre bewährt? Fakt ist, dass zwischen 1850 und 1918 das Großbürgertum genauso reich werden konnte, allgemeiner Wohlstand möglich war uns oft herrschte (wieso hätte es sonst den Geld-Adel gegeben?), usw., und das während der Monarchie.  Natürlich lag dies daran, dass der Adel schwer in Punkto ausübendes Herrscherrecht zurückschrauben musste, was auch gut war. Aber ist es denn heute wirklich besser? Ist der Mensch wirklich freier? Wo regiert denn heute das Volk wirklich? Wenn dem so wäre, stünde das Frustrationspotential beim Volk nicht so hoch. Warum gehen nur noch 50% zum Wählen? Das Vertrauen ist offenbar genauso weg. Mit dem verurteilenden Finger auf den Adel zu zeigen ist demnach ein zweischneidiges Schwert...

 

Erwähnt sei noch, dass jeder, der sich ausgegrenzt oder beschuldigt fühlt, bzw. wurde, natürlich Rechtfertigungszüge unternimmt. Natürlich lässt kein "Ausgeschlossener" noch etwas Gutes an der ehemaligen Gesellschaft übrig. Zu erwarten, dass eine Austreterin der adligen Gesellschaft noch objektiv über den Adel urteilt, ist fraglich. Man vergleiche dazu z.B. Bücher der ehemaligen Gräfin von Brühl wie Out of Adel. Eine deutliche Sprache, aber keine negative, obwohl man nicht mehr dazu gehört. Das klingt objektiv.