Jens-Eberhard Jahn
14.11.2012 | 08:30 154

Ein Stück vom großen Brotlaib

Grundeinkommen Noch ist auch der Linken das Thema im Wahlkampf zu heikel. In Afrika aber ist das Modell ein Erfolg

Ein Stück vom großen Brotlaib

Gerechtigkeit wagen: die Zivilgesellschaft ist der Politik voraus

Grafik: Der Freitag

"Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“, singen Macheath und seine Braut Jenny in der Dreigroschenoper. Und weiter: „Erst muss es möglich sein auch armen Leuten, vom großen Brotlaib sich ihr Teil zu schneiden.“

Vorbild für das Werk war 1728 die Beggar‘s Opera, Variation zum Thema dann 2009 die Freiburger Bettleroper, für die die Aktionskünstlerin Bernadette La Hengst das Lied „Grundeinkommen Liebe“ schrieb. „Ich wollte mit diesem Lied einen Ausweg aus der Krise aufzeigen und eine Verbindung zwischen der Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe und bedingungslosem Grundeinkommen herstellen“, erklärt die Musikerin. Ziel sei es, „politischen Visionen ein menschliches und damit auch poppiges Gewand zu geben.“

Tatsächlich könnte nicht nur die künstlerische, sondern auch die politische Debatte über das bedingungslose Grundeinkommen in den nächsten Wochen wieder Auftrieb bekommen. Denn nicht nur die Grünen und die Linke wälzen die Frage. Mit den Piraten gibt es nun eine parlamentarisch relevante Partei, die sich das Grundeinkommen offiziell auf die Fahne geschrieben hat. Bei ihrem Programmparteitag in Bochum Ende November dürfte das Thema eine Rolle spielen – und ein erstes Signal für den kommenden Bundestagswahlkampf setzen. „Alleinstellungsmerkmale wie Familien- und Drogenpolitik und natürlich auch das bedingungslose Grundeinkommen werden da sehr wahrscheinlich dabei sein“, bestätigt Florian Bokor vom sächsischen Landesvorstand der Piraten. „Man kann davon ausgehen, dass das Grundeinkommen Thema wird“, heißt es etwas nebulös auch aus der Bundesgeschäftsstelle.

Auf nach der Wahl verschoben

Den Befürwortern des Grundeinkommens bei anderen Parteien kommt das gerade recht. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Strengmann-Kuhn frohlockt: „Die Debatte bei den Grünen hat wieder an Fahrt aufgenommen. Das ist – zugegeben – nicht zuletzt den Piraten geschuldet.“

Wann und wie die Vision des bedingungslosen Grundeinkommens Wirklichkeit werden könnte, bleibt allerdings offen. Susanne Wiest hatte bereits Anfang 2010 dafür beim Bundestag eine Petition mit mehr als 50.000 Unterzeichnern eingereicht und immerhin eine mehrstündige öffentliche Anhörung im Parlament erreicht. Anfang September trafen sich die Befürworter aus aller Welt beim Basic-Income-Earth-Networks-Kongress (BIEN) in München, immerhin dem 14. seiner Art. „Ein Grundeinkommen soll den Menschen die finanziellen Mittel geben, um aktiv zu werden, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und Herrschaftsverhältnisse infrage zu stellen“, sagte dort BIEN-Ehrenpräsident Guy Standing.

Das klingt links. Und tatsächlich ist die Linken-Vorsitzende Katja Kipping eine der prominentesten Befürworterinnen. Katharina Messinger von der Bundesarbeitsgemeinschaft Grundeinkommen der Partei hat auch bereits ein vierstufiges Einstiegsszenario entwickelt: Kindergrundsicherung, Eltern- und einkommensunabhängiges BAföG ohne Rückzahlungspflicht, sanktionsfreie Erwerbslosengrundsicherung und Grundrente sollen dem Grundeinkommen den Weg ebnen.

Doch ist das Modell in der Partei noch längst nicht Konsens. Der Vorstand beschloss im August nur, das bedingungslose Grundeinkommen demnächst auf einem Bundesparteitag zu diskutieren. Voraussichtlich wird das Thema bei den Linken auf die Zeit nach den Wahlen verschoben. Das Thema scheint zu heikel: Bei den Parlamentswahlen in den Niederlanden im September scheiterte eine Grundeinkommenspartei kläglich.

Vorbild Namibia

Vielleicht könnte der globale Süden Skeptikern zeigen, dass ein Grundeinkommen machbar ist. Weltweites Aufsehen erregt seit einigen Jahren das Modellprojekt im Dorf Otjivero in Namibia. Die Verteilung des Eigentums an Grund und Boden ist dort ein großes Problem. „Aber eine Landreform nützt nichts, wenn kein Kapital da ist“, sagt Simone Knapp von der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika (KASA): „Die Leute brauchen Geld für Saatgut. Es geht aber auch darum, ohne das Stigma der Bedürftigkeitsprüfung Armut zu überwinden, um die Würde der Menschen wiederherzustellen.“

2008 begann mithilfe kirchlicher Unterstützung aus Deutschland in den Dörfern Otjivero und Omitara ein Grundeinkommensprojekt. Geleitet wird es von den deutschen Theologen und Ökonomen Claudia und Dirk Haarmann, getragen von einem breiten Bündnis aus Kirchen, Entwicklungshilfeorganisationen und Gewerkschaften.

Jede Person unterhalb des Rentenalters erhielt pro Monat 100 Namibische Dollar. Das sind zwar nur neun Euro, aber für große Familien ist die Summe der Beträge dennoch fast existenzsichernd. Die Leute im Dorf gründeten ein Komitee, um sich gegenseitig zu beraten, wie mit dem Geld umzugehen ist. Die Kneipen des Ortes blieben am Auszahlungstag geschlossen.

Nach nur sechs Monaten war der Anteil mangelernährter Kleinkinder von 42 auf 17 Prozent gesunken. Der Anteil der Kinder, die die Grundschule beenden, stieg im Laufe des Projekts von 40 auf 90 Prozent. Die Zahl der Selbstständigen stieg um 300 Prozent. Anders als bei Mikrokrediten für Kleinunternehmen schafft ein bedingungsloses Grundeinkommen Kaufkraft und wirkt somit ökonomisch und sozial nachhaltig. Auch die Machtverhältnisse im Ort haben sich geändert. Die Stellung der Frau hat sich verbessert. Die Menschen im Dorf sind selbstbewusster geworden gegenüber den weißen Farmern. Hungerlöhne und schlechte Arbeitsbedingungen können sie jetzt ablehnen, da für ihre Grundbedürfnisse gesorgt ist. Die Zukunft des Modellprojekts ist allerdings ungewiss.

Billiger als Sozialbürokratie

Immerhin kam Mitte Oktober die UN-Sonderberichterstatterin für Menschenrechte, Magdalena Sepúlveda, nach Namibia. Aufgrund der Erfahrungen von Omitara/Otjivero regte sie an, landesweit ein Grundeinkommen einzuführen. Schätzungen gehen davon aus, dass dies nur wenige Prozentpunkte des Bruttoinlandsprodukts kosten würde. Allemal billiger, als eine Sozialbürokratie aufzubauen. „In Entwicklungs- und Schwellenländern sind sozialstaatliche Strukturen oft nicht vorhanden“, erläutert der Grünen-Bundestagsabgeordnete Uwe Kekeritz. Aufwändige Bedarfsprüfungen seien unmöglich. „Die pauschale Auszahlung zur Armutsvermeidung ist eine unbürokratische Lösung. Schon mit sehr geringen Beträgen können große Effekte erzielt werden“.

Dennoch sträubt sich die Regierung in Windhuk dagegen. Dabei ist Namibia das Land mit der weltweit größten gemessenen Einkommensungleichheit: Zwei Drittel der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Ein Grundeinkommen im südlichen Afrika könnte aus den ungeheuren Gewinnen des Minensektors finanziert werden. In Alaska funktioniert das seit Jahrzehnten, auch wenn dort aus den Öleinnahmen keine existenzsichernden Beträge ausbezahlt werden: 2011 waren es 950 Euro pro Einwohner und Jahr.

Prominentester Befürworter des Grundeinkommens im südlichen Afrika ist der anglikanische Erzbischof Desmond Tutu. Und auch Jean Ziegler, Vorgänger von Magdalena Sepúlveda im Amt des UNO-Sonderberichterstatters, spricht sich seit Jahren für ein bedingungsloses Grundeinkommen aus. Der Mensch müsse, wenn die Erwerbsarbeit abnehme, schließlich trotzdem essen. Ein Grundeinkommen sei ein Weg zur Verteidigung des Gesellschaftsvertrags, ja, der Zivilisation überhaupt, argumentiert Ziegler.

Ersatz oder Ergänzung?

Vielleicht war es diese Vision eines neuen Gesellschaftsvertrages, die die Mitte-Links-Regierung unter Lula da Silva vor acht Jahren veranlasste, das Grundeinkommen sogar in der brasilianischen Verfassung zu verankern. Erster Schritt: eine Kindergrundsicherung. Seit deren Einführung sei die Schere zwischen Arm und Reich enger geworden und die Kindersterblichkeit gesunken, erklärt Senator Eduardo Suplicy aus São Paulo.

Und in Europa? Ist es zielführend, erst mal bestimmten Gruppen wie Kindern, Alten, oder auch Menschen in strukturschwachen Regionen ein Grundeinkommen auszuzahlen? Oder sollte das Grundeinkommen in einem ersten Schritt in niedriger Höhe für alle eingeführt werden? Und soll ein Grundeinkommen die komplexen Sozialsysteme in den Industrieländern ersetzen oder ergänzen?

Die politischen Akteure fürchten sich mehrheitlich nicht nur vor diesen Fragen. Sie erschauern geradezu bei der Vorstellung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Die Zivilgesellschaft, auch in Deutschland, ist da um Längen weiter. Die Anzahl lokaler und regionaler Grundeinkommensnetzwerke ist unüberschaubar geworden. Anders als unlängst in den Niederlanden würde das Thema hierzulande durchaus für den Bundestagswahlkampf taugen.

Einen kulturellen Beitrag dazu leistet unverdrossen Bernadette La Hengst. Ihr Lied „Grundeinkommen Liebe“ ist Ende September auf CD erschienen. Und für März plant die Künstlerin ein Theaterstück in Berlin. Titel: „Bedingungsloses Grundeinsingen“. Gesucht werden noch Freiwillige zum Mitsingen. Einzige Bedingung fürs Mitmachen: die Lust am Singen.

Und die Bedingungen für die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens? Vielleicht fehlt einfach nur der Mut auszuprobieren, wie es ist, wenn alle einen Teil vom großen Brotlaib bekommen.

Kommentare (154)

la lumiere 14.11.2012 | 10:54

Im reichen Oman gibt es das bereits, mit der Folge, daß  die junge Generation fett, faul und dumm geworden ist. Es gibt keine Motivation, sich für irgendetwas anzustrengen. Die Regierung überlegt inzwischen, wie sie Abhilfe schaffen kann, damit das Land nicht vor die Hunde geht, was schon verwundert in einem moslemischen Land.

Freunde waren dort als Lehrer tätig und waren einfach nur frustriert,  in den Medien habe ich auch darüber gelesen. Ich glaube nicht, dass so etwas für ein Land gut ist, so verlockend es auch klingen mag.

Nur Problemstellungen fordern den Geist zu Höchstleistungen.

mcmac 14.11.2012 | 11:35

Das Grundeinkommen in Oman scheint rein ökonomisch verstanden worden zu sein (ohne die viel wichtigere kulturelle Komponente). Es basiert lediglich auf unermeßlichem Überfluß an Einnahmen aus dem Ölgeschäft (statt auf Einsichten und Überlegungen, anders leben und arbeiten zu wollen). Neben den fetten, faulen & dummen Omani verrichten vor allem Menschen aus Sri Lanka, Indien, China und Pakistan die nötige Arbeit. Insofern ist Oman vielleicht ein gutes Beispiel, wie man mit einem bedingungslosen Grundeinkommen n i c h t umgehen sollte (weniger also, dass nur Problemstellungen den Geist zu Höchstleistungen fordern - populäres Gegenbeispiel: GNU/Linux),

lg

Schorsch 14.11.2012 | 11:36
Hallo La Lumière, der Gedanke, dass man mit einer solchen Absicherung Faul...werden hat mich auch schon grübeln lassen,allerdings geht es ja eigentlich nur um die Grundsicherung. Also ein Fundament auf dem man dann sein Haus bauen kann. Bekommt man das Haus schon geschenkt,dann wird es sicher schwer den Beschenkten nur allein zum Bay einer Hundehütte zu motivieren.
mcmac 14.11.2012 | 11:59

Vielen Dank für diesen Beitrag im Print (und nun auch online)!

Dieses Thema halte ich für eminent wichtig, kann man daran doch wirklich ganz konkret über eine grundsätzliche Alternative zum Bestehenden nachdenken...

Zum Beitrag selbst:

Noch ist auch der Linken das Thema im Wahlkampf zu heikel -Diesen Umstand vestehe ich überhaupt nicht. Er kann nur einer Unwissenheit geschuldet sein. Eine politische Gruppierung, die dieses Thema kompetent aufgreift, redet ganz konkret über eine tiefgreifende gesellschaftliche Alternative, in der letztlich wieder der Mensch das Maß aller Dinge sein könnte.

Namibia: Das Experiment dort ist eine absolute Erfolgsstory, so weit ich weiß. Es zeigt auch, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen grundsätzlich möglich ist, gut ist (und eben nicht zwangsläufig Sodom und Gomorrah ausbrechen).

Und die Bedingungen für die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens? Vielleicht fehlt einfach nur der Mut auszuprobieren -Man lese u.a. das viel zu wenig beachtete Buch "Bürger, ohne Arbeit" von Wolfgang Engler; Engler entwickelt dort ein umfassendes sozio-kulturelles Modell auf (ökonomischer) Basis einer, wie er es nennt, 'Sozialdividende'. Die Kenntnis dieser Gedankengänge könnte dem erforderlichen Mut ein menschliches Maß geben ;)

Red Bavarian 14.11.2012 | 12:20

Vom philosophischen Aspekt her passt mein Blog-Artikel 'Zwischen Himmel und Erde' auch zum Thema BGE. Dergestalt ist es eine Sache der Menschlichkeit.

Ich bin ein aktiver Befürworter eines emanzipatorischen BGE. Allgemein gesagt: Ich sehe den Menschen im Mittelpunkt, nicht das Geld, nicht die Arbeit. Es geht vom Grundlegenden her um das Recht auf gesicherte Existenz und gesellschaftliche Teilhabe, das jedem Menschen qua Existenz zustehen soll. Linke (hier auch im erweiterten Sinne gemeint) sind in der Regel gerecht; im Gegensatz zu Konservativen (hier auch im politsprektralen Sinne übergreifend gemeint), die in der Regel sittenstreng sind. Gerecht sein ist mehr als sittenstreng sein, doch menschlich sein ist mehr als gerecht sein.

Ich stelle beim konkreten Engagement fest, dass viele Menschen zwar ein Gerechtigkeitsgefühl haben, dass ihnen sagt: Wer arbeitet, wer etwas leistet, soll auch davon leben können. Aber die Vorstellung, dass alle Menschen bedingungslos versorgt werden, stößt nicht weithin auf Gegenliebe.

unimog_andi 14.11.2012 | 12:38
Haaach, wie immer lese ich nur von "Rechten", die jemand hat. Recht auf dies, Recht auf jenes, Recht auf Selbstverwirklichung, usw., usw. usw. Warum ruft nicht mal jemand nach den Pflichten, die ein Angehöriger einer Gemeinschaft hat? Wenn ich etwas von der Gemeinschaft möchte, muss ich auch etwas dafür tun. M.E. laufen solche Projekte wie in Namibia nur deshalb so erfolgreich, weil sie sich auf eine "kleine" Anzahl von Teilnehmern beschränken. Jeder kennt jeden, und aus der Tradition heraus, werden auch die Pflichten gegenüber der Gemeinschaft erfüllt. Ein BGE in Oman oder Deutschland ist sinn- und nutzlos.
Sikkimoto 14.11.2012 | 12:41

Auch wenn es nur bedingt mit dem Thema zu tun hat ärgere ich mich über Phrasen wie "Eltern- und einkommensunabhängiges BAföG ohne Rückzahlungspflicht". Warum bitte sollte der Staat das Geld verschenken? Zumal wenn die Eltern genug Geld haben um ihren Kindern auch ohne Unterstützung ein Studium zu ermöglichen. Und wie rechtfertig man das ein Frisörlehrling zu einem Hungerlohn arbeitet wärend alle, die ein Abitur gepackt haben das Geld förmlich nachgeschmissen kriegen? Für eine Meisterprüfung muss man einen Batzen Geld bezahlen den sich viele Gesellen nie leisten werden können aber den Studenten soll doch bitte ihr Studium geschenkt werden. Das ist visionslose Klientelpolitik.

Um Anfeindungen vorzubeugen: Ich lebe sebst von Bafög und Nebenjobs. Ich würde es sehr gerne sehen wenn man die Leistungen so anpassen würde das man tatsächlich davon Leben kann ohne zusätzlich arbeiten zu müssen. Aber: Ich zahle gerne alles zurück wenn ich als studierter Mensch einmal überdurchschnittlich gut verdiene. Würde man das Geld, das schon heute verschenkt wird in dem das Bafög nur zur Hälfte zurückgezahlt werden muss stattdessen in höhere Leistungen stecken wäre dem originären Sinn, nämlich Sprölingen sozial schwacher Familien ein Studium zu ermöglichen wesentlich mehr gediehnt.

Red Bavarian 14.11.2012 | 12:43

"Und tatsächlich ist die Linken-Vorsitzende Katja Kipping eine der prominentesten Befürworterinnen."

Katja Kipping hat das Thema auch kritisch erweitert durchdacht, siehe ihren Artikel 'Im Dienste des Citoyen, nicht des Bourgeois' und darin ihren interessanten Standpunkte-Essay.

Hinweisen möchte ich weiters auf meinen Blog-Artikel 'Gedanken zum Bedingungslosen Grundeinkommen', wo auch ich das Thema erweitert durchdacht habe.

Das sind Ansätze, mit denen sowohl die verschiedenen BGE-Strömungen, wie auch die BGE-Skeptischen zusammenfinden können.

lerche 14.11.2012 | 13:19

Die Vorstellung, dass die Erde keine Scheibe sei, stieß seinerzeit auch nicht nur auf Gegenliebe ;)

Der Vergleich hinkt allerdings sehr. ;-)

Ich persönlich sehe ein großes Problem beim BGE darin, dass über kurz oder lang der Wohlstand insgesamt wohl eher zurückgehen würde, weil doch kein Mensch mehr einsehen würde eine Arbeit zu verrichten, die weder besonders interessant noch besonders gut bezahlt ist.

Deshalb finde ich es auch etwas fragwürdig ein Dorf in Namibia, wo so eine unvorstellbar große Armut herrscht, als Beispiel heranzuziehen. Denn ich wage zu behaupten, dass die Hartz4-Leistungen hierzulande eher mehr als weniger leisten als das BGE in Otjivero. Zur Erinnerung: dort gab es davor nicht die geringste Unterstützung.

Ich erachte es deshalb als weitaus zielführender, für Mindestlöhne und den Erhalt unserer sozialen Sicherungssysteme zu kämpfen.

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Ehemaliger Nutzer 14.11.2012 | 13:51

Klasse Kommentare zu dem Blogeingangsbeitrag.

In einem Land, in dem die Freiheit des Einzelnen zu Recht geschützt ist,es jedem also  an sich unbeeinflussbar  und ohne Begründungspflicht betreff  seiner oder ihrer Beweggründe vor anderen freisteht, ob er oder sie täglich einen Marathonlauf hinlegt oder lieber liest oder fern sieht oder Kuchen backt,wird umfangreich darüber diskutiert, welche Beweggründe Mitmenschen haben hier wie in arabischen Staaten etwas zu tun oder ncht zu tun im Falle,sie wären finanziell rudimentär abgesichert.

Um die tatsächlich rational-ökonomischen Hintergründe solcher rudimentären materiellen Sicherung, die ja nichts mit der persönlichen Einstellung derjenigen zu tun hätten welche solche Sicherung bekämen, wird weniger nachgedacht. Na ja, das hat ja was mit Zahlen zu tun,machen die meisten nicht gern sich mit sowas zu befassen.

Die Fragte ist also nicht, was in den Leuten vorgeht die solches rudimentäres Sicherungsgeld erhielten-denn das geht lt.unserem Rechts- und Wertesystem ,das wir mit der Waffe in der Hand verteidigen sollen und z.B. am Hindukusch wo es gefährdet wird ja auch bereits tun, den Rest der Welt nämlich nichts an.

Die Frage wäre also ganz kölsch. Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld-und wo soll das Geld herkommen, was soll dafür abgeschafft oder gekürzt werden,soll es Sanktionsmöglichkeiten geben, wie wird es erwirtschaftet, geht es über Steuern oder analog zu den Sozialversicherungen über öffentlich-rechtliche Kassen, wären da im Rahmen der rechtl. Gleichbehandlung ähnlich wie bei Krankenkassen auch private Versicherer und Auszahler möglich, gäbe es das für Sünder (Strafgefangene) auch usw. usw..

Das alles kann und muß man fragen -z.B. die Befürworter.

Vollkommen daneben und zudem nicht mal zielführend sind jedoch die auch hier im Blog wieder zuerst auftauchenden völlig irrelevanten Fragen nach der Befindlichkeit ,Verfassheit und inneren sittlichen Haltung derjenigen, die solches Geld dann bekämen.

Gesinnungsprüfung bei  Geldbezug! 

Das unterschwellige Ressentiment gegen Menschen steht hier wie bei anderen Sozialthemen IMMER an erster Stelle der Diskussion-wenn die Kinder und mittlerweile Enkelkinder von Marx und Coca Cola über Soziales diskutieren;nicht etwa der ökonomisch-fiskalisch-monetäre  Sachverstand.

Man muß mal seine Ressentiments runterschlucken -und sachlich -monetär argumentieren . Der Verf.ist auch gegen den Quatsch-aber aus rein rationalen monetären  Gründen,nicht wegen Ressentiments gegen Bezieher und gewünschten Gesinnungsprüfungen bei deutschen oder arabischen Beziehern solcher Grundrente. (Da, ausgehend von diesem Begriff, hat die Kipping den Blödsinn her, -kommt davon wenn die Enkel von Marx und Coca Cola den Alten nicht kapierten und zu lange im Afri-Cola-Rausch sich befanden.)

Aber wie gesagt: Erhellende , klasse Kommentare zu dem Thema -sie passen richtig zu dem Unsinn.

maguscarolus 14.11.2012 | 16:44

Aus den Mitteln, die frei würden, wenn die ganze Arbeitslosensanktionierungsverwaltung samt "Qualifizierungsindustrie" auf den Müll der Geschichte gekippt würde ließe sich nach meiner Vermutung ein BGE – auch für die freigesetzten Mitarbeiter der "Agenturen" gut finanzieren, und ich bin darüber hinaus der festen Überzeugung, dass die so "grundversorgten" Bürger sich ohne den unseligen Sanktionsdruck schneller und glücklicher in den Arbeitsmarkt integrieren könnten, als es erfahrungsgemäß derzeit ist.

Aber das wird wohl ein Traum bleiben, da hierdurch die Umverteilung von unten nach oben ins Stocken käme.

unimog_andi 14.11.2012 | 17:09
Mal ganz wertfrei, wie von manchen kommentierenden hier gewünscht: BEG ~ 1.000 € pro Monat = 12.000 € im Jahr BEG für alle Bürger über 18 Geschätzt 75% von ~ 80 Millionen = 60 Millionen 12.000 € x 60 Mio = 720 Milliarden im Jahr Haushaltsausgaben 2012: 313 Milliarden Sprich: Allein für das BEG müsste zweimal der gesamte Haushalt ausgegeben bzw. erst mal erwirtschaftet werden. Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld - Schunkeln!
DonFerrando 14.11.2012 | 21:56

"Wenn ich groß bin, werde ich Hartz IV!" wie viele bedauernswerte Kinder haben diesen Satz bereits verinnerlicht? Wie soll es dann erst mit einem BGE werden? Welchen Grund soll ein junger Mensch dann noch haben sich ANZUSTRENGEN, wenn er weiß das im die gebratenen Tauben als Erwachsener so oder so ins Maul geflogen kommen? 

Noch ein Beispiel: Schauen sie einmal nach Nord-Neukölln wo ein Bevölkerungsanteil zw 70-90% mangels Sanktionsmöglichkeiten jetzt schon ein sanktionsfreies Grundeinkommen bezieht, und welche sozialen Folgen das hat! Besonders für die Kinder. HartzIV-Empfänger kommen mit Wagen der 100.000 Euro-Klasse zum Kindergarten vorgefahren. Na das ist doch was.

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Ehemaliger Nutzer 14.11.2012 | 22:39

DonFrerrando- Sie denken nicht kaufmännisch und überhaupt nicht unternehmensgerecht.(Sind Sie Beamter und leben öffentlich alimentiert?)

Diese Hartz 4 Leute müssen im Zweifel doch bis zu 110 km (eine Tour) zur Arbeit fahren -da brauchen die ein schnelles Auto. Wie sollen die denn sonst morgens pünktlich da sein. Versauen Sie uns mal nicht unsere recht preiswerten Möglichkeiten Mitarbeiter zu finden,ohne Auto können die nicht zu uns kommen und wir finden niemanden. Sie stört das nicht -als öffentlich alimentierter Angestellter oder Beamter.

Und apropos: Was machen Sie vor oder gar in Kindergärten-denn da müssen Sie sich ja herumtreiben sonst wüßten Sie ja nichts von den Autos dieser Hartz4 Leute? Gehen Sie wenigstens arbeiten für die Alimente die der Steuerzahler Ihnen zahlt -statt morgens und nachmittags unter Ausnutzung Ihrer gleitenden Arbeitszeit vor oder gar in Kindergärten sich aufzuhalten aus welchen Gründen auch immer.

Rupert Rauch 14.11.2012 | 22:46

Das BGE ist der Kommunismus der Neuzeit. Ein reizende dominierende Idee von bestechender Plausibilität die schwer zu widerlegen ist (schon deshalb weil es tausend verschiedene Modelle gibt) und bei der trotzdem die meisten Leute ein schlechtes Gefühl haben. Ich auch.

Und nein, ein Dorf in Namibia, in das man vorübergehend ein wenig Geld reinpumpt, taugt NICHT als Referenz. Wir bewegen uns hier auf dem ultra-kritischen Boden der Sozialpsychologie. Der Kommunismus ist daran gescheitert, dass die Leute nicht so tickten und sich auch nicht so umstricken liessen, wie es das System erfordert hätte.Die Kommune in Volkswirtschaftsgröße funktioniert nicht, weil da andere Mechanismen wirken, als in einer kleinen übersichtlichen Gemeinschaft.

Selbiges kann (je nach Modell) auch mit dem BGE passieren, man weiß es nicht. Andererseits ist auch kaum jemand bereit ein Experiment von solchen Ausmaßen zu machen.

Es ist auch wenig sinnvoll über das BGE allgemein zu diskutieren, man kann das jeweils nur für ein konkretes Modell machen und versuchen dort evtl. Schwächen und Stärken herauszustellen.

Sisy_Phus 15.11.2012 | 00:06

Billiger als Sozialbürokratie

...Der Mensch müsse, wenn die Erwerbsarbeit abnehme, sch"ließlich trotzdem essen. Ein Grundeinkommen sei ein Weg zur Verteidigung des Gesellschaftsvertrags, ja, der Zivilisation überhaupt, argumentiert Ziegler.

 

So isst es. 

Leider sind Klischees und Worte wie: Neid, Missgunst, Halbwissen, etc. und die Angst vor dem Anderen oder Neuen noch so dominant in den Diskussionen um das BGE, auch das hochrechnen von Zahlenbeispielen saugt enorme Energie aus dem Thema, so das ich derzeit annehmen muss das wir uns eher "wenn es um die Wurst geht" gegenseitig abschlachten, als Wohlwollend und in Gleichberechtigter Weise sowie Enkeltauglich in die Zukunft blicken zu können.

Für mich ist das BGE eine Angelegenheit der Vernunft und Folge der realen Veränderungen der Zivilen Entwicklung auf der gesamten Erde.

Durch Industrialisierung und Rationalisierung „die großen Götter“ der letzten 100 Jahre, hat sich doch eine Veränderung ergeben, die allein ein Umdenken des Erwerbsarbeits – System erfordern.

Maschienen haben sehr, sehr viele Menschenarbeitsplätze ersetzt.

Und auch das "Prinzip Wachstum ohne Ende", ist heute leider den meisten Menschen eine plausieble erscheinende Parole.

Ich empfehle allen die an ewiges Wachstum glauben, sich einen Luftballon zu kaufen und dann mal ewig blasen. Das Experiment kann ewig wiederholt werden und führt immer zum gleichen Ergebnis.

Nun gibt es seit der Digitalisierung unserer Welt viele neue Beschäftigungen. Dieser Prozess läuft noch keine 50 Jahre und jeder soll daran teil nehmen. Produkte werden geschaffen und so gemacht das sie auch schnellstmöglich wieder hin sind.

Was wird dabei an Werten geschaffen? Werte die auch Enkeltauglich sind? Auf jeden Fall Nebenwirkungen wie Raubbau und:

Unser Wohlstandsmüll landet dann vor den Füßen unserer weniger wertigen Nachbarn. Da haben die dann auch was zum arbeiten ;)

Die Globalisierung ist so Komplex wie auch Einfach. Alles basiert heute auf dem Prinzip ein Mensch ist: richtiger, wahrer, schlauer, wertvoller, dümmer, fauler, besser, schlechter etc. als der Andere.

Und es ist immer eine Frage der Mittel die zur Verfügung stehen zur Durchsetzung seiner Privilegien und Klischees.

So lange nicht klar wird das mein Nachbar das gleiche Lebensrecht hat wie ich selbst, wird noch einiges NachGedacht werden müssen wenn Zukunft gewollt ist.

Augen auf Erwerbsarbeit vs. Parole Nr. 1 ...Arbeitsplätze schaffen...

Sollte es ein BGE geben: wird es kein Arbeitsamt, Jobcenter, Rentenamt, sowie die gesamten Institutionen die Hilfe bei Problemen mit den Vorgenannten Ämtern anbieten, mehr geben müssen. Stell dir vor wie viele „Arbeitsplätze“ da weg fallen.

Mit BGE wäre das O.K. Und warscheinlich wüden die Kosten die für diese Behörden aufgebracht werden müssen sich gut gegenseitig mit dem BGE für die "frei gesetzten Mitarbeiter" aufheben ;)

Elend ist ebend auch eine gigantische Industie !

Noch zur Zeitverschwendung mit den Zahlenspielen: wer sich mit der Höhe von BGE Auszahlungen schindet sollte bedenken, was sind xxx,xx € wert. Heute? und Morgen?

Was ist uns das Leben wert? Mein Leben und das meines Nachbarn?

Wenn mir bewusst ist das ein Leben in guter Nachbarschaft, friedlich und mit freiem Austausch machbar ist, was verhindert diesen Lebensanspruch in der heute realen Welt?

 

 

Sisy_Phus 15.11.2012 | 00:06

Billiger als Sozialbürokratie

...Der Mensch müsse, wenn die Erwerbsarbeit abnehme, sch"ließlich trotzdem essen. Ein Grundeinkommen sei ein Weg zur Verteidigung des Gesellschaftsvertrags, ja, der Zivilisation überhaupt, argumentiert Ziegler.

 

So isst es. 

Leider sind Klischees und Worte wie: Neid, Missgunst, Halbwissen, etc. und die Angst vor dem Anderen oder Neuen noch so dominant in den Diskussionen um das BGE, auch das hochrechnen von Zahlenbeispielen saugt enorme Energie aus dem Thema, so das ich derzeit annehmen muss das wir uns eher "wenn es um die Wurst geht" gegenseitig abschlachten, als Wohlwollend und in Gleichberechtigter Weise sowie Enkeltauglich in die Zukunft blicken zu können.

Für mich ist das BGE eine Angelegenheit der Vernunft und Folge der realen Veränderungen der Zivilen Entwicklung auf der gesamten Erde.

Durch Industrialisierung und Rationalisierung „die großen Götter“ der letzten 100 Jahre, hat sich doch eine Veränderung ergeben, die allein ein Umdenken des Erwerbsarbeits – System erfordern.

Maschienen haben sehr, sehr viele Menschenarbeitsplätze ersetzt.

Und auch das "Prinzip Wachstum ohne Ende", ist heute leider den meisten Menschen eine plausieble erscheinende Parole.

Ich empfehle allen die an ewiges Wachstum glauben, sich einen Luftballon zu kaufen und dann mal ewig blasen. Das Experiment kann ewig wiederholt werden und führt immer zum gleichen Ergebnis.

Nun gibt es seit der Digitalisierung unserer Welt viele neue Beschäftigungen. Dieser Prozess läuft noch keine 50 Jahre und jeder soll daran teil nehmen. Produkte werden geschaffen und so gemacht das sie auch schnellstmöglich wieder hin sind.

Was wird dabei an Werten geschaffen? Werte die auch Enkeltauglich sind? Auf jeden Fall Nebenwirkungen wie Raubbau und:

Unser Wohlstandsmüll landet dann vor den Füßen unserer weniger wertigen Nachbarn. Da haben die dann auch was zum arbeiten ;)

Die Globalisierung ist so Komplex wie auch Einfach. Alles basiert heute auf dem Prinzip ein Mensch ist: richtiger, wahrer, schlauer, wertvoller, dümmer, fauler, besser, schlechter etc. als der Andere.

Und es ist immer eine Frage der Mittel die zur Verfügung stehen zur Durchsetzung seiner Privilegien und Klischees.

So lange nicht klar wird das mein Nachbar das gleiche Lebensrecht hat wie ich selbst, wird noch einiges NachGedacht werden müssen wenn Zukunft gewollt ist.

Augen auf Erwerbsarbeit vs. Parole Nr. 1 ...Arbeitsplätze schaffen...

Sollte es ein BGE geben: wird es kein Arbeitsamt, Jobcenter, Rentenamt, sowie die gesamten Institutionen die Hilfe bei Problemen mit den Vorgenannten Ämtern anbieten, mehr geben müssen. Stell dir vor wie viele „Arbeitsplätze“ da weg fallen.

Mit BGE wäre das O.K. Und warscheinlich wüden die Kosten die für diese Behörden aufgebracht werden müssen sich gut gegenseitig mit dem BGE für die "frei gesetzten Mitarbeiter" aufheben ;)

Elend ist ebend auch eine gigantische Industie !

Noch zur Zeitverschwendung mit den Zahlenspielen: wer sich mit der Höhe von BGE Auszahlungen schindet sollte bedenken, was sind xxx,xx € wert. Heute? und Morgen?

Was ist uns das Leben wert? Mein Leben und das meines Nachbarn?

Wenn mir bewusst ist das ein Leben in guter Nachbarschaft, friedlich und mit freiem Austausch machbar ist, was verhindert diesen Lebensanspruch in der heute realen Welt?

 

 

Rupert Rauch 15.11.2012 | 00:45

"Der Mensch müsse, wenn die Erwerbsarbeit abnehme, sch"ließlich trotzdem essen."

Die Arbeit wird aber nicht weniger, nur das Geld um sie zu bezahlen. Und unter diesem Problem würde das BGE auch leiden.

"hochrechnen von Zahlenbeispielen saugt enorme Energie aus dem Thema,"

Ja, das letzte große gesellschaftliche Experiment ala Kommunismus ist grandios gescheitert, weil es nicht richtig durchdacht war. Ein anderes, ala Euro, scheitert ebenfalls gerade.

"Maschienen haben sehr, sehr viele Menschenarbeitsplätze ersetzt."

Nochmal: Arbeit wird nicht weniger. Das ist der Kardinaldenkfehler den BGEler immer wieder machen. Ich kenne faktisch keine Firma die nicht gerne mehr Leute einstellen würde, so sie es bezahlen könnte. Selbiges gilt für Behörden, Schulen, Forschungseinrichtungen, Handwerker etc.

"Und auch das "Prinzip Wachstum ohne Ende", ist heute leider den meisten Menschen eine plausieble erscheinende Parole."

Nein, aber die meisten durchschauen die Materie nicht genug um Alternativen formulieren zu können. Das BGE schafft da auch nicht zwangsweise Abhilfe, im besten Fall schafft es einen Nachfrageschub, der zu weiteren Wachstum führt (mit allen negativen Folgen).

"Produkte werden geschaffen und so gemacht das sie auch schnellstmöglich wieder hin sind."

Oft veralten sie schlicht in kürzester Zeit.

"Was wird dabei an Werten geschaffen?"

Z.B. Kommunikation? Du würdest jetzt kaum vorm Computer hocken, wenn den nicht vorher jemand entwickelt hätte. Und wie alle neue Technik hat es einen Effizienzschub gebracht.

"Sollte es ein BGE geben: wird es kein Arbeitsamt, Jobcenter, Rentenamt, sowie die gesamten Institutionen die Hilfe bei Problemen mit den Vorgenannten Ämtern anbieten, mehr geben müssen. Stell dir vor wie viele „Arbeitsplätze“ da weg fallen."

So ist das in der Fantasie. In der Praxis ist es entweder zu niedrig oder inflationiert sich selbst weg.

"der Höhe von BGE Auszahlungen schindet sollte bedenken, was sind xxx,xx € wert. Heute? und Morgen?"

Das ist der Knackpunkt, die Folgen eines BGE sind nicht abschätzbar und hängen davon ab, wie und ob die Leute einfach weitermachen wie bisher oder ihr Verhalten anpassen. Woher man das Geld nimmt, z.B. wen man besteuert oder ob man Geld druckt usw.

 

wmkommentar 15.11.2012 | 02:51

Ein BGE unter der Diktatur des jetzigen Finanzsystems mit Zins + Zinseszins wird nicht nachhaltig funktionieren, denn der  Geldfluss von FLEISSIG nach REICH, um leistungslose Spitzeneinkommen zu ermöglichen (ein „BGE“ für die Reichsten) führt zu exponentiell anwachsendem Vermögen bei sehr wenigen und Schulden bei vielen Menschen (inkl. Staaten).

(Bsp:  Diktatur durch die FED - Georg Schramm über FED/Macht und Jekyll Island: http://www.youtube.com/watch?v=xakNmcQF8Ks&feature=fvwrel)

Die 12-Jährige Victoria Grant erklärt uns in klaren Worten das marode (verbrecherische) Bankensystem. Da stellt sich die Frage, warum "unsere" Politker an diesem, alles versklavenden, bereits halbtoten Kraken weiter festhalten.
http://www.youtube.com/watch?v=aVE4JD_Mq_A&feature=player_embedded

Wir brauchen Fließendes Geld, da dann der ca. 50 %-ige Zinsanteil bei allen Waren- und Dienstleistungspreisen wegfällt, ein Soziales Bodenrecht, eine Freie Presse. Dann wird ein BGE gut funktionieren und Demokratie wird ermöglicht, denn in „unserer geldgesteuerten Scheindemokratie steht das Finanzsystem über dem Recht.! Weiteres dazu unter www.lust-auf-neues-geld.de  und www.wissensmanufaktur.net  (Steuerboykott und Plan B) und http://www.youtube.com/watch?v=-pRfGVHU_Qg&feature=related

http://www.borderlands.de/net_pdf/NET0112S45-48.pdf

wmkommentar 15.11.2012 | 04:01

…Nochmal: Arbeit wird nicht weniger. Das ist der Kardinaldenkfehler den BGEler

Doch Arbeit wird durch Rationalisierung weniger, aber die Finanzwirtschaft wird  immer gefräßiger und erzeugt einen perversen Wirtschaftswachstumszwang "Prinzip Wachstum ohne Ende" mit Unterstützung „unserer“ Politiker (z. B. RENTENLÜGE, ALLES WAS ARBEIT SCHAFFT IST SOZIAL…).

 

....Stell dir vor wie viele „Arbeitsplätze“ da wegfallen.

Alle Arbeitsplätze, die in Wirklichkeit nur Einkommensplätze sind - dazu gehört der Verwaltungswasserkopf, AÄ, Mobcenter, Steuerberater, Hegdefondmanager,... können wegfallen, da sie weder für lebensnotwendige Produkte noch Dienstleistungen sorgen.

 

…. Das BGE schafft da auch nicht zwangsweise Abhilfe, im besten Fall schafft es einen Nachfrageschub, der zu weiterem Wachstum führt.

Nein, das BGE führt nicht zu Nachfrageschub und  Wachstumzwang, weil  damit nur die Grundbedürfnisse gesichert werden, wohl aber das Schuldgeldsystem durch das exponentielle Wachstum.

mcmac 15.11.2012 | 10:05

Aus Sicht der derzeit Herrschenden/Mächtigen muss ein BGE (welches diesen Namen verdient) dringend bekämpft/ diskreditiert/ manipuliert werden, da es unmittelbar die Grundpfeiler deren Macht ansägt. Anders gesagt: Wie soll sich eine Mehrheit von Menschen durch eine Minderheit und deren Apparate wirksam beherrschen lassen, wenn dieser Mehrheit -neben den bestehenden, demokratisch verfassten Grundrechten (und -pflichten!)- die materielle Grundexistenz nicht mehr willkürlich bedroht werden kann?..

Neben den all Fragen, was ein BGE sei, dass diesen Namen verdient, wie man es finanziert, ob man ein universales Modell oder in eine Vielzahl von lokal angepassten Modellen diversifiziert usw. usf., ist die Betrachtung dieses grundlegenden, letztlich auf willkürlicher Gewaltausübung beruhenden Macht-Mechanismus von außerordentlicher Bedeutung.

DonFerrando 15.11.2012 | 10:42

Alles theoretische Planspiele und Geschwurbel ohne Praxisbezug! Die SED-Genossen haben in den 50er Jahren auch geglaubt, jegliche Kriminalität könne durch sozialistische Erziehung aus dem Menschen ausgemerzt werden und würde schließlich im Sozialismus ganz verschwinden.

Mal ein Praxisbeispiel: In der DDR kostete ein Brot 52 Pfennige, bis zuletzt, also auch fast schon auf dem Weg zum BGE bzw. Kommunismus. Man könnte jetzt unzählige Geschichten anführen, was mit dem Brot alles für Schindluder getrieben wurde, zB wurde es als Tierfutter verwendet, weil es ja billiger war und auch in Massen weggeschmissen, sobald es nicht mehr ganz frisch war. Allein diese Praxiserfahrungen reichen schon aus, um zu erkennen, dass so etwas NIE funktionieren KANN.

KaEff 15.11.2012 | 11:02

Bevor das BGE eingeführt werden kann, müsste m.E.n. erst einmal ein Umdenkprozess, oder eine Bewusstseinsveränderung durchgemacht werden müssen. Die Diskussion um das BGE zeigt dies ganz deutlich. Mir fällt in der Diskussion ein extremes Schwarz-Weiss-Denken auf. Auf der einen Seite steht Kreativität, Entfaltung, Freiheit und solidarisches Miteinander, auf der anderen hört man Leistungsanspruch, fett, faul, Hierarchie, Herrschaft  und Wettbewerb. Für mich geht es in erster Linie nicht um die Frage, was es kostet, sondern um die Frage "Wie wollen wir in unserer Gesellschaft leben?".  Diese Frage ist komplett überfällig und wir sollten das breit und öffentlich diskutieren. Es geht tatsächlich nicht um ein überintellektualisiertes Konzept, was durchgesetzt werden soll. Zuallererst sollte die Tendenz innerhalb dieser Gesellschaft für eine Zukunft geklärt werden. Wie wollen wir leben? In gleichem Maße sollten wir uns noch einmal diverse Artikel unserer Verfassung zu Gemüte führen und uns fragen, ob unser Leben tatsächlich in ihrem Sinne stattfindet. Oder ob es z.B. sein kann, daß sie in einigen Bereichen ausser Kraft gesetzt ist, in Fragen der Würde, der freien Entfaltung etc. Stellen wir fest, daß unsere Verfassung mit unserem Leben nicht im Einklang ist, oder sein kann, weil z.B. gewisse Zwänge der Leistungsgesellschaft diverse Artikel wie einen hohlen WItz erscheinen lassen, dann ist es verdammt noch mal an der Zeit, Dinge zu ändern. Was ist denn eigentlich Würde? Was ist denn freie Entfaltung? Vielelicht sollten wir zuallererst darüber diskutieren. Und zwar mit ALLEN Bürgern dieses Landes.

 

DonFerrando 15.11.2012 | 11:16

"Und apropos: Was machen Sie vor oder gar in Kindergärten-denn da müssen Sie sich ja herumtreiben sonst wüßten Sie ja nichts von den Autos dieser Hartz4 Leute?" 

Das ist auch amüsant, was macht man eigentlich als ERWACHSENER vor oder in einem Kindergarten??? Wahrscheinlich hatte ich nichts besseres zu tun, oder war früher bei "Horch und Guck". LOL

Und mal abgesehen davon, dass ich aus einem ganz natürlichen Grund den Kindergarten "besuche", reicht es aus wenn ich aus zuverlässiger Quelle zitiere, oder haben sie alle Informationen auf welche sie sich stützen höchstpersönlich recherchiert?

GEBE 15.11.2012 | 12:44

Es ist eine Illusion zu meinen, Geld würde mehr.

Das Einzige was mehr wird, sind optionale Anweisungen auf Geld.

Das ist ähnlich so, als würde man auf einen Kuchen, bestehend aus beispielsweise zwölf Stücken, Tausend Optionsscheine ausgeben. Da müssen, um an ein Stück Kuchen zu kommen, sich eben erst einmal 988 Optionseignern die Schädel gegenseitig eingeschlagen. Und das ist der real gegebene Weltkrieg an allen Ecken und Kanten.

Sisy_Phus 15.11.2012 | 13:08

"Maschienen haben sehr, sehr viele Menschenarbeitsplätze ersetzt."

Nochmal: Arbeit wird nicht weniger. Das ist der Kardinaldenkfehler den BGEler immer wieder machen. Ich kenne faktisch keine Firma die nicht gerne mehr Leute einstellen würde, so sie es bezahlen könnte. Selbiges gilt für Behörden, Schulen, Forschungseinrichtungen, Handwerker etc.

Zur Klarheit in der Sache: Arbeit ist nicht gleich Arbeitsplatz. Und schon garnicht Einkommensarbeit.

Ja Arbeit wird nicht weniger, jedoch erledigen immer weniger Menschen diese Arbeit mit immer geringer bezahltem Einkommen. Und das Problem liegt wohl nicht am Geld das zu wenig vorhanden ist. Es ist viel mehr Geld auf dieser Welt als jemals zuvor, nur wofür dieses Geld verwendet wird ist ja dann wohl die Frage/ das Problem.

Das führt zu dem „Klischee Wohlstand für Alle“

Wohlstand wird heute in der Regel doch mit Geldmenge assoziiert. Und das ist nicht nur ein Problem der Reichen und der Entscheider die große Mengen an Geld zur Verfügung haben, es ist ein Wohlstandsproblem unserer Zeit und das von Jederman. Die Frage ist das „Haben und Brauchen“?

Was ist mir denn die Leistung all der Menschen die wirklich Lebensnotwendige Arbeiten für uns erledigen wert? Vergleiche ich die Arbeitslöhne von „Geldwirtschaftlern“ mit den der Menschen die wirklich Lebensnotwendige Leistungen und Dinge erarbeiten dann wundere ich mich über die Bewertungen.

Meines erachtens nach ist das BGE ist nicht nur als Geldleistung zu denken, es muss als Lebensrecht von jedem Menschen für jeden Menschen und zwar Global anerkannt werden.

Ja und das bedingt natürlich ein vollkommen neues System wofür alte Systemnamen nicht herhalten können/sollten.

 

 

Sisy_Phus 15.11.2012 | 13:40

Das wichtigste Wort im BGE = Bedingungsloses Grundeinkommen, ist Bedingungslos!

Meines erachtens nach ist das BGE ist nicht nur als Geldleistung zu denken, es muss als Lebensrecht von jedem Menschen für jeden Menschen und zwar Global anerkannt werden.

Und Ja das bedingt natürlich ein vollkommen Neues System, wofür alte Systemnamen nicht herhalten können/sollten.

Es ist ein Wohlstandsproblem unserer Zeit und das von Jederman.

Das „Haben und Brauchen“?

BGE = Bedingungsloses Grundeinkommen. Bedingungslos das ist die Revolution/Evolution die stattfindet oder auch nicht.

Und kein Kapitalistisches, auch keine soziale Marktwirtschaft und alle Vorgänger Systeme der Neuzeit hat darin Bestand. Denn das Leben hängt wirklich nur sehr bedingt am Iphon, dem Flatscreen oder dem "Trend der Stunde" usw.

Wird es möglich sein einen neuen Umgang unter einander?

Mit Zuversicht und Vertrauen darauf das der Mensch auch in der Lage ist alte Klischees los zu lassen. Neu/Anders wäre ein System das notwendiger Weise Bedingungslos (heißt ohne sich dem Anderen zu bemächtigen) ist . In dem Alle neben und Miteinander zu leben bereit sind.

Ist es denn Vorstellbar das, das Wort „Machtmensch“ aufhört zu existieren? 

 Davon sehe ich die meisten Menschen mit ihren verinnerlichten Klischees und eingeübten Verhaltensmustern noch sehr, sehr weit entfernt. Schau ich in die kleinste Zelle der Menscheit, die Familien, wie läuft es dort? In die Nachbarschaften wo ein Mensch richtiger ist als der andere.  Aber ich will nicht schwarz malen ;) es geht voran vergleiche ich die Verhältnisse ein paar Jahrzehnte zurück ;)

 

 

Sisy_Phus 15.11.2012 | 14:06

"Produkte werden geschaffen und so gemacht das sie auch schnellstmöglich wieder hin sind."

"Oft veralten sie schlicht in kürzester Zeit."

Ziemlich lesifär ihre Aussage. Aber sehr substanziell im Gesamtsystem Konsumgesellschaft auf dem das Kapitalistische Prinzip ruht und orgniesiert von Ingeniuren seit ca. 100 Jahren ;) siehe mehr: http://de.wikipedia.org/wiki/Obsoleszenz#Geplante_Obsoleszenz

"Was wird dabei an Werten geschaffen?"

Z.B. Kommunikation? Du würdest jetzt kaum vorm Computer hocken, wenn den nicht vorher jemand entwickelt hätte. Und wie alle neue Technik hat es einen Effizienzschub gebracht.

GEBE 15.11.2012 | 14:12

Ich schrieb vor Jahren (im Januar 2008), u.a.  in der „Die Zeit“ folgenden Artikel im Zusammenhang mit der Thematik um das Bedingungslose Grundeinkommen.:

http://community.zeit.de/user/gebe/beitrag/2008/02/16/ueber-steuerskandale-und-skandal-der-steuern

 

 

Daß Steuern sein müssen, steht außer Frage. Einziger Sinn von Steuern ist, Einrichtungen des Gemeinwohls zu finanzieren. Steuern sind notwendig u.a. zur Errichtung und Aufrechterhaltung öffentlicher Einrichtungen, von Infrastruktur, innerer und äußerer Sicherheit und der Verwaltung all dessen. Doch wie sind Steuern zu generieren bzw. wie werden sie generiert? Da fängt der Skandal an. Alle Erzeugnisse, ohne Ausnahme, alle produzierten Güter und sämtlich alle zur Verfügung gestellten Dienstleistungen, erhalten ihren Wert dadurch, daß sie gebraucht werden. Nur Nachfrage und Gebrauch, sprich: Konsum, geben einem Erzeugnis einen wirtschaftlichen Sinn und Wert. Das bedeutet, daß jede Wertschöpfung durch den Konsum definiert ist und an dieser Schnittstelle, dem Marktgeschehen des Wirtschaftskreislaufs stattfindet.

 

Alleine über die Konsumierung finden die Erlöse für vorangegangene Investitionen zur Erzeugung und Bereitstellung statt. Eingeschlossen sind davon auch alle Lohnkosten, eben alle Kosten bis zur Marktpräsenz hin. Was Produktionsmittel und Rohstoffe angeht, ist das leicht nachvollziehbar. Alleine bei Löhnen fängt die Crux der ideologischen Auseinandersetzungen an.

Genau besehen ist eine Entlohnung aber weder eine Entschädigung für Zeit noch für Kraft noch für ein bestimmtes Talent, sondern lediglich der vereinbarte Wert für die Ware, die ein Arbeitgeber dem Arbeitnehmer innerhalb der gemeinsamen Produktion abkauft.[Weder Zeit, noch eine individuelle physische Beschaffenheit (blaue Augen, Form der Finger, Anteil von Muskelmasse, Art und Güte der Ausprägung eines Sinns, Länge der Nase oder Haut- und Haarfarbe), noch ein persönliches Talent haben irgendeinen Warenwert!]Jeder Lohn ist aber eine erlöste Ware aus gemeinsam erzeugten Produkten und eine Anweisung auf andere Waren, genauso wie der Verkauferlös an der gemeinsam erzeugten Ware für den Arbeitgeber eine Anweisung auf andere Waren ist – von denen er einige den Arbeitnehmern abkauft und die er aufgrund seiner Stellung in den Handel bringt.

 

Wenn nun einmal die Wertschöpfung nur durch den Erlös, sprich: durch Konsumtion entsteht, so ist mit Denknotwendigkeit auch erst eine Steuerfälligkeit am Ende dieses Wirtschaftskreislaufs anzusetzen und möglich, wenn sie nicht rein willkürlich vorher schon freies Wirtschaften korrumpieren will.Das bedeutet, alle Steuern können konsequenterweise nur  sein, weil nur an dem Verwirklichungspunkt des Wirtschaftskreislaufs, an dem einzig
und allein Wertschöpfung entsteht, eine Besteuerung konkludent stattfinden kann.

 

Jede andere Steuer außer der Steuer auf Konsum ist eine willkürliche Steuer, die ungesund von außen in den Wirtschaftskreislauf einwirkt. Alle solche Steuern sind willkürliche ideologische Eingriffe und politische Steuerungen des ansonsten homogenen und in sich gesunden Wirtschaftskreislaufs.

Je nach Lust und Laune, je nach politisch-ideologischer Strömung werden ja die kuriosesten Steuern erfunden, die aber mit einem Erlös als Steuern für das Gemeinwohl, aus der tatsächlichen Wertschöpfung des gemeinsamen Wirtschaftslebens, aus der wirklichen wirtschaftlichen Werteschaffung heraus, keinerlei natürlichen Zusammenhang haben.  Nur in dem Moment der Konsumption kann auch für das Gemeinwohl, für das Staatswesen, ein Anteil der Wertschöpfung als Anweisung auf Waren für das Gemeinwohl, in Form von Steuern erhoben werden. Alle anderen Steuern sind nicht nur willkürliche, sondern auch mißbräuchliche Eingriffe.

Die Liste solcher Willkürsteuern und deren ordnungspolitisch-ideologische Stoßrichtungen als Beherrschungs- und Steuerungselemente gesellschaftlich- kulturellen Lebens, ist lang und die Beklagnisse darüber sind ebenso vielfältig wie riesengroß, weil allerorten, je nach ideologischer Zugehörigkeit, Übervorteilungen und Benachteiligungen gesehen werden, die sich eben aus diesen Willkürsteuern zwangsläufig ergeben.

Ob Steuerflucht oder Schummeleien bei der Steuererklärung, ob Subventionsmißbräuche usw. sie sind allesamt auf besondere Weise angeregt durch den Willkürcharakter des gegebenen Steuersystems.

 

Würden hingegen alle Steuern, bis auf die Besteuerung von Konsum, abgeschafft - wobei die Besteuerung des Konsums nicht linear sein kann, da ein Salatkopf und ein Elektronenmikroskop anderen Vorbedingungen in der Herstellung unterliegen -, würde eine gesellschaftsorganische Gerechtigkeit des Steuerzahlens sich entwickeln.

Derjenige der viel konsumiert bezahlt viel, immerhin nimmt er damit ja auch die gesamte Infrastruktur mehr in Anspruch, als ein Asket.[Es sei noch darauf hingedeutet – allerdings ist das heute hier nicht der Gegenstand dieses Artikels, daß ein bedingungsloses Grundeinkommen als Basiseinkommen ebenso über die Besteuerung des Konsums finanzierbar ist und am Ende des Wirtschaftskreislaufes dadurch, nämlich durch die wegfallenden Vor-, Zwischen- und Willkürsteuern usw. (auch der Lohnsteuern!), und der entsprechend wegfallenden Verwaltungskosten, die eigentliche Wertschöpfung zu immenser
Effizienz führen würde.]Außerdem würde jede Steuererklärung entfallen und damit jede
Möglichkeit des Betrugs. Wer dann jedoch immer noch keine Steuern zu zahlen gewillt wäre, müßte sich halt einfach jeden Konsum verweigern, zum absoluten Selbstversorger mit eigenem Bergwerk usw. werden – oder eben versuchen von Luft und Liebe zu leben!

Sisy_Phus 15.11.2012 | 14:17

ps. digitale welt:

Zur Sinngabe/den Wert/ den Nutzen der Digitalisierten Welt: diese hat vor allem als Wert für mich , das sie den Weg/die Straße zum Wandel bereit gestellt/geebnet hat.  Und so sitzen wir am "www" nehmen uns Zeit und äussern unsere Meinungen, Denkansätze usw. 

Die Achillisferse der Digitalen Welt ist für mich noch der Verschleiß an Materie (Rohstoffe), die Verschwendung von Energie und Verschmutzung die wir uns und unseren Nachbarn zumuten. Und ich kann nicht verstehen warum ein Digitalmedienarbeiter so viel höher dotiert wird als ein Pfleger im Altenheim. 

GEBE 15.11.2012 | 15:18

In diesem Zusammenhang ist die Frage nach dem "wir" stets und immer obsolet.

Einzig und alleine lebenstauglich ist - auch gerade in dem in Rede stehenden Zusammenhang - stets und immer zu sich selbst Bezug zu nehmen und sich selbst auszureichten, zu positionieren und zu entscheiden.  Im "Wir" lauert immer die Gefahr des externalen Attribuierens und die Dumpfheit von Gruppendusseligkeiten.

Maxi Scharfenberg 15.11.2012 | 17:31

Leider kommt im Beitrag für mich nicht so ganz klar heraus, ob es sich um etwas wirklich Erstrebenswertes handelt, weil die Sache mit dem bedingungslosen Grundeinkommen ja nicht so neu ist, nur immer mal anders heisst.

Was ich damit sagen will? Wer verstanden hat, dass aus der DDR mit ihrem missglückten Modell eines Nationalsozialismus nach Vorbild des III. Reiches und aus der marktwirtschaftlich organisierten BRD nun schrittweise eine Art demokatischer  BRD-  Sozialismus  entstanden ist, für den ist klar, dass auch das bedingungslose Grundeinkommen nichts zum Lachen ist, sondern die konsequente Umsetzung auf dem Weg zum Kommunismus darstellt. Nüchtern, nach der "Reinen Lehre" betrachtet, sind die Merkmale dieser Gesellschaftsordnung klar auf dem Vormarsch.

Nur ein Land, welches mit über 2 Billionen Euro Staatsschulden meint, nicht pleite zu sein, kann sich mit Teilen seiner Denker daran machen, weiter zu verteilen, was nicht da ist.

Vorwärts Genossen, lasst uns verteilen, damit von den Staatsschulden wenigstens auch das Normalo etwas hat. So macht es Sinn.

Konfuzikuntz 15.11.2012 | 18:16

Das bedingugslose Grundeinkommen ist richtig. Und wird früher oder später kommen. Wobei ich nicht daran glaube, dass kleine Parteien es durchsetzen können.  Wobei ich auf dem politisch linken Spektrum eigentlich nur den Grünen zutraue, es sich wirklich auf die Fahnen zu schreiben (die Piraten sind nicht programmatisch "links", sondern "Betriebssystem").

Die Linkspartei wird sich sehr schwer damit tun. Denn sie spielt sich ja in der gewohnt "dialektischen" Doppelzüngigkeit zugleich als Retter vor dem kalten Hartz-IV-Staat und als potentiell besserer (großzügigerer) Staat auf. Mit Erfolg. 8 Prozent gegenwärtig.

Das Grundeinkommen gibt dem Menschen aber seine Unabhängigkeit von Geld zurück. Auch von staatlichem.

Das wäre eine staatsgläubige Linke, erst recht die mit unverdautem DDR-Erbe im Keller, schon ein gewaltiger Schritt. Unwahrscheinlich, dass sie ihn geht.

Und selbst wenn: Die Linke wird bundespolitisch Zeit ihres Bestehens Opposition bleiben. Das ist nicht weiter von Belang.

Eher ist zu erwarten, dass irgendwann die Union ihre Meinung anpasst (wie beim Atomausstieg) und es einfach durchzieht.

Zum bedingungslosen Grundeinkommen gehört es, die Bundesagentur für Arbeit eisenhart zuzumachen.
 Das würde Linke, erst recht "Arbeitergläubige" der Farbe rot niemals tun.

Konfuzikuntz 15.11.2012 | 18:21

Habe das mit der "Unabhängigkeit von Geld" vielleicht etwas formuliert. Das bedingungslose Grundeinkommen macht unabhängig vom Zwang, in Geld zu denken und allein deswegen irgendeiner Tätigkeit nachzugehen. Die meisten Menschen gehen aber irgendeiner Tätigkeit nach und machen irgendetwas mehr oder weniger Sinnvolles. Und die, die den ganzen Tag RTL2 schauen, machen das jetzt auch schon. Da sind keine großen Kreativitätsschübe zu erwarten. Ansonsten aber schon.

Es ist kein gutes Zeichen, wie schwer eine Gesellschaft im Hexensabbat sich tut, nicht in dieser eigenartigen Kombination von Geld und Arbeit zu denken.

Es gibt nur eine folgerichtige Alternative zum bedingungslosen Grundeinkommen: Zwang zur Arbeit.

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Ehemaliger Nutzer 15.11.2012 | 19:06

Was wollen Sie aus Deutschland machen ,Kuntz? Ein modernes subtil durch Propaganda bewachtes KZ?

Sie reden doch ökonomischen Blödsinn! So wenig es ökonomisch Sinn macht, ein Recht auf Arbeit irgendwohin zu schreiben und damit vermeintlich einklagbar zu machen, so wenig macht es ökonomisch Sinn , einen Zwang zu Arbeit irgendwohin zu schreiben.

Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren -in dieser wie jener Richtung. 

Solche Thesen ,solcher Duktus und solche Überlegungen beruhen auf Ressentiment, auf merkwürdigen Wünschen -um es vorsichtig zu formulieren. Sie zerstören jedenfalls  jede Volkswirtschaft.  Und befriedigen nur einige Perverse-um es deutlich zu sagen.

Das hat ja bereits der schlechteste Ökonom seit den Nazis und einigen DDR- "Ökonomen" falsch gemacht - der Hartz-und Bordellier (der Hartz war doch BrasilBordell ff.) -Freund Schröder falsch gemacht, der auch keine ökonomische Politik machte ,sondern eben eine ausschließlich auf bloßes mitmenschliches Ressentiment gestützte Politik machte , die Deutschland eben wegen der Mißachtung des Ökonomischen mit an den Rand des Abgrunds führte und die Volkswirtschaft mit derartig hohen Zusatzkosten belastet seither eben DURCH jene widersinnige Pseudopolitik!

"KZ"- Ökonomie und Führungsstrukturen a la RSHA funktioniert ökonomisch nicht ,Kuntz-und werte Leser. Das könne Sie alle doch jeden Tag besichtigen. In anderen Blogs ,die sich mit den Folgen des Ressentimentquatsches der neuen Ordnungspolitik ,für deren Beginn eben jener S. verantwortlich zeichnet, greinen Sie alle doch den Mond an  weil alles in die Wupper geht.


Ressentiment ist der schlechteste Ratgeber von allen.

Noch kürzer (der Alte hatte recht) : Man muß auch jönnen können.

Nur wenn einer was übrig hat nachdem er alles bezahlt hat was üblich ist und Standard- dann kann er dieses Geld zu IHNEN bringen - und davon wollen SIE doch leben.  Also verhalten Sie alle sich auch so und verabschieden sich von den gespülten "KZ"-Vorstellungen.

Anton 15.11.2012 | 19:10

Fraglich an der BGE Debatte, die es wert ist geführt zu werden, da sie ermöglicht alternierende Wirklichkeitsmodelle zu denken und die generelle Verschränkung von Arbeit und Lohn als Grundfeste der neoliberal geprägten Gesellschaft offenbart, bleibt die Verfasstheit der Märkte.  Ist mehr Geld im Umlauf, steigen die Preise! Das BGE würde "weg-inflationiert" werden. Von der strukturellen Idee der Befreiung des Subjekts aus Lohnverhältnissen, hin zum bspw. Kreativ-Subjekt wären passé. 

 

Das im Artikel vorgeschlagene Konzept ist zwar nett, aber in einer funktional ausdifferenzierten Gesellschaft wie unserer bislang nicht umsetzbar. Erst wenn jedes  Subjekt eine klare Rolle in einer Gesellschaft bekommen hat, oder je nach dem wie man diskurstheoretisch drauf ist,  gefunden hat, könnte ein BGE Sinn machen, sofern wie angeprangert, der Markt es nicht negiert. In einer kommunitaristischen Gesellschaft, ähnlich der Struktur eines afrikanischen Dorfs, mag dies gelingen. In einer individualisierten Gesellschaft, wären Probleme zu erwarten. Die Probleme wurden in anderen Kommentaren etwas unpassend als RTL2 Couchpotatoes bezeichnet. 

Der (ich beobachte die Debatte vor allem in jungen linken Zirkeln) Diskussion fehlt ein Konzept von Gesellschaft, wie die Teilsysteme mit  einander funktionieren sollen und was der Faktor Mensch darin ausmachen soll. Daher ist das BGE schlussendlich, auch wenn ich ein Freund von Gedankenspielen bin, Ablenkung und Alibi. Viel interessanter finde ich, dass sich diese Idee solange aufrechterhält. Woher kommt diese zweite Luft um über "Utopien" (bitte nicht zu wörtlich nehmen) mit Form und Inhalt nach zudenken.  Ich lese darin mehr als nur "den neuen Kommunismus", wie ein Vorredner es beschrieb.

mcmac 15.11.2012 | 22:32

Lieber Gebe,

die Besteuerung des Konsums (als einziger Steuer), wie Sie sie in Ihrem Zeit-Beitrag beschrieben haben, mag nach geltender, streng angewandter Wirtschaftswissenschaft richtig sein (allerdings müsste man dann m.E. mindestens "Konsum", bzw., was denn da konsumiert wird, neu definieren - beispielsweise also auch den im Prozess der Produktion anfallenden Ressourcenverbrauch [Natur- sowohl als auch menschliche Ressourcen ganz konkret usw.] welcher sich im Warenwert bislang weder positiv noch negativ nieder schlug).

Bezüglich des BGE (und seiner möglichen Finanzierung) halte ich die Idee, es allein und zunächst aus einer Verbrauchssteuer zu finanzieren für möglicherweise wirtschaftswissenschaftlich richtig - allerdings praktisch wiederum für nicht so gut: Eine Verbrauchssteuer trifft jene vor allem, deren (relativ geringes) Einkommen komplett in den Konsum gehen würde. Der Ansatz via negativer Einkommenssteuer ("Sozialdividende") scheint mir geeigneter (da dies auch zur Folge hätte, dass mehr Gleichheit innerhalb einer Gesellschaft entstünde). Vielleicht ist die von Ihnen (und Götz Werner, und Susanne Wiest) vorgeschlagene Konsumbesteuerung dann in Folge, quasi als zweiter Schritt, besser möglich und sinvoll.

lg

mcmac 15.11.2012 | 23:02

Ist mehr Geld im Umlauf, steigen die Preise! Das BGE würde "weg-inflationiert" werden.

Mit Einführung eines BGE ist ja nicht die Forderung verbunden, die Zentralbanken abzuschaffen ;-)

Der (ich beobachte die Debatte vor allem in jungen linken Zirkeln) Diskussion fehlt ein Konzept von Gesellschaft, wie die Teilsysteme mit  einander funktionieren sollen und was der Faktor Mensch darin ausmachen soll.

Wenn Sie die Nase mal voll haben von den oben beschriebenen Zirkeln (oder sonstens Zeit & Lust haben), könne Sie hier ein schönes, von Ihnen bislang vermisstes Konzept in fundierten Ansätzen nachlesen: "Bürger, ohne Arbeit".

Woher kommt diese zweite Luft um über "Utopien" (bitte nicht zu wörtlich nehmen) mit Form und Inhalt nach zudenken.  Ich lese darin mehr als nur "den neuen Kommunismus", wie ein Vorredner es beschrieb.

Vielleicht haben in letzter Zeit Einige einige Male zu oft den Begriff "alternativlos" ventiliert? Vielleicht auch zu (vor)laut & gerade als das in allen Lagen und Gebälken krachende ökonomische System förmlich nach Alternativen schrie?.. ;)

MfG

Konfuzikuntz 15.11.2012 | 23:06

Das war ironisch und nicht ironisch. Insofern ironisch, als dass es mir fern liegt, dergleichen zu wollen. Und nicht ironisch insofern, als dass ich einen de facto Arbeitszwang (Hartz IV ist der Anfang) früher oder später für die logische Konsequenz der Alleinfixierung auf "Arbeit" in unserer Gesellschaft ansehe. Wenn Arbeit alles ist, dann muss auch jeder arbeiten.

Entweder brechen wir mit der Arbeit (nicht mit der sinnvollen Tätigkeit! Sondern ihrer monetär-sinnverengten Pervertierung im politischen Denken), oder wir erleben irgendwann die Konsequenzen eines totalitären Arbeitsbegriffs. Das war gemeint.

Eigentlich sind wir da sogar schon ziemlich nahe dran.

mcmac 15.11.2012 | 23:21

Ergänzung:

Entweder brechen wir mit der Arbeit (nicht mit der sinnvollen Tätigkeit! Sondern ihrer monetär-sinnverengten Pervertierung im politischen Denken)[...]

Diesbezüglich müsste man mal untersuchen, inwiefern sich das alte calvinistische Arbeitsethos bis heute in egalitär orientierten Gruppierungen (z.B. Parteien) -losgelöst von seiner ursprünglichen religiösen Bedeutung, als bestimmendes "kulturelles Hintergrundrauschen" sozusagen- festgesetzt hat..

lg & Gute Nacht + Danke für heute & allseits.

mcmac 16.11.2012 | 01:36

Ein ziemlich beeindruckend wirkender Artikel, in der Tat. Von einem Autorenkollektiv mit klingenden Namen.

Die dort umrissene Zielrichtung neoliberaler Ideologie/Politik, möglicherweise hin zu einem Klassenwahlrecht und einem Kastensystem, ist eine gute Analyse.

Allerdings -und das ist die Ironie dieses Beitrags- verlassen sich die Autoren in ihren weiteren ökonomischen Betrachtungen (wenn sie zu erklären versuchen, warum ein BGE "nicht funktionieren kann") ganz auf die theoretischen, "wirtschaftswissenschaftlichen" Grundlagen/Theoreme eines Adam Smith (u.a.). Diese sind aber bekanntlich(?) durch Historiker, Archäologen und Anthropolgen hinlänglich widerlegt. ("Ökonomie" ist viel mehr ein Bestandteil von "Kultur/Zivilisation", als es "angewandte Mathematik" zur Berechnung dessen ist - es ist in Wirklichkeit umgedreht; das kapiert, glaube ich, fast jeder, wenn er/sie/es seinen/ihren gesunden Menschenverstand nicht völlig abgeschaltet haben).

Der Beitrag weist auf eine Reihe von wichtigen, bedenkenswerten Fragen hin, würgt aber jegliches Fabulieren, jegliche Denk-Alternativen dadurch ab, indem er sogleich -unter dem größenwahnsinnigen Einfluss von Mainstream-Wirtschaftswissenschaft stehend- diktiert: "Vergiss' es."

Ich verweise hier noch einmal auf zwei (zeitgenössische) Beispiele aus der Praxis, welche (die mit diesen im Artikel angewandten Methoden der Betrachtung n i c h t mess- und somit vorhersagbaren - A. Smith) belegen, dass ein BGE sehr wohl eine Marktwirtschaft eben nicht zum Einsturz bringt, sondern gestalten kann: 1) GNU/Linux und 2) ehrenamtliche Tätigleiten. -Von Kunst und dergleichen ganz zu schweigen.

Weiterhin wird in dem Artikel die ganze Fantasielosigkeit der Autoren auch darin sichtbar, dass sie am Nationalstaatsmodell als Vollzugsebene für ein BGE kleben bleiben (ansonsten würde ihre "Vergiss-Es"-Theorie ja auch nicht so scheinbar elegant funktionieren). Weder sind sie dann in der Lage, sich regional diversifizierte BGE-Modelle vorzustellen, noch haben sie eine andere Vorstellung davon, dass "Globalisierung" eben gerade nicht ausschließlich vollkommene "Vereinheitlichung/Standardisierung" bedeuten muss und darf (sondern sie durchaus auch genau das Gegenteil davon bedeuten wird und kann).

Das ganze Elaborat stützt sich hauptsächlich darauf, dass "der Mensch" von Natur aus eine auf Eigennutz getrimmte Kreatur sei und folglich Gesellschaften hauptsächlich darauf basieren müssen, das voneinander getrennte/entfremdete Individuen lediglich durch "ökonomische" Beziehungen zueinander finden.

Erzählen Sie das mal Ihren Kindern, Herr Flassbeck, am besten zu Weihnachten.

oi2503 16.11.2012 | 06:11

"weil doch kein Mensch mehr einsehen würde eine Arbeit zu verrichten, die weder besonders interessant noch besonders gut bezahlt ist."

Einsehen? Wer sieht denn heute ein für Hungerlöhne gedemütigt zu werden? Sollten nicht die Arbeiten, die besonders uninteressant sind eigentlich besonders hoch bezahlt werden? Als Ausgleich für die verschenkte Lebenszeit? Geht aber nicht, weil zu viele um ihre Existenz kämpfen müssen, finanziell. Und diejenigen, die "uninteressante" und Drecksjobs anbieten, am längeren Hebel sitzen.

oi2503 16.11.2012 | 06:38

"(allerdings müsste man dann m.E. mindestens "Konsum", bzw., was denn da konsumiert wird, neu definieren - beispielsweise also auch den im Prozess der Produktion anfallenden Ressourcenverbrauch [Natur- sowohl als auch menschliche Ressourcen ganz konkret usw.] welcher sich im Warenwert bislang weder positiv noch negativ nieder schlug)."

Du hast zwar Gebe angesprochen, trotzdem. Der setzt ja am Erlös (der durch Konsum entsteht) an. Und dieser entsteht für die Verkäufer von Rohstoffen in dem Moment, in dem sie Öl, Gold, Sielber, Lumpen ... an ein anderes Unternehmen (oder Einzelperson) zur Weiterverarbeitung verkaufen. Und damit wäre die Besteuerung von Ressourcen sogar logisch in dem Modell enthalten.

Bleibt die Frage, ob die Umsatzsteuer wie wir sie heute haben, also als Duchlaufposten bei Unternehmen via Vorsteuerabzug, erhalten bleiben kann/soll.

fahrwax 16.11.2012 | 11:25

Das bedingungslose Grundeinkommen ist längst eingeführt, still und heimlich, aber mit bester Altersversorgung oben drauf. Leistungsfrei und ohne die Übernahme von Verantwortung: perfekt.

Bisher allerdings nur für >>Mandatsträger<<, die entscheiden sogar die Höhe ihrer Einkünfte gern selbstständig. Ihr Interesse an der Ausweitung dieses Modells der unverantwortlichen Selbstverwaltung scheint leider sehr klein, was nicht so unverständlich ist.

mcmac 16.11.2012 | 14:05

Na holla, so viele funkelnigelnagelneue Community-Mitglieder scheint dieses Thema magisch anzuziehen; vor allem solche, die gegen das BGE polemisieren (und sei es auch nur mit einem schnöde hingeworfenen Link) - ist die SPD (Steinbrück Partei Deutschland) etwa schon im Wahlkampf? ;)

Zum verlinkten Blog: Der Autor bezieht sich mit seiner Kritik lediglich auf eine sekundäre Quelle: Das Buch "1.000 Euro für jeden: Freiheit. Gleichheit. Grundeinkommen" des anthroposophischen Unternehmers Götz Werner (Drogeriekette dm) und der ehemaligen Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Berlin, der Psychologin Adrienne Goehler. - Ich empfehle wirklich am Thema BGE Interessierten allerdings immer gerne (und dies gerne auch mit einer nervtötenden Redundanz), wenigtstens mal das Buch von Wolfgang Engler (Soziologe, Rektor HfSK "Ernst Busch" Berlin) "Bürger, ohne Arbeit" zu lesen.

 

KaEff 16.11.2012 | 16:47

Das ist ein Totaschlagargument. Von welcher Seite her wollen wir denn das Problem beleuchten? Rechte und Pflichten von Bürgern, ganz allgemein? Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern, Eltern, Studenten und Schülern? Des Individuums in welcher Situation?Und von welchem Grundsatz wollen wir ausgehen? Von unserem Grundgesetz? Oder sehen wir das ganze ökonomisch? Oder moralisch? Differenzierung halte ich hier für angebracht. Wenn wir moralisch diskutieren, mussich anders argumentieren, als ökonomisch. Aber ich sag mal: In erster Linie ist es meine Pflicht als Individuum mein Leben selbst zu gestalten. Und darauf habe ich auch ein Recht. Und jetzt Sie...

KaEff 16.11.2012 | 16:59

Na, da wünsche ich Ihnen jetzt schon viel Glück! Als studierter Mensch überdurchschnittlich viel verdienen....Das kommt natürlich ganz darauf an, was Sie studieren.. Vielleicht BWL, oder VWL? Oder Jura? Denn damit scheinen Sie noch etwas auf der sicheren Seite zu sein. Ich kann Ihnen aber versichern, daß ich als Naturwissenschaftlerin mitnichten überdurchschnittlich viel verdiene (Hohles Lachen). Schon gar nicht in der Forschung. Auch hier sollte man aufpassen, daß man hier nicht verallgemeinert. Der Arbeiter im Benz-Werk verdient ungefähr das Doppelte meines Gehaltes (in Brutto). Es ist also völlig wurst, ob Sie studiert sind, oder nicht-heutzutage ist es eine Frage von Prioritäten, die man setzt und einer Riesenportion Glück...und dann irgendwann kommt das Können.

lerche 16.11.2012 | 18:03

Ich hatte geschrieben: Arbeit, die weder besonders interessant noch besonders gut bezahlt ist, womit ich weder unwürdige Drecksarbeiten noch  Dumpinglöhne gemeint habe. Dass so etwas nicht akzeptabel ist, ist ja wohl allgemeiner Konsens.

Nein, ich dachte an ganz normalen Tätigkeiten wie z.B. die der Arzthelferinnen, Krankenpfleger oder Brot- und Wurstverkäufer/innen. Das sind allesamt ziemlich uninteressante Jobs, die zudem auch nicht besonders gut bezahlt sind. Und da frage ich mich eben schon, wer die denn überhaupt noch machen würde, wenn es ein BGE gäbe?

KaEff 16.11.2012 | 23:44

Naja, das sagen Sie, dass das uninteressante Jobs sind. Aber es gibt doch zu jeden Job verschieden Betrachtungsebenen. Z.B. haben manche VerkäuferInnen sehr viel Spass  am verkaufen von Dingen und am Kundenverkehr. Ich selbst habe mal ein halbes Jahr im Altersheim gearbeitet und habe erfahren, das es einen durchaus erfüllen kann, anderen Menschen gut zu tun. Es kommt eben sehr darauf an, unter welchen Bedingungen man arbeitet. Jeder Job kann Spass machen und interessant sein, wenn man in der Lage ist, selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu gestalten. Aber auch der interessanteste Job, der unter beschissenen Bedingungen ausgeführt werden muss, und man sich unterdrückt und ausgebeutet fühlt und keine Anerkennung findet, was sich nicht nur im Gehalt äussert, wird durch solche Umstände total uninteressant.

oi2503 17.11.2012 | 06:40

„Das sind allesamt ziemlich uninteressante Jobs, die zudem auch nicht besonders gut bezahlt sind. Und da frage ich mich eben schon, wer die denn überhaupt noch machen würde, wenn es ein BGE gäbe?“

Eben, sag ich doch. Und. Hoffentlich weniger, jedenfalls zu den derzeitigen Konditionen. Und damit steigt die Notwendigkeit, etwas an der Attraktivität und an den Konditionen zu ändern.

Mit einem BGE wäre auf der anderen Seite die Wahlfreiheit tendenziell größer, wenn man sich gestattet mit weniger auszukommen. Nebenbemerkung: Das wird für viele sicher nicht so einfach. Und es gäbe dann eben auch die Möglichkeit, sich nicht in unbefriedigende Arbeitsverhältnisse zu begeben.

Ich unterstelle hier nicht, dass du willst oder es gut findest, wenn Menschen ihre Lebenszeit in Knochenjobs (Krankenpfleger/innen) oder – für mich – langweiligen Jobs (Wurstverkäufer/in) verbringen und damit kaum sich selbst reproduzieren können.

Dass die Abschaffung von Dumpinglöhnen und Drecksarbeiten nicht  akzeptiert ist, können du und ich täglich draußen vor unseren Türen sehen.

mcmac 17.11.2012 | 11:15

Lieber OI2503,

diese Gedanken gehen genau in die richtige Richtung. Und denkt man sie weiter, z.B. hin zu einem BGE in Kombination mit einem Mindestlohn (zusammen mit dem sich daraus ergebenden, entsprechenden Lohnabstandsgebot), müssten bestimmte Arbeiten (nennen wir sie "Knochen"- oder "Ekeljobs" - wenn jemand, ein Unternehmer z.B.; der "Markt"; das Bedürfnis besteht/Interesse daran hat, dass sie verrichtet werden) entsprechend bezahlt werden und/oder die Arbeitsbedingungen entsprechend verbessert werden.

Der Einkommensabstand zwischen, sagen wir, einem Malocher im Schlachthof und einem Bankvorstand, könnte wieder einem menschlich fassbaren Maß näher kommen, als dass er, wie heute üblich, er in astronomischen Einheiten erfasst werden muss. Und -nebenbei- gerechter wäre das dann auch noch obendrein..

lg

KaEff 17.11.2012 | 13:31

@ MCMAC

Ich denke sogar noch einen Schritt weiter. Ich könnte mir vorstellen, daß, nach absehbarer Adaptionszeit, sogar Menschen FREIWILLIG auf die Idee kommen, gewisse Jobs für ihre Gemeinschaft SELBST zu verrichten. So wie viele es auch schon heute im Ehrenamt tun, nur noch etwas erweiterter. Ich bin davon überzeugt, daß z.B. eine Gemeinschaft eines Stadtteils, oder einer Strasse (o.ä.)selbst für die Sauberkeit sorgt, also selbst den Müll organisiert etc. Ganz einfach weil ich davon überzeugt bin, daß das BGE zu einer Grundentspannung führt, die durch den Ausfall des ständigen Existenzkrampfes zu mehr Gemeinschaft führt. Man muss doch mal visionieren, wohin es führt, wenn wir nicht mehr im ständigen Wettbewerb sein müssten. Wenn wirklich alle die Wahl zu mehr oder weniger hätten... Diese Aspekte finden mir in der Diskussion viel zu wenig Gehör.

mcmac 17.11.2012 | 14:19

Liebe Kaeff,

Ganz einfach weil ich davon überzeugt bin, daß das BGE zu einer Grundentspannung führt, die durch den Ausfall des ständigen Existenzkrampfes zu mehr Gemeinschaft führt. Man muss doch mal visionieren, wohin es führt, wenn wir nicht mehr im ständigen Wettbewerb sein müssten. Wenn wirklich alle die Wahl zu mehr oder weniger hätten... Diese Aspekte finden mir in der Diskussion viel zu wenig Gehör.

So sehe ich das auch. Nur ist oft (in der Diskussion) das Probelm, dass viele ausschließlich mit Adam Smith und Lex Romana im Gepäck diese Diskussion führen wollen. Die o.g. Vorstellungen zu entwickeln, fällt ihnen daher nicht leicht.

lg

gelse 17.11.2012 | 14:59

>>Und damit wäre die Besteuerung von Ressourcen sogar logisch in dem Modell enthalten.<<

Für eine Ressourcensteuer kommt es darauf an, dass sie nicht einfach per Preisaufschlag bis zum Konsumenten des Endproduktes durchgereicht werden kann. Sondern dass sie sich profitschmälernd auswirkt. So könnten Produktionsmittelbesitzer bzw. ihre Betrübswirtschaftler dazu motiviert werden, mehr Rohstoff- und Energieeffiziez anzustreben.

Eine wertvolle Ressource ist auch, wie schon von mcmac angesprochen, meine Arbeitskraft: Ich habe nichts anderes, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Zunehmender Druck zum Verschleiss menschlicher Arbeitskraft muss also ebenfalls mit einer hohen Profitsteuer belegt werden.

Natürlich ist eine Profitbesteuerung nicht so einfach zu machen wie eine Steuer, die letztlich immer die Konsumenten von ihrem „Nettoeinkommen“ abknapsen müssen. Es müssten z. B. ja auch Profittransferwege mit einbezogen werden. Aber zum Mond zu fliegen war auch nicht so einfach wie von einer Brücke zu hupfen, und es ging doch.

Man muss allerdings bedenken, dass eine Steuer, die von etwas heute Üblichem wegsteuern soll sich mit zunehmendem Erfolg selbst abschaffen wird. Als dauerhafte Einnahmequelle kann sie deshalb nicht in Überlegungen zur Finanzierung eines BGE einkalkuliert werden. Oder sie darf das angeblich angestrebte Ziel nicht erreichen.

 

---

Was auch immer an eigentlich sinnvollen Massnahmen überlegt wird: Die derzeit herrschende Lobby und ihr nachgeordnete Regierungen werden nichts unterstützen, was die Profite ihrer Auftraggeber schmälern könnte. Das trifft auch auf ein Grundeinkommen zu, das allen Bürgern den Lebensunterhalt sichert und somit Entscheidungsfreiheit darüber ermöglicht, auf welche Weise sie etwas dazuverdienen wollen. Vor allem werden von Kapitalrenditeeintreibern keine Finanzierungsmodelle unterstützt, die nicht vollständig ausserhalb des Renditeabschöpfens bleiben. Die also nicht ausschliesslich aus dem Mehrwertanteil der Arbeitsentgelte geschöpft würden. (Diese Richtung sehen wir ja schon bei Renten und Krankenkassen.)

 

Als erstes müsste also der Lobbystaat abgeschafft werden. Das geht wahrscheinlich nur, wenn wir Privatverfügung über unsere Produktionsmittel aufheben können, denn die privaten Profite daraus generieren eben die Politiksteuerung per Korruption.

Dann würden wir auch endlich soweit kommen, dass nicht länger alle Lebensbereiche, von der ersten Windel bis zur Altenpflege, von den Bedürfnissen der Kapitalanleger beherrscht werden.

Letzlich geht es beim „Grundeinkommen“ ja um den Zugang für uns Alle zu den Ergebnissen unserer Arbeit, egal ob uns gerade jemand „Arbeit gibt“ oder nicht. Das ist nicht so kompliziert wie es sich heute darstellt, wenn wir den Einsatz unserer Arbeitskraft

gelse 17.11.2012 | 16:56

Beim Einkopieren ist mir ein Fehler passiert. Hier der verlorengegangene Rest:

>>Letzlich geht es beim „Grundeinkommen“ ja um den Zugang für uns Alle zu den Ergebnissen unserer Arbeit, egal ob uns gerade jemand „Arbeit gibt“ oder nicht. Das ist nicht so kompliziert wie es sich heute darstellt, wenn wir den Einsatz unserer Arbeitskraft nicht nicht einer kleinen Minderheit zum Zwecke ihrer Reichtumsmehrung überlassen, sondern das Arbeiten an sich demokratisieren würden. Wir würden staunen, wie wenig wir arbeiten müssen, wenn wir es nur für uns und nicht fürs Renditewachstum inclusive Spekulationslöcherstopfen tun.

mcmac 17.11.2012 | 20:41

Vielen Dank für die ausführliche Darlegung Ihrer Gedanken!

Mit dem BGE einerseits und einer fundamentalen gesellschaftlichen Veränderung andererseits, wie Sie sie auch beschreiben, verhält es sich vielleicht auch ein bisschen so, wie mit der Frage nach Henne und Ei: Letztlich ist es dem Ergebnis egal, womit begonnen wurde, wenn dabei eine globale Gemeinschaft ensteht, die kooperiert satt konkurriert, die altruistisch statt egoistisch interagiert und in welcher der Mensch in seiner Vielfalt wieder das Maß aller Dinge wird..

lg

gelse 18.11.2012 | 11:34

>>Letztlich ist es dem Ergebnis egal, womit begonnen wurde...<<

Das sehe ich auch so.
Nur stossen wir allem, egal ob wir uns mit "Bildung" auseinandersetzen, mit der Verteilung der gesellschaftlich notwendigen Arbeit und den Ergebnissen unserer Arbeit, mit Arbeitsinhalten oder mit der überfälligen Demokratisierung von gesellschaftlichen Entscheidungen, auf einen Widerstand: Den Widerstand der machtinhabenden Minderheit, die von den derzeitigen Verhältnissen enorm profitiert.

Ich meine, es muss deswegen primär um die Frage gehen, an welcher Stelle die Macht am ehesten zu knacken ist. Bzw. um die Frage, wie wir unsere Macht der Mehrheit gegen die strukturelle Gewalt der Minderheit effizient einsetzen können. Es ist ja nicht so, dass die Mehrheit nichts will, sie traut sich nur nicht das eigene Wollen auszubauen zu konkreten eigenen Zielen.

Dafür muss viel Untertanenkonditionierung überwunden werden. Das ist der erste, aber auch der schwerste Schritt, meine ich.

mcmac 18.11.2012 | 16:22

Liebe(r) Gelse,

Menno, Sie legen aber auch den Finger in die Wunde... (gut so!)

Wie man diese Macht "knackt"/der strukturellen Gewalt begegnet, ist wohl tatsächlich eine der wichtigsten (wenn nicht gar die primäre - wie Sie schreiben) Fragen. Und es ist zugleich wohl eine der schwierigsten Fragen..

Jüngst gab es dazu eine interessante  Debatte hier dazu (bezüglich eines aktuellen Themas: Occupy). Ausgehend von diesem Beitrag von Andrea Anna Hünniger und der Antwort von Michael Jäger darauf..

Das Zitat von Saint-Exupery kenne Sie bestimmt auch: "Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer." Das BGE ist so eine Erzählung vom Meer (vom anderen "Mehr"). Diese Erzählung bekannt zu machen, könnte eine Sehnsucht wecken, die stärker ist als Lügen, Manipulationen, Diffamierungen und als der von Ihnen zitierte Untertanengeist. Die Vielen sind ja auch deswegen in Apathie, Passivität gefangen, weil sie tatsächlich glauben, dass das Bestehende alternativlos sei.

Ich würde Ihnen aber auch nicht widersprechen, wenn Sie diesbezüglich nun konterten mit einem Zitat von Heiner Müller: "Optimismus ist nur ein Mangel an Information." ;)

Das ist, wie gesagt, eine ganz schwierige Frage, die Sie hier aufgeworfen haben. Darauf gibt es wohl kaum nur eine und schon gar nicht d i e Antwort; aber um so wichtiger ist es, sie immer wieder aufzuwerfen, um möglichst viele Antworten zu sammeln, aus denen sich in einem vielfältigen Prozess eine grundlegende Richtung kristallisiert..

..und natürlich die Idee vom BGE diskustieren, weiter entwickeln, publik machen..

lg

gelse 18.11.2012 | 20:08

Das Gleichnis mit dem Schiff ist mir bekannt, ja. Und ich halte es für wichtig, vom Meer zu träumen, an Utopien zu basteln, sonst würde man ja verblöden.

Aber eben während des Träumens auch das Holz sammeln und berechnen, wie das Schiff so gebaut werden kann, dass es nicht beim ersten Sturm untergeht. Es liegen schon genug Wracks auf dem Grund der Meeresträume.

Gerade aus den gescheiterten Ausfahrten lässt sich eine Menge lernen, wie man es besser machen kann. Man sollte sich nicht einreden lassen, sie seien ein Beweis dafür, dass Schifffahrt nicht möglich ist. Die Motive derer offenlegen die Solches behaupten kann schon ein bisserl an ihrer Macht kratzen.

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"Alternativlos" ist ein Synonym für "Hoffnungslos". Immer Mehr haben immer weniger zu verlieren. Auch gilt es zu thematisieren: "Was können wir schon verlieren ausser der Pespektivlosigkeit?"
Oder: Was haben "die dort oben" schon anzubieten dafür, dass sie unsere Gefolgschaft einfordern? Eine Agenda 2020? Bäh, mag ich nicht.

mcmac 18.11.2012 | 21:27

Gerade aus den gescheiterten Ausfahrten lässt sich eine Menge lernen, wie man es besser machen kann. Man sollte sich nicht einreden lassen, sie seien ein Beweis dafür, dass Schifffahrt nicht möglich ist. Die Motive derer offenlegen die Solches behaupten kann schon ein bisserl an ihrer Macht kratzen.

Genau. Mindestens. Und immer wieder insistieren, z.B. auf das BGE und seine Machbarkeit.

fahrwax 19.11.2012 | 12:11

Bei Thoreau war es die Besinnung die er im Wald suchte, keineswegs der lebenslängliche Aufenthalt. Nachdem er sie dort aufgefunden hatte, äußerte er fruchtbare Gedanken. Sollten das die 7,X Mrd. mal, der Reihe nach versteht sich (bin auch Deutscher), vorführen - könnte der auftretende gedankliche Wirbelsturm so manchen kapitalistischen Sumpf trocken legen.

ln(e) 19.11.2012 | 18:12

So was ähnliches wie ein Grundeinkommen gab es ja schon mal. Es hieß Arbeitslostenhilfe, betrug 50% der Betragsgrundlage und war  unbegrenzt. Die Finanzierung ist auch kein Problem: Weg mit den Pensionen, weg mit den Beihilfen, weg mit mindestens 40% des öffentlichen Dienstes, weg mit Gleichstellungsbrauftragten, Fahrradreferenten und Krötenwanderungsbevollmächtigten. Weg mit der Arbeitslosenversicherung und der Arbeitsagentur. Weg mit der Rentenversicherung. Statt der Beiträge werden Steuern gezahlt.

Und schon kann jeder eine Grundsicherung von 1200 bekommen. Einen Mindestlohn von 12 Euro brauchen wir trotzdem.

Großes Problem: der Einwanderungsdruck in dieses Sozialsystem wird immens sein. Wie abwehren?

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Ehemaliger Nutzer 20.11.2012 | 01:06

man bedenke:

 

"In den letzten Jahrzehnten ist das Interesse an Hungerkünstlern sehr zurückgegangen. Während es sich früher gut lohnte, große derartige Vorführungen in eigener Regie zu veranstalten, ist dies heute völlig unmöglich. Es waren andere Zeiten. Damals beschäftigte sich die ganze Stadt mit dem Hungerkünstler; von Hungertag zu Hungertag stieg die Teilnahme; jeder wollte den Hungerkünstler zumindest einmal täglich sehn; an den spätern Tagen gab es Abonnenten, welche tagelang vor dem kleinen Gitterkäfig saßen; auch in der Nacht fanden Besichtigungen statt, zur Erhöhung der Wirkung bei Fackelschein; an schönen Tagen wurde der Käfig ins Freie getragen, und nun waren es besonders die Kinder, denen der Hungerkünstler gezeigt wurde; während er für die Erwachsenen oft nur ein Spaß war, an dem sie der Mode halber teilnahmen, sahen die Kinder staunend, mit offenem Mund, der Sicherheit halber einander bei der Hand haltend, zu, wie er bleich, im schwarzen Trikot, mit mächtig vortretenden Rippen, sogar einen Sessel verschmähend, auf hingestreutem Stroh saß, einmal höflich nickend, angestrengt lächelnd Fragen beantwortete, auch durch das Gitter den Arm streckte, um seine Magerkeit befühlen zu lassen, dann aber wieder ganz in sich selbst versank, um niemanden sich kümmerte, nicht einmal um den für ihn so wichtigen Schlag der Uhr, die das einzige Möbelstück des Käfigs war, sondern nur vor sich hinsah mit fast geschlossenen Augen und hie und da aus einem winzigen Gläschen Wasser nippte, um sich die Lippen zu feuchten."

jaja, so konnte man das damalös sehen.

Heut, "im Überfluß lebend", sieht das alles natürlich ganz anders aus.

mcmac 20.11.2012 | 11:49

Lieber Simon Wordtmann,

Ihr oben genannter Beitrag "Das Märchen von sinkender Arbeitslosigkeit und Vollbeschäftigung" vom vergangenen Dezember ist außerordentlich gut, vielen Dank! Vor allem ist die Bestandsaufnahme hervorragend und hat nichts an ihrer Aktualität eingebußt. Im Gegenteil: Es wird deutlich, dass diese öffentliche Debatte um ein BGE (welches diesen Namen auch verdient) endlich geführt werden muss.

lg

mcmac

P.S.: In Ihrer zweiten Fußnote weisen Sie auf das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut hin; dessen BGE-Idee führt m.E. definitiv nicht zu einem BGE, "welches diesen Namen verdient". Das ist das einzige, was ich -ergänzend- zu bedenken geben würde. Ansonsten: Toll & Gerne mehr davon! (Man kann es nicht oft genug sagen...)

willibald hamster 20.11.2012 | 12:16

Das BGE ist keine so radikale und umwälzende Forderung, wie es sich darstellt. Im Prinzip nur naive Umverteilungspolitik ohne Umwälzung der Produktionsverhältnisse. Es kommt ja ganz sympathisch daher und eignet sich vielleicht sogar als Wahlkampfthema. Dennoch bleiben die kapitalistischen Realitäten in diesem Modell größtenteils unberücksichtigt oder unangetastet: die "private" (gerade der Kapitalismus vergesellschaftet ja, wie von R. Luxemburg so schön dargelegt) Verfügungsgewalt über Produktionsinstrumente und die Mehrwertauspressung zum Zweck der Kapitalakkumulation bedingen ein System, in dem ein BGE mittel- und langfristig zu einer Reallohnsenkung aufgrund auch steigender Inflationsraten führen würde. Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Ein Mindestlohn von MINDESTENS 10 Euro würde da schon eher greifen, weil in das Kapital-Arbeit-Verhältnis schon viel mehr intervenierend.

Es ist auch eine negative Utopie zu glauben, so ein BGE besäße "transformatorische Kräfte", die den Weg zum demokratisch-emanzipatorischen Projekt Sozialismus ebenen würden. Hohle Phrasen ohne Inhalt. Sozialismus war hierzulande mal was Durchdachteres, Konkreteres (seit der 48er Revolution im (Nord)Deutschen Bund, im Kaiserreich (marxistische Sozialdemokratie), in der Weimarer Republik, in der BRD und in der DDR).

 

Das BGE-Konzept ist im Grunde auch eines, das an den polit-ökonomischen Umbruch (politisch: Neoliberalismus; ökonomisch: Postfordismus), der seit den 70er Jahren existiert, nahezu unkritisch anknüpft. Sicher gibt es veränderte Realitäten, die man nicht ignorieren kann. Diese Realitäten produzieren aber selbst Ideologien (Konsumismus, Individualismus, Hedonismus, New Age, Postmoderne, "Bio" etc. pp), die eine kritische Selbstbetrachtung unmöglich machen. In Horkheimerscher Terminologie könnte man da von einer Hypostasierung der Bewegung, des Nicht-Festen, des Abstrakten (das dann bei Foucault mit dem absolut Konkreten in Eins fällt) sprechen. Man lässt da Heraklits Anspruch fallen, nach dem Wesen der Wirklichkeit und Wahrheit zu suchen, das Dialektische geht verloren.

Überhaupt haben wir es hier mit einer (natürlich durch die veränderte Produktionsweise, aber auch durch das Fehlen eines sozialistischen Stachels im Osten determinierte) Verflachung des bürgerlichen Denkens zu tun. Die Linke denkt inzwischen viel zu oft in Kategorien dieser bürgerlichen Un-Kultur, definiert Freiheit hedonistisch (zwar bildet bei dem BGE eine materielle Grundsicherung die Grundlage von Freiheit, doch findet sich letztere in der Abwesenheit von Arbeit, in FREIzeit) und verpönt den Begriff der ARBEIT. Bekanntermaßen bildet aber Arbeit (Mehrarbeit) den Motor gesellschaftlichen, technischen und wissenschaftlichen Fortschritts, lebendige und tote (ich meine Arbeit im Allgemeinen, nicht nur Lohnarbeit). Die Hegelsche Freiheitskonzeption begreift diese eben nicht nur als das Fehlen von Zwang, sondern auch als Produkt von (denkender, reflektierter, dialektischer) Tätigkeit. Doch das ist wohl zuviel verlangt.

 

Nochwas zum BGE: Richtig ist, dass sich das quantitative Verhältnis von Kapital und Arbeit heute verändert hat, Vollbeschäftigung eine Utopie ist und die industrielle Reservearmee wächst verhältnismäßig zumindest in der sog. Ersten Welt immer mehr. Es git eine immer größere Anzahl "nutzlosen Menschenmaterials", das nur noch vor sich hin vegetieren soll oder vegetiert. Erstens schmälert das QUALITATIV aber nicht den zentralen Stellenwert des Widerspruchs zwischen Kapital und Arbeit. Zweitens ist das BGE würde auch hier ein BGE nicht das einlösen können, was es verspricht: gesellschaftliche Integration und mehr Partizipationsmöglichkeiten; stattdessen im negativen Sinne Inklusion, bei der die gesellschaftliche Diskrimierung von Menschen aufgrund ihrer (Nicht)Stellung im Produktionsprozess nicht aufgelöst wird.

 

Das ideoloische Fundament des BGE geht also völlig konform mit dem neoliberalen Background.

mcmac 20.11.2012 | 12:26

Lieber Willibald Hamster,

 

vielen Dank für Ihre, ausführliche & geschlossene Argumentation, bei der Ihnen unterwegs m.E. doch ein wenig die von Ihnen u.a. auch zitierte Hegelsche Dialektik -nicht abhanden- aber doch ein wenig erstarrt ist, denn

Das ideoloische Fundament des BGE geht also völlig konform mit dem neoliberalen Background.

ist ja nun doch ein bisschen undifferenziert + finalem Klappe-zu-Affe-tot & Basta! und wird dem Gegenstand in der Realität nicht so ganz recht gerecht, oder?..

lg

willibald hamster 20.11.2012 | 12:34

1. Ich sage ja auch, dass die Problematik, auf der das BGE beruht, z.T. richtig erkannt wurde. Problematik erkannt heißt aber noch nicht Frage richtig gestellt und schon gar nicht "richtig" beantwortet.

2. Etwas Provozieren und Zuspitzen veträgt sich durchaus mit Hegelscher Dialektik, siehe Brecht ;-) Ich meine, HD ist ja keine Aristotelische Ökonomik, keine Lehre von der Mitte.

willibald hamster 20.11.2012 | 12:53

Ja, da hast du (ich dutze dich mal als Genosse) natürlich vollkommen Recht. Zwischen Althaus und Friedman auf der einen und Kipping und Fromm auf der anderen Seite bestehen natürlich immense Unterschiede, die sich in nur in der Motivation, sondern auch in der konkreten Ausgestaltung ausdrücken (siehe z.B. Finanzierung: negative Einkommenssteuer vs. Rückfluss des gesellschaftlich generierten Reichtums von oben nach unten). Aber auch Kipping samt emanzipatorischer Linker überzeugen mich nicht. Erstens habe ich da ökonomisch so meine Bedenken und zweitens erscheint mir die theoretische Rückführung auf Mouffe und Arendt (wg. dieses citoyenne-Begriffs) äußerst fragwürdig. Etwas platt: wo bleibt da das Klassenbewusstsein, ist das nicht in letzter Instanz wieder Identifizierung mit dem Aggressor?

Daniel Meister 20.11.2012 | 14:02

@ Red Bavarian

Sie haben grundsätzlich selbst Probleme in Ihrer "neosozialistischen" Wahrnehmung :-)

Anstatt rumzudiskutieren wie viel jemand für keine Arbeit bekommt, wäre es schlauer darüber nachzudenken, noch mehr Arbeitsplätze zu schaffen, bzw. die vorhandenen zu sichern.

Wissen Sie weshalb Sie die breite Mehrheit nie von Ihren Ideen überzeugen werden? Ganz einfach, weil die Leute nicht blöd sind, oder wie wollen Sie jemanden erklären, dass er arbeiten soll, Steuern abführen soll und dass danach von diesen Steuern ein anderer entweder genauso viel, annähernd so viel oder gar mehr als er selbst erhält, obwohl derjenige nicht arbeitet!

 

mcmac 20.11.2012 | 17:32

Sehr geehrter Daniel Meister,

Sie setzen mit Ihren Anmerkumgen/Fragen Prämissen, die Ihnen vielleicht an einschlägigen Stammtischen Beifall einbringen, die aber so jedoch einfach nicht stimmen (schlauer darüber nachzudenken, noch mehr Arbeitsplätze zu schaffen, bzw. die vorhandenen zu sichern - geht beispielsweise völlig an der sich abzeichnenden Realität vorbei, da, wie Sie sicherlich auch wissen, der Wert der "Ware" Arbeitskraft durch Rationalisierung unter den realen Bedingungen der herrschenden kapitalisitschen Ökonomie stetig sinkt... wollen Sie Arbeitsplätze "schaffen" und "sichern", wo Leute arbeiten, deren Entlohnung anschließend gegen Null konvergiert?..).

Wissen Sie weshalb Sie die breite Mehrheit nie von Ihren Ideen überzeugen werden? Ganz einfach, weil die Leute nicht blöd sind[...]

Auch das stimmt nicht. Erstens sind die Leute nicht blöd; sie werden vor allem blöd gehalten oder aktiv verblödet. Zweitens: Wenn denn das BGE so eine abstrus blöde Idee sein sollte, wird sich das ja in einem breiten öffentlichen Diskurs herausfinden lassen.

[...]obwohl derjenige nicht arbeitet.

Definieren Sie bitte Arbeit.

Vielen Dank. MfG.

DonFerrando 20.11.2012 | 22:17

Die BGL-ler sollten eine Religionsgemeinschaft gründen. Das würde am besten passen. Heilsversprechen, die nicht an Naturgesetze gebunden sind. 

 

Die ZJ predigen auch schon Jahrzehnte, dass das Paradies auf der Erde wieder errichtet wird. Da fließt Milch und Honig. Keine Krankheiten, auch sterben muss man nicht. Böse Menschen und Verbrechen gibt es auch nicht mehr. Leider ist es bis heute nicht eingetroffen. Irgendwie gibt es da doch verblüffende Parallelen. 

Es ist ja auch so schön daran zu glauben! Ob es realistisch ist, ist völlig egal.

Daniel Meister 21.11.2012 | 13:55

@MCMAC

Gut im Ausweichen sind Sie!

Arbeit zu definieren erübrigt sich, das können Sie selbst nachlesen.

Stimmen Sie nicht mit mir überein, dass jemand der arbeitet, eindeutig mehr verdienen sollte als jemand, der nichts tut (tun will)? Darauf bezog sich meine Aussage mit "blöd", es macht wenig Sinn, mich verkürzt zu zitieren.

Zu Punkt eins. Wir schaffen doch Arbeitsplätze. Es herrscht LehrlingsMANGEL. Was wollen Sie denn noch?

mcmac 21.11.2012 | 17:03

Na, Sheriff, nicht gleich so rumschreien und in die Luft gehen.

Sie können/wollen also Ihre Auffassung von Arbeit nicht definieren. Dann tue ich das für Sie: Sie schmeißen Erwerbsarbeit und alle anderen Arten von Arbeit in einen Topf - in tappen damit in das große ideologische Fettnäpfchen des calvinistischen Arbeitsethos (oder, besser, bzw., schlimmer: Lassen andere dort hinein tappen mit Ihren "Argumenten").

Zu Punkt eins. Wir schaffen doch Arbeitsplätze. Es herrscht LehrlingsMANGEL. Was wollen Sie denn noch?

Ich m ö c h t e gerne, dass Sie über den Wert der Lohnarbeit im Zeitalter rasanter Rationalisierung nachdenken (Menschen ausbilden - und dann ab in den immer größer werdenden Niedriglohnsektor?? - Scheint das zu sein, was Sie bevorzugen...)

Stimmen Sie nicht mit mir überein, dass jemand der arbeitet, eindeutig mehr verdienen sollte als jemand, der nichts tut[...]

Wenn Sie nur ein Jota wissen würden, worum es bei einem BGE (z.B. finanziert durch eine negative Einkommenssteuer/ "Sozialdividende") geht, würden Sie mir nicht eine derart irrelevante, überflüssige Frage stellen. Sie hätten im Übrigen, bevor Sie hier kommentierten, vielleicht auch mal den thread lesen sollen; dort steht sogar die Antwort, explizit (da steht was von "Mindestlohn" und "Lohnabstandsgebot" im Zusammenhang mit einem BGE).

Allein, darum ging und geht es Ihnen gar nicht: Sie wollten provozieren, diffamieren, kaputt machen. Wissen Sie, wenn Sie das wirklich wollen, denken Sie daran: da müssen schon Maschinen kommen, keine Ersatzteile (oder Hilfssheriffs).

Nichts für ungut.

 

Daniel Meister 21.11.2012 | 22:31

@MC MAC

Sie geben hier gerne den Intellektuellen;)

Arbeit dient dem Broterwerb, wer nur arbeitet, weil es ihm Spaß macht und das Geld nicht braucht, hat's natürlich noch besser. Gar nicht soo kompliziert, gell!

"Lohnabstandsgebot", dass ich nicht lache. Hab ich gelesen, ja. Am besten alles anheben...und wer soll das bitteschön dann bezahlen? Sozialdividende zahlt dann der, der mit seinem „Riesenlohn“ den anderen „auf Abstand hält“, quasi „der Dumme". Hat er noch was gespart oder gebaut - der fleißige Idiot - ist er der „total Dumme". Außerdem geht die Motivation zum Arbeiten flöten und das führt zu Wirtschaft a la DDR und wo so was hinführt wissen ja wohl sogar Sie. „Kommunismus ick hör dir trapsen..."

 

Deputy --- or whatever you call me ;)

 

mcmac 22.11.2012 | 09:08

Sie geben hier gerne den Intellektuellen;)

Na sicherlich versuche ich halbwegs intelligent zu sein in der Argumentation - Sie nicht? (Ihr erster Satz bereits ist allerdings schon wieder einer, der sich lohnen würde, dass man ihn mal genauer sezierte: Sie bewegen sich -gefühlt- in bedrohlicher Gegend und kommen ohne großkalibrigen, schussbereiten Colt im Holster offensichtlich nicht aus, Sie Armer. Und vor lauter Angst machen Sie dann auf Intellektuellenhasser; solch' Zeug kommt als Seemannsgarn auch immer gut an an o.g. Stammtischen, ohjeh.. ).

Nun, und der Rest Ihres Kommentars? Was soll man dazu sagen? Mir fällt nur etwas ein wie: "Gelesen hat er's ja, vielleicht, aber verstanden?.." -Kennen Sie das Phänomen der kognitiven Dissonanz? ("Verdammt, es kann nicht sein, was nicht sein darf!!" -gerne auch mit Colt fuchteln dabei).

  Außerdem geht die Motivation zum Arbeiten flöten

Jetzt muss ich Sie aber doch schon wieder fragen - obwohl Sie das nicht leiden können, weil Sie doch hier die Fragen stellen, nachdem Sie geschossen haben (und bezweifele, dass Sie oben gelesen haben im thread): Wie zwängen Sie denn angesichts solchen Unsinns ehrenamtliche Arbeit oder beispielsweise das Produkt GNU/Linux in Ihr Weltbild?..

„Kommunismus ick hör dir trapsen..."

..um abschließend noch einmal einen ganz großen Begriff auch noch quer in den Mund zu nehmen. -Tatsächlich haben Sie aber recht, dieses Trapsen ist hörbar. Obwohl es nicht einmal expliziter Gegenstand des threads war. Allerdings hören Sie vermutlich etwas anderes, bzw., ist Ihnen gar nicht klar, was das sein könnte und wie alltäglich dies heut' schon ist und das Sie selbst, ganz praktisch, mitten im alltäglichen, realen Kommunismus angekommen sind, daran teilnehmen, wenn Sie hier -knarrefuchtelnd- den kommentierenden Blog-Wart machen.. Denken Sie mal drüber nach, statt ein totes Pferd weiter zu reiten (schon Ihr Kumpel John Wayne riet dazu; wissen Sie aber sicherlich, oder?).

Au revoir.

 

Daniel Meister 24.11.2012 | 19:12

@ MC MAC

Halbwegs amüsant, was Sie hier schreiben. Erstaunlich, oder bezeichnend, dass Ihnen beim Bild des Sheriffs nicht Recht und Ordnung, sondern sofort der Colt einfällt Aber dies nur am Rande.

An "o.g. Stammtischen" wird oft gesünderer Menschenverstand kundgetan als anderswo. Selbst diese Aussage  macht mich aber nun noch lange nicht zum "Intellektuellenhasser", lediglich habe ich darauf hingewiesen, dass Sie sich hier gerne intellektuell geben - obwohl Sie es kaum sein werden.

Wie zwängen Sie denn angesichts solchen Unsinns ehrenamtliche Arbeit oder beispielsweise das Produkt GNU/Linux in Ihr Weltbild?

Hut ab vor jedem Ehrenamt. Leider ist Ihr Beispiel gänzlich unpassend. Es ging um den Broterwerb, den Lebensunterhalt. Dies alles hat mit ehrenamtlicher Tätigkeit nichts zu tun.

Allerdings hören Sie vermutlich etwas anderes, bzw., ist Ihnen gar nicht klar, was das sein könnte...

Ohje, wieder einer derjenigen, der von einem irgendwie sozialistisch gearteten Gesellschaftssystem träumt, welches den Kommunismus als Grundlage hat, aber mit DDR und UdSSR so ganz und gar nichts zu tun hat. Das will keiner haben -- kognitive Dissonanz :-) -- nur ein paar Leutchen wie Sie wollen das.

Den Blockwart nehmen Sie bitte zurück. Die alte Masche alles und jeden als Faschist zu titulieren, der anderer Meinung ist,  hat hier leider Tradition.

Da Sie ja so auf John Wayne -  Zitate stehen: "I don`t think a fella should be able to sit on his backside and receive welfare. I`d like to know why well-educated idiots keep apologizing for lazy and complaining people who think the world owes them a living."